Macbook Air jetzt mit Core-Chips der zehnten Generation

Update vom 26. März 2020

iFixit hat das Macbook Air 2020 geöffnet und geschaut, was sich gegenüber dem Vorgängermodell geändert hat. Da ist an erster Stelle die Tastatur mit einem Tastenhub von 1 mm, was die Dicke des Gehäuses um 0,5 mm zulegen lässt. Neu ist die Verkabelung des Trackpads, die es nun erlaubt, das Trackpad zu wechseln, ohne das Logic Board ausbauen zu müssen. Der Akku ist der gleiche wie beim Vorgänger und hat dieselbe Modellnummer. Und wie beim Vorgänger ist er mit Klebestreifen befestigt, genauso wie die Lautsprecher, was den Akkuwechsel deutlich leichter macht als bei den verklebten Akkus in anderen Macbooks. Zusätzlich zum Klebestreifen sind die Lautsprecher auch mit einer Schraube befestigt. Insgesamt bekommt das neue Macbook Air einen Punkt mehr von iFixit auf der Skala der Reparierbarkeit. Das Logic Board werden sich die Bastler später genauer ansehen. Wie bisher sind die USB-Anschlüsse sowie der Lautsprecheranschluss inklusive Fingerbadrucksensor jeweils auf einer eigenen Platine angebracht, was auch hier den Ersatz bei Beschädigung erleichtert.

Update vom 23. März 2020

Inzwischen ist bekannt, welche Prozessoren Apple im neuen Macbook Air verwendet. Bei allen handelt es sich um Prozessoren, die wahrscheinlich für Apple maßgeschneidert sind und die an dem „N“ in der jeweiligen Bezeichnung zu erkennen sind: i3-1000NG4,  i5-1030NG7 und i7-1060NG7. Der i5 und der i7 sind in Intels Datenbank mit 10 Watt TDP angegeben, der i3 mit 9 Watt. Von den Prozessoren ohne „N“ unterscheiden sich der i5 und der i7 durch den höheren Basistakt, der Turbo ist jedoch identisch. Außerdem sind alle drei Prozessoren etwas kleiner als diejenigen ohne „N“, anstatt 26.5 mm × 18.5 mm messen sie 22 mm × 16.5 mm. Und allen fehlt laut Intels Datenbank die Möglichkeit, sie höher beziehungsweise niedriger zu takten.


iFixit hat das Macbook Air 2020 noch nicht aufgeschraubt, auf Youtubezeigt aber ein Video von Max Tech , dass sich am Kühlungssystem nichts Wesentliches gegenüber dem Vorgängermodell geändert hat. Das Logic Board ist aufgrund des neuen Prozessors zwar anders und hat einen größeren Kühlkörper, wie bisher ist aber der Lüfter nicht direkt mit einer Heat Pipe mit diesem verbunden. Sondern die auf der Rückseite des Macbooks eingesaugte Luft wird durch den Lüfter über den Kühlkörper geleitet und dann nach außen geblasen.

Analyse vom 19. März 2020

Unsere Vorhersage zum neuen Macbook Air war in einem Punkt zu pessimistisch: Wir hatten vermutet, dass Apple noch nicht die neuen Ice-Lake-Prozessoren aus Intel 10-Nanometer-Fertigung verbauen wird. Doch genau das tut Apple nun. Das bringt für die Anwender deutliche Vorteile gegenüber dem Macbook Air von 2019, mal ganz abgesehen von der neuen Tastaturmechanik.

Ice Lake

Die Ice-Lake-Prozessoren haben einige Vorteile gegenüber dem bisher von Apple im Macbook Air verbauten Modell. So gibt es nun, ausgenommen das Basismodell, vier Prozessorkerne. Alle Prozessoren unterstützen zudem den schnellen Arbeitsspeicher LPDDR4x, und die Grafikeinheit ist deutlich leistungsfähiger geworden. Sie stammt aus der 11. Generation der Intel-Grafiktechnologie und hat je nach Prozessor 48 beziehungsweise 64 Execution Units (EU). Also mindestens doppelt so viele wie beim Macbook Air von 2019. Außerdem haben die Chips USB 3.2 (10 Gbps) und Thunderbolt 3 (40 Gbps) integriert. Theoretisch ist auch WiFi-6 vorhanden, wozu Apple aber auch das WiFi-Modul von Intel verbauen müsste. Da das Macbook Air laut den technischen Angaben nur 802.11ac unterstützt, verwendet Apple wohl das WiFi-Modul eines anderen Herstellers.

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Etwas kompliziert erweist sich die Suche in Intels Datenbank nach den jeweiligen Prozessormodellen. Der i3-1000G4 ist leicht zu identifizieren, weil hier Apples Angaben mit denjenigen von Intel übereinstimmen. Basistakt 1,1 GHz, Turboboost 3,2 GHz und 4 MB Level-3 Cache. Die Grafikeinheit hat 48 EUs. Beim i5 bieten sich die Modelle i5-1030G4 und i5-1030G7 an. Der Unterschied liegt bei der Grafik, entweder 48 EUs beim G4 und 64 EUs beim G7, und in der Basistaktfrequenz. Intel gibt in seiner Datenbank aber niedrigere Frequenzen an als Apple (700 MHz beziehungsweise 800 MHz). Da der i5-1030G7 laut Intel mit maximal 1,1 GHz Taktrate rechnen kann, wird es wahrscheinlich dieser Prozessor sein. Er verbraucht dann aber anstatt 9 Watt deren 12. Für den i7 kommt der 1060G7 in Frage. Dieser hat laut Intel einen Basistakt von 1,0 GHz, lässt sich aber bis auf 1,3 GHz hochtakten. Apple begnügt sich mit 1,2 GHz, mehr als 9 Watt wird der Prozessor dann aber wohl benötigen. Wie der i5-1030G7 hat auch der i7-1060G7 64 EUs. Während der i5 6 MB Level-3 Cache verbaut hat, gibt es beim i7 8 MB. Ob diese Prozessoren tatsächlich im neuen Macbook Air arbeiten, lässt sich aber erst in einem Test feststellen.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Macbook Air

Modell

Macbook Air 2019

Macbook Air 2020

Macbook Air 2020

Preis

1.249,00 €

1199,00 €

1499,00 €

Technische Angaben

Display

13,3 Zoll Retina Display

13,3 Zoll Retina Display

13,3 Zoll Retina Display

Auflösung

2560 x 1600 Pixel

2560 x 1600 Pixel

2560 x 1600 Pixel

Farbraum

Voller Standard-Farbraum (sRGB)

Voller Standard-Farbraum (sRGB)

Voller Standard-Farbraum (sRGB)

Helligkeit

400 Nits

400 Nits

400 Nits

True Tone

Ja

Ja

Ja

Prozessor

1,6 GHz Dual Core i5 (i5-8210Y)

1,1 GHz Dual Core i3 (i3-1000NG4)

1,1 GHz Quad Core i5 (i5-1030NG7)

CPU-Takt

2x 1,6 GHz (Turbo Boost 3,6 GHz)

2x 1,1 GHz (Turbo Boost 3,2 GHz)

4x 1,1 GHz (Turbo-Boost 3,5 GHz)

CPU optional

1,1 GHz Quad Core i5; 1,2 GHz Quad Core i7

1,2 GHz Quad Core i7 (Turbo-Boost 3,8 GHz)

Cache

4 MB Level 3

4 MB Level 3

6 MB Level 3

Leistungsaufnahme (TDP)

7 Watt

9 Watt

9 Watt

Arbeitsspeicher

8 GB 2133 MHz LPDDR3; 16 GB optional

8 GB 3733 MHz LPDDR4X; 16 GB optional

8 GB 3733 MHz LPDDR4X; 16 GB optional

Grafikchip

Intel UHD Graphics 617 (24 EUs)

Intel Iris Plus Graphics (48 EUs)

Intel Iris Plus Graphics (64 EUs)

Interner Speicher

128 GB Flash-Speicher/PCIe

256 GB Flash-Speicher/PCIe

512 GB Flash-Speicher/PCIe

Speicher optional

256 GB, 512 GB, 1 TB

512 GB, 1 TB, 2 TB

1 TB, 2 TB

Drahtlos

802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 4.2

802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 5.0

802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 5.0

Externe Anschlüsse

2x USB-C 3.1 (2. Generation bis zu 10 Gbit/s) und Thunderbolt 3 (bis zu 40 Gbit/s,), Kopfhöreranschluss

2x USB-C 3.1 (2. Generation bis zu 10 Gbit/s) und Thunderbolt 3 (bis zu 40 Gbit/s,), Kopfhöreranschluss

2x USB-C 3.1 (2. Generation bis zu 10 Gbit/s) und Thunderbolt 3 (bis zu 40 Gbit/s,), Kopfhöreranschluss

Lautsprecher, Mikrofon

Stereo-Laut­sprecher, drei Mikrofone

Stereo-Laut­sprecher, drei Mikrofone

Stereo-Laut­sprecher, drei Mikrofone

Kamera

FaceTime HD Kamera

FaceTime HD Kamera

FaceTime HD Kamera

Trackpad

Force Touch Trackpad

Force Touch Trackpad

Force Touch Trackpad

Sonstiges

Touch ID Sensor

Touch ID Sensor

Touch ID Sensor

Integrierter Lithium-Polymer-Akku

49,9 Wh, bis zu 12 Stunden drahtloses Surfen, 13 Stunden bei iTunes-Video-Wiedergabe

49,9 Wh, bis zu 11 Stunden drahtloses Surfen, 12 Stunden TV App Video-Wiedergabe

49,9 Wh, bis zu 11 Stunden drahtloses Surfen, 12 Stunden TV App Video-Wiedergabe

Größe (H/B/T) in cm

0,41 - 1,56/30,41/21,24

0,41 - 1,61/30,41/21,24

0,41 - 1,61/30,41/21,24

Gewicht

1,25 kg

1,29 kg

1,29 kg

Die neue Tastatur

Wie von uns erwartet und erhofft hat das neue Macbook Air nun dieselbe Tastaturmechanik wie das 16-Zoll Macbook Pro. Apple nennt diese Tastatur Magic Keyboard. Sie hat einen Tastenhub von 1 mm, ein klein wenig mehr Platz zwischen den Tasten sowie die traditionelle Anordnung der Pfeiltasten. Und wie ebenfalls erwartet gibt es keine Touchbar, sondern normale Funktionstasten sowie die Taste für Touch ID.

Beim Display hat sich anscheinend nichts geändert. Apple macht keine Angaben zum Farbraum. Es gibt hier wohl nichts neues zu vermelden und es verbleibt bei sRGB. Die Helligkeit liegt weiterhin bei 400 Nits. Eine sehr kleine Änderung lässt sich bei den Maßen finden. An der dicksten Stelle misst das Macbook Air nun 1,61 cm anstatt 1,56 cm, und es wiegt mit 1,29 kg etwas mehr als das alte Modell, das 1,25 kg auf die Waage bringt. Wie bisher weist Apple darauf hin, dass das Macbook Air aus recyceltem Aluminium gefertigt wird. Und noch eine kleine Neuerung: Anstatt Bluetooth 4.2 gibt es nun Bluetooth 5.0. Ob sich auch beim Kühlungssystem wegen der höheren Stromaufnahme der Prozessoren etwas geändert hat, werden die Leute von iFixit wohl demnächst aufdecken.

Überraschungspreis

Bisher hatte Apple für das Einstiegsmodell 1249 Euro verlangt. Jetzt muss man nur noch 1199 Euro bezahlen. Da das Basismodell aber nun mit 256 GB Datenspeicher ausgestattet ist, summiert sich das auf einen Preisvorteil von 300 Euro gegenüber dem alten Modell. Denn dieses kostete 1499 Euro mit 256 GB. Für diesen Preis bekommt man nun das Topmodell, das nicht nur einen 4-Kern-Prozessor hat, sondern auch 512 GB Datenspeicher. Gegenüber dem alten Macbook Air mit 512 GB SSD eine Ersparnis von 250 Euro.

Neu ist die Möglichkeit, den Prozessor aufzurüsten. Der Sprung von i3 zum i5 beim Basismodell bezahlt man mit 50 Euro extra, der i7 ist für 130 Euro zu haben. Beim Top-Modell sind 80 Euro für den i7 fällig. 16 GB Arbeitsspeicher schlagen bei beiden Modellvarianten mit 250 Euro zu Buche. 32 GB gibt es nicht, obwohl dies laut Intels Datenbank theoretisch möglich wäre. Beim Datenspeicher lassen sich maximal 2 TB bestellen, was beim Topmodell mit 750 Euro zu bezahlen ist, beim Basismodell mit 1000 Euro. 1 TB kostet 250 Euro beziehungsweise 500 Euro Aufpreis.

Das Basismodell mit einer 512-GB-SSD zu bestellen macht eigentlich wenig Sinn, da man dann nur noch 50 Euro vom Topmodell entfernt ist. Wie gewohnt verlangt Apple für die 512 GB üppige 250 Euro mehr. Überlegenswert wäre jedoch, die 50 Euro für den i5-Prozessor mit vier Kernen auf den Tisch zu legen, sofern man mit Programmen arbeitet, die mehr als zwei Prozessoren auslasten können. Und wenn wir das richtige Prozessormodell identifiziert haben, bekäme man auch eine leistungsfähigere Grafikeinheit. Ob sich das wegen des höheren Stromverbrauchs bei der Laufzeit negativ bemerkbar macht, müssen die Tests erweisen. Genauso wie einen Geschwindigkeitsvorteil.