Externe Festplatte für Windows und Mac einrichten

Stephan Wiesend |
Wer eine externe Festplatte oder SSD kauft, muss diese oft erst mit dem Mac kompatibel machen. Wir zeigen, wie das unter Mojave geht.
2015

Trotz iCloud und Dropbox bleibt eine externe Festplatte oft das sinnvollste Speichermedium.

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Eine Warnung vorab! Bei diesem Tipp gehen wir davon aus, dass sich noch keine Dateien auf dem externen Speichermedium befinden – die Festplatte wird bei diesem Verfahren nämlich komplett gelöscht, eine Datenrettung so gut wie unmöglich.

Kauft man heute eine externe Festplatte oder externe SSD, ist diese vom Hersteller oft im Windows-Format NTFS, immer öfter aber auch im plattformunabhängig nutzbaren Format ExFAT vorformatiert. Nur Letzteres eignet sich für die Nutzung am Mac, für die Verwendung von NTFS ist ein Spezial-Treiber wie NTFS for Mac von Paragon erforderlich. Die Umformatierung für den Mac dauert aber nur wenige Sekunden.

Festplatte unter Windows und Mac nutzen

Unser Arbeitsmittel dazu ist das Festplatten-Dienstprogramm (im Ordner "Programme/Dienstprogramme"). Dort wählt man in der Spalte links die externe Festplatte oder SSD aus. Sie finden Sie in der linken Spalte unter "Extern" aufgelistet. Unter "Intern" sehen Sie in der Regel nur ihr Systemvolume mit Namen "Macintosh HD". Dass es sich um ein externes Medium handelt, erkennt man auch am gelb-orangenen Symbol im Hauptfenster – diese Markierung ist ein Hinweis auf externe und "auswerfbare" Speichermedien und an der Größenangabe im Namen (beispielsweise "500 GB WD"). Unter diesem Namen wird es auch im Finder angezeigt.

Einsteigern empfehlen wir im Dienstprogramm unter dem Menüpunkt "Darstellung" die Anzeigeart "Nur Volumes anzeigen" zu wählen, das Programm zeigt dann weniger Profi-Optionen an, die zu Problemen führen können.

Hinweis: Erst nachdem man das korrekte Volume ausgewählt hat, wird rechts der Button "Löschen" auswählbar.

Klicken Sie einmal auf die neu erworbene Festplatte und wählen dann die Option "Löschen". Sie können der Festplatte nun einen beliebigen Namen geben, beispielsweise "Fotos", "TV-Aufnahmen" oder auch "Datengrab". An bestimmte Namenskonventionen wie Groß- oder Kleinschreibung müssen Sie sich nur bei Wahl des Formats "MS-DOS" halten. Benutzen Sie die Festplatte nur am Mac, ist die vorgegebene Einstellung "Mac OS Extended (journaled)", Apples Name für HFS Plus, die beste Wahl. Sie müssen nun nur noch auf "Löschen" klicken und die Festplatte wird gelöscht.

Haben Sie die Darstellungsart "Nur Volumes anzeigen" gewählt, können Sie unter Format unter mehreren Optionen wählen: Sie sehen mehrere APFS-Einträge, mehrere Einträge wie "Mac OS Extended (journaled)", "Mac OS Extended (Groß-/Kleinschreibung, journaled), "MS-DOS-Dateisystem (FAT)" und "ExFAT".

APFS ist moderner als Mac OS Extended, kann aber für unnötige Probleme sorgen. Tauschen Sie häufiger Daten mit einem Windows-Rechner aus, ist dagegen ExFAT sehr zu empfehlen. Im Unterschied zum Windows-Format MS-DOS unterstützt ExFAT  nämlich auch sehr große Dateien mit mehr als 4 GB und wird von Macs und PCs gleichermaßen unterstützt. Dagegen können Sie nur maximal 2 GB große Dateien auf eine MS-DOS-formatierte Festplatte kopieren, was schon oft für Probleme gesorgt hat. Ob es sich dabei um eine externe USB-Festplatte, eine Thunderbolt-SSD oder einen USB-Stick handelt, macht übrigens keinen Unterschied.

Einsteigern empfehlen wir die Darstellungsart "Nur Volumes anzeigen".

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Hinweis: Wollen Sie die Festplatte an einem TV-Gerät oder NAS anschließen, eignet sich möglicherweise keine dieser vier Formatierungsarten. Manche Geräte verlangen das Format NTFS, auf das der Mac nur lesend, aber nicht schreibend zugreifen kann. In diesen Fällen hilft das Tool NFTS for Mac weiter.

Verschlüsselung

Eine kleine externe SSD oder ein USB-Stick gehen schnell verloren – gut, wenn man ihn vorher verschlüsselt hat. Das ist per Festplattendienstprogramm möglich, noch einfacher geht es über den Finder. Klicken Sie dazu einfach mit der rechten Maustaste oder gedrückter Steuerungstaste auf das Medien-Symbol. Im Kontextmenü sehen Sie allerdings nur bei HFS- und APFS-Medien die Option "verschlüsseln", nicht bei ExFAT. Im nun aufpoppenden Fenster müssen Sie nun nur noch ein Passwort und eine Merkhilfe eingeben. Nutzen kann man die verschlüsselte Festplatte nur an Macs.

Klicken Sie auf das Medium und wählen Sie im Kontextmenü "verschlüsseln".

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Time Machine

Aufgabe der meisten neu gekauften Festplatten ist es wohl, als Time-Machine-Medium zu dienen. Beim ersten Anschluss an den Mac fragt das System deshalb, ob man das neue Medium für Time Machine-Medium verwenden will – und formatiert es dazu ins Format HFS. Für die Verwendung als Time Machine-Medium eignet sich ausschließlich das Format HFS. Wandelt man etwa eine Time-Machine-Festplatte mit "Bearbeiten/In APFS konvertieren" in das neue Format um, kann Time Machine das Medium nicht mehr verwenden. Man muss die Festplatte dann komplett löschen und in das Format HFS konvertieren – alte Backups gehen dabei verloren.

Eine Festplatte wählen Sie über "Volume auswählen" aus, Time Machine kann das Volume auch gleich ins erforderlich Format HFS umwandeln.

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Für Profis:

Partitionieren

Liegt die Festplatte als Mac-Festplatte vor, können Sie das externe Medium in mehrere Partitionen aufteilen. Liegt es im Windows-Format vor, ist eine Partitionierung dagegen nicht möglich. Dazu wählen Sie das Volume aus und klicken Sie auf den Button "Partitionieren". Es öffnet sich eine Grafik der Festplatte, aktuell sehen Sie nur eine Partition. Klicken Sie auf das Plus-Symbol. Sie können nun beispielsweise eine Mac und Windows-Partition anlegen, die Größe ist wählbar. Wählen Sie dazu bei einer Partition HFS+ als Format, bei der anderen Partition ExFAT.

Sie können eine Festplatte in eine Partition für Windows-Daten und eine Partition für Mac-Daten aufteilen.

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Apple selbst hält das Partitionieren nur noch in Ausnahmen für sinnvoll. Für Beta-Versionen von macOS empfiehlt Apple etwa das Erstellen eines zusätzlichen APFS-Volumes. Das erklären wir aber in einem eigenen Artikel ausführlicher .

APFS, Profi-Modus und Verschlüsselung

Haben Sie unter "Darstellung" die Option "Alle Geräte einblenden" gewählt, stehen Ihnen noch mehr Optionen zur Verfügung. Nebenbei können Sie nur über diesen Profi-Modus ein APFS-Volume löschen und wieder in ein HFS- oder ExFAT-Medium umwandeln.

In der linken Spalte des Dienstprogramms sehen Sie beispielsweise nun auch die einzelnen sogenannten Container von APFS-Medien und einzelnen Partitionen einer Festplatte. Wählen Sie ein übergeordnetes Volume aus, können Sie beim Löschen auch das Partitionsschema bestimmen oder neue Container anlegen. Wichtig ist außerdem die Wahl des Partitionsschemas. Zur Wahl stehen das Mac-Format "GUID-Partitionstabelle", das Windows-Partitionsformat "Master Boot Record" und das nicht mehr gebräuchliche Mac-Format "Apple Partitionstabelle". Nicht alle Kombinationen sind sinnvoll: So kann ein Mac nicht von einer Festplatte mit der Partitionstabelle "Master Boot Record" booten.

Für den Datenaustausch empfehlen wir das Format ExFAT, beim Format APFS gibt es sogar Probleme mit alten Macs.

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Sowohl eine verschlüsselte Version als auch mehrere unverschlüsselte APFS-Varianten stehen zur Wahl. Alte Mac-Systeme können APFS allerdings nicht verwenden, Windows-Rechner ebensowenig.