Das iPad Air der vierten Generation ähnelt dem iPad Pro 11-Zoll sehr stark.

Das iPad Air der letzten Generation war eines der beliebtesten iPads und in den Top-Verkauflisten immer weit vorne. Beim Erscheinen waren wir allerdings überrascht, das Apple noch 2019 auf das alte Design mit breitem Rahmen und Touch-ID-Button setzte. Das hat Apple beim neuen iPad Air korrigiert, auf den ersten Blick sieht es aus wie ein modernes iPad Pro 11-Zoll.

Beim Kauf eines neuen iPad werden deshalb noch mehr Interessenten vor der Frage stehen: Nehme ich das iPad Pro oder das iPad Air 4? Die beiden Geräte haben nämlich aktuell viele Gemeinsamkeiten. Nicht vergessen sollte man aber: Das iPad Pro ist zwar vor Kurzem aktualisiert worden,

Neue Farben

Wohl nicht zufällig gibt es das iPad Air auch in anderen Farben als Spacegrau und Silber. Das stärker für Privatkäufer positionierte Air gibt es zusätzlich noch in den Farben Roségold, Grün und Sky Blau. Dazu gibt es natürlich passende Schutzhüllen in den neuen Farben Deep Navy, Cypress Green und Pink Citrus – zusätzlich zu Schwarz und Weiß.

Das Air ist in fünf Farben verfügbar.

Wer ist schneller?

Dank eines neuen A14-Bionic-Chips hat das Air den moderneren Prozessor, der exklusiv die neue 5 Nanometer-Technologie unterstützt. Das soll für höhere Leistung aber auch niedrigeren Energieverbrauch sorgen.

Für die neue CPU liegen keine offiziellen Messwerte vor, Apple verspricht eine gegenüber dem Air 3 um 40 Prozent gesteigerte CPU-Leistung und um 30 Prozent verbesserte Grafikleistung. Sieht man sich die Performance-Daten von iPad Pro und iPad Air 3 an, konnte sich das iPad Pro gegenüber dem Vormodell noch deutlich abheben, vor allem im Multiprozessortest: Bei CPU-Test mit Geekbench erzielte das iPad Air 3 von 2019 im Single-CPU-Test 1112, im Multi-CPU-Test 2868, bei einem Anstieg um 40 Prozent erwarten wir etwa 4000 Punkte. Das iPad Pro läge aber dann mit 1114/4606 Punkten immer noch vorn. Das iPad Pro ist vielleicht noch etwas schneller, aber erst ein neues A14X (oder A14Z) wird wohl wieder für einen wirklich markanten Unterschied sorgen.

Vielleicht noch wichtiger ist aber auch eine neue Neural-Engine, die bestimmte Rechenaufgaben beschleunigt, und eine schnellere Grafikkarte. Die Performance ist aber wohl aktuell kein Grund, zum iPad Pro zu greifen.

Touch-ID statt Face-ID

Überraschend hat Apple den Touch-Button eingespart, spart sich aber die Face-ID-Lösung des iPad Pro – vermutlich aus Kostengründen. Erstmals ist ein Fingerabdrucksensor in den Einschaltknopf integriert-. Eine gute Lösung, hat doch Face-ID nicht nur Fans.

Beim iPad Air dient erstmals der Einschaltknopf als Fingerabdruckleser.

Face-ID gilt allerdings als sicherer, das Fingerabdruckscanner leichter zu überlisten sind. Für ein Pro-Gerät und die iPhones bleibt Face-ID deshalb wohl die bessere Lösung.

Gleiches Gehäuse?

Vergleicht man die Abmessungen des iPad Air und des Pro, ist man etwas überrascht: Höhe und Breite der beiden iPads sind identisch. Allerdings ist das iPad Air mit 6,1 mm Tiefe unmerklich dicker als das 5,9 mm flache Pro. Dafür ist das Air leichter und wiegt als Wi-Fi-Modell mit 458 Gramm weniger als das 471 Gramm schwere Pro. (Die LTE-Versionen sind nebenbei zwei Gramm schwerer.)

12,9-Zoll-Version nur für das Pro

Nur das iPad Pro ist außerdem als 12,9-Zoll-Version zu haben. Diese Bildschirmgröße ist nach unserer Meinung vor allem für professionelle Anwender interessant, die viel mit mehreren Fenstern oder großen Tabellen und Grafiken arbeiten. Auch im Landschaftmodus, etwa bei der Nutzung mit Tastatur, ist der größere Bildschirm sehr angenehm.

Design

Das Design beider Geräte-Gehäuse ist eigentlich nicht ganz neu und entspricht dem erstmals 2018 vorgestellten iPad Pro: Ein technischer Eindruck mit klaren Metallkanten und weniger Rundungen wie bei früheren iPads und iPad 8 und iPad Mini. Das Display wirkt fast randlos und deutlich moderner.

Display

Mit 11-Zoll (2388 × 1668 Pixel) ist das Display des Pro zwar etwas größer als das 10,9-Zoll-Display des iPad (2360 × 1640 Pixel), der Unterschied macht aber nur wenige Pixel aus. Als Rechteck gemessen sind es übrigens 27,96 vs. 27,9 cm. Man muss wohl beide Geräte nebeneinanderlegen, um eine Differenz zu sehen, mit 264 ppi ist auch die Auflösung identisch. Wir vermuten, dass der eher kosmetische Größenunterschied eher Marketinggründe hat, um iPad Pro und Air voneinander abzugrenzen.

Kleine Unterschiede gibt es bei der Technik: Apple hat beiden Geräten ein sogenanntes laminiertes Display mit Antireflex-Beschichtung gestattet, was nicht nur besser aussieht, sondern auch weniger Reflexionen bedeutet. (Reflexionsgrad bei beiden Displays laut Apple: 1,8 Prozent). Im Unterschied zum günstigen iPad 10,2 gibt es bei beiden iPads zudem die Technologie True Tone: Durch diese Technologie passt sich die Bildschirmdarstellung automatisch an das Umgebungslicht an. Zusätzlich unterstützt es den P3-Farbraum. Letzterer ist ein größerer Farbraum als sRGB und wird auch von neueren iPhone-Kameras unterstützt. Die Helligkeit liegt bei 500 Nits beim Air, das iPad Pro schafft laut Datenblatt hellere 600 Nits. Dem Pro bleibt außerdem die ProMotion Technologie vorbehalten – dabei passt das Display automatisch die Bildwiederholrate des Displays an. Vorteile soll das bei der Eingabe mit dem Pencil haben, aber auch beim Scrollen durch Webseiten ist der Bildeindruck angenehmer.

Schnittstellen

Erstmals bietet auch das iPad Air eine USB-C-Schnittstelle, was die Datentransferrate verzehnfachen soll – nützlich etwa beim Übertragen von Fotos und Videos. Beide iPads haben einen Smart Connector und können deshalb mit einer Apple-Tastatur gekoppelt werden. Dabei handelt es sich um keine neue Tastatur, sondern um einen alten Bekannten namens Smart Keyboard Folio für 193,95 Euro für das iPad Pro 11 oder das Magic Keyboard für das iPad Pro 11.

USB-C wird unterstützt.

Kapazität und Preis

Nur zwei Speicherausstattungen stehen beim Air zur Wahl: Ab 632,60 Euro gibt es die WiFi-Version mit 64 GB und für 798,35 Euro die Version mit 256 GB. Etwas teurer sind Versionen mit LTE, hier verlangt Apple 769,10 bzw. 934,80 Euro. (Die „krummen“ Preise entstehen vermutlich durch die Mehrwertsteuerrabatte, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer würde das iPad 649 Euro kosten.)

Das iPad Pro bietet Apple dagegen mit den Kapazitäten 128, 256, 512 und 1 TB an – zu Preisen ab 856,80 Euro. Offensichtlich sollen die unterschiedlichen Speicherangebote die beiden Modelle etwas voneinander abheben: Benötigt jemand mehr als 256 GB Speicher, muss er zum Pro greifen. Das iPad Air bietet in der Grundausstattung nur 64 GB Speicher, das ist für anspruchsvoller Anwender zu wenig. Eine Version mit 128 GB gibt es aber nicht und die Ausgabe mit 256 GB ist so teuer, dass man fast schon gleich zum iPad Pro mit 128 GB greifen kann.

Kameras

Die Hauptkamera der beiden iPad ist anscheinend identisch, es handelt sich um 12 Megapixel-Kameras mit der Blende f 1,8 – ein guter Fortschritt zum iPad Air 3. HDR- und Panorama-Fotos sind möglich, es gibt aber nur bei der Pro-Version einen Blitz. Nur das Pro bietet außerdem eine 10 Megapixel Ultraweitwinkelkamera, die wir vor allem für Videos nützlich finden.

Auch der Lidar-Sensor bleibt den Pro-Nutzern vorbehalten.

Die Face-Time-Kamera des iPad Air bietet die gleiche Auflösung wie die „TrueDepht-Kamera“ des iPad Pro, nur das Pro hat aber Funktionen wie Porträtlicht und Porträtmodus zu bieten. Verzichten muss der Air-Kunde auch auf Animoji und Memoji – obwohl dies vielleicht besser zum Air passen würde, als zum Profi-Gerät iPad Pro.

Lautsprecher

Die Zahl der Lautsprecher ist beim iPad Air auf zwei Stück begrenzt, die Pro-Modelle bieten dagegen vier dieser Klangkörper, was für ausgewogeneren Sound sorgen sollte.

Netzwerkunterstützung

Beide Geräte sind auf Wunsch als LTE-Version verfügbar und unterstützten aktuelle WLAN-Standards. Hier gibt es keine Unterschiede, laut Apple soll LTE um 60 Prozent schneller als beim Air 3 sein.

Akkulaufzeit

Laut Apple unterstützen beide iPad bis zu 10 Stunden Surfen im Web, durch die unterschiedlichen CPUs sind allerdings abweichende Laufzeiten möglich. Das werden aber erste Messungen zeigen.

Unsere erste Einschätzung

Die beiden iPads ähneln sich ungewöhnlich stark, das iPad Pro ist nur in wenigen Bereichen das hochwertigere Gerät. Wir vermuten aber, dass Apple das iPad Pro bald aktualisiert und dies für eine stärkere Abgrenzung sorgen wird. Ärgerlich finden wir aber, dass es keine 128 GB-Version des Air gibt,