Zurück in der Zeit – mit Time Machine

Die Gründe dafür, dass Ihr Backup mit Time Machine einfach nicht mehr funktionieren will, können vielfältiger Natur sein. In diesem Fall sitzt das Problem, wie mancher Nerd und Geek in Ihrem Bekanntenkreis unter Umständen wenig emphatisch mutmaßen mag, keinesfalls immer „vor“ dem Mac. In den meisten Fällen sind Sie meist „unschuldig“. Tatsächlich liegen die Ursachen woanders als beim Anwender selbst, wie zum Beispiel bei der Software- oder Hardware, im Dateisystem oder sogar bei einzelnen Dateien. Welche Probleme beim Time-Machine-Backup auftauchen können und wie Sie diesen begegnen erfahren Sie im Folgenden.

Die Systemeinstellung von Time Machine in macOS.

Wie ein Backup mit Time Machine abläuft

Um besser zu verstehen, wo der Fehler liegen könnte und welche Gegenmaßnahmen zu ergreifen sind, schauen wir uns zuerst einmal an wie ein Backup mit Time Machine eigentlich vor sich geht. Auf Details verzichten wir an diese Stelle.

Nach dem Anschließen einer neuen externen Festplatte oder SSD an den Mac fragt Time Machine sofort nach, ob der Datenträger für ein Backup genutzt werden soll. Bejahen Sie dies, werden die Systemeinstellungen geöffnet und die Einstellungen für Time Machine angezeigt. Unter Umständen muss vor dem ersten Backup die Festplatte oder SSD neu formatiert werden – und zwar im Format: „Mac OS Extended (Journaled)“ mit einer „GUID-Partitionstabelle“. Die Wahl des Formats wird von Time Machine selbst vorgenommen. Sie müssen nur dann wissen welches Format für die verwendete Festplatte oder SSD erforderlich ist, wenn Sie diese selbst mit dem Festplatten-Dienstprogramm formatieren möchten.

Andere Formate, auch das neue APFS (Apple File System) – Format, können für Festplatten oder SSDs, auf denen Sie ein Time-Machine-Backup erstellen wollen bisher nicht genutzt werden, das ändert sich dann aber mit macOS 11 Big Sur, die finale Version hat Apple für den Herbst angekündigt . Liegt das Backup-Medium im passenden Format vor, dann wird Time Machine automatisch aktiviert und wenige Minuten später beginnt die Datensicherung. Diese kann, bei großen Festplatten und vielen Daten, durchaus einige Stunden oder sogar Tage in Anspruch nehmen. Lassen Sie das Time-Machine-Backup daher am besten über Nacht laufen. Ist dies abgeschlossen, wird anschließend jede Stunde ein neues Backup erstellt – jedenfalls, sofern Daten geändert wurden und der Mac sowie die externe Festplatte eingeschaltet sind. Hierbei werden zunächst keine alten Versionen von Dateien überschrieben oder gelöscht. Aus diesem Grund ist es möglich, eine Datei in der Form wiederherzustellen, in der sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befunden hat – daher kommt auch die Bezeichnung „Time Machine“ für die Backup-Software von macOS. Die einzelnen Kopien pro Stunde werden jedem Tag zu einer Kopie pro Tag und jede Woche zu einer Kopie pro Woche zusammengefasst, um Platz zu sparen. Time Machine erstellt übrigens so lange Backups, wie Platz auf der Festplatte vorhanden ist. Geht dieser zur Neige, werden die ältesten Backups gelöscht. Hierüber werden Sie allerdings in Kenntnis gesetzt.

Bekannte Probleme und Lösungen beim Backup mit Time Machine

Time Machine ist einfach zu konfigurieren und zu bedienen und in der Regel verrichtet es auch klaglos seinen Dienst. Dennoch können aufgrund der Komplexität durchaus Probleme auftauchen. Die häufigsten Probleme und deren mögliche Lösungen stellen wir Ihnen hier vor.

Ein Hinweis vorweg: Am sichersten und unkompliziertesten ist es, wenn Sie die Festplatte für das Time-Machine-Backup direkt über eine USB- oder Thunderbolt-Schnittstelle an den Mac anschließen. Die lange Zeit von Apple angebotene Time Capsule, ein WLAN-Router mit integrierter Festplatte, bei der das Backup über WLAN oder auch ein Ethernetkabel vorgenommen wurde, ist nicht mehr erhältlich. Zudem dauert es weit länger, als wenn das Backup-Medium direkt am Mac angeschlossen ist – auch bei anderen NAS-Lösungen. Die Festplatte oder SSD muss natürlich im passenden Format vorliegen. Ist dies alles der Fall, sind schon zwei mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen.

Festplatte oder SSD wird nicht erkannt

Ist die Festplatte über USB oder Thunderbolt direkt an den Mac angeschlossen, eingeschaltet, nicht defekt und liegt sie im richtigen Format vor, wird sie von Time Machine automatisch erkannt. Falls die Festplatte hingegen über WLAN angebunden ist, aber nicht gefunden wird, prüfen Sie nach, ob Sie mit dem richtigen WLAN-Netzwerk verbunden sind. Schauen Sie außerdem, ob die Time Capsule oder die WLAN/Netzwerkfestplatte eingeschaltet ist. Ist dies der Fall, starten Sie Time Capsule oder die Netzwerkfestplatte neu. Prüfen Sie, ob eine neue Firmware vorhanden ist und installieren Sie diese. Nun sollte die Festplatte oder SSD im Netzwerk wiedererkannt werden.

Wählen Sie das korrekte WLAN-Netzwerk aus.

Backup hängt beim „Vorbereiten“ fest

In manchen Fällen bleibt Time Machine beim Vorbereiten des Backups eine Zeit lang „hängen“. Deswegen müssen Sie aber noch nicht in Panik verfallen. In diesem Fall vergleicht Time Machine einfach, welche Dateien bereits gesichert wurden und welche nicht. Haben Sie lange Zeit kein Backup durchgeführt, kann dies auch einmal etwas länger dauern – durchaus einige Stunden. Haben Sie zunächst Geduld, dauert es aber weit länger als ein paar Stunden, liegt wohl ein Problem vor. In diesem Fall brechen Sie das Backup ab und starten es noch einmal. Wenn die Vorbereitung weiter nicht beendet und das Backup nicht durchgeführt wird, dann beachten Sie auch dem folgenden Tipp.

Backup wird nicht korrekt abgeschlossen

Falls das Backup nicht durchgeführt und abgeschlossen wird, dann überprüfen Sie es zunächst auf die folgende Weise. Schalten Sie über die Systemeinstellung „Time Machine“ das automatische Backup aus. Anschließend klicken Sie rechts oben in der Menüleiste auf das Time-Machine-Symbol und halten dabei die Wahltaste gedrückt. Nun wählen Sie den Befehl „Backups überprüfen …“ Bei Problemen erscheinen eine Meldung sowie gegebenenfalls Hinweise, was zu tun ist.

Überprüfen Sie Ihr Time-Machine-Backup am Mac.

Normalerweise überprüfen Sie in diesem Fall sowohl die Festplatte oder SSD ihres Macs als auch die Festplatte oder SSD für das Backup mit dem Festplattendienstprogramm. Suchen Sie in der linken Spalte die entsprechenden Einträge und klicken Sie anschließend auf „Erste Hilfe“ in der Symbolleiste.

Das Startvolume Ihres Macs kann auf diese Weise nur überprüft werden. Um es zu reparieren, starten Sie den Mac von einem externen Datenträger oder von der macOS-Wiederherstellungspartition. Ist die Überprüfung der beiden Festplatten oder SSDs beendet und die Reparatur abgeschlossen, aktivieren Sie das automatische Time-Machine-Backup wieder und starten Sie es erneut.

Backup wird immer wieder abgebrochen

Wird das Time-Machine-Backup immer wieder – ungefähr an der gleichen Stelle – unterbrochen und bringt das Überprüfen und erfolgreiche Reparieren der Festplatten oder SSDs Ihres Macs sowie des Time-Machine-Backups keinerlei Abhilfe, dann liegt dies oft an fehlerhaften Dateien. Allerdings ist hier guter Rat teuer, da Sie während des Backups nicht feststellen können, welche Dateien die Übeltäter sein könnten. Zudem sind die allgemeinen Fehlermeldungen von Time Machine wenig aussagekräftig. In diesem Fall bringt Sie nur detektivischer Spürsinn weiter. Schalten Sie hier zunächst in den Systemeinstellungen das automatische Backup ab. Nun starten Sie im Ordner „Programme/Dienstprogamme“ die App „Konsole“ und starten dann noch einmal das Backup – über das Time-Machine-Symbol rechts oben in der Menüleiste und den Befehl „Backup jetzt erstellen“. Nachdem der Fehler erneut aufgetreten ist, holen Sie die Konsole-App in den Vordergrund. Über diese können Sie die Protokolldateien von macOS und seinen Apps einsehen. Dort geben Sie in das Suchfeld die Begriffe „Error“ sowie als Prozess „backupd“ ein, um die Fehlermeldungen zu sehen. Hier finden Sie nun unter Umständen den Übeltäter (Datei oder Ordner), weswegen das Backup abgebrochen wird. Löschen Sie diesen und starten Sie das Backup erneut. Unter Umständen ist der Fehler nun beseitigt.

In der Konsole finden Sie unter anderem die Fehlermeldungen von macOS.