Gimp: Einführung in die Gratis-Bildbearbeitung für Windows, Linux & macOS

Update 21.6.2022: Gimp erstmals im Microsoft-Store verfügbar

Gimp steht jetzt erstmals direkt im Microsoft-Store zum Download zur Verfügung. Die Entwickler liefern hier zudem weitere Informationen zur Aufnahme von Gimp in den Microsoft-Store. Update Ende

Das ist Gimp

Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp (GNU Image Manipulation Program) ist eine kostenlose, aber trotzdem leistungsstarke Bildbearbeitung. Mit wenigen Mausklicks peppen Sie mittelmäßige Fotos sichtbar auf, verändern Farben, Kontrast und Helligkeit und schneiden die Bilder ganz auf Ihre Bedürfnisse zurecht. Dabei helfen eine Fülle von Werkzeugen und Filtern. Sogar Ebenen stehen zur Verfügung.

Gimp gibt es für alle relevanten PC-Betriebssysteme – Sie können also ein Bild mit Gimp unter Windows bearbeiten, es mit Gimp unter Linux ergänzen und dann mit Gimp auf dem Mac fertigstellen (die Screenshots in diesen Artikel stammen von Gimp auf Windows- und Linux-Rechnern sowie auf einem iMac). Gimp ist zwar kostenlos und leistungsstark, doch die vielen Funktionen erfordern vom Benutzer eine gewisse Einarbeitungszeit. Außerdem sind Aufbau und Bedienkonzept nicht gerade intuitiv - besonders im direkten Vergleich mit dem ebenfalls kostenlosen Paint.net für Windows ist Gimp deutlich umständlicher zu bedienen. Gimp benötigt zudem erhebliche Ressourcen auf dem Rechner. Wenn Ihr Windows-PC schon etwas älter und knapp mit RAM und CPU-Leistung ausgestattet ist, sollten Sie eher das ebenfalls kostenlose Paint.net verwenden.

Mit unserer Einführung in Gimp finden Sie sich schneller zurecht, können Ihre Fotos in wenig Schritten entscheidend verbessern und sich dann selbst in komplexere Themen wie Ebenen oder Masken einarbeiten.

Buchtipp: GIMP - Einstieg und Praxis von Michael Gradias

Buchtipp: GIMP - Einstieg und Praxis
© Markt+Technik Verlag GmbH

Das durchgehend farbig bebilderte und über 350 Seiten starke Buch stellt Gimp in zwölf Kapiteln  vor: beginnend von den Grundlagen bis hin zu anspruchsvollen Bildbearbeitungstechniken. Sie lernen die jüngst hinzu gekommenen Verbesserungen kennen und machen sich dann mit der der Arbeitsoberfläche von Gimp vertraut - letztere ist nicht immer besonders intuitiv gelungen und erfordert durchaus Einarbeitungszeit.

Ab Kapitel 5 erklärt der Autor dann thematisch sortiert das Erledigen spezieller Bildbearbeitungsaufgaben. Sie schneiden Bilder zu, passen die Bildgröße an, optimieren Farben und Helligkeit oder wählen gezielt nur bestimmte Bildteile mit den dafür passenden Werkzeugen aus. Sind die Grundlagen erlernt, geht es mit anspruchsvolleren Herausforderungen wie dem Arbeiten mit Ebenene und Filtern weiter und Sie lernen spezielle Bildeffekte. Dem Einfügen und Bearbeiten von Texten ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zum Abschluss erfahren Sie, wie Sie Bilder perfekt drucken oder diese für das Internet optimieren oder auch Wasserzeichnen einfügen, um den Diebstahl Ihrer Kunstwerke zu erschweren.

GIMP - Einstieg und Praxis: für Einsteiger und Fortgeschrittene von Markt+Technik kostet 19,95 Euro und ist hier bei Amazon erhältlich.

Die Tipps zur Bildoptimierung in unserem Artikel stammen wesentlich aus diesem Markt+Technik-Buch von Michael Gradias.


1. Tipps zur schnellen Bildkorrektur


Bildqualität hell/dunkel verbessern

Öffnen Sie das Bild in Gimp und öffnen Sie unter „Fenster, Andockbare Dialoge“ das „Histogramm“. Erstreckt sich der angezeigte Bereich (der „Tonwert“) über die ganze Breite des Histogramms, dann ist das Bild ausgewogen belichtet.

Histogramm

Sind dagegen Lücken im Tonwert zu erkennen, dann ist das Bild entweder zu hell oder zu dunkel. Das korrigieren Sie über das Menü „Farben, Werte“.

Histogramm-Tuning

Klicken Sie zunächst auf „Automatische Quellwerte“. Vielleicht entspricht das Bild mit dieser automatisierten Verbesserung bereits Ihren Ansprüchen. Dann müssen Sie es nur noch abspeichern. Andernfalls klicken Sie auf „Zurücksetzen“, um die automatische Änderung rückgängig zu machen.

Jetzt müssen Sie also selbst Hand anlegen und entweder die beiden dreieckigen Schieberegler unter „Zielwerte“ verschieben oder aber in die beiden Eingabefelder darüber Werte eingeben (voreingestellt sind 0 und 255). Bei Verwendung der Schieberegler sehen Sie in Echtzeit das Ergebnis.


Farbstich beseitigen

Auch für das Beseitigen von Farbstichen ist das Menü „Farben“ zuständig. Entweder mit „Farbabgleich“ oder mit „Farbtemperatur“, wobei das Untermenü „Farbabgleich“ uns intuitiver erscheint.

Farbabgleich

Hierzu ziehen Sie einfach die Balken bei „Cyan“, „Magenta“ und „Gelb“ hin und her, bis Ihnen die Farbe optimal erscheint. Am besten wählen Sie im Popup-Fenster von „Farbabgleich“ rechts unten die Checkbox bei „Geteilte Ansicht“, um den Unterschied zwischen dem ursprünglichen Bild und den von Ihnen vorgenommen Veränderungen nebeneinander zu sehen.

Farbwerte anpassen

Sie können die Farbanteile aber auch wieder über „Farben, Werte“ und dem Histogramm/der Tonwerttabelle ändern. Über die drei kleinen Schaltflächen rechts unten (auf der Höhe des Buttons „Automatische Quellwerte“) legen Sie die Referenzwerte für Schwarz, Grau und Weiß fest. Wählen Sie hierzu eine der drei Schaltflächen und klicken Sie dann in dem Bild auf eine Stelle, die Sie für perfektes Schwarz, Grau oder Weiß halten - je nachdem, welche der drei Schaltflächen Sie ausgewählt haben. Danach das Abspeichern des derart veränderten Bildes nicht vergessen!


Farbsättigung verbessern

Wenn Helligkeit und Farben optimiert sind, können Sie noch die Farbsättigung verbessern. Hierzu gehen Sie zu „Farben, Farbton/Sättigung“. Wählen Sie die gewünschte Farbe oben aus und verschieben Sie dann den gewünschten Schieber bei „Sättigung“. Sofern die Checkbock bei „Vorschau“ markiert ist, was standardmäßig der Fall ist, sehen Sie sofort die Auswirkungen.

Farbsättigung anpassen


Bildschärfe verbessern

Über „Filter, Verbessern, Schärfen (Unscharf maskieren)“ können Sie die Schärfe/Konturen eines Bildes verbessern. Hier spielt vor allem der Schieberegler bei „Amount/Menge“ eine wichtige Rolle. Denn damit bestimmen Sie die Stärke der Schärfung. „Radius“ legt wiederum fest, inwieweit benachbarte Pixel in die Berechnung miteinbezogen werden. Und „Threshold/Schwellwert“ entscheidet, wie ähnlich Farbwerte sein müssen, um von der Schärfung betroffen sein.

In unserem Beispiel haben wir es bei Amount/Menge sichtbar übertrieben.


Bildbereiche unscharf machen: Rechteckiges Auswahlwerkzeug und Gaußscher Weichzeichner

Mit dem Werkzeug „Rechteckige Auswahl“ markieren Sie im Bild mit gedrückter linker Maustaste einen rechteckigen Bereich. Wenn Sie in die Auswahl nachträglich noch verändern wollen, können Sie das über die eingeblendeten Markierungsbereiche machen. Sobald der ausgewählte Bereich Ihren Größenvorstellungen entspricht, können Sie ihn bearbeiten: Das Bild zum Beispiel unscharf machen. Standardmäßig wird alles innerhalb des festgelegten Bereichs bearbeitet. Wählen Sie hierzu aus der Menüleiste das Menü „Filter, Weichzeichnen, Gaußscher Weichzeichner“.

Wir machen den Bereich innerhalb der Markierung etwas unscharf.

Wichtig: Setzen Sie das Kreuzchen bei „Vorschau“ und vielleicht auch noch bei „Geteilte Ansicht“. Jetzt geben Sie für Size X (horizontale Unschärfe) und Size Y (vertikale Unschärfe) Werte ein beziehungsweise klicken einfach auf die kleinen Pfeile daneben. Sie sehen dann in der Vorschau sofort die Auswirkungen. Mit einem Klick auf „Ok“ übernehmen Sie die Veränderung.

Auswahl, Invertieren.

Wollen Sie dagegen alles außerhalb des markieren Bereichs bearbeiten, dann legen Sie wie oben beschrieben ebenfalls wieder eine Auswahl fest, wählen danach aber in der Menüleiste „Auswahl, Invertieren“ aus.

Hier wird nun alles außerhalb des markierten Bereichs unscharf gezeichnet. Da wir die Option „Geteilte Ansicht“ gewählt haben, sehen wir die Änderung zudem nur in der linken Hälfte.

Wenn Sie danach wieder „Filter, Weichzeichnen, Gaußscher Weichzeichner“ aufrufen und entsprechende Werte für X-Größe und Y-Größe eingeben, wird nun alles außerhalb der Markierung unschärfer.


Rechteckigen Bereich entfernen oder alles außerhalb eines Rechtsecks entfernen

Wenn Sie den rechteckigen Bereich markiert haben, drücken Sie die Entfernen-Taste (Windows) beziehungsweise die Tastenkombination fn+Backspace (Mac). Und schon ist alles innerhalb des Rechtecks entfernt. Wählen Sie dagegen nach dem Aufziehen des Rechts noch das Menü „Auswahl, Invertieren“ und drücken dann Entf beziehungsweise Backspace+fn, dann wird alles außerhalb des Rechtecks entfernt.


Runden Bereich markieren oder ausschneiden

Falls Sie eine elliptische Auswahl benötigen, hält Gimp auch dafür ein passendes Werkzeug bereit. Wollen Sie einen perfekten Kreis als Auswahlbereich aufziehen, dann müssen Sie bei den Werkzeugeinstellungen zur "Elliptischen Auswahl" die Checkbox vor „Fixiert“ anklicken und „Seitenverhältnis“ wählen.

Klicken Sie nach der Auswahl dieses Werkzeugs in das Bild und ziehen Sie die elliptische Auswahl mit gedrückter linker Maustaste auf.

Hier haben wir mit dem Ellipsen-Werkzeug mit den Einstellungen „Fixiert“ und „Seitenverhältnis“ einen Kreis um unseren Graskopf gezogen. Danach haben wir „Auswahl, Fixiert“ in der Menüleiste ausgewählt und schließlich auf unserem Mac mit der Tastenkombination Backspace+fn alles rund um den Kopf entfernt.

Drücken Sie jetzt die Entfernen-Taste (Windows) beziehungsweise am Mac die Tastenkombination fn+Backspace, dann wird alles innerhalb der Ellipse/des Kreise ausgeschnitten. Mit dem Füllen-Werkzeug (das Eimersymbol) können Sie den ausgeschnittenen Bereich dann zum Beispiel einfärben.

Wie schon bei dem Werkzeug „Rechteckige Auswahl“ können Sie auch hier mit dem Menü „Auswahl, Invertieren“ alles rund um die elliptische Auswahl markieren. Drücken Sie dann wieder die Entfernen-Taste (Windows) beziehungsweise Backspace+fn (Mac) dann wird alles rund um die Ellipse beziehungsweise den Kreis entfernt.

Standardmäßig ist „Kanten glätten“ ausgewählt - das sorgt für saubere Kanten ohne Stufen-Effekt. Die ebenfalls vorhandene Checkbox „Aus der Mitte aufziehen“ ist dagegen nicht vorausgewählt. Das Aufziehen des elliptischen Auswahlbereichs aus der Mitte ist etwas gewöhnungsbedürftig, intuitiver ist vermutlich die Vorgehensweise den Auswahlbereich von den "Ecken" her aufzuziehen.


Freie Auswahl markieren oder ausschneiden

Nicht immer sind rechteckige oder runde Auswahlbereiche optimal. Doch Gimp bietet auch die Möglichkeit eine frei definierbare Auswahlform festzulegen. Dieses „Freie Auswahl“ finden Sie im Werkzeugkasten hinter dem Lasso-Icon (in diesem Menü finden Sie auch „Schere“ und „Vordergrundauswahl“).

Freie Auswahl

Wählen Sie das Lasso-Icon aus und rahmen Sie nun im Bild den gewünschten Bereich ein, indem Sie mit der Maustaste grob um den gewünschten Bereich klicken. Anschließend können Sie mit Entfernen-Taste (Windows) beziehungsweise der Tastenkombination fn+Backspace (Mac) diesen Bereich ausschneiden. Falls Ihnen eine Markierung nicht gefällt, können Sie diese mit einem Druck auf die Entertaste wieder aufheben.

Wichtig: Wenn Sie die Checkbox bei „Kanten ausblenden“ nicht ankreuzen, dann schneiden Sie scharfkantig aus. Setzen Sie dagegen diese Checkbox und geben für den „Radius“ beispielsweise „100,0“ ein, dann schneiden Sie mit einer fließenden Übergangskante aus.


Im Bild etwas mit einem Rahmen markieren/hervorheben

Ein unverzichtbares Hilfsmittel beispielsweise zum Erstellen von Abbildungen für Anleitungen oder um einfach schnell etwas auf einem Bild zu markieren, sind Markierungsrahmen in einem Bild. Sprich: Sie wollen etwas auf einem Bild so hervorheben, dass es der Betrachter sofort erkennt und ziehen deshalb einen farbigen Rahmen darum. Hierfür gehen Sie folgendermaßen vor.

Mit „Auswahl nachziehen“ erstellen Sie einen Markierungsrahmen im Bild. Wir haben auf diesem Bild mit drei unterschiedlichen Werkzeiuen Markierungen vorgenommen und anschließend noch das Menü "Auswahl nachziehen" markiert.

Öffnen Sie das Bild in Gimp. Legen Sie dann links im Werkzeugmenü die Vordergrundfarbe fest, mit der Sie den Rahmen einfärben wollen. Wir wählen in unserem Beispiel Rot.

Ziehen Sie nun einen Rahmen um den hervorzuhebenden Bereich. Das können Sie mit der „rechteckigen Auswahl“, mit der „elliptischen Auswahl“ oder auch mit der „freien Auswahl“ machen.  

Gehen Sie dann entweder zum Menü „Bearbeiten“ und wählen dort „Auswahl nachziehen“ aus oder Sie klicken mit der rechten Maustaste auf das Bild und wählen aus dem sich dann öffnenden Kontextmenü „Bearbeiten, Auswahl nachziehen“ aus. Jetzt öffnet sich ein Menü-Fenster zu „Auswahl nachziehen“. Wichtigste Option darin ist die „Linienbreite“: Hiermit legen Sie fest, wie dick der Rahmen werden soll. Klicken Sie dann noch auf „Nachziehen“ rechts unten in diesem Fenster und fertig ist der Markierungsrahmen.


Bilder zuschneiden

Wählen Sie aus dem Werkzeugkasten das Zuschneiden-Werkzeug. Klicken Sie dann in das Bild und ziehen Sie den auszuschneidenden Bereich auf und klicken Sie dann in diesen Bereich. Nun bleibt nur noch der von Ihnen festgelegte Bereich übrig. Falls Sie ein bestimmtes Seitenverhältnis beim Zuschneiden einhalten wollen, zum Beispiel 2:1, dann klicken Sie vor dem Zuschneiden im Optionenmenü unterhalb des Werkzeugkastens „Fixiert“ an und tragen dann das gewünschte Verhältnis in das Feld darunter ein.

Das Zuschneiden-Werkzeug ist ausgewählt.

Tipp: Falls Sie von Anfang wissen, dass Sie nur einen bestimmten Teil eines Bildes benötigen, dann sollten Sie das Bild zunächst auf den benötigten Bereich zuschneiden und erst danach mit der Bildbearbeitung beginnen. Denn dann fallen durch das Zuschneiden automatisch alle nicht benötigen Tonwerte weg.


Bildfehler überdecken mit dem Werkzeug "Klonen"

Sie entdecken in dem Bild eine unschöne Stelle - beispielsweise einen Fussel, oder eine Narbe oder einen Pickel auf der Haut - die Sie unsichtbar machen wollen. Dann können Sie das mit dem Klonen-Werkzeug machen. Dabei überdecken Sie die störende Stelle einfach mit der Kopie einer benachbarten, einwandfreien Stelle.

Wählen Sie im Werkzeugkasten das Klonen-Werkzeug aus. Wählen Sie dann in den Werkzeugeinstellungen die gewünschte Werkzeugspitze aus, beispielsweise eine Pinselspitze mit feinem Rand, damit der Übergang zu dem nicht geklonten Bildteil nicht zu scharfkantig ausfällt.

Die richtige Werkzeugspitze auswählen. Hier ist ausprobieren angesagt.

Dann stellen Sie in den Werkzeugeinstellungen noch die Größe der Pinselspitze ein. Wenn Sie danach mit dem Mauszeiger über das Bild gehen, zeigt Ihnen Gimp die Größe Ihrer Pinselspitze über dem Bild an.

Nun wird geklont.

Jetzt suchen Sie sich die Stelle, die Sie klonen wollen. Klicken Sie mit der linken Maustaste bei gedrückter STRG-Taste (bei Windows) oder mit gedrückter Command-Taste (bei macOS) auf diesen Quellpunkt. Lassen Sie die Taste jetzt los und gehen Sie zum Zielbereich im Bild, wo Sie den geklonten Inhalt einfügen wollen. Klicken Sie jetzt im Zielbereich mit der linken Maustaste und bewegen Sie den Mauszeiger hin und her. Nun wird Ihr Quellbild hier eingefügt. In unseren Beispielbild haben wir ein anderes Ziel verfolgt: Hier wollten wir keinen Bildfehler beseitigen, sondern unseren Graskopf gleich mehrfach einfügen. Das Prinzip dahinter ist aber identisch.


Bildgröße verändern

Unter „Bild, Bild skalieren“ können Sie die Größe eines Bildes verändern. Wenn Sie bei Breite oder bei Höhe neue Werte eingeben,  bleiben die Proportionen standardmäßig erhalten. Pixel dürfte die gängigste Maßeinheit sein, Sie können aber zum Beispiel auch Zentimeter verwenden. Klicken Sie rechts unten auf „Skalieren“ um die Änderung anzuwenden.


2. Bilder richtig abspeichern

Für Gimp-Einsteiger verwirrend ist das richtige Abspeichern von Bildern. Wählen Sie nämlich in Gimp „Datei, Speichern (unter)“, dann bietet Ihnen Gimp keine Möglichkeit das bearbeitete Bild in einem gängigen Bildformat wie JPG oder jpg zu speichern. Sondern Gimp will hier alles in seinem eigenen XCF-Dateiformat abspeichern, was wenig hilfreich ist.

Sie müssen deshalb das Menü „Datei, exportieren nach“ wählen, um das Bild zum Beispiel als JPG abspeichern zu können. Das erreichen Sie, indem Sie einfach im „Bild exportieren“-Fenster bei „Name“ nach dem Punkt die Dateiendung ändern. Zudem können Sie unter „Gimp, Einstellungen, Import und Export von Bildern“ unter „Export-Dateityp“ zum Beispiel „JPEG-Bild“ vorauswählen.

Zu jedem Bildformat kommt beim Abspeichern noch ein individueller Dialog. So können Sie bei JPG beispielsweise den Grad der Qualität festlegen.


3. So halten Sie Gimp aktuell

Gimp hat keine Integrierte automatische Update-Funktion. Sie müssen also selbst hier auf Gimp.org nachschauen, ob es eine neue Version gibt. Via Twitter bleiben Sie ebenfalls auf dem Laufenden , wenn es neue Gimp-Versionen gibt. Eine weitere Möglichkeit: Sie schauen direkt in Gimp im Menü-Punkt "Über Gimp" (unter Windows im Hilfe-Menü angesiedelt) nach, ob eine Aktualisierung zur Installation verfügbar ist.

Gimp besitzt zwar keine integrierte Update-Routine, Sie können aber in Gimp nachschauen, ob eine neue Version zum Download bereitsteht.

Eine neue Version erscheint aber nicht immer gleichzeitig für alle Betriebssysteme. So war am 22.10.2021 Gimp 2.10.28 nur für Windows erschienen, macOS-Nutzer dagegen mussten noch mit Version 2.10.24 Vorlieb nehmen. Mittlerweile (22.12.2021) steht Gimp aber für Windows, Linux und macOS in der Version 2.10.30 zur Verfügung. In 82 unterschiedlichen Sprachen.

Doch auch ohne integrierte Update-Routine lässt sich Gimp leicht aktualisieren. Laden Sie einfach die neueste Version auf Ihren Rechner herunter und starten Sie die Installation. Die vorhandene Installation wird dadurch problemlos überschrieben und vorhandene Einstellungen sollen übernommen werden. Danach starten Sie Gimp über den bereits von der Vorgängerversion vorhandenen Desktop- oder Dock-Link und nutzen sofort die soeben installierte neue Version.

Hinweis: macOS-Nutzer müssen wie gehabt das Gimp-Icon auf den Applications-Ordner ziehen, um Gimp dauerhaft unter „Programme“ zu installieren.


4. Download: Gimp für Windows (inklusive portable Version), macOS, Linux, Apps für iOS und Android

Gimp gibt für Windows, macOS und Linux zur festen Installation.

Gimp für Windows : Download

Gimp ist seit 21.6.2022 auch im Microsoft-Store verfügbar . Über diesen Link können Sie Gimp 2.10.32 direkt aus dem Microsoft-Store auf einen Windows-Rechner herunterladen.

Gimp 2.10.32 unterstützt in deutscher Sprache diese Windows-Betriebssysteme: Windows 11, 10, 8, 7 (32 Bit/64 Bit).

Gimp für macOS und Linux : Download

Gimp steht nicht im App Store für macOS zum Download bereit! Linux-Distributionen wiederum stellen Gimp zwar über ihre jeweilige Paketverwaltung bereit, allerdings finden Sie dort meist ältere Versionen und selten die neueste Gimp-Version.

Gimp Portable für Windows : Sie können auch Gimp Portable nutzen, wenn Sie das Programm auf einem Windows-Rechner zwar nutzen, aber nicht fest installieren wollen.

Letztes Update für Gimp: Mit Gimp 2.10.32 ist im Juni 2022 ein Bugfix-Release erschienen, das zudem viele Detailverbesserungen für Bild- und Dateiformate, Metadaten und Themes bringt ( Download Gimp 2.10.32 ). Zum Beispiel unterstützt Gimp jetzt den Import von 8- und 16-Bit-CMYK(A)-TIFF-Dateien. Beim BigTIFF-Format wird nicht nur der Import, sondern auch der Export unterstützt. JPEG XL und Microsoft DDS unterstützt Gimp nun ebenfalls.

Bei der Screenshot-Funktion für Windows-Rechner kann nun der Mauszeiger mitaufgenommen werden, falls das gewünscht ist. Außerdem sollen die Icons jetzt besser ablesbar sein. Über alle Verbesserungen informiert Sie das Changelog.

Gimp Development Version: Experimentierfreudige Anwender können auch die Development Version installieren.

Gimp-Mobile-Apps: Für Android-Nutzer gibt es mit XGimp Bild Editor eine angepasste Gimp-Version auf Google Play. Ebenso existiert eine XGimp Bild Editor im App Store für iOS . Doch für beide Apps sind die Bewertungen miserabel!

Lese-Tipp: Die besten kostenlosen Photoshop-Alternativen

Die Hilfeseiten zu Gimp finden Sie hier.


5. Einstellungen-Menü: Gimp anpassen

Bevor Sie mit Gimp loslegen, sollten Sie zunächst in das Einstellungen-Menü gehen, um grundlegende Voreinstellungen vorzunehmen. Beispielsweise können Sie dort festlegen, wie groß ein neu erstelltes Bild sein soll oder welche Daten bei einem Bildexport mitgegeben werden sollen.


6. Grundsätzlicher Fenster-Aufbau

Gimp startete frühers mit drei getrennten Fenstern:

  • Das Hauptfenster/Bildfenster mit dem zu bearbeitenden Bild. Wenn Sie ein Bild öffnen, zeigt Gimp dieses vollständig an. Haben Sie mehrere Bilder geöffnet, so zeigt Gimp diese als Registerkartenreiter über dem Hauptfenster nebeneinander an.

  • Am linken Rand ein Werkzeug-Fenster/Dock, auch als Werkzeugkasten bezeichnet. Zu jedem Werkzeug gibt es darunter das Menü mit den Werkzeugeinstellungen und den -optionen

  • Rechts ein Dialogfenster/Dock zum Beispiel für Ebenen- und Farbverwaltung, für die Anzeige von Histogrammen oder den Verlauf der geöffneten Bilder. Am oberen Bildschirmrand befindet sich zudem die Menüleiste.

Die unterschiedlichen Bestandteile der Gimp-Fenster/Docks.

Ein Fenster mit drei Bereichen: Doch diese getrennte 3-Fenstersicht ist schon lange Geschichte, mittlerweile öffnet Gimp nur noch einziges Fenster mit eben diesen drei Bereichen darin. Falls Sie die Ansicht mit drei separaten Fenstern (die Sie beliebig auf dem Bildschirm anordnen können) bevorzugen, dann über das Menü „Fenster, Einzelfenstermodus“ zu dieser 3-Fensteransicht wechseln. Ebenfalls über dieses Menü machen Sie aus den getrennten drei Fenster wieder ein einziges mit den beiden Docks links und rechts fest fixiert.

Das linke Dock enthält oben die Werkzeugpalette. Darunter kommt die Farbauswahl. Darunter wiederum kommen die Einstellungen für das aktuell ausgewählte Werkzeug.

Übersicht über alle geöffneten Bilder

Das mittlere Fenster (Dokumentenfenster) zeigt die geöffneten Bilder. Falls Sie mehrere Bilder gleichzeitig geöffnet haben, behalten Sie oben in der Mitte mit der Übersicht mit den Vorschaubildern den Durchblick. In der Fußzeile wiederum zeigt Gimp Daten zum gerade aktiven Bild an, wie zum Beispiel dessen Dateigröße sowie die Zoomstufe, die Sie hier verändern können. Schneller als mit diesem kleinen Menü zoomen Sie aber bei gedrückter STRG-Taste (iMac: Command-Taste) mit dem Mausrad ein und aus.

Das rechte Fenster zeigt die Pinselpalette, die Ebenenpalette oder auch den Verlauf der geöffneten Bilddateien. Auf Kanäle und Pfade haben Sie hier ebenfalls Zugriff.

Sie können mit dem Mauszeiger die einzelnen Fensterbereiche größer und kleiner machen.

Sie können die Breite der Einzelfenster/Docks jederzeit verändern. Bewegen Sie den Mauszeiger über den Steg, der zum Beispiel das linke Werkzeugkasten-Dock vom Hauptfenster in der Mitte trennt. Nun verändert sich der Mauszeiger und Sie können jetzt das Werkzeugkasten-Dock breiter machen.

Den Inhalt der Docks können Sie über „Fenster, Andockbare Dialoge“ verändern. Am rechten Rand der Docks befindet sich jeweils ein winziges Dreieck-Symbol. Über dieses öffnen Sie die Untermenüs des jeweiligen Docks.


7. Menüleiste

Gimp umfasst eine umfangreiche Menüleiste (für nahezu alle Befehle gibt es auch Tastaturkürzel). Wobei sich die genaue Anordnung beziehungsweise Zusammenstellung der Menüs zwischen den Versionen für Windows, macOS und Linux leicht unterscheiden kann. Einige Beispiele (die folgenden Screenshots stammen alle von Gimp 2.10.28 auf Windows 10).

Menü Datei

Menü Datei

In dem Menü „Datei“ öffnen Sie nicht nur Bilder, sondern exportieren Sie diese auch in die für Sie passenden Formate. Wichtig: Sie speichern Bilder standardmäßig im Gimp-eigenen Format xcf. Wenn Sie die fertigen Bilder aber weitergeben oder in anderen Anwendungen verwenden wollen, sollten Sie ein plattformübergreifendes und Gimp-unabhängiges Bildformat wie zum Beispiel jpg oder png oder auch TIFF verwenden. Das erreichen Sie über „Datei, Exportieren nach“. Sie können das Bildformat bequem ändern, indem Sie einfach die angezeigte Dateienendung im Menü „Exportieren nach“ umschreiben. Dieses Umwandeln von xcf in ein anderes Format sollten Sie aber erst zum Schluss vornehmen und das Original immer auch als xcf mit allen darin enthaltenen Ebenen speichern.

Den Inhalt der Zwischenablage – den Sie beispielsweise unter Windows mit der Drucktaste erstellt haben – importieren Sie direkt in Gimp zur Weiterbearbeitung über „Datei, Erstellen, Aus Zwischenablage“.

Wenn Sie das gerade geöffnete Bild schließen wollen, gehen Sie über „Datei, Ansicht schließen“ (STRG+W).

Sie können Bilder in vielen Formaten importieren. Auch PSD-Dateien aus Photoshop lassen sich importieren, auch mit mehreren Ebenen. Allerdings stehen nicht alle von Photoshop mit den PSD-Dateien mitgelieferten Funktionen in Gimp zur Verfügung.

Menü Bearbeiten

Menüs Bearbeiten und Ansicht

Unter „Bearbeiten“ machen Sie zum Beispiel die letzten Schritte rückgängig oder lassen sich mit „Journal“ alle Bearbeitungsschritte anzeigen. Sie können einen zuvor markierten Bereich ausschneiden oder kopieren oder etwas in das geöffnete Bild einfügen.

Menü Auswahl

Standardmäßig übernimmt Gimp die Sprache des Betriebssystems („System language“). Falls Sie die Sprache der Oberfläche von Gimp ändern wollen, geht das über „Einstellungen, Oberfläche, Sprache“ (Hinweis: Das "Einstellungen"-Menü finden Sie je nach Betriebssystem an unterschiedlicher Stelle in der Menü-Leiste). Danach müssen Sie Gimp neu starten.

Das Menü „Ansicht, Vergrößerung, Bild in Fenster einpassen".

Im Menü "Ansicht" können Sie dem Bild beispielsweise einen Rahmen verpassen oder es vergrößern, spiegeln oder drehen. Wenn Sie wollen, dass Gimp das geöffnete Bild so anzeigt , dass es das Bildfenster ganz ausfüllt, dann wählen Sie „Ansicht, Vergrößerung, Bild in Fenster einpassen“. Das Bild bleibt dabei aber vollständig sichtbar, es wird nichts vom Bild abgeschnitten. Das bedeutet, dass entweder oben und unten, oder links und rechts – je nach Bildformat – Flächen frei bleiben können.

Menü Bild

Menüs Bild und Ebene

Ein wichtiges Menü ist „Bild“: Dort wandeln Sie ein Farbbild beispielsweise mit einem Klick in ein stimmungsvolles Graustufenbild um. Oder Sie drehen das Bild oder spiegeln es. Die Leinwandgröße lässt sich hier ebenso schnell ändern wie die Druckauflösung.

Menü Ebene

Der nächste Menüpunkt „Ebene“ richtet sich an etwas ambitioniertere Bildbearbeiter, die mit Ebenen, Masken und Alphakanälen arbeiten wollen.

Menü Farben

Menü Farben

Unter „Farben“ wiederum können Sie bequem über Schieberegler die Farbwerte oder die Farbtemperatur anpassen. Für letzteres stellt Gimp über die kleinen Dreieck-Icons am rechten Rand Auswahlmenüs mit bestimmten Farbwerten bereit.

Farbwerte anpassen.

Unter „Farben, Werte“ können Sie ein Bild heller oder dunkler machen. Diesen Effekt erreichen Sie auch über „Farben, Kurven“, wo Sie mit den Gradationskurven arbeiten. Dort können Sie auch die Kanäle für Rot, Grün und Blau einzeln verändern. Nehmen Sie dagegen die standardmäßige Kurve für alle drei Farbkanäle, ziehen Sie die Kurve im linken Abschnitt nach oben, setzen einen Haltepunkt und ziehen Sie dann im rechten Abschnitt nach unten, dann bekommt Ihr Bild einen fast geheimnisvollen Effekt.

Das Bild bekommt eine fast schon geheimnisvolle Wirkung.

Auch die Farbsättigung können Sie hier beeinflussen sowie die Belichtung. Unter „Farben, Entsättigen“ verwandeln Sie ein Farbfoto in ein stimmungsvolles Schwarzweiß-Foto. Mehr oder weniger Glanz verpassen Sie Ihren Bildern im Menü "Farben" ebenfalls. Mit anderen Worten: Im Farbenmenü können Sie zu dunkle, zu helle, kontrastarme oder sonst wie missglückte Fotos verbessern.

Über dieses Menü kommen Sie auch zu Farbwerten und Farbkurven. Und das Invertieren erledigen Sie über das Farben-Menü ebenfalls. Auch den Weißabgleich führen Sie über dieses Menü durch und das Histogramm finden Sie auch unter diesem Menüpunkt.

Menü Werkzeuge

Menü Werkzeuge alias Werkzeugkasten

Der Menüpunkt “Werkzeuge“ bietet den Funktionsumfang der Werkzeugpalette, die Sie auch über das linke Dock "Werkzeugkasten" nutzen können. Hier finden Sie also unterschiedliche Auswahlwerkzeuge sowie Pinsel, Stift, Sprühpistole und Radierer, um Farben aufzutragen.

Thematisch ahnliche Werkzeuge sind in Gruppen zusammengefasst: kleine Pfeile im rechten unteren Eck eines Werkzeug-Icons zeigen an, dass hier mehrere Werkzeuge enthalten sind. Gehen Sie mit dem Mauszeiger über eine Werkzeugschaltfläche und ein erscheinendes Menü zeigt Ihnen alle darin enthaltenen Einzelwerkzeuge samt dem Tastenkürzel an. Klicken Sie den kleinen Pfeil rechts unten an, dann öffnet sich unter dem Werkzeugkasten das entsprechende Menü, das zu dem ausgewählten Werkzeugkasten passt.

Aber auch den Zauberstab zum Auswählen zusammenhängender Bereiche mit gleicher oder ähnlicher Farbe oder das Klonenwerkzeug gibt es hier. Letzteres funktioniert so: Öffnen Sie ein Bild in Gimp, bewegen Sie den Mauszeiger an die Stelle, die Sie klonen wollen. Drücken Sie dort einmal die STRG-Taste zusammen mit der linken Maustaste. Bewegen Sie den Mauszeiger nun an die Stelle, an der das geklonte Bildmaterial eingefügt werden soll. Und bewegen Sie dort den Mauszeiger bei gedrückter linker Maustaste.

Einen Teilbereich verpixeln.

Um eine gerade Linie zu zeichnen, wählen Sie Stift, Pinsel oder Sprühpistole, klicken dann mit der Maus auf die Ausgangsposition, bewegen die Maus dann zur Endposition und drücken dann bei gehaltener Umschalttaste noch einmal die linke Maustaste.

Ebenso finden Sie in diesem Menü Werkzeuge zum Drehen, Verschieben oder Spiegeln des Bildes.

Im Werkzeugkasten lesen Sie auch die aktuelle Vorder- und Hintergrundfarbe fest.

Menü Filter

Menü Filter

Im Menü „Filter“ finden Sie Weichzeichner und Verpixler, um nur zwei Beispiele zu nennen, aber auch das für Porträtfotos wichtige Werkzeug „Rote Augen entfernen“.

Filter, Weichzeichnen

Menü Fenster

Menü Hilfe