Gerade in Zeiten des vermehrten Homeoffice kommt dem Drucken eine ganz neue Bedeutung zu. Viele Druckjobs, die sonst im Büro erstellt wurden, fallen nun zu Hause an. Da ist es verständlich, dass Sie so günstig wie möglich an das bedruckte Blatt kommen wollen. Die Lösung: Sie greifen zu einem Tintenstrahl-Multifunktionsdrucker mit Tanksystem. Er lässt sich mit Tinte aus Flaschen befüllen und kommt so auf derart niedrige Seitenpreise, die Sie sie mit herkömmlichen Geräten nie erreichen können - egal, ob diese Geräte mit Tinte oder Toner arbeiten.

Mit Canon, Epson und HP sind alle Player dieser Gerätekategorie vertreten. Darunter ist Epson mit der Ecotank-Serie der Vorreiter. Canon mit den Megatanks und HP mit den Smart Tanks sind später auf den "Tank-Zug" aufgesprungen - obwohl sie Epson jahrelang belächelt haben. Allen gemeinsam ist, dass die Preise für die Hardware ungewohnt hoch sind, wenn Sie die Kosten für klassische Patronen-Drucker im Kopf haben. Die Geräte aus unserem Test starten bei 290 Euro mit dem Epson Ecotank ET-2710 und gehen bis zu satten 1070 Euro (UVP) für den Epson Ecotank ET-5800 .


Ausstattungsunterschiede – Display, Fax, Duplex etc.

Auch wenn die Preise im Handel teils deutlich unter den UVPs liegen, ist die Investition in einen Tank-Multifunktionsdrucker beim Kauf zuerst einmal erheblich. Trotzdem können Sie nicht von vorneherein davon ausgehen, dass auch alle gewünschten Optionen mit an Bord sind. So fehlt etwa dem günstigsten Tank-Multifunktioner des Testfelds - dem Epson Ecotank ET-2710 - ein Display. Und auch beim Papiervorrat wird bei diesem Gerät gespart - eine Zufuhr für maximal 100 Blatt muss reichen. Darin sind auch andere Modelle nicht übermäßig großzügig, wie Sie etwa am HP Smart Tank Plus 655 sehen können. Auch dieser Tank-Kombidrucker beschränkt sich auf eine Zufuhr für maximal 100 Blatt.

Angesichts der günstigen Seitenpreise von Tank-Multifunktionsdruckern sollte der Papiervorrat nicht zu knapp sein. Der Canon Pixma G7050 hat immerhin zwei Papierfächer für insgesamt maximal 350 Blatt.

© Canon

Mehr Papier passt in Geräte mit zwei Zufuhren - etwa den Canon Pixma G6050 oder G7050 . Bei diesen Modellen haben Sie auch mit dem Mobildruck keine Probleme, da alle wichtigen Standards unterstützt werden. Nicht so beim schon erwähnten Epson Ecotank ET-2710. Er beherrscht etwa Apple Airprint nicht.

Dass es auch anders geht, zeigt unser Testsieger Epson Ecotank ET-5800 : Er hat in Sachen Ausstattung die Nase mit zwei Papierkassetten für jeweils 250 Blatt und einer weiteren Zufuhr für 50 Blatt. Highlight bei diesem Modell ist sicher die Ausstattung mit Duplex-Druck-Einheit und Dual-Scanner. Außerdem kriegen Sie hier auch noch ein großes Touch-Display, alle wichtigen Schnittstellen inklusive ac-WLAN und eine Fax-Funktion mit ADF. Allerdings ist das Komplettprogramm auch nur für satte 1070 Euro (UVP) zu haben.

Wem ein bestimmtes Ausstattungsfeature wie etwa ein Fax Wert wichtig ist, muss nicht so tief in die Tasche greifen: Die Modelle Canon Pixma G7050 (440 Euro UVP) und HP Smart Tank Plus 655 für 340 Euro (UVP) sind damit ausgestattet. Gleichzeitig können auch Fotofreunde bei Multifunktionsdruckern mit Tanksystem auf ihre Kosten kommen: Denn mit dem Epson Ecotank ET-7700 gibt es auch ein Modell mit fünf Tintentanks – zu den Farben Blau, Rot, Gelb und Schwarz gesellt sich in diesem Fall ein Foto-Schwarz -  Kostenpunkt: rund 660 Euro (UVP).


Super niedrige Seitenpreise: Argument Nummer eins fürs Tanksystem

Spätestens, wenn Sie für Ihren Tank-Multifunktionsdrucker einen Flaschensatz Tinte kaufen müssen, sind Sie versöhnt mit dem Anschaffungspreis. Denn erst einmal dauert es eine gute Weile, bis ein Nachkauf überhaupt nötig ist. Und zweitens sind die Flaschen bei allen Herstellern erschwinglich. So kommen alle Testkandidaten auf Folgekosten, die unter oder knapp über einem Cent pro A4-Seite liegen – das ist einmalig im Druckerbereich.

Und doch gibt es Unterschiede bei den Seitenpreisen: Das liegt unter anderem an den mitgelieferten Tintenflaschen. Beim HP Smart Tank Plus finden Sie neben den Farbtinten gleich zwei Schwarztinten-Flaschen im Paket, bei den Canon-Modellen Pixma G6050 und G7050 sogar 3 Flaschen. Hier werden Sie lange keine Schwarztinte nachkaufen müssen.

Trotzdem Sie bei allen Testkandidaten mit einer Tintenflasche zu mehreren Tausend bedruckten Seiten kommen, variieren die Reichweiten der Tinten, was sich auf den Seitenpreis auswirkt. Zu den etwas höheren Seitenpreisen gehört der Epson Ecotank ET-5800 mit einem Tintensatz im Lieferumfang, von dem er bei der Inbetriebnahme schon ungefähr die Hälfte zur Befüllung der Leitungen benötigt. Hier kommen Sie im Nachkauf auf Kosten von 0,35 Cent für das schwarzweiße und 0,76 Cent für das farbige Blatt.
Im günstigsten Fall zahlen Sie um die 0,2 Cent für die schwarzweiße und 0,4 Cent für die farbige A4-Seite. Selbst beim ET-7700 mit fünf Tinten kommt Ihnen eine ISO-A4-Farbseite rechnerisch nur auf 1,14 Cent.


In der Mehrheit niedriges Drucktempo

Bei so niedrigen Druckkosten könnte man annehmen, dass alle Multifunktionsdrucker mit Tintentanks auf schnellen Durchsatz ausgelegt sind. Das ist jedoch ein Irrtum. Gerade die Modelle, die für den Einsatz zu Hause gedacht sind – etwa unser derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger Epson Ecotank ET-2720 – fordern Ihnen durchaus Geduld im Drucken, Kopieren und oft auch beim Scannen ab. Letzterer Punkt fällt im Test besonders beim HP Smart Tank Plus 655 auf, da der Tank-Multifunktioner fürs Scannen vergleichsweise lange braucht.

Tempo-Werte im Textdruck: Schneller als der Epson Ecotank ET-5800 mit 30 Sekunden druckt derzeit keiner unsere 10 Seiten Grauert-Text. Die Mehrheit des Testfeldes benötigt um eine Minute, mit 46 Sekunden liegt der Epson Ecotank ET-7700 in dieser Disziplin auf Platz 2.

Im Tempo-Mittelfeld befinden sich die Canon-Modelle Pixma G6050 und G7050 - sie bringen identische Druckwerke mit, die beispielsweise zehn Seiten Grauert-Text in knapp einer Minute schaffen. Am schnellsten werkelt der Testsieger Epson Ecotank ET-5800. Hier überzeugt das Arbeitstempo sowohl bei Simplex- als auch bei Duplex-Aufgaben – ein großer Vorteil, wenn Sie das Gerät für die Arbeit einsetzen. Für den genannten Grauert-Brief mit zehn Seiten benötigt der Drucker im Test gerade einmal 30 Sekunden, im Duplex-Modus erreicht er mit 44 Sekunden auch einen Spitzenwert.

Der Textdruck steht hier repräsentativ für die Druckgeschwindigkeit. Denn klar ist: Sobald Farbe ins Spiel kommt, müssen Sie noch mehr Geduld mitbringen, bis der Druck fertiggestellt ist. Gleichzeitig lässt sich sagen, dass alle Testkandidaten verlässlich arbeiten. Probleme wie etwa Papierstau oder Ärger mit der Druckaufbereitung können wir nicht feststellen.


Qualität – Flaschentinte vom Hersteller ist hochwertig

Qualitätseinbußen wegen der Tinte aus Flaschen müssen Sie nicht befürchten. Oft kommt eine pigmentierte Schwarztinte zum Einsatz. Sie ist lichtbeständig und sorgt für eine satte Deckung auf dem Papier. Eine Ausnahme machen hier nur die Epson-Ecotank-Modelle ET-2710 und ET-2720 . Sie verwenden durchgängig farbstoffbasierende (Dye) Tinten.

Vielfach mischen die Hersteller auch die Tintentypen. So gesellen sich etwa beim HP Smart Tank Plus 655 oder den Canon-Pixma-Geräten zum Pigment-Schwarz Dye-Farbtinten. Durchgehend auf Pigmenttinten setzt Epson dagegen beim Ecotank ET-5800.
Egal, welche Tintentyp-Kombination der Multifunktionsdrucker mitbringt, die Ergebnisse können sich im Test sehen lassen. Das gilt auch für die Scans und Kopien. Das heißt jedoch nicht, dass wir nichts zu kritisieren haben. Besonders bei Kopien sehen wir oft ein Raster auf Flächen. Auch schwierige Farbtöne wie etwa Pastell verschwindet oft komplett von der Farbkopie. Diese Defizite sind jedoch typisch bei Tintenstrahlgeräten mit vier Farben und kein Charakteristikum speziell von Tank-Multifunktionsdruckern.

Die Flachbettscanner, die in Tintentank-Multifunktionsdruckern eingebaut werden, erledigen Alltagsaufgaben gut. Das gilt auch dann, wenn es um die Tiefenschärfe geht – wie hier am Beispiel des Epson Ecotank ET-2710 zu sehen ist.

Gleichzeitig bringen diese Geräte im Schnitt ordentliche Scan-Einheiten mit, die auch in der Tiefe auf eine gute Schärfe kommen. Das gilt auch für die Einstiegsklasse wie etwa den Epson Ecotank ET-2710. Unterm Strich werden Sie bei Alltagsaufgaben von keinem der Testkandidaten enttäuscht. Fotofreunde sollten sich den Epson Ecotank ET-7700 ansehen. Die zusätzliche Fotoschwarztinte tut insbesondere der feinen Graustufen-Unterscheidung gut.


Die Tinte aus der Flasche in den Tank zu bekommen, ist einfach: Sobald Sie die Flasche aufgesetzt haben, beginnt die Tinte automatisch in den Tank zu fließen. Ist er voll, stoppt der Prozess wiederum automatisch.

Inbetriebnahme: einfache Tankbefüllung

Bei allen Testkandidaten sind die Tanks im Gehäuse integriert und nicht mehr seitlich angedockt wie noch bei den ersten Tank-Multifunktionsdruckern. Die Flaschen sind mit Tropfstopps ausgestattet. Das erleichtert die Inbetriebnahme, da Sie keine unerwünschten Tintentropfen befürchten müssen, solange Sie keinen Druck auf die Flasche ausüben. Die Ventile öffnen sich erst beim Aufsetzen auf den jeweiligen Tank. Auch stoppt der Tintenfluss automatisch, wenn der Tank vollständig gefüllt ist.
Insgesamt sind die Inbetriebnahme-Prozesse bei allen Testkandidaten gut durchdacht und detailliert dokumentiert anhand von Start-up-Faltblättern, die im Lieferumfang enthalten sind. Sie müssen in dieser Hinsicht keine Bedenken haben. Diese Multifunktionsdrucker sind ähnlich leicht zu installieren wie klassische Patronen-Geräte.

Test-Fazit: Die Zukunft des Druckens ist bereits Realität

Tintentank-Multifunktionsdrucker sind eine echte Alternative sowohl zu den Patronen-Geräten als auch zu Laser-Kombis. Sie finden für jeden Einsatzzweck inzwischen schon das passende Modell. Einen Überblick verschafft Ihnen unsere Kauberatung zu den Tank-Druckern . Außerdem haben Sie bei dieser Gerätekategorie noch einen Vorteil: Die Hersteller verlängern hier die Garantie meist von einem auf drei Jahre. Unsere momentanen Testsieger stellen wir Ihnen hier näher vor.


Epson Ecotank ET-5800

Aktueller Testsieger: Epson Ecotank ET-5800

Ein vielseitiger Bürohelfer, der im Tempo und in der Ausgabequalität den Ansprüchen an den Arbeitsalltag gerecht wird. Dabei halten sich die Folgekosten in sehr moderaten Grenzen, auch wenn sie über denen anderer Tintentank-Multifunktionsdrucker liegen. Eine vergleichsweise hohe Investition erfordert jedoch die Hardware. Sie liegt bereits in Regionen, die wir von Farblaser-Multifunktions-Systemen kennen. Wer die Anschaffung nicht scheut, erhält ein Tintentank-Multifunktionsgerät, das auch bei einer hohen Arbeitsbelastung nicht in die Knie geht und sich dank der hohen Gesamtleistung momentan den Testsieg sichern kann.

Ausführlicher Testbericht: Epson Ecotank ET-5800

Der beste Preis: Epson Ecotank ET-5800


Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Epson Ecotank ET-2720

Epson Ecotank ET-2750

Mit dem ET-2720 betreibt der Hersteller einen Modellausbau der Einstiegsserie. Am gemächlichen Arbeitstempo ändert sich nichts, auch wenn diese Geräte fürs Home Office gedacht sind, wo Zeit durchaus eine Rolle spielt. Deshalb kommt der ET-2720 zwar als Einzelplatzgerät in Frage, als Drucklösung für mehrere Anwender ist er aber schlicht zu langsam. Trotz des Aufpreises zum Vergleichsmodell ET-2710 ist der ET-2720 die bessere Wahl, da Ihnen das Panel mit Display das Bedienen direkt am Gerät erleichtert. Erstmals gibt es vom Hersteller mit dem Epson Ecotank ET-2726 auch eine baugleiche Modellvariante mit weißem Gehäuse.

Ausführlicher Testbericht: Epson Ecotank ET-2720

Der beste Preis: Epson Ecotank ET-2720