iOS-Apps hatten große Probleme.

Es liest sich wie eine mittelschwere Katastrophe: Am Freitag, den 10. Juli stürzten viele bekannte (und auch unbekannte) iOS-App ab , ohne offensichtliche Gründe und ohne eine Möglichkeit, dies zu verhindern. Später hat sich herausgestellt , dass daran ein fehlerhaftes Facebook SDK schuld war: Die Entwickler bei Facebook haben irgendetwas am Code des Facebooks-Logins geändert. Alle Apps, die nun die Funktion "Anmelden mit Facebook" implementiert haben, waren betroffen, der eingepflegte Fremd-Code von Facebook ließ die gesamte App abstürzen.

In solchem Fall haben wegen App-Entwickler noch Nutzer viel Einfluss auf das Verhalten ihrer Apps, es bleibt nur hoffen, dass bei Facebook die Alarm-Glocken laut genug sind, damit sich jemand den Fehler ansieht und behebt. Durch eine Hintertür kann der Nutzer jedoch das Verbinden mit dem Facebook-Server unterbinden, vor allem, mit denen, die für diverse Dritt-SDKs verantwortlich sind und so auch in Dritt-Apps die Daten über den Nutzer sammeln können. Dies kann man über ein vorbereitetes iOS-Profil lösen, die auf der Betriebssystem-Ebene die Verbindung beispielsweise mit graph.facebook.com sperrt, deutlich eleganter und nutzerfreundlicher geht es mit einer App. Wir haben für diese Zwecke die App " Lockdown " ausprobiert, ok, der Name ist in den aktuellen Umständen etwas unglücklich gewählt, die Entwickler starteten die App aber noch vor der Corona-Krise.

Die App haben der ehemalige iCloud-Ingenieur Johnny Linn und der Duet-Display-CEO Rahul Dewan entwickelt. Der Code der App befindet sich öffentlich zugänglich auf Github und das Beste: Die Grundfunktionalität für die Tracker-Sperren ist kostenlos. Lockdown verlangt zwar Geld, allerdings für seine VPN-Dienstleistungen, aber auch ohne Abo lassen sich die meisten Tracker in den Apps auf dem eigenen iPhone sperren.

Installation und Einrichtung von Lockdown ist denkbar einfach: Man startet die App und befolgt die Anweisungen (auf Englisch). Die von uns benötigte Funktion heißt selbst erklärend Firewall, damit sie startet, muss man auf den oberen Button in der App tippen. Danach fragt die App nach der Erlaubnis, um die VPN-Konfigurationen auf dem iPhone hinzuzufügen, dies wird mit der Eingabe des Passcodes erledigt. Das war es schon, das daraufhin erscheinende Fenster bestätigt die aktive Firewall und bewirbt dann die VPN-Dienstleistungen, dies kann man getrost sein lassen, mit dem Tap auf "Skip Trial". Unter der Option "Block List" kann man sich anschauen, welche Tracker ab Werk ausgefiltert werden – Facebook Tracker, die über api.facebook.com, connect.facebook.com, graph.facebook.com laufen, sind von Anfang an geblockt, unter diesen Domains bietet Facebook den Dritt-Anbieter unterschiedliche Funktionalitäten, die gleichzeitig auch die Nutzer nachverfolgen. Man kann übrigens auch die gesamten Facebook-Apps blocken, aber dann startet eben kein Whatsapp oder Instagram. In der ersten Zeile der Block-Liste findet sich übrigens noch eine Möglichkeit, eine vom Nutzer definierte Domain ausfiltern zu lassen. Das macht die App zu einem Schweizer Messer für Tracking-Blocking.