Strom für unterwegs

Lange Akkulaufzeiten sind keine Seltenheit mehr. Bei Macbooks der neusten Generation verspricht Apple bei bestimmten Modellen Batterielaufzeiten von über 20 Stunden je nach Einsatz. Trotzdem geht dem Notebook oder dem Smartphone irgendwann einmal der Saft aus. Mit leistungsfähigen Powerbanks kann zwar das Smartphone weiterarbeiten, doch bei energiehungrigeren Geräten bieten die kleinen Energiespeicher einfach nicht genug Leistung.

Solarladegeräte: Strom aus der Sonne aufs iPhone

Wer mit Wohnmobil oder Zelt unterwegs ist, wird schnell merken, dass vor allem die Stromversorgung das limitierende Problem ist. Und wer konsequent die Freiheit des digitalen Nomadentums sucht, will sich auch nicht durch einen leeren Notebook-Akku vorschreiben lassen, den nächsten Campingplatz anzufahren, das nächste Café aufzusuchen oder ein paar Stunden durch die Gegend zu fahren, damit die Autoelektronik genug Energie liefert. Auch die Party am Baggersee wird schnell fad, wenn der Musikanlage der Saft wegbleibt.

Autark dank Solargeneratoren

Mobile Stromerzeuger mit Verbrennungsmotor verursachen Spritkosten, machen Lärm und stoßen CO₂ aus. Sie sind daher häufig nicht die optimale Lösung für die mobile Stromversorgung. Leistungsstarke Akkus gibt es zwar schon länger, doch nun ist eine neue Gerätegeneration der „Powerstations“ auf dem Vormarsch.

In Kombination mit Solarpanels sprechen manche Hersteller auch von „Solargeneratoren“. Sie vereinen verschiedenen Lademöglichkeiten über das Stromnetz mit 230 Volt, 12 und 24 Volt, wie es die Bordelektronik von Fahrzeugen oder Booten bereitstellt oder per Photovoltaik. Entsprechende Laderegler sind bereits integriert. Für vielfältige Anschlussmöglichkeiten sorgen dann USB- und 12-Volt-Buchsen sowie Spannungswandler und Wechselrichter, die den Batteriegleichstrom in 230 Volt Wechselstrom wandeln. Höherwertige Geräte stellen eine reine Sinus-Welle bereit, die auch von empfindlicheren 230-Volt-Geräten genutzt werden kann. Die verbauten Stromspeicher arbeiten in Regel auf Basis von Lithium-Ionen- oder LiFePO4-Akkus. Diese Komponenten sind kompakt in einem tragbaren Gehäuse untergebracht.

Jackery – Spezialist für tragbare elektrische Energie

Einer der Powerstation-Pioniere ist Jackery. Das Projekt wurde 2012 von abenteuerlustigen Ingenieuren angestoßen, die Elektrizität tragbar, sauber, outdoor-orientiert und stets zugänglich haben wollten. Heute zählt das Unternehmen zu den Marktführern bei Powerstations und Solargeneratoren. Die Explorer-Reihe von Jackery gibt es mit Kapazitäten von 240 bis 2.000 Wattstunden, die zusammen mit faltbaren Solarpanels der Solarsaga-Reihe zu Solargeneratoren kombiniert werden können. Die Produkte sind unter anderem im eigenen Online-Shop oder über Amazon erhältlich.

Jackery Solargenerator 500, 518WH – Tragbare Powerstation mit Solarsaga 100W Solarpanel bei Amazon

Jackery Explorer 240, 240Wh/67200mAh – Tragbare Powerstation bei Amazon

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Vorsicht bei Billigprodukten

Verbreitet sind hierzulande auch Geräte von Ecoflow, Poweroak/Bluetti und zahlreicher anderer Marken. Nun ist auch der Nettetaler Solar- und Batteriespezialist Bosswerk in den Markt eingestiegen. Die Powerstations sind auf LiFePO4-Akkus aufgebaut, die als besonders sicher gelten und mehr Ladezyklen als vergleichbare Li-NMC- oder Li-NCA-Akkus bieten sollen. Die Kraftpakete mit Kapazitäten von rund 500 (BW-PS500LFP), 1.000 (BW-PS1000LFP) sowie 2.000 (BW-PS2000LFP) Wattstunden verkauft Bosswerk zusammen mit den passenden Solarmodulen von GreenAkku oder Merlin Solar über Vertriebspartner und den eigenen Onlineshop www.greenakku.de .

Bosswerk Powerstation 500 Watt bei Greenakku

Durch die wachsende Beliebtheit steigt auch die Vielfalt der Anbieter. Für Kunden ist es mittlerweile nicht einfach, die Produkte zu vergleichen, da die Hersteller mit unterschiedlichen Kapazitätsangaben werben. Zudem entsprechen vermeintlich günstige Powerstations von unbekannten Herstellern nicht immer den hier geltenden Sicherheitsvorgaben. Es lohnt sich also, die Angebote zu eingehend zu prüfen und möglichst Markengeräte bei seriösen Shops zu kaufen. Sonst steht man bei Reklamationen schnell im Regen und riskiert womöglich größere Schäden, falls die Powerstation in Flammen aufgeht.

Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, für welchen Einsatzzweck der Energiespeicher gedacht ist. Meistens gilt: Je schwerer das Modell, desto höher ist die Kapazität. Wer häufig 230-Volt-Verbraucher anschließen will, sollte auch darauf achten, wie viel Leistung (in Watt) in der Spitze und im Dauerbetrieb bereitgestellt werden kann. Mit der rund zehn Kilogramm schweren Jackery Explorer 1000 lässt sich nach Herstellerangaben ein Notebook etwa achtmal laden, ein Minikühlschrank 17 Stunden oder ein Fernsehgerät 13 Stunden lang betreiben.