Die Tage werden immer kürzer, festliche Außenbeleuchtungen gehen allmählich wieder in Betrieb. In Innenräumen gibt LED bei vielen bereits den Farbton an. Die Vorteile sind vielfältig: LED produziert kaum Abwärme, Lichtlösungen lassen sich so auch an oder hinter Möbeln befestigen. Anstatt eine einzelne Lampe aus der Mitte heraus den Raum mehr oder minder funzlig beleuchten zu lassen, lassen sich ganze Wände in Licht tauchen - und das auch noch mit wechselnden Lichtstimmungen, entweder je nach Tageszeit oder je nach Anwendung, gerne über Homekit automatisiert.

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Und dann gibt es natürlich noch die bunten Spaßleuchten, zu denen wir eindeutig den Schlauch von Twinkly rechnen müssen. Haben wir das Wohnzimmer ansonsten mit dem Eve Lightstrip ausgestattet, der passendes Licht liefert, aber immer nur eines pro Strip gleichzeitig, bringt nun noch der bunte und flexible Schlauch Twinkly Flex, zwei Meter lang und mit mit 192 LEDs ausgestattet, die laut Hersteller jeweils 5 mm im Durchmesser messen, bewegte Lichtstimmung in das Wohnzimmer.

Der Sinn des Klebens

Der Hersteller liefert acht gerade Klammern mit und zwei, mit denen man die Richtung des flexiblen Schlauches übers Eck ändern kann. Kleine Schrauben oder 3M-Klebepads dienen zur Befestigung. Wie wir aber schon bei anderen Produkten dieser Art feststellen: Schrauben wäre besser, der mitgelieferte Kleber hält nicht wirklich gut. So kommen wieder die extra angeschafften größeren Klebepads zum Einsat z, bis der Schlauch wirklich so hält, wie wir uns das vorgestellt haben.

Geschicktere Hände bekommen das vielleicht besser hin, aber wir haben ausreichend Klebestreifen, um die Wirkung in mehreren Räumen auszuprobieren. Eine Steckdose muss in der Nähe sein, und es sind ausdrücklich Räume erwähnt: Für den Außenbereich ist das Twinkly Flex nichts - mit zwei Metern dafür aber ohnehin etwas kurz bemessen. Für draußen bietet Twinkly jedoch mit den Strings eine Lösung an .

Die App macht Stimmung

Das entscheidende ist hier ohnehin die App, die bei uns etwas Mühe hat, den Leuchtschlauch nach dem Erstkontakt via Bluetooth mit dem WLAN zu verbinden. Auf fortschrittliche Technologien wie Thread müssen wir leider verzichten, in das Homekit binden wir Twinkly dann auch via der intelligenten Steckdose Eve Energy Strip an - haben hier aber nur die Möglichkeit, den Leuchtschlauch ein- und auszuschalten.

Zwei Meter Schlauch, an die Regalwand gepappt. Weihnachtstimmung, die nicht spanisch vorkommt …

Das genügt uns für unsere Zwecke. Die Leuchtstimmung können wir in der App auswählen, in der wir etliche Stimmungen voreingestellt finden. "Glow" steht etwa für ein weihnachtliches (oder eher ein italienisches) grün-weiß-rot, "Diagonal" zaubert uns die bayerischen (oder sind es die griechischen) Landesfarben an die Wand. Diese sind nicht statisch, sondern bewegen sich entlang des Schlauches oder ändern rhythmisch ihre Helligkeit.

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Aus einigen Grundformationen der Lichtbewegung und beliebigen Farben aus 16 Millionen möglichen kann man sich seine eigenen Lichtstimmungen erstellen, wir haben uns mal an das schwedische Blau-Gelb gemacht - oder ist es das ukrainische? Bei der Gestaltung sind der Fantasie Tür und Tor geöffnet, einen besonders guten Eindruck von der späteren Wirkung bekommt man, hat man den an der Wand montierten Schlauch mit der App gescannt - so sieht man schon auf dem iPhone, wie das Licht wirkt. Während der Konfiguration kann man dazu aber auch den Schlauch betrachten, nach dem Tipp auf "Aktiiveren", dauert es aber ein paar Sekunden, bis das Licht wie geplant leuchtet.

Eine Farbstimmung ist nicht genug, die Twinkly-App bietet das Feature der Wiedergabeliste, in der man mehrere vorkonfigurierte oder selbst gestaltete Muster hintereinander abspielen lassen kann.

Mit Musik geht alles besser

Bunte Lichter, die sich bewegen? Wer denkt da nicht an das Konzert oder die Großraumdisco - die Idee von Twinkly, die Lichteffekte von der Musik abhängig zu machen, ist nicht sonderlich weit hergeholt, aber recht gut umgesetzt.

Dazu ist mit Twinkly Music ein USB-Stick (Preis: 33 Euro) als zusätzliches Bedienelement notwendig. Der Stick setzt den Klang der Musik oder anderer Außengeräusch in Steuersignale für den Lichtschlauch um, der nun mit dem Beat zuckt. Dazu soll der Stick recht nahe an der Soundquelle sein, bei uns läuft die Musik aber immer so laut, dass einmal quer durch das Wohnzimmer auch ausreicht.

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Nun ja, fast. Mehrere Modi stehen zur Auswahl, der erste von der App angebotene setzt die Lautstärke in ein optisches Signal um, je lauter es wird, desto mehr vom Schlauch ist beleuchtet - wie eben die Aussteuerung an unseren Stereoanlagen von früher, nur deutlich bunter. Nicht so gut funktioniert der Lichtwechsel auf den Beat. Das Signal muss eben per WLAN vom Twinkly Music an den Lichtschlauch übertragen werden, die Latenzen irritieren: Der optische "Beat" hängt dem akustischen um mehre Dutzend bis wenige hundert Millisekunden nach, was selbst musikalische Laien als störend empfinden dürften. Zudem wechselt die Beleuchutng munter vom Offbeat auf Four-on-the-floor, gerne auch mal im gleichen Stück. Doch glücklicherweise gibt es auch andere Stimmungen, die nicht an ein optisches Metronom erinnern und die Übergänge zwischen Farben oder den Tanz der Lichter wesentlich fließender gestalten. So lässt es sich aushalten, die Latenzen sind weniger bemerkbar, wenn es keine abrupten - und immer zu späten - Wechsel gibt.

Fazit

Am Twinkly Flex ist vor allem auszusetzen, dass er auf die Zukunftstechnologie Thread verzichtet und sich nur indirekt in Homekit einbinden lässt - hier mit einer schaltbaren Steckdose. Ansonsten macht das Licht Laune in der dunklen Jahreszeit. Der Preis ist mit 90 Euro für den Twinkly Flex und 30 Euro für den Twinkly Music angemessen.

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Twinkly Flex

Hersteller

Twinkly

Preis

89,99 Euro

Vorzüge

Vielfältige Lichtstimmungen per App, einfache Konfiguration, günstig

Nachteile 

Keine Homekit-Unterstützung, Bluetooth und WLAN statt Thread, nur Innenraum

Wertung

3,5 Sterne

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Twinkly Music

Hersteller

Twinkly

Preis

32,99 Euro

Vorzüge

Gute Soundrezeption und Umsetzung in Lichteffekte, günstig

Nachteile 

Latenzen bei einigen Modi bemerkbar, nur mit Twinkly-Produkten kompatibel

Wertung

3,5 Sterne