Zusammengesetzt sieht die ONE R aus wie eine normale Action-Cam

Insta360 arbeitet weiter an unkonventionellen Produkten und greift damit den Action-Cam-Markt an. Nach der faltbaren 360°/3D-Kamera EVO, die schon mit ihrem interessanten Konzept punkten konnte, ist die modulare ONE R der nächste Streich des chinesischen Herstellers. Modular heißt, dass die Linsen in der Kamera innerhalb von Sekunden ausgetauscht werden können. Welche Vorteile das bietet und wie gut es in der Praxis funktioniert, erfahren Sie in unserem Test.

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Wir testen die "Twin-Edition" mit 4K-Weitwinkellinse und 360-Grad-Dual-Cam. Die 1-Zoll-Edition mit Leica-Linse konnten wir nicht testen.


Lieferumfang und Spezifikationen

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

ONE R 4K Weitwinkel Mod

ONE R Dual-Lens 360 Mod

Blende

F2.8

F2.0

Fotoauflösung

4000x3000 (4:3) 4000x2250 (16:9)

6080x3040 (2:1)

Videoauflösung

4000x3000@30fps, 3840x2160@60fps, 3840x2160@30fps, 2720x1530@100fps, 2720x1530@60fps, 2720x1530@30fps, 1920x1080@200fps, 1920x1080@120fps, 1920x1080@60fps, 1920x1080@30fps

5760x2880@30fps, 5760x2880@24fps, 5760x2880@25fps, 3840x1920@50fps, 3840x1920@30fps, 3008x1504@100fps

Fotoformat

jpg, RAW 

insp, RAW 

Videoformat

insv, mp4, unterstützt LOG und HDR Videos

insv, unterstützt LOG und HDR Videos

Videocodierung

H.264, H.265

H.265

Videobitrate

Maximal 100Mbps

Gyroskop

6-Achsen Gyroskop

Fotomodi

Standard, HDR, Burst, Intervall, Nachtaufnahme

Videomodi

Standard, HDR, Zeitraffer, Zeitverschiebung,

Standard, HDR, Zeitraffer, Zeitverschiebung, Bullet-Time,

Belichtungswert (EV)

±4 EV

Belichtungsmodi

Automatisch, Manuell (Verschluss 1/8000s-120s, ISO 100-3200), Verschlusspriorität (1/8000s-2s), ISO-Priorität (100-3200)

Weißabgleich (WB)

Automatisch, 2700K, 4000K, 5000K, 6500K

Die Insta360 ONE R ist in zwei Varianten erhältlich. Die Twin-Edition, die für unseren Test zur Verfügung gestellt wurde, beinhaltet eine 4K-Weitwinkellinse und ein 360-Grad-Modul. Dazu kommt der "Kern". Ein Modul, welches den Bildschirm, die Recheneinheit, MicroSD-Slot und mehr beinhaltet. Die Module sind viereckig und werden einfach zusammengesteckt. Dazu kommt der Akku, der von unten an die beiden verbunden Module gesteckt wird und sich ganz einfach austauschen lässt. Praktisch. Außerdem enthalten sind eine Schutzhülle für die 360-Grad-Linse und eine Halterung für die Kamera.

Linsenschutz und Selfie-Stick, die uns mitgeliefert wurden, müssen extra erworben werden.


Einrichtung

Die ONE R lässt sich direkt über den Touchscreen der Kamera oder über die passende Smartphone-App bedienen. Für die Bedienung über den Bildschirm ist keine weitere Einrichtung notwendig. Einfach eine MicroSD-Speicherkarte einsetzen und die Kamera starten. Um die App nutzen zu können, muss eine WiFi-Verbindung hergestellt werden. Das soll eigentlich über die App möglich sein, in unserem Test mussten wir die Verbindung aber manuell über das WiFi-Menü des Smartphones (iOS und Android) herstellen. Danach erkannte die App die Kamera sofort.

Flexibilität dank Modularität

Alleinstellungsmerkmal der ONE R ist das modulare Prinzip. Die Linsen sind in Modulen verbaut, die sich über einen Klick-Mechanismus mit dem Kern verbinden lassen. Dann wird die Akku-Basis unten angesteckt und verbindet die beiden Module. Das funktioniert in der Praxis schnell und einfach. Die austauschbare Akku-Basis ist ein sehr praktisches Feature, denn dadurch lässt sich bei Bedarf ein Ersatzakku anschließen. Ein Akkuladegerät mit Schnellladefunktion ist separat erhältlich, ansonsten wird der Akku über den USB-C-Anschluss der Kamera geladen. Die Akkulaufzeit beträgt eine Stunde oder, je nach gewählten Einstellungen, sogar etwas mehr. Trotz der vielen, vergleichsweise offenen, Anschlüsse soll die ONE R bis zu einer Tiefe von fünf Metern wasserdicht sein. Voraussetzung ist, dass die Module und die Akku-Basis zusammengebaut und in der mitgelieferten Halterung eingesetzt sind.

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Der Vorteil des modularen Prinzips in der Praxis ist, dass die ONE R für verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann. Das Dual-Cam-Modul macht die ONE R zu einer 360-Grad-Kamera, mit der 4K-Weitwinkellinse erfüllt sie den Zweck einer klassischen Action-Cam. Zweitere kann sogar umgedreht und im Selfie-Modus genutzt werden, also mit der Kamera und dem Bildschirm zum Filmenden gerichtet. Perfekt für Vlogger, Youtuber und Co. Sollte Insta360 noch weitere Module auf den Markt bringen, können diese einfach einzeln nachgekauft werden.

Bedienung

Die Bedienung über den Bildschirm funktioniert grundsätzlich gut. Auch wenn der Touchscreen nur ca. einen Zoll groß ist, lassen die Bedienelemente gut erreichen. Die Menüstruktur ist übersichtlich und alle Einstellungen lassen sich schnell und gut erreichen. Allerdings bedeckt das Dual-Cam-Modul einige Millimeter des linken Bildschirmrands. Eingaben auf dieser Seite werden dadurch schlechter erkannt und machen die Bedienung hakelig. In dem Fall bietet sich die App zur Bedienung besser an. Dort können die Einstelllungen und Aufnahmemodi auch bedient werden und die Aufnahme kann direkt in der App gestartet werden. Alternativ befindet sich oben auf der Kamera ein Aufnahmebutton.

Die App – Viele Funktionen und instabile Oberfläche

Die Smartphone-App kommt mit einem großen Funktionsumfang, der das Bearbeiten der Videos bis hin zum finalen Produkt direkt in der App ermöglichen soll. Vor allem für die Bearbeitung und Umwandlung von 360-Grad-Videos stehen viele Tools zur Hand. Zum Beispiel kann der Kameraausschnitt automatisch einer Person oder auch einem Gegenstand im Bild folgen. Auch Stop-Motion und andere Spielereien sind in der App möglich. Leider gab es auch ein paar wenige Abstürze und die bereits oben beschriebenen Probleme mit der WiFi-Verbindung zur Kamera. Ein Software-Update brachte Hilfe, zumindest Abstürze konnten wir danach nicht mehr verzeichnen. 

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Bildqualität

Eine pauschale Aussage über die Aufnahmequalität der ONE R zu treffen ist kaum möglich. Denn: Die hängt natürlich stark von dem verbauten Modul ab. In dem ist nicht nur die Linse, sondern auch der Sensor zu finden. Wir haben in unserem Test die 4K-Weitwinkellinse und die Dual-Cam mit 360-Grad-Funktion testen können.

4K-Weitwinkel:

Die 4K-Weitwinkellinse liefert in der höchsten Auflösung scharfe Bilder, die dank der verbauten Stabilisierungstechnik "Flowstate" auch bei hektischen Bewegungen ruhige Bilder liefert. Mit der HDR-Funktion lässt sich auch der Dynamikumfang erhöhen, so dass die Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen gut gelingen. Negativ aufgefallen ist das Bildrauschen, das bei gut beleuchteten Räumen relativ deutlich auftritt.

Dual-Cam mit 360-Grad-Funktion:

Auch die Dual-Cam, die mit 5,7K auflöst, zeigt uns ganz ähnliche Ergebnisse. Die Bildqualität, Bildstabilisierung und der Dynamikbereich sind für eine Kamera in der Preisklasse sehr gut. Leider ist das Bildrauschen mit diesem Modul auch in guten Belichtungssituationen relativ stark. Kein K.o.-Kriterium für die ONE R, aber ein Negativpunkt, den wir aufnehmen müssen.

Fazit

Die Insta360 ONE R ist ein spannendes Experiment und ein erfrischender Ansatz auf dem Actioncam-Markt. Das modulare Konzept bietet viele neue Möglichkeiten und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, mit wenig Gepäck auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein. Das Wechseln der Module funktioniert schnell und einfach, die Bildqualität ist für den Preis in Ordnung und der Funktionsumfang von Kamera und App ist wirklich gut. Suchen Sie nach einer flexiblen Lösung für Action- und  360-Grad-Aufnahmen, dann ist die ONE R definitiv einen Blick wert. Die Vielseitigkeit ist die große Stärke der ONE R, aber auch ein Manko. Denn keines der Module in unserem Test hebt sich von ähnlich teuren Produkten auf dem Markt ab. Kameras von DJI und GoPro in dem Preisbereich können teilweise bessere Ergebnisse liefern, und selbst aus dem eigenen Haus kriegt die ONE R mit der ONE X und der EVO Konkurrenz. Die One R ist ein preislich attraktiver Kompromiss, eine vielseitige Lösung, die nichts perfekt aber beinahe alles sehr gut macht.

Hersteller: Insta360
Preis: 509 Euro ( Zum Shop )

+ Modulare Bauweise für Flexibilität
+ Module können einzeln nachgekauft werden
+ Akku einfach auszutauschen
+ Weitwinkel-Modul kann auch im Selfie-Modus genutzt werden
+ Wasserfest
+ App mit großem Funktionsumfang
+ Gute Bildqualität

- Selten: Abstürze in der App
- Bildrauschen etwas zu stark
- Module können Bildschirm überlagern