iPad Pro, Mini und iPad

Vor elfeinhalb Jahren hat Apples das erste iPad in den Handel gebracht – die erste Million Geräte hatte Apple sogar noch schneller verkauft als beim iPhone. Doch ist das iPad auch weit schneller in die Sättigung gelaufen, das Wachstum abgeflacht. In den elf Jahren des Bestehens der Produktkategorie hat Apple bisher 28 unterschiedliche Modelle veröffentlicht, in verschiedenen Ausstattungen und Farben. Seit dem 14. September kann man die beiden jüngsten Iterationen bestellen, das iPad der neunten Generation und das iPad Mini 6, das wie das iPad Air 4 nun ohne Home-Button auskommt und die Touch-ID im Einschaltknopf bereithält.

Zu Beginn der iPad-Ära war die Auswahl nicht sonderlich groß: Das iPad gab es 2010 nur in einer Größe (9,7 Zoll), einer Farbe (Schwarz), in drei Speicherausstattungen und mit und ohne Mobilfunkchip, der sich seinerzeit auf 3G verstand.

Seitdem hat sich viel getan, die Liste der iPad-Modelle ist erheblich umfangreicher und deckt die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche ab. Mit 5G ist der nächste Schritt in Sachen Kommunikationstechnik erreicht. Seit April 2021 bekommen die iPads Pro Chips für die fünfte Mobilfunkgeneration, seit September 2021 ist auch das iPad Mini damit ausgestattet. Für die anderen Modelle scheint das nur noch eine Frage der Zeit zu sein, mit weiteren Updates ist aber erst 2022 zu rechnen.

Umfangreiche Produktpalette

Derzeit hat Apple iPads in fünf Größen. In zwei, drei, vier oder jetzt sogar fünf Farbvarianten. Mit oder ohne Funk-Chip. Mit bis zu vier Speicherkonfigurationen. Ein großes Durcheinander also, und um da den Überblick zu behalten, hilft dieser Ratgeber. Bei der Antwort auf die Frage, welches iPad es denn sein soll, entscheidet vor allem der geplante Einsatzzweck.

Für anspruchsvolle Arbeiten und als Macbook-Ersatz: Das iPad Pro (2021) 11"/12,9":

Der jüngste Neuzugang der Produktpalette findet sich am oberen Ende der Preisskala. Beim Update im letzten Jahr hielten sich die Neuerungen (leicht verbesserter Chip und LIDAR-Sensor) noch in Grenzen, doch in diesem Jahr hat Apple das iPad Pro ein großes Stück nach vorne gebracht. Erstmals hat der M1-Chip, der durch seine Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit schon in verschiedenen Macs überzeugt hat, seinen Weg in das Flaggschiff-iPad gefunden. Außerdem wurde die große Variante (12,9 Zoll) mit einer neuen Displaytechnologie ausgestattet. Bei Mini-LED werden statt einiger weniger, dafür größerer LED-Leuchten mehrere tausend kleiner LEDs hinter dem Displayglas verbaut. Dadurch kann die Helligkeit in unterschiedlichen Bereichen des Displays besser gesteuert und so die Farbwiedergabe und Schwarzwerte verbessert werden. Ansonsten setzt Apple weiterhin auf das bekannte Kamerasystem mit Weitwinkel- und Ultraweitwinkelkamera sowie dem LIDAR-Sensor. Dieser Infrarotlaser vermisst den Raum vor dem iPad Pro in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit und liefert vor allem für AR-Anwendungen wertvolle Informationen über die Tiefe.

Zusammen mit dem Magic Keyboard, das ein Trackpad mitbringt und das iPad Pro in eine quasi schwebende Position bringt, kommt das iPad Pro vor allem dank der enormen Leistung von allen iPads am nächsten an einen Laptop-Ersatz heran.

iPad Pro 2021: Mehr Notebookersatz denn je

© Apple

Die leistungsstärkste und teuerste iPad-Variante, die Apple in der Form ohne Homebutton erstmals im Oktober 2018 zeigte, richtet sich vor allem an Profis und Kreative. Das All-Screen-Display schafft eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz und dank der True-Tone-Technologie werden die Farben auf dem Display immer korrekt dargestellt. Dafür wird das Umgebungslicht analysiert und die Displaydarstellung automatisch angepasst.

Für den Einsatz in Unternehmen macht das iPad Pro vor allem das reichhaltige Softwareangebot im App Store attraktiv – und seit  Mai 2020 auch die neue Tastatur mit Trackpad . Während es für den Mac nach wie vor an spezialisierter Business-Software fehlt, verfolgt Apple seit Sommer 2014 in einer Kooperation mit IBM das Ziel, möglichst viele iPads mitsamt der notwendigen Software in die Büros von Corporate America und auch nach Europa zu bringen. Weitere Kooperationen für das Business-Segment unterhält Apple etwa mit Cisco , SAP oder Accenture . Das iPad Pro steht also als Ersatz für Laptops und Desktops im Büro bereit.

iPad Pro 2021 mit M1-Chip und XDR-Display: Alle Details

Das iPad Pro von 2021

© Apple

Außerdem hat Adobe nach der Ankündigung im Herbst 2018 ein gutes Jahr später endlich eine vollwertige Version von Photoshop für das iPad veröffentlicht . Darauf haben viele Kreative schon lange gewartet. In Kombination mit dem Apple Pencil und in der zuletzt 2021 nochmal deutlich gestiegenen Leistung könnte sich das iPad Pro zur echten Alternative zu stationären Arbeitsrechnern und Laptops mausern.

Den Apple Pencil hat Apple im Herbst 2018 erneuert, die zweite Generation des Stiftes kostet 135 Euro. Anders als andere Eingabestifte, die nur den Finger ersetzen oder präzisieren sollen, ist der Stift von Apple drucksensitiv und erkennt seine Neigung – Features, die sonst nur Grafiktabletts aufweisen. Dadurch ist präzises Zeichnen und sogar Schraffieren auf dem Bildschirm des iPad Pro möglich. Der Apple Pencil 2.Gen. haftet magnetisch am iPad und lädt sich darüber auch auf.  Zudem haben die iPads Pro USB-C statt Lightning verbaut.

Erhältlich ist das iPad Pro (2021) in zwei Größen und fünf Speichervarianten: Käufer können zwischen immer noch sparsamen 128 GB, pragmatischen 256 GB und 512 GB oder luxuriösem 1 TB und 2 TB wählen. Alle Speichervarianten bis einschließlich 512 GB haben 8 GB RAM, ab 1 TB gibt es sogar 16 GB Arbeitsspeicher.

Die verfügbaren Größen sind 12,9 Zoll und 11 Zoll. Alle Modelle gibt es auch mit 5G-Mobilfunkanbindung und in den Farboptionen Spacegrau und Silber. Preislich liegt das günstigste iPad Pro 11" derzeit bei 879 Euro, für die Spitzenausstattung mit LTE und 1 TB Speicher ruft Apple 2.259 Euro auf. Das 12,9 Zoll Modell startet bei 1.199 Euro mit 128 GB und ohne LTE. Die teuerste Variante mit 2 TB und LTE kostet stolze 2.579 Euro

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Ausstattung

11" Preis (€)

12,9" Preis (€)

128 GB

879

1.199

128 GB (5G)

1049

1.369

256 GB

989

1.309

256 GB (5G)

1159

1.479

512 GB

1.209

1.529

512 GB (5G)

1379

1.699

1 TB

1.649

1.969

1 TB (5G)

1.819

2.139

2 TB

2.089

2.409

2 TB (5G)

2.259

2.579

iPad Pro im Macwelt-Preisvergleich

Ab € 879,-

Ab € 1.199,-

Empfehlung:

Das iPad Pro eignet sich sowohl für Künstler und Designer, als auch für Fotografen und Videoarbeiter sowie für Anwender, die Office-Arbeiten erledigen müssen. Als hochmobiler und leicht synchronisierbarer Notebook-Ersatz ist im Zusammenspiel mit dem optionalen Pencil und einer Tastatur ein praktischer Zweitrechner. Ein echter Mac oder PC sollte aber trotzdem noch zur Hand sein: Das iOS-Betriebssystem ist noch ein wenig zu beschränkt, um klassische Computer in allen Bereichen zu ersetzen. Aber von Jahr zu Jahr schwindet der Unterschied zwischen iPad Pro und Macbook. USB-C öffnet zudem neue Möglichkeiten für den Anschluss von Peripherie wie Monitore oder Speicher.

Brot und Butter: iPad 10,2 Zoll – jetzt in neunter Generation

© Apple

Das iPad 10,2 Zoll (2021) oder iPad 9 ist bereits die dritte Variante des auf das iPad 9,7 Zoll folgenden Gerätes, die erste war 2019 erschienen. Die größte Neuerung war hier das größere Display, bei der technischen Ausstattung hatte sich zum Vorgänger iPad 6 nicht so viel getan. Seither aktualisiert Apple Jahr für Jahr das Basis-iPad, vor allem beim SoC gibt es im Zwölfmonatstakt Fortschritte. Der A13 Bionic treibt nun das iPad 9 an, die Prognose, dass in einem Jahr ein iPad 10 mit A14 Bionic erscheint, ist nicht zu gewagt.

Letztes Jahr war der Sprung vom A10 zum A12 Bionic der größere, erstmals kamen neuronale Kerne auf das kleine iPad, was sich vor allem in der Bildbearbeitung bemerkbar macht und anderen Programmen, die auf selbst lernende Algorithmen setzen. Mit den aktuellen Pro-Modellen kann das iPad 9 natürlich nicht mithalten, auch nicht mit dem neuen iPad Mini oder dem iPad Air vom vergangenen Jahr, das ist für die meisten Nutzer aber auch nicht nötig. Der Preis in Deutschland ist gegenüber dem Vorjahr um zehn Euro gestiegen, auf nun ab 379 Euro, für das kleinere iPad Mini zahlt man deutlich mehr.

Das diesjährige iPad hat sich ein Feature der iPad Pro geborgt, das diese auch erst kurzem haben: Center Stage. Dies bedeutet, dass bei Videokonferenzen oder Facetimegesprächen die Person vor der Frontkamera immer im Zentrum des Bildes bleibt. Dabei nimmt die Weitwinkeloptik einen größeren Bereich auf als den, der auf dem Schirm zu sehen ist. So können die KI-Algorithmen immer den Fokus nachführen, wenn sich die Sprechenden aus dem Bild bewegen.

So ist das iPad 2021 gewissermaßen das Brot-und-Butter-Tablet und erfreut sich vor allem im Bildungsbereich, in Unternehmen und bei Behörden großer Beliebtheit und auch in allen anderen Segmenten, in denen der Preis das wichtigste Verkaufsargument ist. Seit dem 2018er-Modell (iPad 6) ist die Unterstützung des Apple Pencil gegeben, der neue Apple Pencil 2 wird nicht unterstützt. Gegenüber den Pro-Modellen gibt es natürlich einige Abstriche, zum Beispiel geringere Qualität des Displays. Zum Filmeschauen reicht es aber allemal. Trotz der Abstriche gegenüber den Pro-Modellen ist das iPad 10,2 eine Empfehlung wert, denn es ist immer noch ein ausgezeichnetes Tablet für den Alltag und kommt zu einem unschlagbar günstigen Preis. Das neue Modell von 2021 ist ab sofort bestellbar und soll schon in der nächsten Woche bei den Kunden ankommen.

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Ausstattung

Preis (€)

64 GB  

379

64 GB (LTE)

519

256 GB

549

256 GB (LTE)

689

Empfehlung: Wenn es ein iPad sein soll und man keine allzu hohen Ansprüche stellt, dann sollte es ein iPad 10,2 Zoll sein. Für den Konsum von Inhalten ist das iPad besser geeignet als für deren Produktion, aber in Schule, Universität oder als Zweitgerät im Office durchaus eine Empfehlung wert. Der Preis ist (beinahe) unschlagbar – mit einem Nachfolger ist nicht vor Herbst 2022 zu rechnen.

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iPad Air jetzt ohne Home Button

Der erste Eindruck vom iPad Air 2020: Warum braucht man jetzt noch ein iPad Pro? Das neue Modell ist eine Ansage: Das gleiche Design mit schmäleren Rahmen wie das iPad Pro, ein Liquid Retina Display, das auch in die abgerundeten Ecken reicht und kein Home Button mehr. Dazu USB-C und der neue Prozessor A14 Bionic, mit dem man zunächst für das iPhone von 2020 gerechnet hätte. Unterstützung für den Apple Pencil 2 ist nun auch gegeben, das iPad Air 2020 gibt es in fünf leckeren Farben, erstmals sind blau und grün dabei. Der Home Button fehlt, die Touch-ID ist in den Ein/Aus-Schalter an der Seite gewandert. Damit sind wir auch schon bei den Unterschieden: Dem iPad Air fehlt die Face-ID des Flaggschiffs und das Lidar an der Rückseite, das vor allem für AR-Anwendungen interessant ist. Auch der Prozessor macht einen Unterschied: Der A14, den Apple in das iPad Air und die iPhones 12 einbaut, bringt zwar vier CPU-Kerne und acht für die GPU mit, dazu 16 neuronale Kerne, der A12Z des iPad Pro wartet aber mit sechs CPU- und acht GPU-Kernen auf. Vor allem in rechenintensiven Anwendungen liegt das iPad Pro noch vorne.

Wer aber nicht gerade Audioproduktion und Videoschnitt auf dem iPad erledigen will und mit der Größe von 11 Zoll klarkommt, sieht keine großen Unterschiede und betrachtet das iPad Air womöglich als das attraktivere Angebot. Das nächste iPad Pro steht aber schon auf dem Plan, vor allem beim Bildschirm könnte die Lücke wieder größer werden: Angeblich will Apple Mini-LED verbauen .

Das iPad Air bildet bei Apple die neue Mittelklasse der iPads, in Sachen Leistung macht es einen großen Sprung gegenüber dem Vorgänger vom Frühjahr 2019 – bleibt aber wie erwartet noch etwas hinter dem iPad Pro zurück, wie unser Test ergeben hat .

© Apple

Empfehlung: Eigentlich für jeden geeignet, ideal aber wegen seines geringen Gewichts und des recht großen Bildschirms, des neuesten Prozessors und der reichhaltigen Farbauswahl. Mit Apple Pencil der zweiten  Generation und Unterstützung auch für das Magic Keyboard noch attraktiver.

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Ausstattung

Preis (€)

64 GB

549

256 GB

719

64 GB (LTE)

689

256 GB (LTE)

859

Preisvergleich

ab 519 €

iPad Mini: das Kleine ganz groß

© Apple

Das iPad Mini hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die erste Variante war im Jahr nach Steve Jobs' Tod erschienen, der 7-Zoll-Tablets allgemein für "Fehlgeburten" hielt. Nun gut, das erste Mini und seine vier Nachfolger kamen wenigstens auf 7,9 Zoll Bilddiagonale. Zunächst fast im Jahresrhythmus legte Apple neue Generationen nach, bis das iPad Mini 4 an einem Ende angekommen schien. Der Druck von größer werdenden iPhones aus dem eigenen Haus schien zu groß. Dennoch hat das Mini eine Existenzberechtigung, nicht jeder will ein iPhone Max, und andere iPads könnten zu groß sein. So legte Apple das Mini im Frühjahr 2019 neu auf, mit modernerem Prozessor und vor allem mit Unterstützung des Apple Pencil.

Die Pläne für das kleine iPad sind offenbar immer noch recht groß in Cupertino, das zeigt die Aktualisierung vom Herbst 2021. Das neue iPad Mini kommt wie das iPad Air (2020) mit dünneren Rahmen und ohne Home-Button, die Touch-ID ist im Einschalter untergebracht. Nun kommt der Apple Pencil der zweiten Generation zum Einsatz, den man magnetisch an den Rand des Tablets heften kann, wo er auch seine Ladung bezieht. Und beim Prozessor hat Apple gleich mal geklotzt: Der A15 Bionic, der auch in der 13er-Generation der iPhones seine Arbeit verrichtet, treibt auch das iPad Mini an. Das lässt darauf schließen, dass es bis zum nächsten Update wieder zwei Jahre und mehr dauern kann, das ist aber kein Schaden. Das Mini ist in seiner neuen Fassung ein sehr vielversprechendes Gerät. Wie iPad Pro und iPad 9 versteht es sich natürlich auf Center Stage.

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Ausstattung

Preis (€)

64 GB

549

256 GB

719

64 GB (5G)

719

256 GB (5G)

889

Empfehlung: Perfekt, für den, der ein iPad will, es aber möglichst klein braucht. Preise gibt es aber kleinere.

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