USB-C-Sticks

Mit der neuen USB-C-Schnittstelle ändert sich auch das Format des Steckers. Somit sind alte USB-Sticks nur noch mit Adapter zu gebrauchen. Doch wer möchte den immer mitnehmen? Und noch viel wichtiger, USB-C bietet die Chance, viel schnellere Datenraten auch auf den kleinen Sticks zu haben.

Ich habe mir aus diesem Grunde eine Auswahl an aktuell erhältlichen USB-C-Sticks ins Testlabor geholt – und auf Herz und Nieren am Mac Mini, einem Macbook Pro und einem iPad Pro geprüft.

Klein oder groß? Je kleiner die Sticks sind, umso unhandlicher werden sie. Das merkt man ganz speziell zwischen dem sehr kleinen Hama und dem größeren Sandisk. Wobei der Sandisk nicht wirklich groß ist.

© Thomas Bergbold

Die Testkandidaten

Die Auswahl an schnellen Sticks für USB-C wird allmählich größer.  In unserem Test mit dabei ist von Hama der FlashPen C-Turn mit 64 GB Speicher . Der C-Turn ist ein Stick mit zwei Schnittstellen, auf der einen Seite USB Type A mit USB-3.0-Geschwindigkeit und auf der anderen Seite der USB-C-Stecker. Hama verzichtet auf eine Schutzkappe, stattdessen wird eine Abdeckung aus Aluminium über die nicht benutzte Schnittstelle geklappt.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.

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Nach dem gleichen Prinzip arbeiten auch der JumpDrive Dual Drive D30c von Lexar und der Ultra Dual Drive Luxe von SanDisk . Nur mit dem Unterschied, dass beide ein sehr viel größeres Ganzmetallgehäuse besitzen. Sowohl der JumpDrive als auch der Ultra Dual Drive Luxe liegen sehr gut in der Hand. Der von den Abmessungen größte USB-C-Stick im Testfeld ist der JumpDrive. Er kommt mit 128 GB zum Test, der Ultra Dual Drive Luxe hat mit 1 TB den größten Speicher.

Kappe oder Versenken, die USB-C Sticks bieten ganz unterschiedliche Lösung für den Schutz der Schnittstelle. Wobei nur bei Sandisk beide Schnittstellen gleichzeitig geschützt sind.

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Ebenfalls von Sandisk mit dabei ist der Ultra Dual USB Type-C-Stick   ebenfalls mit einem größeren Gehäuse. Er tritt mit 32 GB an. Auch er bietet wie alle Testteilnehmer zwei Schnittstellen, hat aber eine besondere Bauform, bei der beide Schnittstellen im Gehäuse geschützt sind. Man schiebt einfach den gewünschten Anschluss aus dem Gehäuse.

Die preiswerten USB-C Sticks sind nicht nur für den Mac erste Wahl, sondern auch am neuen iPad Pro sehr praktisch.

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Der nächste USB-C Stick ist wieder ein sehr kleiner Vertreter, der JetFlash 890 von Transcend in 64 GB . Das Aluminiumgehäuse ist aus einem Guss und sehr elegant. Da wirkt die aufgesetzte Staubschutzkappe wie ein Fremdkörper. Leider verliert man sie auch sehr schnell.

Die preiswerten USB-C Sticks sind nicht nur für den Mac erste Wahl, sondern auch am neuen iPad Pro sehr praktisch.

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Der Verbatim Dual Drive 64 GB USB-Stick ist der letzte Teilnehmer am Test. Das Kunststoffgehäuse mit seiner Kunststoffkappe wirkt auf den ersten Blick nicht so hochwertig wie die Mitbewerber, ist aber zweckmäßig.

Kappe oder Versenken, die USB-C Sticks bieten ganz unterschiedliche Lösung für den Schutz der Schnittstelle. Wobei nur bei Sandisk Ultra Dual USB Type-C beide Schnittstellen gleichzeitig geschützt sind. Der Kingston DataTraveler 80 ist der einzige Stick mit nur einer Schnittstelle, die natürlich auch geschützt ist.

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Der einzige reine USB-C-Stick kommt von Kingston, der DataTraveler 80 . Das Metall/Kunststoffgehäuse ist einfach in der Machart, aber groß genug für eine gute Handhabung.

Die Handhabung

Was als Erstes bei den meisten USB-C-Sticks auffällt, sind die sehr kompakten Abmessungen. Der kleinste Stick ist der Transcend mit 2,9 cm, dann der Hama mit 3 cm, gefolgt vom Verbatim mit 3,3 cm. Sandisk liefert mit 3,8 cm und 4,5 cm größere USB-C Sticks, ebenso wie der Kingston mit 4,2 cm. Mit Abstand der größte Stick ist der Lexar mit 6,5 cm.

Sehr elegant und schön ist das Aluminiumgehäuse des JetFlash 890 von Transcend. Doch leider wird es im Betrieb sehr warm.

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Das Aluminiumgehäuse des Transcend sieht ja sehr elegant aus, hat aber in der Handhabung einen großen Nachteil, man bekommt den Stick nur schwer zu packen. Steckt er mal richtig fest, ist es ein Geduldsspiel, den Stick wieder aus der Schnittstelle zu bekommen. Und ein weiteres Problem ist die thermische Entwicklung des JetFlash 890. Er wird im laufenden Betrieb sehr warm, das kann schon unangenehm werden. Die Schutzkappe wirkt ein wenig wie ein Fremdkörper und verhält sich leider auch so, man kann sie sehr schnell verlieren.

Sehr elegant und schön ist das Aluminiumgehäuse des JetFlash 890 von Transcend. Doch leider wird es im Betrieb sehr warm.

© Thomas Bergbold

Der Verbatim bietet dank der großen Schutzkappe etwas mehr Handhabe, ist aber mit 3,3 cm auch sehr kurz geraten. Hier wird die Schutzkappe, wie beim Transcend einfach auf die nicht benutzte Schnittstelle gesteckt, die andere Schnittstelle bleibt ebenso ungeschützt. Steckt die Schutzkappe auf dem USB-A Stecker ist die Handhabung noch in Ordnung, nur auf dem USB-C Stecker löst sich die Schutzkappe leicht, vor allem beim Verkanten.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.

© Thomas Bergbold

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C Stick bietet eine wohltuende Abkehr vom Minimalismus. Wer wie ich zwar kleine Hände, aber dicke Finger hat, tut sich mit kleinen USB-Sticks sehr schwer, vor allem, wenn der Anschluss nur schwer erreichbar ist. Da ist ein so großes Gehäuse – der Sandisk ist immerhin 3,8 cm lang – schön leicht in der Handhabung. Das gilt auch für die Sticks von Lexar und Kingston sowie dem zweiten Stick von Sandisk im Test.

Die Gehäusegröße hat nur dann Nachteile, wenn die Platzverhältnisse sehr eng sind. Zum Beispiel beim iPad Pro mit einer dicken Schutzhülle wie der UAG Metropolis. Hier punkten der Ultra Dual Drive Luxe von Sandisk und der DataTraveler 80 von Kingston mit der besten Handhabung aller USB-C Sticks. Sie sind nicht breit, aber dafür lang. Probleme mit dicken Schutzhüllen kann es beim Sandisk Ultra Dual USB Type-C, dem Lexar JumpDrive Dual Drive D30c und dem Transcend JetFlash 890 kommen.

Als hätten die Hersteller es geahnt, dass man ihre Sticks leicht verlieren kann, bieten alle eine kleine Öse für eine Kordel zum Aufhängen.

Die Geschwindigkeit

Alle USB-C Sticks unterstützen den Standard USB 3.1 Gen 1 mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 5 Gbit/s. Damit kommt schon die erste Enttäuschung, ist doch der USB-C-Anschluss am Mac bis 10 GBit/s definiert und nennt sich dann USB 3.1 Gen 2 oder auch USB 3.2 Gen 2 genannt. Kingston gibt bei seinem Stick USB 3.2 Gen 1 an, was aber auch nur bis 5 Gbit/s angegeben ist.

Die Hersteller nennen hier meist nur die Geschwindigkeit beim Lesen, weil diese sehr viel höher ist als die Geschwindigkeit beim Schreiben. Hama gibt hier konservative 100 MB/s an, Transcend 130 MB/s, Lexar und Sandisk 150 MB/s. Kingston ist hier die Spitze mit 200 MB/s. Einzig Verbatim macht keine Angaben. Die Angaben der Hersteller gelten nur für den Betrieb am Mac, für das iPad Pro gibt es keine Angaben.

In der Praxis sehen die Werte beim Lesen aber ganz anders aus. Wir habe zum einen mit Aja System Test Light die Datenrate gemessen, aber auch die Zeit gestoppt, die es gebraucht hat, einen Ordner mit Bildern zu übertragen.

Beim Benchmarktest mit Aja System Test Light liegt der Kingston erwartungsgemäß mit 243 MB/s vor dem ebenfalls sehr guten Lexar mit 232 MB/s und dem Verbatim mit 222 MB/s. Hama schafft mit 200 MB/s auch noch einen sehr guten Wert.

Bei den von Hand gestoppten Werten am USB-C des Mac ist der Kingston mit 249 MB/s deutlich vor Hama und Verbatim mit 190 MB/s beziehungsweise 183 MB/s. Das ist mehr, als Hama und Verbatim angeben. Ebenfalls mehr als die Angaben ist es mit 168 MB/s bei Lexar. Sandisk trifft mit rund 150 MB/s die Werksangaben und Transcend bleibt mit knapp 100 MB/s, 30 MB/s unterhalb der Angaben.

Beim Schreiben sieht es typisch Speicherstick nochmals anders aus. Hier brechen die Werte schnell ein, wenn sich die Datenmenge erhöht. Das kann man sehr gut in einem Benchmarkprogramm wie Aja System Test Light sehen. Exemplarisch zum Beispiel beim Lexar, der mit 60 MB/s startet und dann im Mittel auf 16 MB/s abfällt. Den Spitzenwert fährt hier wieder der Kingston mit 122 MB/s ein. Über 50 MB/s kommen dann nur der Hama und der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe.

Bei der Handmessung mit einem Bilderordner führt der Kingston ebenfalls das Feld mit 75 MB/s an. Dahinter folgen mit Abstand der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe mit 56 MB/s, der Sandisk Ultra Dual USB Type-C mit 35 MB/s, der Hama mit 31 MB/s, der Transcend mit 28 MB/s und der Verbatim mit 24 MB/s. Das Schlusslicht ist wieder der Lexar mit 14 MB/s.

Die einfache Nutzung von Speichersticks am iPad hat sich mit dem iPad Pro und iOS 13 deutlich vereinfacht. So stellen USB-C Sticks für den einfachen Datenaustausch die erste Wahl dar. Auch hier haben wir die Geschwindigkeit von Hand mit einem Ordner Bilder gemessen. Da uns der USB-C Stick von Transcend nicht mehr zur Verfügung stand, muss dieser hier leider außen vor bleiben.

Bei den Werten für die Datenrate beim Lesen liegt der Kingston mit 90 MB/s vor dem Lexar mit 85 MB/s und dem Sandisk Ultra Dual Drive Luxe mit 81 MB/s. Hama und Verbatim liegen mit 56 MB/s gleichauf, gefolgt vom Sandisk Ultra Dual USB Type-C mit 46 MB/s.

Beim Schreiben sind alle Werte sehr niedrig. Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C kommt nur auf 4 MB/s und Hama, Lexar sowie Sandisk Ultra Dual Drive Luxe nur auf 5 MB/s. Verbatim ist hier mit 12 MB/s etwas besser und der Kingston ist mit 17 MB/s wieder an der Spitze. Das es aber noch schneller geht, zeigen SSD-Laufwerke, hier sind über 30 MB/s möglich.

Empfehlung

Den Trend zu extrem kleinen USB-C-Sticks kann man kontrovers diskutieren. Sehr auffällig dabei ist auf jeden Fall die Wärmeentwicklung des kleinen Metallgehäuses von Transcend. Das wird extrem heiß und fasst sich daher sehr unangenehm an. Beim Kunststoffgehäuse des Verbatim merkt man kaum etwas und erst recht nicht bei den großen Gehäusen der Sandisks. Hier ist also die Größe genauso wie bei der Handhabung ein Pluspunkt.

Der Sandisk Ultra Dual USB Type-C bietet ein angenehm großes Gehäuse. Was sehr gut in der Handhabung am Mac ist, ist am iPad Pro unpraktisch, wenn man eine dicke Hülle einsetzt.

© Thomas Bergbold

Wie schon bei anderen Flash-Speichern unterscheiden sich die Datenraten für das Schreiben deutlich von denen für das Lesen. Die Datenraten am Macbook Pro entsprechen nur teilweise den Erwartungen. Es ist ja schön, dass Hama und Verbatim viel schneller sind als gedacht, aber das betrifft nur die Werte für das Lesen. Die Schreibwerte sind einfach viel zu gering, speziell beim Verbatim ist das auffällig. Hier merkt man, das USB-Sticks günstige Massenware sind. Dass es auch kleine Fortschritte geben kann, zeigt der neue Sandisk Ultra Dual Drive Luxe. Zwar reicht die Datenrate beim Lesen nicht an Hama und Verbatim heran, dafür sind die Schreibwerte am Mac sehr gut.

Ein ähnliches Bild auch am iPad Pro, nur das hier die Schnittstelle lange nicht so leistungsfähig ist, wie am Macbook Pro. Da merkt man dann doch, dass es noch kein vollwertiger Ersatz für ein Macbook Pro ist. Die Datenraten reichen für kleine Dateien, Videoschnitt auf einem USB-C Stick zu machen würde einem dann doch nicht einfallen. Der negative Ausreißer am Macbook Pro Verbatim, ist hier der Musterknabe beim Schreiben und der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe zeigt, dass auch gute Lesewerte möglich sind.

NVMe SSD-Laufwerke am iPad Pro

Außerhalb der Wertung haben wir noch drei kompakte SSD-Laufwerke mitlaufen lassen. Zum einen die SE800 von ADATA, die WD Blue SN550 NVMe SSD in einem Gehäuse von LMP dem DataMobile Ultra SSD und die neue Sandisk Extreme Portable SSD.

Am iPad Pro messen wir Rekordwerte im Vergleich zu den USB-Sticks. Die WD/LMP Kombination startet bei 32MB/s beim Schreiben, dann folgt die ADATA mit 38 MB/s und die Sandisk markiert die Spitze mit 54 MB/s. Auch die Werte beim Lesen können sich sehen lassen. Hier setzt sich die WD/LMP Kombination mit 146MB/s an die Spitze gefolgt von Sandisk mit 110 MB/s und ADATA mit 101 MB/s.

Wem die kleinen USB-C Sticks zu langsam sind und zu wenig Speicherkapazität haben, für den könnten auch kompakten SSDs eine Alternative sein. Mit zunehmender Speichergröße sind solche Lösungen auch günstiger als USB-C Sticks. Dank USB-C laufen sie sowohl am Mac als auch am iPad Pro zu Höchstform auf.

© Thomas Bergbold

Auch wenn NVMe-SSDs sehr viel größere Abmessungen haben, sind sie was, dass Preisleistungsverhältnis betrifft durchaus eine Überlegung wert.

Der Sandisk Ultra Dual Drive Luxe USB-C Stick ist derzeit der einzige USB-Stick, der auch mit 512 GB und 1 TB erhältlich ist. Mit 1 TB kostet er rund 170,- Euro. Die ADATA SE800 und die Sandisk Extreme Portable SSD sind mit rund 140,- Euro günstiger.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Hersteller

Produkt

Preis

Info

Hama

FlashPen C-Turn

27,80 Euro für 128 GB

https://de.hama.com

Kingston

DataTraveler 80

25,98 Euro für 128 GB

https://www.kingston.com/germany/de

Lexar

JumpDrive Dual Drive D30c

25,25 Euro für 128 GB

https://www.lexar.com/de

Sandisk

Ultra Dual USB Type-C

20,99 Euro für 128 GB

https://shop.westerndigital.com/de-de/sandisk

Sandisk

Ultra Dual Drive Luxe Type-C

21,90 Euro für 128 GB

https://shop.westerndigital.com/de-de/sandisk

Transcend

JetFlash 890

19,89 Euro für 64 GB

https://de.transcend-info.com

Verbatim

Dual Drive USB-Stick

18,95 Euro für 64 GB

https://www.verbatim.de