Unsere Kollegen von der Macworld hatten bereits das Vergnügen, Apples neues Magic Keyboard testen zu können . Nun konnten auch wir endlich die neue iPad-Pro-Hülle mit integrierter Tastatur und Trackpad ausprobieren. In diesem Test verraten wir, was wir nach zweiwöchiger intensiver Nutzung vom Magic Keyboard halten – und für wen es sich lohnt. Lässt sich mit dem iPad Pro inklusive Magic Keyboard wirklich ein klassisches MagBook ersetzen? Wir haben die Antwort darauf.

Es lag nahe, diesen Bericht mithilfe der neuen Tastatur unter Pages auf dem iPad Pro zu erstellen. Natürlich wird auch jedes andere für iOS erhältliche Textverarbeitungsprogramm mit dem Magic Keyboard funktionieren. Man könnte aber erwarten, dass gerade die Apps aus dem Hause Apple besonders vom neuen Keyboard profitieren. Ob dies tatsächlich so ist, verraten wir natürlich in diesem Test.

Und wie sieht es im Vergleich mit externen Tastaturen aus? Diese können ihre Stärken erwartungsgemäß innerhalb Text-verarbeitender Anwendungen ausspielen. Ob das neue Magic Keyboard sich in anderen Anwendungen, wie z. B. der Mail- oder Kalender-App, ähnlich komfortabel und vor allem sinnvoll einsetzen lässt, erfahren Sie in unserem großen Magic Keyboard Praxistest.

Magic Keyboard: Ein Zubehör, was man einfach haben will

Das neue iPad Pro 2020 mit Magic Keyboard.

Der eigentliche „Star“ bei der Präsentation des neuen iPad Pro der 2. Generation war ohne Zweifel das gleichzeitig vorgestellte Magic Keyboard. Dieses ist mit dem 12,9 Zoll großen iPad Pro der 3. und 4. Generation sowie dem 11 Zoll großen iPad Pro der 1. und 2. Generation kompatibel.

Das Magic Keyboard ist eins dieser Produkte von Apple, welches man einfach gerne besitzen möchte – bis man einen Blick auf das Preisschild wirft: Wer die Tastatur für die größeren iPad-Modelle kaufen möchte, muss mal eben 399 Euro auf den Tisch legen, für die kleinere Variante zahlt man ebenfalls stolze 339 Euro. Ob die Tastatur das Geld wert ist?

Um das herauszufinden, haben wir ein 11 Zoll großes iPadPro (2020) mit 256 GB in Space Grey mit dem Magic Keyboard gekoppelt. Schon hier fällt auf: Die beiden Geräte passen farblich hervorragend zusammen. Besitzer eines silberfarbenen iPad Pro müssen damit leben, dass Apple das Magic Keyboard nur in dunkelgrau anbietet. Aber auch diese Farbkombination hat – vielleicht gerade wegen seines Kontrastes – seinen besonderen Reiz.

Das Magic Keyboard in Kombination mit dem iPad Pro 2020 (Space Grey).

Das getestete „High-Tech-Gespann“ bringt zusammen stolze 1070 Gramm auf die Waage und vermittelt damit in seiner Haptik, aber vor allem in seiner optischen Anmutung den Eindruck, ein MacBook mit neuem Design vor sich stehen zu haben – dem neuen „Schwebe-Effekt“ sei Dank.

Ganz viel Licht, aber auch etwas Schatten

Das Magic Keyboard ist sofort nach dem Aufklappen einsatzbereit, da es über keinen eigenen Akku verfügt und sich spielend leicht magnetisch und ausschließlich im Querformat an das stromspendende iPad Pro „andockt“. Die drei leicht hervorstehenden Kontaktstifte des Keyboards berühren dabei die drei kreisrunden Kontaktflächen des iPadPro, welches sich sogleich seine Energie mit der Tastatur teilen muss.

Tipp

Um Strom zu sparen, empfiehlt es sich, die praktische Hintergrundbeleuchtung der Tastatur nur sparsam und nur dann zu verwenden, wenn es das Umgebungslicht erforderlich macht. In den Einstellungen können Sie bestimmen, wann die Tastatur leuchten soll.

Das manuelle Hoch- und Runterregeln der Tastaturbeleuchtung geschieht derzeit leider nur über das iPad-Einstellungsmenü und nicht über eine extra dafür vorgesehene Taste oder gar einen Shortcut. Einen solchen hätten wir uns auch für das Einstellen der Bildschirmhelligkeit gewünscht.

In den Einstellungen etwas versteckt, findet man die Regelung der Tastaturbeleuchtung unter: 

  1. Allgemein

  2. Tastatur

  3. Hardwaretastatur

In sehr heller Umgebung regelt die Software die Tastaturbeleuchtung automatisch komplett runter. Geht man mit angedocktem Magic Keyboard dann in dunklere Räume, so wird die Tastaturhelligkeit sofort automatisch erhöht und den neuen Lichtbedingungen angepasst. Erst jetzt ist man in der Lage, die Helligkeit manuell zu regeln und die Tastenbeleuchtung auf Wunsch wieder maximal zu reduzieren.

In den Einstellungen können Sie Optionen zur Tastaturbeleuchtung vornehmen.

Abhängig von der jeweiligen App, gibt es aber durchaus Tastaturbefehle, die man sich in jeder Anwendung durch langes Gedrückthalten der Cmd-Taste (⌘) anzeigen lassen kann. In Pages erscheinen so zum Beispiel 13 verschiedene Tastaturbefehle, wie etwa Cmd+B (⌘B) für den Fettdruck oder Cmd+R (⌘R), um das Lineal ein- bzw. auszublenden.

In dem Untermenü Sondertasten bekommt man die Möglichkeit, bestimmte Tasten des Magic Keyboard mit anderen Funktionen zu belegen. Wer möchte, kann sich somit unter anderem die Funktion der leider fehlenden ESC-Taste auf die Feststelltaste, die Ctrl-Taste, die Wahltaste, die Befehlstaste oder die Globus-Taste legen. Man muss dann natürlich auf die jeweiligen Standard-Funktionalitäten dieser Tasten verzichten.  

Hoher Stromverbrauch auch ohne Beleuchtung

Was den Akkuverbrauch angeht, stellen wir fest, dass das iPad Pro mit dem Magic Keyboard um einiges „hungriger“ wird. Obwohl die Tastaturbeleuchtung komplett deaktiviert war, hat sich der Ladezustand des iPad Pro innerhalb von 20 Minuten um fast 15 % reduziert. So wird man bereits nach ca. zwei Stunden eine Steckdose aufsuchen müssen.

Das Magic Keyboard bietet einen zweiten USB-C Anschluss.

Beim Thema Stromversorgung hat sich Apple dazu entschlossen, dem neuen Magic Keyboard an der linken Seite seines Deckel-Drehgelenks eine USB-C-Schnittstelle, zum ausschließlichen Anschluss des iPad-Ladesteckers, zu spendieren. Dieser versetzt den glücklichen „Home-Office-Anwender“ in die Lage (zumindest bei nicht mobilem Einsatz) ohne zeitliche Limitierung, Dokumente jeglicher Art mit dem Magic Keyboard erstellen und bearbeiten zu können. Ein besonderes „Schmankerl“ wäre gewesen, wenn Apple diesen USB-C-Port auf beiden Seiten des Drehgelenkes zur wahlweisen Benutzung bereitgestellt hätte. In der Praxis zeigt sich nämlich, dass je nachdem, aus welcher Richtung das Ladekabel kommt, die Kabelführung ausschließlich auf der linken Seite hinderlich sein kann.

Dank zweiter USB-C Schnittstelle im Magic Keyboard können weitere externe Geräte an das iPad Pro angeschlossen werden.

Die aber auf diese Weise frei bleibende USB-C-Schnittstelle des iPad Pro kann somit für periphere Hardware genutzt werden. Wer ohne Magic Keyboard etwa eine externe Festplatte an das iPad Pro anschließen und gleichzeitig das iPad Pro laden möchte, der kommt um den Kauf eines Adapters mit entsprechenden Anschlüssen nicht herum. Der für diese Anwendung von Apple angebotene „USB-C Digital AV Multiport-Adapter“ kostet immerhin 79 €, die man sich somit sparen kann.

Dieser Adapter liefert allerdings noch einen HDMI-Port, falls man sein iPad im Hotel oder auch zu Hause an einen externen TV-Monitor anschließen möchte. Ohne dieses Anwendungsszenario kommt man mit Magic Keyboard nun aber tatsächlich auch ohne den Adapterkauf aus.

Akku aufladen und gleichzeitig externe Geräte betreiben: Mit dem Magic Keyboard kein Problem.

Während des Tests haben wir eine Samsung SSD T3 direkt per USB-C-Kabel mit dem  iPad verbunden. Somit kann man innerhalb von Pages über das „+“-Symbol und „Einfügen von“ zum Beispiel Foto-, Video- und Audio-Dateien direkt von der SSD ins Pages-Dokument importieren und frei platzieren. Ein solches Szenario ist dank iPadOS möglich und trägt so softwareseitig dazu bei, dass „der nächste Computer zwar kein Computer ist“, sich aber doch teilweise wie ein solcher anfühlt und betreiben lässt. Der gleichzeitig am Magic Keyboard angeschlossene Ladestecker versorgt also sowohl das iPad Pro mit Ladestrom, die Tastatur mit Licht und liefert noch den Strom für die angeschlossene SSD. Das ist dann für einen solchen Gerätepark schon sehr beachtlich.

Ersetzen iPad Pro und Magic Keyboard ein Macbook?

Diese Fragen stellen sich wohl viele Nutzer, die sich zwischen den beiden Geräten entscheiden müssen. Macht das Magic Keyboard das iPad jetzt nun doch zu einem Macbook-Ersatz? Oder gibt es irgendwelche Haken? Natürlich. Apple will ja auch weiterhin seine „Klapprechner“ verkaufen.

Mal abgesehen davon, dass ein iPad Pro bei reinen Office-Anwendungen absolut ausreichend ist und das Surfen im Netz oder das Schreiben von Mails nun wirklich keine großen Ansprüche an die Hardware stellen, so finden wir, dass man mit Magic Keyboard diese Anforderungen sehr gut und deutlich komfortabler als mit der Bildschirmtastatur erledigen kann. Aufwendige und rechenintensive Audio-, Video- bzw. Grafikanwendungen bleiben eindeutig die Königsdisziplin des Macbooks Pro.

Es sind zwar nur Kleinigkeiten, die das Magic Keyboard neben einer Macbook- oder Magic-Keyboard-Tastatur mit Nummernblock eines iMac schlechter erscheinen lassen. Aber in der Summe sorgen sie dafür, dass das letzte Quäntchen „Macbook-Feeling“ dann doch nicht ganz aufkommt.

Das liegt aber weniger an der Tastatur selbst, sondern mehr an der noch teilweise rudimentären Software, beziehungsweise an fehlenden Tastatur-Shortcuts. Und letztere kann Apple ja noch durch Software-Updates einführen.

Am besten selbst ausprobieren: Die Tastatur liefert ein tolles Tippgefühl!

Die Tastatur liefert ein sehr schönes und weiches Tippgefühl, und ist der stark kritisierten und ungeliebten Butterfly-Tastatur vergangener Tage überlegen. Jetzt könnte man sagen: Dazu gehört auch nicht viel. Man sollte aber bedenken, wie gering die Tastaturtiefe des neuen Magic Keyboards ist. Es ist schon erstaunlich, wie Apple es immer wieder schafft, mit geringen Volumina derartige Ergebnisse zu erzielen.

Die Tastatur des Magic Keyboard ähnelt stark dem derzeit aktuellen Scherenmechanismus der beleuchteten Magic Keyboard Tastatur des neuen 16 Zoll Macbook Pro. Ergonomisch ist sie, unter dem Aspekt temporär einsetzbar zu sein, sehr gut gelungen.

Die bunte Vielfalt der Eingabemöglichkeiten

Die Tippgeräusche sind zwar nicht so leise wie beim 16 Zoll Macbook, aber doch erträglich. Ob der Partner dabei schlafen kann, wenn man abends im Bett noch seine Mails abarbeitet, hängt natürlich auch von dessen Grad der Müdigkeit und Toleranz ab. Es könnte aber dann doch tendenziell etwas zu laut sein. Immerhin lässt sich das iPad mit Magic Keyboard, wenn man sich in liegender Position befindet, auf dem Bauch ablegen und selbst dann noch leidlich bedienen. Eine Touch-Eingabe mit Pencil oder Finger ist auch weiterhin in jeder Anwendung möglich. Von einer parallelen  Mausbedienung ganz zu schweigen. Wer dies alles ausreizt, kann sein iPad also mit der Tastatur des Magic Keyboard, dem Trackpad, der Maus, dem Apple Pencil, dem Finger und dann auch noch mit Sprachsteuerung bedienen. Und das alles ist mehr oder weniger gleichzeitig verfügbar.

Der Klappmechanismus mit magnetischer Halterung, die das iPad Pro quasi über der Tastatur schweben lässt, ist natürlich super, um stufenlos diverse Betrachtungswinkel herstellen zu können. Facetime-Gespräche oder Netflix-Filme lassen sich so recht ordentlich und ermüdungsfrei genießen, eBooks auch im Liegen sehr komfortabel lesen.

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn man das iPad quasi um 180 Grad nach hinten klappen könnte, wie bei einem Smart Keyboard oder Smart Keyboard Folio. Ob man dann aber in den Genuss eines extrem stabil stehenden und nicht nach hinten wegzukippen drohenden „quasi Laptop“ kommen würde, ist fraglich. Um das iPad mit Magic Keyboard nach hinten umzuschmeißen, muss man schon extreme Kippwinkel oder Kraft aufwenden. Hier hat Apple ganze Arbeit geleistet.

Wer will, der kann das iPad inkl. Magic Keyboard normal aufklappen, hochkant nehmen, die linke Hand unter das gewinkelte Drehgelenk legen und mit der rechten Hand die rechte untere iPad-Ecke halten. So kann man dann zwar nur lesen und keinen Text mehr eingeben, aber immerhin ist eine Stellung wie beim Halten eines offenen Buches machbar.

Das Trackpad macht eine Maus zwar theoretisch überflüssig. Doch wenn man sie auch sonst gerne benutzt, vermisst man sie schon. Gerade bei Kontextmenüs, die man über die rechte Maustaste erreicht. Der rechte Mausklick wird durch eine Menüeinstellung realisiert, nach deren Aktivierung man mit einem Zweifinger-Tippen auf das Trackpad die Sekundärfunktionen auslöst. Aber man kann natürlich auch über Bluetooth eine externe Maus verbinden, was dann tatsächlich einem Computer-Arbeitsplatz sehr nahe kommt.

Überdies arbeitet das Trackpad sehr präzise, könnte aber etwas größer sein, was die senkrechte Streichrichtung anbelangt. Unter "Einstellungen – Allgemein – Trackpad" kann man aber die Geschwindigkeit der Zeigerbewegung erhöhen und somit auch größere Entfernungen innerhalb eines Dokumentes oder einer Internetseite durch einen Strich von unten nach oben überbrücken. Außerdem hat man dort noch die Option, den „Klick durch Tippen“ zu aktivieren, was der Lebensdauer des mechanischen Trackpads entgegenkommen sollte. Der Druckpunkt für die Eingabebestätigung ist vergleichbar mit der bekannten mechanischen Lösung, bevor Apple das rein kapazitive Trackpad eingeführt hat.

„Hast du kein Macbook, hast du kein Macbook“

Nach so viel Lob für das Magic Keyboard könnte man sich die Frage stellen: Existieren überhaupt ernsthafte Kritikpunkte, die den Unterschied zu einem waschechten MacBook ausmachen? Auf jeden Fall!

Sicherlich ist das iPadOS noch zu jung, als dass es mit einem gestandenen macOS mithalten könnte. Das muss es aber auch vielleicht gar nicht, weil es ja für eine ganz andere Geräteklasse konzipiert ist. Andererseits sorgt Apple mit seinem Werbeslogan „Dein nächster Computer ist kein Computer“ selber für diese Vergleiche. Das neue Magic Keyboard sorgt in erster Linie für eine sehr starke optische Annäherung dieser beiden Geräteklassen, ohne aber wirklich dem Macbook mit seiner Scherentastatur den Rang ablaufen zu können.

Fangen wir damit an, dass man die Tastatur deutlich schlechter aufklappen kann. Gelingt dies bei einem Macbook mit einer Hand, so benötigt man dafür beim iPad Pro mit Magic Keyboard mindestens zwei Hände. Andererseits musste man beim kleinen Standard-Macbook, wegen seines geringen Gewichtes, ebenfalls zwei Hände anlegen.

Das Trackpad des Magic Keyboard ist für das iPadOS ausreichend, kann aber wirklich nicht mit dem des Macbook mithalten. Weder von der schieren Größe, noch von seiner Präzision und Haptik.

Wenn man die Touch-Bar eines aktuellen Macbooks Pro gewohnt ist, dann vermisst man diese womöglich beim Magic Keyboard – natürlich auch das Fehlen sämtlicher Steuerungstasten für Audio- bzw. Videomedien. Die fehlende Escape-Taste, deren virtuelle Existenz ja sogar beim Vorgänger des jetzigen 16-Zoll-MacBooks beanstandet wurde, obwohl die Funktionalität an der gewohnten Stelle vorhanden war, nur das äußere Erscheinungsbild einigen „Design-Fetischisten“ nicht stimmig erschien. Und dann kann es bisweilen auch passieren, dass man bei maximal eingestelltem Kippwinkel die Zahlen der oberen Tastenreihe etwas schlechter erreicht bzw. mit den Fingern gegen die Unterkante des iPad Pro stößt.  Die untere Kante des iPads ragt in dieser Maximalstellung tatsächlich, senkrecht von oben betrachtet, etwas über diese Tastenreihe hinweg. Hätte man den Boden der Tastatur nach hinten nur 5 mm länger gemacht, wäre dies nicht der Fall.

Bei einem steileren Betrachtungswinkel verdeckt das iPad Pro die obere Tastenreihe des Magic Keyboard.

Die fehlenden Tasten für die Helligkeitsregelung des Displays und der Tastatur wurden bereits erwähnt.

Und eine Taste, die wir beim Erstellen dieses Textes extrem vermisst haben, ist die FN-Taste eines MacBooks. Mit FN+Backspace ist man nämlich in der Lage, einzelne Buchstaben rechts vom Cursor löschen zu können. So ist man auf dem Magic Keyboard dazu gezwungen, den Cursor immer erst rechts von den zu löschenden Zeichen oder Wörtern zu platzieren, um sie dann mit der rechts oben liegenden Backspace-Taste nach links laufend zu löschen. Das hört sich jetzt banal an. Wer aber viel Text einzugeben hat und schnell und effizient arbeiten möchte, der benötigt gerade diese Funktionen und weniger einen Shortcut zum Erstellen eines neuen Dokumentes (Cmd+N (⌘N)).

In der Kalender-App ist es z.B. nicht möglich, bereits eingetragene Termine durch Drücken und Halten der Options-Taste und gleichzeitigem ziehen eines Termins mit dem Trackpad zu kopieren. Dies wäre ein Beispiel für ein leicht inkonsistentes Verhalten. Ansonsten konnten wir dort keine größeren Einschränkungen feststellen. Auch in der Mail-App ließen sich im Test keine negativen Bedienschwächen finden.

Fazit

Das Magic Keyboard wertet das iPad Pro zusätzlich extrem auf. Wenn man es erst ein paar Tage in Benutzung hat, will man es nicht mehr hergeben. Das Gesamtgewicht beider Komponenten von rund einem Kilogramm könnte manche Nutzer im täglichen mobilen Einsatz stören. Andererseits sorgt es für einen sehr sicheren Stand und korrespondiert mit der exzellenten optischen und mechanischen Verarbeitung. Die Texteingabe sowie die Steuerung diverser Funktionalitäten in den einzelnen Apps mittels Trackpad, sind überwiegend gut gelöst.

Das iPad Pro mit Magic Keyboard ist nicht für jeden Nuter geeignet.

Die zusätzliche USB-C-Ladeschnittstelle finden wir sehr lobenswert, sowie die daraus resultierenden Synergie-Effekte beim Anschluss peripherer Hardware. Die Handhabung ist kinderleicht, das Anlegen und Abnehmen des iPad Pro auch älterer Jahrgänge erfolgt mehr oder weniger von selbst. Apple könnte jedoch noch das Strom-Management verbessern. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn Apple das Fehlen wichtiger Tasten und deren Funktionen über anstehende Software-Updates nachliefert. Das Auffinden von Einstellungsfunktionen ist nicht sonderlich intuitiv – was eigentlich recht untypisch für Apple ist. Vieles könnte aber mit einem Software-Update optimiert werden. Der Preis ist hoch, aber angesichts der vielen Funktionalitäten (Schutzhülle, zusätzliche Ladebuchse, hintergrundbeleuchtete Tastatur, Trackpad, Laptop-Ergonomie, hochwertiger iPad-Stand) insgesamt noch als angemessen zu bewerten. Für jeden Nutzer, der Office-Arbeiten mit dem iPad Pro erledigen möchte, ist das Magic Keyboard zwar eine teure, auf Dauer aber eine lohnenswerte Investition.