Neue Funktionen in den Karten von macOS 11 Big Sur

Das gegenüber Catalina und Mojave stark überarbeitete Erscheinungsbild von macOS Big Sur ist nicht auf das System und den Finder beschränkt, sondern bestimmt auch das Aussehen vieler Anwendungen. Diese übernehmen unter anderem die durchgehende Seitenleiste, die überarbeitete Symbolleiste und die neu gestalteten Symbole. Auch neue Funktionen und Optionen sind hier und da zu finden. Die größten Unterschiede zu den Vorgängerversionen gibt es bei Nachrichten und Karten. Hier haben die Entwickler tief in den Baukasten von iOS und iPadOS gegriffen und die Anwendungen auf dem Mac an diejenigen des iPhones und iPads angeglichen. Safari 14 ist dagegen in Big Sur nicht neu, da es diese Version des Browsers auch für Catalina und Mojave gibt. Nur die Übersetzungsfunktion bekommt man mit Big Sur.

Nachrichten mit Effekt

Eine der Neuerungen in Nachrichten findet man im Kontextmenü eines Konversationspartners: Öffnet man es mit einem Sekundärklick (rechte Maustaste) auf den Namen links in der Liste, ist dort ein neuer Eintrag „Anpinnen“ zu finden. Mit diesem Befehl befördert man besonders wichtige Personen oder Gruppen an den Anfang der Liste. Bis zu neun Konversationen lassen sich so mit einem großen Symbol aus der Liste hervorheben. Um angepinnte Konversationen wieder in die normale Liste einzureihen, nimmt man im Kontextmenü den Eintrag „Loslösen“.

Wichtige Konversationspartner kann man oben in der Liste anpinnen

Das Memoji-Zeitalter ist auch an Nachrichten auf dem Mac nicht vorbeigegangen. Um sich selbst ein Memoji zuzulegen, öffnet man die Voreinstellungen von Nachrichten und findet dort unter „Allgemein“ oberhalb der Eingabefelder für Namen und Vornamen ein Symbol mit den Anfangsbuchstaben. Sofern das Teilen von Namen und Fotos nicht aktiviert ist, muss man dies zuerst einschalten. Klickt man dann das Symbol an, kann man entweder eines der vorgefertigten Memojis auswählen, oder auf das Plussymbol klicken und ein eigenes Memoji kreieren. Außer Memojis lassen sich auch andere Symbole sowie Fotos aus der Fotos-Mediathek auswählen. Für die Fotos muss eine Mediathek in den Einstellungen von Fotos als Systemfotomediathek definiert sein.

In den Voreinstellungen lässt sich ein Memoji auswählen oder ein eigenes erstellen.

Memojis lassen sich auch innerhalb einer Konversation verwenden. Dazu klickt man auf das Symbol links neben dem Eingabefeld und findet im sich einblendenden Menü vier Einträge, darunter einen für die Memojis. Über „Fotos“ greift man auf die Systemfotomediathek zu, und mit „#Bilder“ öffnet sich ein Fenster, in dem man zwischen sehr vielen animierten GIFs auswählen kann. Das Suchfeld in diesem Fenster erleichtert es, einen bestimmten Typ zu finden wie beispielsweise die unumgänglichen Katzen. Man muss jedoch bei der Suche die Begriffe in Englisch eintippen.

Über das Menü links vom Eingabefeld fügt man Fotos, Emojis, animierte Bilder und Effekte in eine Konversation ein.

Etwas Besonderes sind die Nachrichteneffekte, die nicht in die Konversation als Bild eingefügt werden, sondern sich beim Empfänger auf das gesamte Fenster von Nachrichten auswirken. So gibt es unter anderem Konfetti, Ballone oder ein Feuerwerk. Auch für die Sprechblasen gibt es einige Effekte wie „Unsichtbare Tinte“ oder „Wucht“. Damit der Empfänger die Effekte auch sieht, muss er auf dem Mac ebenfalls Big Sur installiert und in den Voreinstellungen von Nachrichten „Nachrichteneffekte ausführen“ haben. Unter iOS gab es Effekte schon seit iOS 10.

Die Nachrichteneffekte werden als Animation im gesamten Nachrichtenfenster angezeigt.

Weniger auf Effekte als auf Nützlichkeit ausgelegt sind neue Optionen im Kontextmenü innerhalb einer Konversation. Klickt man mit einem Sekundärklick einen Eintrag an, gibt es neben der bisher schon bestehenden Option „Tapback“ den Eintrag „Antworten“. Mit dieser Option kann man direkt auf einen bestimmten Beitrag innerhalb einer Konversation antworten, was vor allem bei Gruppenchats nützlich ist. Außerdem lassen sich Beiträge an eine andere Person weiterleiten oder löschen. Letzteres lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Und man kann die Uhrzeit neben den einzelnen Beiträgen einblenden.

Innerhalb einer Konversation kann man nun direkt auf einen bestimmten Beitrag antworten.

Die Suche haben die Entwickler ebenfalls überarbeitet. Klickt man in das Suchfeld, blenden sich sofort einige Bilder und Dokumente ein, die in Nachrichten vorhanden sind, und bei jedem Element sieht man anhand des Absendersymbols, von wem es stammt. Tippt man einen Suchbegriff ein, werden sowohl die Konversationen als auch die Bilder und Dateien aufgelistet, in denen der Begriff enthalten ist.

Mit der Suchfunktion findet man schnell alle Konversationen und Objekte, die den Suchbegriff enthalten.

Karten

Das Fenster von Karten haben die Entwickler stark umgestaltet. Die Buttons für die Darstellungsmodi (Karte, Satellit, ÖPNV) sind ebenso weggefallen wie der Button „Route“, das Aufklappmenü „Anzeige“ und das Eingabefeld für die Suche oben in der Symbolleiste. Bedient wird Karten nun über dezente Symbole rechts in der Symbolleiste. Es gibt diese (von links nach rechts) für den Standort, die Darstellungsmodi, die 3D-Darstellung, die neue Funktion „Umsehen“, zum Einblenden der Routenoptionen, ein Plussymbol für neue Orte, neue Tabs und neue Reiseführer sowie das Symbol für das Teilen. Das Suchfeld ist in die Seitenleiste gewandert, die sich über ein weiteres Symbol links in der Symbolleiste ein- und ausblenden lässt.

Das neue Fenster von Karten ist wesentlich übersichtlicher als in früheren Versionen und dank der Seitenleiste einfacher zu bedienen.

Neu sind zudem die Einstellungen. Hier sind etliche Funktionen zu finden, die zuvor im Menü „Darstellung“ und im Aufklappmenü „Anzeigen“ zu finden waren. In den Einstellungen legt man unter „Allgemein“ fest, ob der Maßstab und die Wetterbedingungen zu sehen sein sollen, ob die Entfernungen in Kilometern oder Meilen angezeigt werden, und man blendet hier auch die Zoomsteuerung und den Kompass ein oder aus. Die Vorgaben für die Fahroptionen macht man nun ebenfalls in den Einstellungen unter „Routenplaner“.

Neu sind die Einstellungen, in denen man unter anderem die Fahroptionen festlegt.

Der Umgang mit Favoriten ist einfacher als bisher, da diese jetzt in der Seitenleiste angelegt und dort übersichtlich aufgelistet werden. Neue Favoriten legt man mit einem Klick auf das Plussymbol rechts neben „Favoriten“ an, und mit einem Klick auf den Pfeil blendet man sie ein und aus. Auch die Suche nach Restaurants, Apotheken oder Lebensmittelläden in der Umgebung ist einfacher geworden. Ein Klick in das Suchfeld öffnet ein kurzes Menü mit drei Kategorien, und ein weiterer Klick auf „Mehr“ ergänzt die Liste um neun weitere Einträge. Warum aber alle Restaurants auch unter Lebensmittel angezeigt werden, ist nicht verständlich, denn dadurch wird die Liste schnell unübersichtlich. Das ist aber auch auf dem iPhone so. In der Seitenleiste wird außerdem der Verlauf aufgelistet, der sich dort sowohl ausblenden, als auch bequem löschen lässt.

Für viele Städte, darunter auch Berlin, gibt es vorgefertigte Reiseführer.

Eine Neuerung sind die Reiseführer, in denen es Tipps für Sehenswürdigkeiten, Parks oder Museen in verschiedenen Städten gibt. Momentan gibt es diese Reiseführer für einige Städte in den USA, für größere Städte in Europa wie London, Paris, Amsterdam, Lissabon und Berlin sowie für andere Großstädte wie Sidney, Taipei und Singapur. Sucht man nach einer dieser Städte, blendet sich in der Seitenleiste ein Button „Guides“ ein. Es lassen sich außerdem eigene Reiseführer erstellen. Diese haben aber keine Beschreibungen, sondern sind nur eine Zusammenstellung ausgewählter Orte. Um einen eigenen Reiseführer zu erstellen, klickt man in der Seitenleiste neben „Meine Reiseführer“ auf das Plussymbol. Anschließend fügt man dem Reiseführer Favoriten per Drag-and-drop hinzu oder sucht nach einer Adresse, einem Lokal oder einem Geschäft und klickt dann im sich einblendenden Fenster mit den Objektinformationen rechts oben auf den Kreis mit den drei Punkten. Im sich einblendenden Menü kann man den Ort sowohl den Favoriten als auch einem eigenen Reiseführer hinzufügen. Ebenfalls möglich ist es, das Kontextmenü eines Reiseführers zu öffnen und dort „Neuen Ort hinzufügen“ auswählen. Der Link zu einem eigenen Reiseführer lässt sich über die Option „Teilen“ per Mail, Nachrichten oder AirDrop versenden. Auf einem iPhone oder iPad sowie auf einem Mac mit macOS Big Sur wird der Reiseführer dann in Karten geöffnet und man kann ihn sichern. Auf Macs mit älteren Systemversionen öffnet sich der Reiseführer im Browser.

Mehrere Orte lassen sich zu eigenen Reiseführern zusammenstellen und dann per Mail, Nachrichten oder AirDrop versenden.

Für einige Städte gibt es in Karten die Option „Umsehen“, beispielsweise für San Francisco, New York und London. Man muss dazu in die Karte hineinzoomen, bis das  Symbol „Umsehen“ in der Symbolleiste aktiv wird. Klickt man es an, blendet sich auf der Karte ein Fernglassymbol und links im Fenster von Karten eine Straßenansicht ein. Diese zeigt die Gegend, in der sich das Fernglassymbol momentan befindet. In der Straßenansicht kann man nach rechts und links scrollen und bekommt so einen kompletten 360-Grad-Rundblick. Die Straßenansicht lässt sich auch bildschirmfüllend vergrößern. Der Kartenausschnitt unter dem Fernglas lässt sich verschieben, um andere Straßenansichten zu sehen.

Auf dem iPhone empfangene Reiseführer kann man in Karten einfach per Klick übernehmen.

Auf nur wenige Städte beschränken sind die Fahrradrouten in Karten. Es gibt sie bisher nur für New York, Los Angeles, San Francisco, London, Peking und Shanghai. Es wird darum wohl noch etliche Zeit vergehen, bis man auch in Europa und in Deutschland Fahrradrouten in Karten angezeigt bekommt, so wie es schon seit Langem in Google Maps möglich ist. Ebenso wird man auf die detaillierteren Karten zumindest in Deutschland noch länger verzichten müssen, diese sind vorerst nur für Kanada, Großbritannien und Irland angekündigt.

Die Straßenansichten in Karten gibt es bisher nur für einige wenige Städte.