Big Sur auf Windows Laptop

Grundsätzlich ist es technisch möglich, auf einem Windows-PC mit der kostenlosen Virtualisierungssoftware VirtualBox die aktuelle macOS-Version zu virtualisieren.

Sinnvoll ist das für Umgebungen zum Test von Programmen oder um sich einen Überblick zu den Möglichkeiten von macOS 11 Big Sur zu verschaffen. Die Installation ist jedoch alles andere als einfach, vor allem auf einem Windows-PC nicht.  Apple erlaubt diese Virtualisierung auf fremder Hardware in den Lizenzbedingungen allerdings nicht. Wer macOS virtualisieren will, darf das laut EULA (End-User Licende Agreement)  nur auf einem Mac mit installiertem macOS. Technisch gibt es aber durchaus die Möglichkeit, macOS Big Sur auf einem Windows-PC mit VirtualBox zu installieren. Wir haben uns die Anleitung auf der Seite Wikigain.com angeschaut und auf unseren PCs getestet.

Windows für den Betrieb von macOS 11 (Big Sur) als VM vorbereiten

Leider ist es nicht möglich, macOS Big Sur mit Hyper-V auf einem Windows-Rechner zu virtualisieren, das geht aber mit dem kostenlosen Tool VirtualBox. Wer auf seinem Windows-Rechner bereits mit Hyper-V arbeitet, kann VirtualBox parallel installieren, muss für die Verwendung der Virtualisierungssoftware und den Start von VMs Hyper-V aber deaktivieren. Das geht zum Beispiel in einer Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype off

Danach muss der PC neu gestartet werden. Um nach der Verwendung von VirtualBox wieder Hyper-V zu verwenden, wird der folgende Befehl in der Eingabeaufforderung eingegeben. Auch nach dieser Eingabe muss der PC neu gestartet werden:

bcdedit /set hypervisorlaunchtype auto

Für die Virtualisierung von macOS wird auf dem PC zunächst VirtualBox in der aktuellen Version installiert. Zusätzlich wird das „ Oracle VM VirtualBox Extension Pack “ von der Downloadseite benötigt.

Nach der Installation starten Sie VirtualBox und rufen „Werkzeuge\Einstellungen“ auf. Bei „Zusatzpakete“ klicken Sie auf „Hinzufügen“ und wählen das heruntergeladene Paket aus. Lassen Sie dieses in VirtualBox integrieren. Ist bereits eine ältere Version installiert, können Sie diese mit der neuen Version aktualisieren.

Installieren des Oracle VM Virtual Box Extension Packs.

Für die Installation von macOS Big Sur auf einer VM mit VirtualBox in Windows, benötigen Sie eine ISO-Datei mit der neusten Version von Big Sur. Eine solche ISO-Datei erstellen Sie entweder selbst , oder laden Sie von einer Seite im Internet herunter.

Virtuelle Maschine für Big Sur erstellen

Vor der Installation von Big Sur erstellen Sie eine neue VM in VirtualBox. Wählen Sie beim Starten „Experten-Modus“ aus. Geben Sie der VM einen Namen und wählen Sie den Pfad zum Speichern der Dateien der VMs aus. Bei „Typ“ wählen Sie „Mac OS X“ und bei „Version“ wählen Sie „Mac OS X (64-Bit)“.  Wählen Sie mindestens 4.096 MB Arbeitsspeicher, besser mehr. Stellen Sie sicher, dass die Option „Festplatte erzeugen“ aktiviert ist und klicken Sie auf „Erzeugen“.

Erstellen einer neuen VM für macOS Big Sur in VirtualBox.

Anschließend startet gleich der Assistent zum Erstellen einer neuen virtuellen Festplatte für die gerade erstellte VM. Setzen Sie die Option „VHD“ und „dynamisch alloziert“. Als Speicherplatz verwenden Sie idealerweise 128 GB. Mit „Erzeugen“ wird die virtuelle Festplatte erstellt.

Erstellen einer neuen, virtuellen Festplatte für Big Sur.

Nach dem Erstellen der VM rufen Sie über das Kontextmenü mit „Ändern“ die Einstellungen für die VM auf. Klicken Sie auf „System“ und dann auf „Prozessor“. Setzen Sie hier die Option auf „2“ Prozessoren, besser mehr. Die Anzahl hängt natürlich von dem PC ab, mit dem Sie arbeiten. Bei „Hauptplatine“ können Sie noch die Option „Diskettenlaufwerk“ entfernen. Beim Menüpunkt „Anzeige“ setzen Sie bei „Bildschirm“ die Option „Grafikspeicher“ auf „128 MB“.

Über den Menüpunkt „Massenspeicher“ können Sie die ISO-Datei  von macOS Big Sur als „SATA Port“ 0 hinzufügen. Danach speichern Sie die Einstellungen und beenden VirtualBox. Sie müssen in der Eingabeaufforderung noch Anpassungen vornehmen. Dazu geben Sie in der Eingabeaufforderung folgende Befehle ein. Sie müssen bei den einzelnen Befehlen noch den Namen der VM angeben.

cd "C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\"
VBoxManage.exe modifyvm "VM Name" --cpuidset 00000001 000106e5 00100800 0098e3fd bfebfbff
VBoxManage setextradata "VM Name" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiSystemProduct" "iMac19,1"
VBoxManage setextradata "VM Name" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiSystemVersion" "1.0"
VBoxManage setextradata "VM Name" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiBoardProduct" "Mac-AA95B1DDAB278B95"
VBoxManage setextradata "VM Name" "VBoxInternal/Devices/smc/0/Config/DeviceKey" "ourhardworkbythesewordsguardedpleasedontsteal(c)AppleComputerInc"
VBoxManage setextradata "VM Name" "VBoxInternal/Devices/smc/0/Config/GetKeyFromRealSMC" 1

Nachdem die Befehle erfolgreich durchgeführt wurden, starten Sie die VM. Der Computer bootet von der Big Sur-ISO-Datei und beginnt die Installation.

Im Rahmen der Installation startet auch das Disk Utility. Hier wählen Sie die erstellte, virtuelle Festplatte aus. Fertig.

Ist die Installationsdatei als "Controller Sata 0" definiert, kann die Installation beginnen.

Vor dem Betrieb muss man noch einige Steuerungselemente anpassen.

Start von der virtuellen Festplatte.