Mac Mini

Apple hat den neuen Mac Mini erstaunlich großzügig mit Schnittstellen bedacht. Vier Thunderbolt-3- und zwei USB-3.0-Anschlüsse sind schon nicht schlecht. Aber gerade für normale Festplatten – bei denen reicht ja wegen der relativ geringen Datenrate von maximal 400 MB/s USB 3.0 – sind die zwei Anschlüsse zu wenig. Müssen sich diese beiden Anschlüsse unter Umständen noch Tastatur, Drucker, Speicherkartenleser und Grafik-Tablet teilen. Nicht zu vergessen der Monitor, der unter Umständen auch noch USB für die Kalibrierung benötigt.

Hubs zur Verteilung

Für USB 3.0 ist es sehr einfach einen Verteiler – sprich Hub –  zu bekommen. In ganz unterschiedlichen Bauformen werden die Produkte angeboten, drei bis sieben Anschlüsse sind hier üblich. Wichtig zu beachten: Hat man ein USB-Gerät angeschlossen, das keine eigene Stromversorgung hat, benötigt es Strom aus dem USB-Anschluss. Das ist speziell für Hubs mit mehr als drei oder vier Anschlüssen relevant. Eine Tastatur oder ein Grafik-Tablet ist noch unproblematisch. Aber ein USB-Stick und erst recht eine 2,5-Zoll-Festplatte brauchen mehr Strom, als der Hub liefern kann. Hierfür sind dann die Netzteile wichtig, die bei Hubs mit mehr als vier Anschlüssen meist mitgeliefert werden.

Mac Mini aufrüsten

In unserm Projekt rüsten wir den Mac Mini zur Hochleistungs-Workstation für Kreative auf. Bisher erschienen:

Mac Mini (2018) mit RAM erweitern

Mac Mini (2018) erweitern: Externe Speicher

Mac Mini (2018) erweitern: Hubs und CardReader

Inhalt

Hubs zur Verteilung
Anschlusskabel zu kurz? Was tun?
Speicherkartenleser
Empfehlung

Für unsere Workstation haben wir uns zwei Modelle von Anker näher angesehen. Das ist zum einen der 7-Port-Hub A7513 mit externem Netzteil für 28,- Euro und der 4-Port-Hub A7507 für 17,- Euro . Den großen 7-Port-Hub gibt es leider nur in Silber mit weiß und passt daher nicht perfekt zum Mac Mini. Unter den Schreibtisch verbannt war das aber egal. Wichtig ist der problemlose Einsatz und hierbei hat der Hub überzeugt. Im Betrieb über mehrere Wochen hatten wir neben einem Drucker Canon Pro-1000, einer Tastatur, einem Loupedeck +, einem Wacom und zwei 3,5 Zoll Festplatten und den Digital-Audio-Eingang unserer Teufel-Lautsprecheranlage. Das Netzteil mussten wir bei den Geräten nicht einsetzen.

Der kleine 4-Port-Hub fand seinen Platz als Verlängerung der USB-Ports auf den Schreibtisch. So kann man USB-Sticks ohne Verrenkungen an den Mac Mini anschließen: Der 4-Port-Hub, angeschlossen am Monitor, bietet einen perfekten Zugriff. Je nach eingesetztem Monitor muss man aber mit Geschwindigkeitseinbußen an den USB-3.0-Anschlüssen rechnen. Bei einem USB-Stick fällt das aber kaum ins Gewicht.

Die Gehäuse aus Aluminium machen einen guten Eindruck und auch die Verarbeitungsqualität gibt keinen Anlass zum Klagen. Die Kabellänge von 30 cm würde ich als etwas zu kurz sehen. Mit einem längeren Kabel wäre man flexibler und hätte potentielle Störquellen weiter weg vom Mac Mini. Dieser ist nämlich sehr empfindlich, was USB-3.0-Geräte und die dadurch hervorgerufenen Bluetooth-Störungen betrifft.

Genau das hatten wir nämlich mit den beiden Hubs und das Resultat waren Ruckler der Bluetooth-Maus und Tastatur. Eine sorgsam ausgewählte Position und nur der Einsatz eines der Hubs direkt am Mac Mini brachten den Erfolg eines störungsfreien Betriebs.

Günstig und dank Metallgehäuse auch robust sind die zwei Hubs von Anker.

© Thomas Bergbold

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Die vier Thunderbolt-3-Anschlüsse klingen mehr als ausreichend. Aber in der Praxis sind diese schnell alle belegt. Einer wird vom Monitor oder der externen Grafikkarte belegt, einer für das schnelle SSD-Arbeitslaufwerk, einer für den Speicherkartenleser und dann bleibt nur noch einer übrig. Nur in der Praxis wird man mehr als ein schnelles Arbeitslaufwerk im Einsatz haben.

Reine Hubs für Thunderbolt 3 oder USB-C gibt es derzeit noch keine, hier können wir also noch keine Empfehlungen aussprechen. Was wir aber entdeckt haben, ist von Kingston das Nucleum : Ein Hub mit kurzem Anschlusskabel für den mobilen Einsatz. Warum wir trotzdem darauf eingehen, sind zwei Besonderheiten. Erstens ein schneller UHS-II-Speicherkartenleser und zweitens ein USB-C-Anschluss für weitere Geräte. Weder das eine noch das andere ist sonst bei einem Mitbewerber zu finden. Wir gehen später bei den Speicherkartenlesern näher darauf ein.

Jetzt könnte man aber einwenden, dass Thunderbolt-Geräte in Reihe geschaltet werden können. Nur trifft dies nicht auf alle Geräte zu. Keines unserer Testgeräte war hierfür geeignet. Die kleinen SSD-Laufwerke besitzen nur einen Anschluss, ebenso unser Thunderbolt-Monitor von LG oder die externe Grafikkarte von Sonnet. Nur ein Laufwerk hatte einen zweiten Thunderbolt Port, das große G-RAID SPEED Shuttle SSD.

In der Praxis konnten wir den aber nicht nutzen. Laufwerke ohne eigene Stromversorgung funktionieren am G-RAID Speed Shuttle SSD nicht und externe Grafikkarten sollten wegen der hohen genutzten Bandbreite als einziges Gerät an einem Thunderbolt Port hängen.

Anschlusskabel zu kurz? Was tun?

Hat man jetzt beispielsweise einen USB-C-Stick oder einen Speicherkartenleser, ist der USB-C Anschluss auf der Rückseite des Mac Mini unpraktisch. Einen HUB gibt es noch nicht um diesen nach vorne zu legen. Was man aber bekommen kann, sind Verlängerungskabel. Das Angebot ist sehr begrenzt, vor allem wenn man auf der Suche nach schnellen Kabeln ist. Auch hier ist wieder genau auf die Angaben zu achten, 5 Gbit/s steht für langsame Datenübertragungsrate und 10 Gbit/s für eine schnelle Datenrate.

Für unseren Test mussten wir uns ein Kabel aus China bestellen. CabelCreation heißt der Hersteller und in der Beschreibung auf Amazon wird besonders hingewiesen, dass man das kurze Kabel für einen Hub nehmen soll . Ebenso reduziert man mit der kurzen Variante Signalverluste. Da das logisch klingt, haben wir genau dieses Kabel bestellt.

Ob USB-C-Stick oder Speicherkartenleser, die Bedienung ist nun wesentlich einfacher und Unterschiede in der Geschwindigkeit konnten wir auch nicht feststellen. In Anbetracht der guten Verarbeitungsqualität, geht der Preis von 7,99 Euro in Ordnung .

Anschlüsse auf der Rückseite sind immer unpraktisch. Mit dem 30 cm langen Verlängerungskabel von CableCreation gewinnt man etwas mehr Komfort. Das ist speziell für USB-C Sticks und Speicherkartenleser sehr praktisch.

© Thomas Bergbold

Speicherkartenleser

Professionelles Arbeiten mit Speicherkarten ist ohne schnelle Speicherkartenleser nicht denkbar. In unserem Artikel „ Macbook Pro: Zubehör für USB-C und Thunderbolt 3 – Teil 2 “ haben wir bereits einige Speicherkartenleser getestet. In der Zwischenzeit hat sich die Auswahl vergrößert und so haben als reine Speicherkartenleser die ICY BOX IB-CR401-C3 , der Kanex USB-C 3-Port Card Reader , der Sandisk ImageMate PRO und der Satechi USB-C UHS-II Card Reader den Weg in unser Testlabor gefunden. Gemeinsam ist ihnen die Unterstützung der Speicherkartenformate microSD und SD. Compact Flash unterstützen die ICY BOX und der Sandisk. Der Kanex unterstützt dafür die Memorysticks von Sony. Da die derzeit schnellsten Speicherkarten noch nicht USB3.0 ausreizen können, reicht eigentlich auch USB3.0. Die ICY BOX, Satechi und Kanex haben trotzdem einen USB-C Stecker und dem Sandisk liegt ein Kabel mit dem USB3.0 Typ A Stecker bei. Daher kann man sehr einfach das Kabel gegen ein Kabel mit USB-C austauschen. Um es vorweg zu nehmen, einen Geschwindigkeitsunterschied macht das nicht.

Unser letzter Testteilnehmer kommt von Kingston und ist eigentlich ein Multiportadapter. Er hat aber eine Besonderheit, der Nucleum unterstützt die schnellen UHS-II SD-Karten, ebenso wie die ICY BOX, Sandisk und Satechi.

Auf den ersten Blick wissen alle Probanden zu gefallen, eine gute Verarbeitung und ordentliche Stecker lassen auf viele Jahre Freude hoffen. Im Detail gibt es aber Unterschiede. Kanex hat seinem Anschlusskabel einen geflochtenen Gewebemantel gegönnt, dafür ist das Gehäuse etwas einfacher gehalten. Kingston setzt mit einem sehr dicken Kabel auf Langlebigkeit und beeindruckt mit seiner Verarbeitung. So einen guten Multiportadapter hatten wir bisher noch nicht im Testlabor. Die ICY BOX setzt mit ihrem Metallgehäuse auf robuste Industriebauweise, dafür ist das Kabel das dünnste im Testfeld. Sehr elegant kommt das Satechi daher, das wirkt alles aus einem Guss. Der Sandisk Reader wirkt da schon richtig klassisch. Schön groß ist er der perfekte Vertreter für einen Einsatz auf dem Schreibtisch, das signalisiert er auch durch die Gummifüße.

In der Praxis zählen in erster Linie die Geschwindigkeit und die Handhabung. Bei der Handhabung gibt es nur kleine Unterschiede. Bis auf den Kanex lassen sich die SD-Speicherkarte leicht einführen und werden mit einem deutlichen Widerstand sehr gut gehalten. Das sorgt für Vertrauen in die Mechanik. Der Kanex fällt hier leider ab und wirkt eher billig. Eine Besonderheit gibt es beim Satechi, ein Federmechanismus vereinfacht ein Einschieben und die Entnahme. Das wirkt sehr durchdacht.

Bei der Geschwindigkeit liegen die Speicherkartenleser fast gleichauf. Hauptsächlich dürften bei Fotografen und Videofilmer schnelle Karten zum Einsatz kommen. Daher nehmen wir UHS-II Karten von Sandisk und Toshiba als Referenz für unsere Tests. Mit der etwas schnelleren Sandisk Extreme Pro haben wir Transferraten von bis zu 271 MB/s beim Lesen gemessen. Mit der Toshiba Exceria Pro sind es bis zu 249 MB/s. Einen negativen Ausreißer haben wir beim Kingston Nucleum, der konnte die Sandisk Karte nur mit der langsameren UHS-I Geschwindigkeit von knapp 90 MB/s auslesen. Die Gründe hierfür waren nicht zu ermitteln.

Der Speicherkartenleser von Kanex schafft nur UHS-I Geschwindigkeit, leistet sich hier aber keinen Patzer. Zwei Kartneleser können auch mit den größeren CF-Karten umgehen. Die ehemals schnellsten Speicherkarten sind mittlerweile von neueren Formaten abgehängt worden, hier schaffen ICY BOX und ImageMate Pro sehr gute 135 MB/s beim Lesen.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Sandisk Extreme Pro UHS-II

Verbatim Pro+ U3 UHS-I

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

ICY BOX IB-CR401-C3

164

271

71

91

Kanex USB-C 3-Port Card Reader

67

88

66

87

Kingston Nucleum

70

89

64

88

Sandisk ImageMate PRO

181

268

65

88

Satechi USB-C UHS-II Card Reader

163

264

69

90

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Toshiba Exceria Pro UHS-II

Lexar Professional 1000x CF

Schreiben

Lesen

Schreiben

Lesen

ICY BOX IB-CR401-C3

140

249

76

134

Kanex USB-C 3-Port Card Reader

69

87

Kingston Nucleum

119

241

Sandisk ImageMate PRO

135

234

76

135

Satechi USB-C UHS-II Card Reader

135

244

Empfehlung

Eine Empfehlung ist sehr einfach, die schnellsten und universellsten Speicherkartenleser sind auch gleichzeitig die günstigsten. Weder mit der ICY BOX IB-CR401-C3 oder dem Sandisk ImageMate PRO kann man etwas falsch machen. Das Model von Kanex ist für seine Leistung eigentlich zu teuer. Der Speicherkartenleser von Satechi ist eigentlich auch sehr hochpreisig, hat uns aber von Design und Praxis sehr gut gefallen.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Hersteller

Typ

Infos

Bezugsquelle

Raidsonic

ICY BOX IB-CR401-C3

www.raidsonic.de

Amazon (25 €)

Kanex

USB-C 3-Port Card Reader

www.kanex.com

Amazon  (40 €)

Kingston

Nucleum

www.kingston.com/de

Amazon  (50 €)

Sandisk

ImageMate PRO

www.sandisk.de

Amazon  (20 €)

Satechi

USB-C UHS-II Card Reader

satechi.net

Amazon (35 €)

Der Kingston Nucleum spielt als Multiportadapter in einer anderen Klasse. Unter den Multiportadapter ist er in der Summe eines der besten Geräte seiner Klassen. Kein anderer Multiportadapter bietet einen Speicherkartenleser mit UHS-II-Geschwindigkeit. Aber auch die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen. Ein HDMI-Anschluss, zwei USB-3.0-Anschlüsse und sogar einen USB-C-Anschluss für Datenträger hat Kingston ihm gegönnt. On Top kommt dann noch ein extra USB-C-Anschluss für ein Netzteil. Der Einzige Nachteil ist die mangelnde Kompatibilität mit UHS-II-Karten von Sandisk. Hier gibt es nur UHS-I-Geschwindigkeit.

Ein unterschätztes Zubehör sind Speicherkartenleser. Erst sie ermöglichen es die schnellen UHS-II Speicherkarten auch mit voller Geschwindigkeit auszulesen. Die Auswahl an Modellen mit USB-C wird immer größer. Mit Preisen ab 20,- Euro für ein Markenprodukt sind die Preise mittlerweile sehr günstig.

© Thomas Bergbold