Das neuen System kann man parallel zu Mojave oder High Sierra installieren und nutzen – dank APFS

Nach einer fast viermonatigen Betaphase hat Apple am Abend des 7. Oktober 2019 die 16te Version seines auf UNIX basierendem Mac-Betriebssystem veröffentlicht. macOS 10.15 Catalina macht Schluss mit iTunes und teilt dessen Funktionen auf drei neue Apps und den Finder auf. Zudem kommt die von iOS bekannte Bildschirmzeit auf den Mac, mit Project Catalyst lassen sich nun ohne Weiteres Programme für iOS, iPadOS und den Mac erstellen, eine große Anzahl neuer Anwendungen, die es bisher nur für iOS gegeben hatte, wird in den Mac App Store kommen.

macOS 10.15 Catalina ist in der aktuellen Version schon so stabil sein, dass sich die Installation empfiehlt: Das neue System kann einfach und problemlos über den App Store installiert werden, man wird zudem über die Systemeinstellung Softwareupdate dazu aufgefordert.

Einen Haken hat Catalina jedoch: 32-Bit-Software führt das System nicht mehr aus, wer noch alte Software oder nicht mehr  unterstützten Drucker oder Scanner einsetzt, wird auf Mojave bleiben müssen – kann aber Catalina auf einer eigenen Partition nutzen. Schon in der Betaphase haben viele Tester macOS 10.15 lieber nicht auf ihrem Produktivsystem installiert, sondern auf einer separaten Partition oder einem externen Medium. Nutzt man einen Mac mit High Sierra oder Mojave mit dem neuen Dateisystem APFS, ist dies aber gar nicht mehr erforderlich – und wird von Apple nicht mehr empfohlen.

Speicherplatz schaffen mit CleanMyMac

Statt eine neue Partition zu erstellen, sollten Sie nämlich ein sogenanntes APFS-Volume nutzen. Dieses Volume bietet viele Funktionen einer Partition, man kann hier wie bei einer Partition ein zusätzliches System installieren (wenn auch kein Windows oder Linux). Ein APFS-Volume ist aber weit flexibler und problemloser in der Handhabung als eine eigene Partition – eine Partitionierung ist ein weit tieferer Eingriff und nicht ohne Risiko. Der vielleicht größte Vorteil: Das System kann Speicherplatz zwischen den Volumes frei verwalten, ein zusätzliches System beansprucht deshalb weniger Speicher als eine fixe Partition. Für die Installation des neuen macOS Catalina benötigen Sie dank dieser neuen Option nur knapp 20 GB freien Platz. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier.

1. Neues APFS-Volume hinzufügen

Öffnen Sie das Festplattendienstprogramm und überzeugen Sie sich, dass Ihr Startvolume das Format APFS aufweist. Diese Angabe steht etwa unter dem Namen Ihres Volumes. Ein neues Volume legen Sie an, indem Sie auf das Plus-Symbol in der Funktionsleiste klicken. Bei einem Medium im Format HFS funktioniert unsere Anleitung nicht!

Das Anlegen eines APFS-Volumes setzt das Dateiformat APFS voraus.

2. Catalina-Volume erstellen

Sie können jetzt einen Namen eingeben, hier haben wir uns für „Beta“ entschieden. Das Erstellen eines neuen Volumes dauert nur wenige Sekunden. Das neue Volume erscheint danach in der Seitenleiste.

Das Anlegen eines APFS-Volumes dauert nur wenige Sekunden und ist weit unproblematischer als eine Partitionierung.

3. Volume sichtbar machen

Sie haben das neue System schon auf Ihrer Festplatte? Starten Sie das Installationsprogramm "Install macOS Catalina" in Ihrem Programme-Ordner. Im Startfenster sehen Sie zuerst nur Ihr aktives Startvolume. Klicken Sie auf „Alle Volumes anzeigen“

Der Installer zeigt zuerst nur das Startvolume als Ziel.

4. macOS Catalina installieren

Sie können nun das gerade angelegte Volume als Ziel auswählen. Nach der Installation sind zwei Systeme auf Ihrem Mac installiert, Mojave oder High Sierra und macOS Catalina (drei Systeme wären wohl auch möglich). Das Startvolume können Sie über die Systemeinstellung "Startvolume" festlegen oder halten beim Systemstart einfach die Wahltaste gedrückt.

Sie können nun das neue Volume "Beta" als Installationsziel auswählen.

5. Volume später wieder löschen

Fast schon zu schnell und einfach erfolgt auch das Löschen eines APFS-Volumes: Klicken Sie einmal auf das Volume um es auszuwählen und dann auf das Minus-Symbol. Aber Achtung: Alle Daten im Volume inklusive System und Dokumenten werden sofort gelöscht und können nicht mehr wiederhergestellt werden.

Auch das Löschen des kompletten Volumes ist sehr einfach –  fast zu einfach. Sie löschen nämlich auch alle Daten!

Alternative: Virtualisierung

Für den Wechsel zwischen den Systemen muss aber das System neu gebootet werden. Das ist lästig, wenn man etwa nur für wenige Minuten auf ein Spezialtool zugreifen will. Als Alternative stehen Virtualisierungssysteme wie Parallels, Vmware und Virtual Box (kostenlos) zur Verfügung. Diese werden meist für ein virtuelles Windows-System benutzt, können aber ebenfalls virtuelle Mac-Betriebssysteme bereitstellen – etwa ein virtuelles Mojave mit Aperture oder iTunes.