Die neue Thunderbolt-SSD ist sehr schnell und robust

Will man höchste Leistung, kommt man bei externen Speichermedien nicht um Thunderbolt 3 herum. Neuere SSDs wie die Crucial X8 erreichen mittlerweile zwar über USB-C Transferraten von 900 MB/s, damit sind sie aber noch immer halb so schnell wie eine gute Thunderbolt-SSD. Beim Lesen von Daten sind hier knapp 2500 MB/s möglich, beim Schreiben etwa 2000 MB/s. Das sorgt nicht nur für schnelle Datenübertragungen, laut Lacie ist man auch auf für kommende Aufgaben wie 8K- oder 6K-Video vorbereitet – ruckelfreies Abspielen ist nur mit Thunderbolt 3 möglich.

Für eine externe SSD mit dieser schnellen Schnittstelle muss man allerdings noch immer einen hohen Aufpreis zahlen: 439 Euro kostet die Lacie Rugged SSD Pro im Online-Shop , die sehr ähnlich aussehende Version mit USB-C ganze 128 Euro weniger. Die neue Rugged SSD Pro mit Thunderbolt gleicht der zeitgleich erschienenen Rugged SSD mit USB-C nämlich sehr stark. Lacie verwendet bei beiden Modellen ein neues Gehäuse mit Gummi-Schutzschicht, das für die neue Generation kleiner NVMe-SSDs entworfen wurde. Es ist nach dem Standard IP67 gegen Wasser und Stürze aus bis zu 3 m Höhe geschützt, sogar das Überfahren durch ein Auto kann es überstehen (solange das „Überfahrgewicht“ unter 2 Tonnen liegt). Eine Verwechslung der beiden Modellen ist aber ausgeschlossen: Die mit 350 Euro deutlich günstiger Rugged SSD „ohne Pro“ gibt es nur im Lacie-typischen Orange, die teure Pro-Version nur in Schwarz. Mit 100 Gramm Gewicht ist die SSD angenehm leicht und den Maßen 6,5/1/0,17 cm (B/H/T) sehr kompakt.

Die SSD ist klein und leicht, das Gehäuse schützt vor Stößen und Feuchtigkeit

Kompatibilität

Thunderbolt-3-SSDs sind schon seit Jahren auf dem Markt, einen großen Nachteil hatten die bisherigen Modelle aber alle: Sie liefen nur an Rechnern mit Thunderbolt-3-Schnittstelle, also nur neueren Macs und wenigen PCs. Dank einer neuen Generation an Brückenchips bietet die neue Lacie-SSD aber einen echten Mehrwert: Sie ist sowohl mit Thunderbolt als auch USB kompatibel, läuft beispielsweise auch an einem Macbook 12-Zoll oder PC mit USB-C. Mit einem Rechner mit USB-3.0-Schnittstelle ist die Lacie allerdings nicht nutzbar, auch nicht per USB-Adapter. An einem Mac Mini 2012 sehen wir nach dem Anschluss per USB-C-auf-USB-A-Adapterkabel die Fehlermeldung „Zubehör benötigt mehr Strom“. Schade: Es liegt nur ein 20cm-Kabel bei, für Desktops ist das eigentlich zu kurz.

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Performance und Erwärmung

Die Performance der kleinen schwarzen Lacie ist ausgezeichnet, dies auch bei Dauerlast. In unserem Test prüfen wir die Version mit 1 TB an einem Mac Mini 2018. Bei einer ersten Messung mit dem Tool Blackmagic Disk Speedtest erzielen wir 1935 MB/s beim Schreiben und 2395 MB/s beim Lesen. Gebremst wird die SSD hier durch Thunderbolt 3 – eigentlich könnte die in den SSDs verbaute Firecuda SSD von Seagate sogar noch höhere Transferraten erzielen.

Die Performance ist ausgezeichnet

Wie bei fast allen SSDs üblich sind diese hohen Schreibraten aber nur dank eines Caches möglich, bei größeren Datenmengen (wir erhöhen dazu die Größe der Testdatei auf 64 GB) sinkt die Schreibrate auf etwa 1200 MB/s. Das ist aber immer noch ein guter Wert, der selbst bei sehr großen Datenmengen konstant bleibt. Bei günstigeren SSDs mit QLC-Speicherzellen kann die Transferrate schließlich oft auf einen drei- oder gar zweistelligen Wert absinken.

Bei einer Testdatei mit 64 GB Größe sinkt die Performance deutlich.

Gut ist die moderate Erwärmung der SSD, bei üblichen Performance-Tests bleibt die Temperatur bei knapp 41 Grad. Dank Thunderbolt-Verbindung kann die „Gesundheit“ der SSD per SMART ausgelesen werden, per Software können wir so die Temperatur im Auge behalten. Überhitzung ist aber nach unseren Daten kein Problem der winzigen SSD: Erst nach einer Viertelstunde Dauerlast und einem Datentransfer von 900 GB erhitzt sich die SSD auf einen Höchstwert von 61 Grad – das ist noch akzeptabel. Nach einigen Minuten Ruhepause sinkt die Temperatur außerdem schnell wieder auf 51 Grad. Für bessere Kühlung muss man schon auf ein Spezialgehäuse mit internem Lüfter zurückgreifen.

Maximale Leistung erzielt man übrigens nur über ein echtes Thunderbolt-Kabel. Testweise ersetzen wir das Thunderbolt-Kabel durch ein USB-C-Kabel, was die Transferrate auf 1600 MB/s beim Schreiben und 1660 MB/s reduziert. Gut ist auch die Zugriffszeit: 1399 IOPS messen wir mit Amorphous Diskmark (1Mib) beim Lesen, das ist schon sehr nah an den 1806 IOPS internen SSD des Mac Mini.

Fazit:

Die neue Thunderbolt SSD von Lacie macht einen hervorragenden Eindruck und zeigte keine Schwächen. Für die meisten Heimanwender ist eine externe SSD mit USB-C wohl die sinnvollere Lösung, für Profi ist die Lacie aber eine von sehr wenigen empfehlenswerten Lösungen. Der Preis ist zwar hoch, die Zahl der Alternativen – etwa von G-Technology und Samsung – sehr klein.

Lacie SSD Pro

Hersteller: Lacie

Systemanforderungen: USB-C, Thunderbolt 3 ab macOS 10.14 oder Windows 10

Preis: 460 Euro (1TB), 790 Euro (2TB)

Note: Sehr gut