Libre Office 7 ist eine hervorragende Alternative zu Microsoft Word.

Mit Microsoft Office 365, den Anwendungen von Apple, die zudem kostenlos auf jedem neuen Mac installiert sind sowie Soft Maker Office 2021 und weiteren vergleichbaren Apps, gibt es eigentlich genug Büroprogramme für macOS. Des Weiteren steht noch das gute alte Open Office 4 zur Verfügung. Deswegen stellt sich folgende Frage:

Wieso sollten Sie Libre Office nutzen?

Zunächst einmal ist LibreOffice kostenlos erhältlich. Nur die im App Store verfügbare Variante Libre Office Vanilla 7 sowie Collabora Office 6.4, die vom Open-Source-Dienstleister "Collabora" zur Verfügung gestellt werden, sind mit knapp 10 Euro beziehungsweise 20 Euro kostenpflichtig. Dafür wird es – auf Wunsch – automatisch aktualisiert und Sie erhalten Unterstützung. Ein Abonnement, wie bei Microsoft Office 365 müssen Sie nicht abschließen. Auch wenn die Kosten für ein Abonnement von Microsoft Office 365 mit knapp 70 Euro für einen Anwender pro Jahr und knapp 100 Euro für bis zu sechs Anwender (einer Familie) im Jahr günstig erscheinen, so zahlen Sie bei beispielsweise fünf Jahren schon 400 Euro. Dies gilt es bei dem auf den ersten Blick kostengünstigen Abonnement zu beachten.

Des Weiteren ist Libre Office plattformübergreifend verfügbar. Es läuft auf dem Mac ebenso wie auf einem Computer unter Windows- oder Linux. Auch sein Ressourcenhunger hält sich in Grenzen, es läuft auch auf älterer Hardware zufriedenstellend. Dennoch besitzt es einen immensen Funktionsumfang, welcher dem von Microsoft Office 365 mindestens ebenbürtig ist und den von Pages, Numbers und Keynote übertrifft. So verfügt es beispielsweise über ein leistungsfähiges Datenbankmodul, ein Zeichenmodul sowie ein Modul zum Setzen mathematischer Formeln. Außerdem ist eine Schnittstelle für Erweiterungen verfügbar. Der Funktionsumfang des Programms kann daher erheblich erweitert oder den eigenen Anforderungen entsprechend angepasst werden. Diese Erweiterungen sind in der Regel kostenlos erhältlich und laufen unter Libre Office sowie Open Office.

Ein weiterer Grund auf Libre Office zu setzen, ist die an Microsoft Office angelehnte Benutzeroberfläche sowie die Möglichkeit, Dateien in den aktuellen Microsoft-Office-Formaten (Open Office XML (OOXML)) zu öffnen und zu sichern. Dies klappt sogar mit aufwendig formatierten Dokumenten ziemlich gut.

Fast schon ein Alleinstellungsmerkmal ist die Kompatibilität mit alten und sehr alten Dateiformaten. So lassen sich mit Libre Office „antike“ Microsoft-Office-Dateien ebenso öffnen wie Microsoft-Works- oder WordPerfect-Dateien. Alte Apple-Works- oder Claris-Works-Dateien können Sie ebenfalls wieder nutzen und bei Bedarf konvertieren. Auch mit den ehemals beliebten Programmen Corel Draw oder Visio erstellte Dateien kann "Draw" von Libre Office umgehen und diese bei Bedarf konvertieren. „IT-Forensiker“, welche ihre alten Dateien ins neue Jahrtausend hinüberretten möchten, finden mit Libre Office also das Werkzeug Ihrer Wahl. Eine Installation auf dem Mac, auch parallel oder zusätzlich zu Microsoft Office, Pages, Numbers und Keynote ist schon aus diesen Gründen empfehlenswert. Für Privatanwender, lernende oder Lehrende kann in vielen Fällen sogar die alleinige Verwendung von Libre Office genügen.

Alle Vorteile im Überblick

  • Kostenlos oder für eine geringe Einmalzahlung erhältlich

  • Kompatibel mit Microsoft Office

  • Kompatibel mit zahlreichen auch alten oder exotischen Dateiformaten

  • Bekannte Benutzeroberfläche

  • Plattformübergreifend verfügbar und einsetzbar

  • Enthält ein Datenbank- und Zeichenmodul

  • Erweiterbar

  • Veränderbare Dokumentvorlagen

  • Offenes, nicht proprietäres Dateiformat

  • PDF-Dateien können erstellt und geöffnet werden

  • Moderate Systemvoraussetzungen

  • Regelmäßige kostenlose Updates und Upgrades

  • Unterstützung durch eine engagierten Entwickler- und Anwendergemeinde

Bevor wir mit der Vorstellung von Libre Office beginnen, stellt sich noch eine wichtige Frage:

Libre Office Vanilla oder Libre Office?

Die Unterschiede zwischen den Geschwisterprogrammen bestehen vor allen darin, dass Libre Office Vanilla und Collabora Office ausschließlich – kostenpflichtig – im App Store angeboten werden. Hier müssen Sie sich um Updates keine Gedanken machen, denn diese werden in der Regel automatisch installiert. Zudem enthalten sie keine Funktionen, für die eine Installation von Java erforderlich wäre. Libre Office Vanilla liegt sogar als Universal-App für Apples M1-Chips auf ARM-Basis vor. Bei Collabora Office weist die etwas hinterherhinkende Versionsnummer 6.4 vor allem darauf hin, dass es verlässlicher und stabiler ist als die anderen Varianten und eingehender getestet wurde, um im Unternehmenseinsatz zu bestehen.

Das von "The Document Foundation" zur Verfügung gestellte Libre Office 7.1 ist für den Mac bislang nur als Intel-App verfügbar und muss auf der Entwicklerwebsite heruntergeladen und selbst auf dem Mac installiert werden. Dies gilt auch für die übersetzte Benutzeroberfläche – in der gewünschten Sprache. Wie Sie bei der Installation von Libre Office im Einzelnen vorgehen erfahren Sie im Folgenden.

LibreOffice 7.1 können Sie auf der Webseite der Entwickler herunterladen.

Libre Office installieren

Der Einstieg in Libre Office gestaltet sich alles in allem recht einfach. Allerdings wirkt die Benutzeroberfläche und Bedienung des Programms für Mac-Anwender zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Diese orientiert sich an den Versionen für Windows oder Linux. Libre Office Vanilla installieren Sie wie jede andere App aus dem App Store. Das heißt, Sie suchen es dort zunächst über das Suchfeld und klicken dann auf den Schalter zum Kaufen, Herunterladen und Installieren. Anschließend finden Sie die App wie gewohnt im Ordner "Programme" und können diese dort starten.

LibreOffice Vanilla 7 wird, wie jede andere App aus dem App Store installiert.

Bei Libre Office 7.1 gehen Sie hingegen auf die folgende Weise vor:

  1. Klicken Sie hier , um zur Webseite zu gelangen und klicken Sie anschließend auf „Download“, nachdem Sie – sofern noch erforderlich – im Aufklappmenü den Eintrag "macOS 64 Bit" gewählt haben.

  2. Das Disk Image wird heruntergeladen und geöffnet. Legen Sie die Libre-Office-App nun in den Ordner "Programme".

  3. Klicken Sie auf der erwähnten Webseite anschließend auf den Eintrag „Offline Hilfe herunterladen (Deutsch)“, um die passende Hilfe-Datei zu installieren. Warten Sie, bis das Disk Image geöffnet wurde und installieren Sie die übersetzte Benutzeroberfläche dann mit einem Doppelklick auf die Installationsdatei.

  4. Wenn Sie anschließend Libre Office im Ordner "Programme" öffnen, steht es Ihnen in der gewählten Sprache und mit der passenden Offline-Hilfe zur Verfügung.

Die aktuelle Version von LibreOffice laden Sie auf der Webseite der Entwickler herunter und installieren

Grundeinstellungen von Libre Office

Nach der Installation nehmen Sie noch einige wichtige Einstellungen vor. Öffnen Sie das Menü „Libre Office“ und öffnen Sie die „Einstellungen“. Wählen Sie links „Benutzerdaten“ aus. Geben Sie Ihren Namen und Ihre Adresse ein. Diese erscheinen dann jeweils in den Dokumenteigenschaften. Über den Eintrag „Ansicht“ geben Sie noch die gewünschte Symbolgröße sowie den Symbolstil an. Als Symbolstil empfehlen wir Ihnen am Mac: „Automatisch“ oder „Sukapura“ – bei Libre Office Vanilla ist dies auch die einzige zur Verfügung stehende Einstellung. Bei hochauflösenden Bildschirmen wählen Sie als Symbolgröße jeweils „Groß“.

Nach dem Start von LibreOffice nehmen Sie erst einige wichtige Einstellungen vor.

Überblick über Libre Office

Nach dem Start von Libre Office erscheint zunächst das Startcenter. Hier wählen Sie auf der linken Seite die einzelnen Anwendungen von Libre Office aus, Dokumentvorlagen oder zuvor bearbeitete Dateien. Des Weiteren finden Sie links unten die Online-Hilfe und können Erweiterungen (Extensions) von Libre Office herunterladen und installieren. Über das Menü „Datei“ in der Menüleiste sowie den Eintrag „Assistenten“ erstellen Sie mittels einiger „Assistenten“ schnell Briefe und andere Dokumente.

Anwendungen von Libre Office

Wie bei Microsoft Office und anderen Büroprogrammen stellt Libre Office verschiedene Anwendungen bereit: 

  • Writer = Textverarbeitung

  • Calc = Tabellenkalkulation

  • Impress = Präsentationsprogramm

  • Draw = Zeichenprogramm

  • Math = Formeleditor

  • Base = Datenbank

Am ausgereiftesten und mit ihren kommerziellen Pendants vergleichbar sind „Writer“ sowie „Calc“ – mit einigen Abstrichen auch „Impress“. Wer geschäftlich Präsentationen erstellt und diese vorführt, sollte unserer Ansicht nach besser auf Apple Keynote oder Microsoft Power Point vertrauen, sofern er einen professionellen Eindruck hinterlassen will.

Benutzeroberfläche von Libre Office

Die Benutzeroberfläche von Libre Office wird Anwendern von Microsoft Office bekannt vorkommen. Sogar die Gruppierung von Befehlen im Menüband, beziehungsweise in Registern, ist hier zu finden. Um diese zu aktivieren, wählen Sie in der jeweiligen Anwendung, das Menü „Ansicht“ sowie den Eintrag „Benutzeroberfläche“ und "In Registern" aus.

Dies ist auch erforderlich, denn wie beim Pendant von Microsoft wird man von der ungeheuren Funktionsvielfalt der Anwendungen fast schon erschlagen. Zudem sind hierfür die auch von anderen Apps, wie den Büroanwendungen von Apple, bekannte „Seitenleiste“ sowie der „Navigator“ zuständig. Über die Seitenleiste können Sie den Text formatieren, auf Formatvorlagen oder die Galerie zugreifen. Mit dem „Navigator“ behalten Sie auch bei umfangreicheren Dokumenten einen besseren Überblick. Einen großen Unterschied zu Microsoft Office 365 oder den Büroanwendungen von Apple gibt es dann doch: Die einzelnen Anwendungen von Libre Office können nicht einzeln gestartet werden. Sie lassen sich nur über das Startcenter oder eine bereits geöffnete Anwendung von Libre Office aufrufen.

Anwender von Microsoft Office 365 müssen sich bei LibreOffice nicht zu sehr umgewöhnen.

Dokumente erstellen

Nachdem wir Ihnen einen knappen Überblick über die Benutzeroberfläche über Libre Office und seine Benutzeroberfläche gegeben haben, legen wir das erste Dokument an.

  1. Starten Sie Libre Office und klicken Sie links auf den entsprechenden Eintrag – beispielsweise auf „Writer Textdokument“.

  2. Alternativ können Sie auch gleich eine Dokumentvorlage nutzen. In diesem Fall klicken Sie auf „Dokumentvorlagen“ und wählen die Vorlage der entsprechenden App aus – wie „Writer Dokumentvorlage.“

  3. Das Dokument wird erstellt und Sie können es umgehend bearbeiten.

  4. Anschließend speichern Sie es im gewünschten Format. Hierbei verwenden Sie das Open Document Format (ODF) von LibreOffice oder eines der Microsoft-Office-Formate, wie Open Office XML (OOXML). Um eine PDF-Version zu erstellen, wählen Sie stattdessen den Befehl „Exportieren als PDF“.

Mittels zahlreicher Vorlagen erstellen Sie schnell ansprechende Dokumente.

Entstehungsgeschichte: Von Star Writer zu Libre Office

Open Office und dessen modernes Pendant Libre Office, das inzwischen in siebter Version vorliegt, haben eine überaus wechselvolle Geschichte. Beide stammen ursprünglich von dem bereits 1985 erschienenen Star Writer ab. Die später zu tarOffice ausgebaute Büroanwendung wurde schließlich 1999 von Sun Microsystems übernommen. Der neue Besitzer entwickelte zunächst Star Office weiter und vertrieb dieses mit proprietären Erweiterungen als kommerzielle Software, stellte dieser aber mit Open Office auch ein freies Pendant auf Open Source Basis zu Seite. Open Office wurde von einer rührigen Entwicklergemeinde weiter ausgebaut und aktualisiert vorangetrieben. Als Sun Microsystems 2009 von Oracle aufgekauft wurde und der neue Besitzer an Open Office kein größeres Interesse mehr an den Tag legte, begründeten einige maßgebliche Entwickler des Büroprogramms auf Open-Source-Basis "The Document Foundation" und veröffentlichten 2011 mit Libre Office eine Weiterentwicklung von Open Office. Das eigentliche Open Office gehört mittlerweile zur "Apache Foundation" und wird dort nur sporadisch aktualisiert . Es trägt immer noch die "4" in der Versionsnummer, während sich Libre Office in der siebten Version zu einer ernsthaften Alternative für Microsoft Office und den Apps Pages, Numbers und Keynote am Mac gemausert hat. Für Mac-Anwender liegt Libre Office sogar in drei unterschiedlichen Versionen vor – den kostenpflichtigen Versionen im App Store "LibreOffice Vanilla 7" für Privatanwender, lernende und Lehrende sowie "Collabora Office 6.4" für kommerzielle Anwender und natürlich der frei verfügbaren Open-Source-Variante Libre Office 7.1.