Aktuell sind das XR und das XS Apples meistverkaufte iPhones.

Schon bei der Vorstellung des neuen iPhone XR vermuteten viele, das günstigste X-Modell von Apple würde das meistverkaufte iPhone werden, das hat sich mittlerweile bestätigt .

Preise und Farbvarianten

Das neue iPhone XR von Apple ist nicht nur das meistverkaufte iPhone und günstigstes Modell mit Face-ID – es ist auch in den meisten Farbvarianten verfügbar. Während man beim iPhone XS nur zwischen Gold, Silber und Spacegrau wählen kann, stehen hier Schwarz, Weiß, Gelb, Blau, Koralle und Rot zur Verfügung. Nur das iPhone XR ist außerdem mit der „mittleren“ Speicherkapazität von 128 GB verfügbar. Kommt man mit 64 GB nicht mehr aus, muss man beim XS dagegen gleich zum teuren Modell mit 256 GB Kapazität greifen.

Das iPhone XR ist aktuell Apples meistverkauftes iPhone.

Nicht zu vergessen: Das iPhone XR ist aktuell im Handel etwa um hundert Euro günstiger zu haben. Verzichtet man auf das Einkaufserlebnis Apple Store, bekommt man es schon ab 750 Euro. Der Preis des XS ist dagegen deutlich stabiler geblieben, aktuell bieten einige Händler es bereits ab 950 Euro an. Benötigt man jetzt ein neues iPhone und will nicht zwei Monate auf das nächste Modell warten, kein schlechtes Argument. Zu diesen Preisen wir es die nachfolgenden Modelle nämlich sicher nicht geben. Grundsätzlich sollte man aber ein iPhone dann kaufen, wenn man es benötigt – kann man bis Oktober warten, kann man auch gleich auf erste Sonderangebote warten...

Design & Bau

Das iPhone X markierte vorletztes Jahr die Abkehr von den Vorgänger-Generationen des Apple-Designs. Die allgegenwärtige Home-Taste machte Platz für ein größeres Display, ein fast randloses 5,8-Zoll-OLED-Display. Der Nachfolger XS sieht identisch aus, außer man greift zur neuen Gehäusefarbe Gold. Nur das neue XS gibt es nämlich mit dieser eleganten Farbe – quasi ein iPhone mit Goldrand. Ein Edelstahlband umfasst bei den OLED-Modell die Kanten des Geräts und eine Glasrückseite ermöglicht drahtloses Aufladen. Auf der Rückseite des iPhone XS befinden sich Dual-Kameras, die vor Wasser und Staub geschützt sind.

Im direkten Vergleich ist das iPhone XR etwas simpler gehalten, das Gehäuse ist größer und besteht aus Aluminium, auf der Glasrückseite ist außerdem nur eine Einzel-Kamera zu sehen. Der Rahmen um das Display ist ein wenig größer, hier musste Apple Konzessionen an das LCD-Display des XR machen. Modern und schick sind aber beide iPhones, das XS ist aber eindeutig das Premium-Modell.

Abmessungen und Gewicht


iPhone XS: 143,6mm x 70,9mm x 7,7mm; 174g

iPhone XR: 150,9mm x 75,7mm x 8,3mm; 194g

Auf dem Papier scheint das iPhone XR kaum größer und schwerer als das XS zu sein, bei langer täglicher Nutzung ist das XS aber doch deutlich kompakter und leichter – das XR ist dagegen einfach etwas klobiger. Will man ein handliches iPhone mit Top-Technik, muss man zum XS greifen.

Falltest

Bei Falltests schneidet das iPhone XR deutlich besser ab. In der Praxis ist es zwar immer Glückssache, wie das iPhone auf den Asphalt oder auch Teppichboden aufkommt, laut umfangreichen Tests der Stiftung Warentests ist aber das iPhone XS deutlich sensibler. Bei den Reparaturkosten unterscheiden sich die beiden Edel-Geräte ebenfalls: Ein gesplittertes Fontdisplay auszutauschen kostet beim XR 221,10 Euro, beim iPhone XS 311,10 Euro. Wir würden aber beide Handys in eine Schutzhülle stecken und zwar eine, die nicht nur vor Kratzern schützt

Display: Was ist das bessere Display

Über die Unterschiede der beiden Displays wurden schon ganze Artikelserien geschrieben. Die Kurzfassung: Beide Displays sind erstklassig.

Bei Erscheinen des XR gab es zwar große Beschwerden über die relativ niedrige Auflösung von 1892 x 828, davon sollte man sich aber nicht verunsichern lassen. Man sieht auf dem etwas größeren iPhone-XR-Display sogar mehr Inhalte oder Text als auf dem iPhone XS und das Bild wirkt dabei keineswegs pixelig. Der Grund ist eine interne Skalierung des Systems. Ähnlich den Retina-Displays von iPad und Macbook wird nämlich die hohe Auflösung für besser Bildqualität genutzt – beim iPhone XR eine 2X-Skalierung, beim XS eine 3X-Skalierung. Den meisten Anwendern fällt aber kein Unterschied zwischen 2-facher und 3-facher Skalierung auf. Einen echten Unterschied macht aber die OLED-Technologie. Ein OLED-Display hat weit bessere Kontrastwerte und ein Foto oder aktueller Blockbuster werden auf dem Max deutlich besser aussehen – unabhängig von der Auflösung.

Die Wasser- und Staubdichtigkeit ist beim XS etwas besser und erfüllt den Standard IP68, das iPhone XR nur IP67. So kann das XR ein Wasserbad bis zu einer maximalen Tiefe von 1 m für bis zu 30 Minuten überstehen, das XS sogar bei 2 Metern Tiefe.

Leistung: CPU, GPU, RAM

Die Leistung der beiden Geräte ist so gut wie identisch. CPU- und Grafikleistung sind identisch, auch bei den anderen Komponenten gibt es wenig Unterschiede.

Wenig überraschend: Das iPhone XR verfügt nur über drei GB RAM, die beiden Topmodelle XS und XS Max dagegen über vier GB Arbeitsspeicher – vermutlich macht die höhere Display-Auflösung dies erforderlich – in der Praxis merkt man aber keinen Unterschied. Für die meisten Anwender sind die Smartphones fast schon schneller als notwendig.

Akkuleistung

Die Akkukapazität der beiden Geräte ist ähnlich. Beim iPhone XS beträgt die Kapazität 2685 mAh, der Akku des iPhone XR ist mit 2942 mAh etwas größer. Das XR bietet laut Apples offiziellen Angaben bis zu 15 Stunden Surfzeit, das XS nur 12 Stunden. Auch beim Abspielen von Video hat das XR mit 16 Stunden statt 14 Stunden die Nase vorn, in unseren Tests schnitt das XR besser ab.

Möglich ist dies vermutlich dank niedriger aufgelöstem LCD-Panel und weniger Arbeitsspeicher. Beim XS kann man die Akkulaufzeit aber ein wenig verbessern, wenn man den Dark Mode aktiviert – schwarze Pixel sind bei einem OLED nämlich ausgeschaltete Pixel, die keine Energie verbrauchen. Beim Surfen kann sich da die Akku-Laufzeit erstaunlich verbessern.

Kameras

Apple entschied sich beim XR für eine einzelne 12 MP f/1.8 Weitwinkelkamera mit OIS, das XS bietet zusätzlich eine Telekamera. Die Weitwinkelkamera ist aber auch beim XS eigentlich die Hauptkamera.

Der neue Prozessor und Sensor haben die Kamera gegenüber iPhone 8 und X deutlich verbessert. Die Neural Engine im A12 ermöglicht erweiterte Aufnahmemodi wie Smart HDR, das die Aufnahme von Licht und Schatten in Bildern verbessert, die Tiefenregelung, mit der Sie die Schärfentiefe nach der Aufnahme ändern können, und den erweiterten Porträtmodus für Selfies. Auch hier gibt es die Möglichkeit, 4K-Videos zu erstellen, die Videoqualität ist erstklassig.

Auf dem iPhone XS kommen zwei Rückseitenkameras zum Einsatz. Es handelt sich um die gleiche Weitwinkelkamera wie beim iPhone XR mit 12Mp f/1,8 Weitwinkelobjektiv. Zusätzlich bietet das iPhone aber noch eine zweite Kamera und ein 12 MP f/2,4 Teleobjektiv, beide mit OIS.

Lohnt sich diese zusätzliche Kamera? Für viele Foto-Enthusiasten ist sie schon ein Grund, das XR zu verschmähen. Man hat hier eine Brennweite von 52mm (Kleinbildäquivalent) die als klassische Reportagebrennweite gilt. Um einzelne Objekte zu fotografieren und für Porträts ist diese Brennweite besser geeignet. Leider ist sie lichtschwach und bei schlechtem Licht rauscht sie stark. Außerdem schaltet das iPhone automatisch auf die Weitwinkelkamera um – und aktiviert den Digitalzoom.

Doch lieber auf das iPhone Pro warten?

Was manche vom Kauf zurückschrecken lässt: Schon im September wird Apple vermutlich den Nachfolger vorstellen. Die größten Neuerungen werden im Bereich des Kamerasystems erwartet – vermutlich erhält der XS-Nachfolger dann drei Kameras. Das iPhone XR soll dagegen als größte Neuerung eine zusätzliche Telekamera erhalten. Das XS soll außerdem ein etwas größeres Display von 6,1-Zoll erhalten, das ist aber noch unklar. Vermutlich wird der kommende iPhone-XS-Nachfolger aber auch wieder 1149 Euro kosten, der XR-Nachfolger 849.