Übersetzer

Google Translate hilft zuverlässig beim Übersetzen in über 100 Sprachen. Aber das intelligente Übersetzungstool hat eine starke Konkurrenz. Wir haben DeepL getestet und für Sie mit Google Translate verglichen.

Schnell mal das aktuellste Produktdatenblatt von Englisch ins Deutsche übersetzt, einen Brief auf Französisch formuliert oder eine Webseite in drei verschiedene Sprachen online gestellt. Google Translate macht globales Arbeiten und Kommunizieren unkompliziert und barrierefrei möglich. Mit jeder neuen Version und Texteingabe wird das beliebte Übersetzer-Tool intelligenter und zuverlässiger.

Dank neuronalem Netzwerk kann Google Translate nun auch ganze Sätze in einen Kontext setzen und senkt dadurch die Fehlerquote seiner Übersetzungen deutlich – aber Achtung: derzeit nur bei gängigen Sprachen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Bereits seit Spätsommer 2017 ist das Übersetzungstool eines Kölner Start-ups online: DeepL, das eine bessere Übersetzungsqualität als seine Konkurrenten verspricht.

Google Translate: Features und Funktionen

Google Translate gibt es bereits seit 2006 – der Online-Dienst bietet für 103 Sprachen Übersetzungen an. Dazu gibt es eine Eingabemaske und eine Zielmaske. Die gewünschten Sprachen stellt man vorab über dem Texteingabefeld ein. Für Touchscreen oder Endgeräte mit Screen Pen kann der User das Eingabetool wechseln. Ist der User mit der Übersetzung nicht zufrieden und hat einen besseren Vorschlag, kann er die Übersetzung in der Zielmaske ändern. Dieses Feature wird seit 2014 rege genutzt.

Laut Google eigenen Angaben hatten im April 2016 bereits 3,5 Millionen Nutzer 90 Millionen Änderungsvorschläge vorgenommen. Für gängige Sprachen wie Englisch, Französisch und Italienisch nutzt Google nun eine verbesserte Version die wie DeepL auf neuronalen Netzwerken basiert. Hierbei wird nicht jedes Wort einzeln übersetzt, sondern ganze Sätze und Wörter in Kontext zueinander gesetzt.

DeepL: Features und Funktionen

DeepL ist ein deutsches Übersetzungstool, das seit Spätsommer 2017 auf dem Markt ist. Derzeit ist die Nutzung von DeepL bis zu einem gewissen Grad kostenlos. DeepL Pro hat keine Zeichenbegrenzung bei der Übersetzung und kostet ab knapp 6 Euro pro Monat je nach der Zahlungsweise und Funktionsumfang. Mit DeepL lassen sich Texte aktuell in zehn Sprachen übersetzen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch.

Die Benutzeroberfläche ist genauso übersichtlich wie die von Google Translate. Es gibt ein Eingabefeld für die zu übersetzenden Texte (links) und das Ergebnis in der gewünschten Sprache (rechts). Eingestellt ist das Übersetzungsfeld auf Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch. Das Besondere: User können sich auch Synonyme oder alternative Formulierungen anzeigen lassen, indem Sie eines der im Satz genutzten Worte anklicken.

Das gilt für beide Seiten – sowohl für das Eingabefeld (Synonym) als auch das Ausgabefeld (Formulierungen). Die verwandten Wörter basieren auf dem DeepL eigenen Onlinewörterbuch Linguee, das zusätzlich zum Übersetzungsprogramm den Usern für 23 Sprachen darunter Englisch, Französisch, aber auch Chinesisch oder Estnisch zur Verfügung steht. Dieses ist bereits seit 2009 auf dem Markt.

Laut DeepL eigenen Informationen sind die Übersetzungen dreimal besser als die der Konkurrenz. Die neuronale Übersetzungsmaschine hat das Software-Unternehmen mit mehr als 5.100.000.000.000.000 Rechenoperationen pro Sekunde trainiert und dafür extra einen Supercomputer in Island gebaut. Damit ist DeepL in der Lage, eine Million Wörter in unter einer Sekunde zu übersetzen.

DeepLs neuronale Netzwerke wurden mit über einer Milliarde übersetzter Sätze von hoher Qualität trainiert, die von der Übersetzungssuchmaschine Linguee bereitgestellt werden – erklärt der Softwarehersteller. Dadurch, so ist sich das Start-up sicher, hat DeepL einen unschlagbaren Vorteil gegenüber anderen maschinellen Übersetzungssystemen.

Hochwertige Referenzen von golem.de, Le Monde, La Reppublica sprechen sich für DeepL aus und loben die Vorteile des neuen Übersetzungstools gegenüber der Konkurrenz von Google, Microsoft oder Facebook.

DeepL lässt in einem Blindtest die Konkurrenz hinter sich

Zum Launch der DeepL Übersetzungssoftware hat das Start-up 100 Sätze von DeepL, Google Translate, Bing Microsoft Translator und dem Facebook Translator übersetzen lassen. Und die Ergebnisse anschließend von professionellen Übersetzern beurteilen lassen. Sie wussten dabei nicht, welche Übersetzung von welchem System stammt. DeepLs Übersetzungen gewannen dreimal so häufig wie die Konkurrenz.

In einem Blindtest lässt DeepL bei seinen Übersetzungen die Konkurrenz klar hinter sich

© DeepL

Für Sie getestet: Englisch-Deutsch Übersetzungen mit Google Translate und DeepL

Vergleicht man allein den Satz ( 2018 liegt das Augenmerk der Unternehmen ganz klar auf Datenschutz). Klingt die Übersetzung von DeepL ( In 2018, companies will clearly focus on data protection. ) gegenüber der von Google Translate ( In 2018, the focus of companies is clearly on privacy. ) um einiges versierter und dem englischen Sprachgebrauch verwandt.

Vor allem bei komplexeren Texten und Satzkonstruktionen gewinnt die Übersetzung von DeepL gegenüber der von Google Translate. Aber letztendlich kommen alle Online-Übersetzer an ihre Grenzen. Je gängiger die Sprache, umso korrekter fällt die Übersetzung aus. Einfach gehaltene Texte, Small Talk im Urlaub oder sich einen ersten Überblick über ein englisch verfasstes Handbuch zu machen, dafür lassen sich die Übersetzungstools unkompliziert nutzen.

Wer jedoch eine Übersetzung offizieller Dokumente, Fachtexte oder juristisch formulierter Verträge benötigt, braucht einen Übersetzer, der die Sprache beherrscht, sich im Fachgebiet auskennt und das sprachliche sowie kulturelle Feingefühl mitbringt.