Günstiger WLAN-Router für Wi-Fi 6 im Test: Asus RT-AX53U

Der Asus RT-AX53U eignet sich für den Umstieg auf den neuen WLAN-Standard Wi-Fi 6. Denn der günstige WLAN-Router kann problemlos ein kleines Netzwerk versorgen, in dem vor allem Smartphone, Tablet und Co. Zugriff aufs Internet brauchen.

Asus ordnet den Dual-Band-Router in die Geschwindigkeitsklasse AX1800 ein: Er überträgt über 5 GHz bis zu 1,2 GBit/s, über 2,4 GHz schafft er knapp 600 MBit/s. Über jede Frequenz nutzt er dafür bis zu zwei MIMO-Datenströme: Diese 2x2-Ausstattung entspricht den WLAN-Fähigkeiten der meisten Wi-Fi-6-Clients.

Asus RT-AX53U bei Amazon ansehen

Den günstigen Preis und die entsprechende Leistung sehen Sie dem Asus-Router am kleinen und kompakten Gehäuse an. Aufgrund der geringen Maße ließe er sich eigentlich flexibel in der Wohnung platzieren. Allerdings sind seine vier externen Antennen ziemlich lang, was die Platzauswahl wiederum einschränkt.

Anschlüsse auf der Rückseite des Asus-Routers.

© Thomas Rau

Ausstattung genügt fürs kleine Heimnetz

Für Geräte, die ein besonders hohes WLAN-Tempo im Heimnetz fordern, ist der AX53U unterdimensioniert: Er nutzt maximal 80 MHz breite Funkkanäle und kann sich deswegen mit einigen aktuellen Notebooks wie zum Beispiel unseren Test-Laptop Lenovo Legion 5 Pro nicht mit optimaler Geschwindigkeit verbinden, denn der Mobilrechner könnte aufgrund seiner 160-MHz-Kanäle theoretisch die doppelte Datenrate schaffen.

Auch für größere Netzwerke eignet sich der Asus-Router weniger: Aufgrund der geringe Anzahl an MIMO-Streams bringt Multi-User-MIMO (MU-MIMO) bei ihm kaum Tempo-Vorteile.

Von diesen speziellen Anforderungen abgesehen, dürfte sich der AX53U in den meisten Netzwerken heimisch fühlen: Er besitzt zum Beispiel einen Gigabit-WAN-Port und ist damit für die meisten Internettarife schnell genug, um als WLAN-Router hinter dem Provider-Modem oder -Internet-Router zum Einsatz zu kommen. Außerdem lassen sich kabelgebundene Geräte im Heimnetz an seine drei Gigabit-LAN-Ports anschließen. Über einen USB-2.0-Port verbinden Sie einen externen Speicher mit dem Router, auf den alle Netzwerkgeräte zugreifen können.

Für den Asus RT-AX53U spricht außerdem, dass Sie ihn flexibel einsetzen können: Er arbeitet zum Beispiel auch als Access Point, Media Bridge oder Repeater sowie als Knoten in einem Mesh-WLAN mit anderen Asus-Geräten. So findet er auch eine andere Rolle im Netzwerk, wenn Sie ihn irgendwann durch einen leistungsfähigeren WLAN-Router ersetzen, weil Ihr Heimnetz gewachsen ist.

Auch in einem Asus-Mesh lässt sich der RT-AX53U einsetzen.

Einfache Einrichtung mit kleinen Tücken

Der Asus-Router lässt sich per Browser am PC oder per Smartphone-App einrichten. Dafür fordert er ein neues Passwort für den Admin-Zugang zum Router-Menü, ist dabei aber inkonsequent: Zwar meldet er sich, wenn er ein Passwort für zu schwach hält, erlaubt aber dem Nutzer aber trotzdem, sich damit anzumelden. Das WLAN-Netz ist ab Werk verschlüsselt, sodass sich der Router auch übers Funknetz sicher einrichten lässt - das entsprechende Passwort steht auf der Gehäuseunterseite. Sinnvollverweise besteht der Router aber beim Einrichten des WLANs darauf, es individuell zu verschlüsseln.

Asus RT-AX53U bei Amazon ansehen

Ebenfalls aufpassen sollten Sie beim Firmware-Update: Im Test will der Router es gleich beim Einrichten durchführen, was aber trotz stabiler Internetverbindung fehlschlägt. Beim zweiten Anlauf über die entsprechende Update-Option im Menü klappt es dann problemlos.

Test-Ergebnisse WLAN-Transferrate

Test des WLAN-Tempos

Unter optimalen Funkbedingungen schafft der Asus RT-AX53U etwas mehr als 550 MBit/s über die 5GHz-Frequenz. In einer kleineren Wohnung kann er damit die Bandbreite eines 500-Mbit/s-Internetanschlusses ungebremst ins Heimnetz bringen. Für Gigabit-Internet ist er aber zumindest über die Funkstrecke zu langsam.

Wenn Sie aber - wie die meisten Anwender - eine Internet-Bandbreite von maximal 100 MBit/s nutzen, reicht das WLAN-Tempo des RT-AX53U selbst für 2,4-GHz-Geräte über die kurze Distanz: In diesem Test liefert der Asus-Router 115 MBit/s.

Über die kurze Distanz liegt der günstige Router sehr deutlich hinter den meisten teuren Modellen. Beim Test über die lange Entfernung fällt der Abstand geringer aus: Mit einer 5-GHz-Verbindung schafft er über 100 MBit/s, weil er klugerweise einen ungestörten Funkkanal im oberen Frequenzbereich auswählt. Bei 2,4 GHz reicht es nur für 20 MBit/s, aber über diese Entfernung haben im Praxis-Test auch andere Modelle ihre Schwierigkeiten.

Test-Ergebnisse USB-Transferrate

Test der USB-Transferrate

Dem sinnvollen Einsatz als NAS schiebt beim Asus-Router schon der langsame USB-Anschluss einen Riegel vor. Dazu kommt noch die nicht besonders leistungsfähige CPU, was in der Summe eine geringe Leserate von knapp über 30 MB und eine noch schwächere Schreibrate ergibt. Als zentraler Netzspeicher für den Dauereinsatz fällt der RT-AX53U damit aus. Im kleinen Heimnetz können Sie den USB-Speicher am Router aber dennoch einsetzen, sofern Sie nur wichtige und kleine Dateien dort ablegen.

Test der Leistungsaufnahme

Neben seinen günstigen Anschaffungspreis überzeugt der Asus-Router auch durch niedrige Betriebskosten, denn seine Leistungsaufnahme fällt schmal aus: Im Ruhemodus ohne Datentransfer, in dem ein WLAN-Client und ein zweites Heimnetzgerät per Ethernet-Kabel angeschlossen ist, holt er sich knapp unter sechs Watt. Viele Tri-Band-Router oder WLAN-Router mit Modem gönnen sich schon in diesem Modus die doppelte Leistungsaufnahme.
Auch bei aktiver WLAN-Übertragung gehört der Asus RT-AX53U zu den sparsameren Modellen mit einer Leistungsaufnahme von unter 12 Watt.

Per QoS verteilt der Router die Bandbreite gleichmäßig an alle Geräte.

Umfangreiches Menü mit vielen Funktionen

Bei den Funktionen spart Asus im Vergleich zu seinen teureren Modellen beim 80-Euro-Router kaum. Sein Menü fällt so umfangreich aus wie beiden großen Brüdern. Es ist in allgemeine und erweiterte Einstellungen unterteilt, wobei viele Optionen aber doppelt auftauchen.

Die grundlegende Funktionen sind alle vorhanden und bieten zahlreiche detaillierte Einstellungsmöglichkeiten, sodass auch Heimnetz-Bastler viele Tuningmöglichkeiten finden. Zum Beispiel unterstützt der RT-AX53U sämtliche aktuelle Verschlüsselungsmethoden, darunter auch WPA3, den WPA2/WPA3-Transition-Modus sowie WLAN-Sicherheit per Radius. Der Router unterstützt außerdem IPv6 und kann Firmware-Updates automatisch herunterladen und installieren.

Pro Frequenz lassen sich drei Gäste-WLANs einrichten: Sie können festlegen, wie lange sie aktiv bleiben und welche Bandbreite sie beanspruchen dürfen.

Der RT-AX53U kann auch als VPN-Server arbeiten.

Für den Router-Schutz sorgt Ai Protection, ein Software-Paket, das Asus von Trendmicro übernimmt: Es führt eine Sicherheitsbewertung der Router- und Heimnetzsicherheit durch, blockiert anhand einer Datenbank schädliche Webseiten und prüft bei den angeschlossenen Heimnetzgeräten, ob sie mit Malware infiziert wurden.

Mit der Kindersicherung sperren Sie den Internetzugang für einzelne Geräte entweder komplett oder nach einem Zeitplan. Allerdings können Sie nur für Wochentage und das Wochenende unterschiedliche Zugriffszeiten einrichten und nicht für einzelne Tage.

Asus RT-AX53U bei Amazon ansehen

Im Menü für die QoS-Einstellungen (Quality-of-Service) sorgen Sie dafür, dass alle Heimnetzgeräte genügend Bandbreite bekommen oder bevorzugen bestimmte Geräte oder Übertragungsprotokolle, indem Sie sie in eine von fünf Prioritätsstufen einordnen. Hier müssen Sie mehr Hand anlegen als bei anderen Asus-Routern: Diese nutzen adaptive QoS und können damit automatisch den Datentransfer für bestimmten Anwendungsbereiche wie Gaming, Chat oder Streaming schneller abwickeln.

Für den günstigen Asus-Router spricht, dass er auch Funktionen mitbringt, die selbst bei teureren WLAN-Routern nicht selbstverständlich sind: In den WLAN-Einstellungen können Sie zum Beispiel über eine Roaming-Sperrliste festlegen, welche WLAN-Clients in einem Mesh-Verbund immer mit einem bestimmten Mesh-Knoten verbunden sein sollen. Außerdem lässt sich der Asus RT-AX53U als VPN-Server oder als VPN-Client einsetzen, um so entweder übers Internet eine geschützte Verbindung zum Router und dem Heimnetz aufzubauen beziehungsweise das gesamte Heimnetz mit einem VPN zu verbinden. Per USB-Mobilfunk-Stick kann der Router zudem auch dann eine Onlineverbindung aufbauen, wenn der Standard-Internetzugang ausgefallen ist.

Insgesamt fehlen dem Asus-Modell nur wenige Funktionen - einige davon, wie VPN Fusion (gleichzeitige Verbindung zu mehreren VPN-Diensten) oder Link Aggregation machen angesichts der Ausstattung und des Preises beim RT-AX53U keinen Sinn. Andere wie spezielle Einstellungen für Apples Time-Machine-Backup oder den Onlinespeicher AiCloud hat Asus wohl absichtlich für teurere Modelle reserviert.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Asus RT-AX53U

Test-Ergebnisse

Firmware

3.0.0.4.386_67508

WLAN-Tempo in MBit/s: 5 GHz, kurze Entfernung

565

WLAN-Tempo in MBit/s: 5 GHz, weite Entfernung

103

WLAN-Tempo in MBit/s: 2,4 GHz, kurze Entfernung

115

WLAN-Tempo in MBit/s: 2,4 GHz, weite Entfernung

20

Leistungsaufnahme Ruhemodus in Watt

5,6

Leistungsaufnahme WLAN-Übertragung in Watt

11,4

Test USB-Transferrate in MB/s (Lesen, 400 MB)

33

Test USB-Transferrate in MB/s (Schreiben, 400 MB)

10

Latenz (in Millisekunden): Durschnitt aus 5 Messungen

17

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Asus RT-AX53U

Ausstattung

WLAN-Standard

Wi-Fi 6

Frequenzen

5 GHz / 2,4 GHz

max. Tempo (in MBit/s)

1201 / 574

max. Kanalbandbreite

80 MHz

MIMO-Streams

2x2

MU-MIMO

ja

Mesh-Unterstützung

ja

DFS

ja  

Modem

-

LAN

3x Gigabit

WAN

1x Gigabit

USB

1x USB 2.0

Telefon

-

DECT

-

Antennen

4 (extern)

Tasten

Einschalter, Reset, WPS

LEDs

Strom, 4x LAN, Internet, 2x WLAN, USB

Lieferumfang

Kurzanleitung, LAN-Kabel (1m), Netzteil (18 Watt)

Garantie

3 Jahre