Die Insta360 Go ist kaum größer als ein Daumen

Insta360 hat mal wieder eine neue Action-Cam auf den Markt gebracht, die Insta360 Go. Das besondere: Die Kamera ist nur so groß wie ein Daumen und wiegt lediglich 18 Gramm.

Fazit

Insta360 hat uns in der Vergangenheit mit ihren Action-Cams oft überzeugen können. Zuletzt mit der klappbaren EVO, ein interessanter neuer Ansatz, der auch gut funktioniert hat. Die Go macht auch einiges anders und setzt sich von anderen Action-Cams vor allem durch ihre Kompaktheit ab. Dennoch sind wir zwiegespalten. Auf der einen Seite gefällt uns die Idee dahinter und auch die Umsetzung und Verarbeitung der Go hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Klasse sind die ganzen Halterungen, die mitgeliefert werden. Dadurch lässt sich die Go immer und überall nutzen, auch für ungewöhnliche Perspektiven, die mit größeren Kameras schwieriger umzusetzen wären. Leider konnte uns die Bildqualität im Test nicht zu einhundert Prozent überzeugen. Klar, bei einer Kamera dieser Größe muss man mit Einbußen rechnen. Aber gerade Smartphone-Kameras machen uns seit Jahren vor, wie auch kleine Bildsensoren dank technischer Tricks ein ausgezeichnetes Bild aufzeichnen können. Deshalb würden wir uns für einen Nachfolger der Go einen besseren Sensor und Aufnahmen in 4K wünschen. Allerdings muss man an dieser Stelle auch den Preis der Go mit einbeziehen. Denn die Go kostet mit 229 Euro weitaus weniger als andere Action-Cams. Und für den Preis kriegen Sie eine Action-Cam, die flexibel ist und wirklich Spaß macht.

Hersteller: Insta360
Preis: 229 Euro

+ Klein, kompakt und nur 18 Gramm schwer
+ Zahlreiche Halterungen im Lieferumfang
+ Ladehülle lässt sich direkt an iPhone anschließen
+ Stabile Akkulaufzeit
+ Anständige Verarbeitung
+ Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
+ Zeitraffer, Hyperlapse und Slo-Mo

- Mittelmäßige Bildqualität
- Aufnahmen lediglich bis 1080p
- Maximale Clip-Länge: 30 Sekunden
- Wasserdicht nur nach IPX4-Zertifizierung

1. Lieferumfang und Spezifikationen

Im Lieferumfang sind neben der Kamera selbst eine ganze Reihe an Halterungen und Gadgets enthalten, die helfen sollen, die Kamera an allem möglichen befestigen zu können. Im Paket enthalten ist:

  • Insta360 Go-Kamera

  • Ladehülle mit Deckel

  • Magnet-Anhänger

  • Easy Clip

  • Angle Wedge

  • Sticky Base

  • Pivot Stand + Basis

  • Micro-USB Kabel

  • Mikro-USB zu USB-C-Adapter

Zahlreiche Halterungen helfen, die Go überall zu befestigen

© Insta360

Easy Clip, Angle Wedge und Co. sind die verschiedenen Halterungen, mit denen Sie die Kamera wahlweise an ihrer Kleidung oder anderen Oberflächen befestigen können. Die Kamera kommt außerdem in einem Ladecase, das Sie direkt per Lightning mit ihrem iPhone verbinden können – praktisch.

2. Erster Eindruck und Einrichtung

Die Insta360 Go kommt in einer gut verarbeiteten, kompakten Verpackung. Die Insta360 Go ist nicht größer als ein Daumen und lediglich 18 Gramm schwer. Laut Insta360 ist es die weltweit kleinste Action-Cam mit Bildstabilisierung. Überrascht waren wir von den ganzen Halterungen, die wir darin vorfanden. Fünf Stück an der Zahl, von einer Art umhängbarem Magneten bis zu einem Stand mit Klebesockel, der sich an so ziemlich allem befestigen lässt. Die Halterungen bestehen größtenteils aus Plastik und Gummi, sind aber gut verarbeitet. Die Action-Cam kommt in einer weißen Ladehülle, ähnlich denen von Bluetooth-Kopfhörern wie den AirPods. An der Unterseite befindet sich ein Lightning-Stecker. Der guckt aus der Hülle heraus, und damit er nicht schnell mal abbricht, ist auch ein Schutz aus Gummi dabei. Zum Aufladen wird die Go einfach in die Ladehülle eingesetzt. Mittels Magneten hält sich die Cam dann alleine und über Kontakte auf der Rückseite und in der Ladehülle wird die Go nicht nur aufgeladen, sondern kann auch Daten übertragen. Ein durchsichtiger Deckel liegt zum Schutz vor Staub und ähnlichem bei.

Apple Airpods? Nein, sondern die Ladehülle der Insta360 Go

© Insta360

Die Einrichtung funktioniert, wie inzwischen gewohnt, per App. Die laden Sie herunter und schließen die Go mithilfe des Ladecase direkt über Lightning an ihr iPhone an. Danach müssen Sie lediglich die Anweisungen in der App befolgen und haben ihre Kamera innerhalb weniger Minuten eingerichtet. Bei Android-Smartphones nutzen Sie statt des verbauten Lightning-Anschlusses ein USB-Kabel.

3. Funktionsweise und App

Auf der Rückseite der Insta360 befindet sich ein einzelner Button. Damit lässt sich die Cam an- und ausschalten, eine Videoaufnahme, ein Hyperlapse oder Zeitraffer starten oder ein Foto machen. Je nachdem, wie oft und lange Sie den Button drücken.

Wer schonmal eine App von Insta360 genutzt hat, wird sich schnell zurechtfinden. Aber auch für Neulinge ist die App gut aufgebaut und einfach zu bedienen. Kleine Übersetzungsfehler, die wir in der Vergangenheit immer mal wieder in Apps des Herstellers vorgefunden haben, fanden wir dieses Mal nicht. Ansonsten funktioniert die App so, wie man es von ihr erwartet. Es gibt verschiedene Tabs für die Gallerie, Einstellungen und auch einen Erkunden-Tab, indem geteilte Videos anderer Nutzer angeschaut werden können. Außerdem gibt es den Tab "Stories", in dem Sie mehrere Videos anhand von Vorlagen zu einem Video inklusive Übergänge und Musik zusammenfügen können. Kleiner Minuspunkt: Die App ist für Erstnutzer durch die vielen Tabs etwas überladen. Hat man aber einmal den Dreh raus, findet man sich aber gut zurecht.

4. Aufnahmequalität

Die Go nimmt Videos in einer Auflösung von 2720x2720 auf. Also im eher ungewöhnlich Format 1:1. Das erlaubt einige interessante technische Spielereien, aber dazu später mehr. Beim Export erhalten wir das Video dann aber runtergerechnet auf eine 1080p-Auflösung, also 1920x1080. Aufgrund der Größe des Geräts hat die Insta360 Go gewisse Einschränkungen. Da wäre einmal die Sensorgröße, die naturgemäß, ähnlich wie in Smartphones, eher klein ist. Ebenso die verbaute Linse. Das resultiert darin, dass die Fähigkeit zur Lichtaufnahme gegenüber größeren Action-Cams eingeschränkt ist, selbst mit der sehr offenen verbauten 2.1er Blende. Heißt: In dunklen Aufnahmesituationen pumpt die Go die ISO sehr hoch, was zu verhältnismäßig starkem Bildrauschen führt. Ein Problem, welches sich bei Kameras dieser Größe nicht umgehen lässt. Leider kann die Qualität der Kamera auch sonst nur bedingt überzeugen. Sowohl bei Fotos als auch bei der Videoaufnahme ist das Bild zu verrauscht, leicht schwammig und es fehlt an Schärfe in den Details. Die Farben sind in Ordnung, der automatische Weißabgleich funktioniert gut. Insgesamt waren wir doch etwas enttäuscht von der Qualität der Kamera. Von Smartphone-Kameras, die mit ähnlichen Einschränkungen zu kämpfen haben, sind wir besseres gewohnt. Ein weiteres Problem: Die maximale Dauer eines Videos beträgt 30 Sekunden. Zwar gibt es Hyperlapse und Zeitraffer-Aufnahmen, bei denen die Kamera auch länger läuft, bei normalen Videos müssen Sie aber mit den 30 Sekunden auskommen. Gut funktioniert die Bildstabilisierung dank Flowstate, gerade für eine so kleine Kamera. Auch die Hyperlapse- und Zeitraffer-Funktion konnten im Test überzeugen, abgesehen von der bereits diskutierten, mittelmäßigen Bildqualität. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der Akku der Go vor Start einer solchen Aufnahme aufgeladen ist.

5. Bearbeitung und Export in der App

Der interne Speicher der Go beträgt 8 Gigabyte. Das ist nicht sonderlich viel, da die Videos trotz Skalierung auf 1080p in einer höheren Auflösung aufgenommen werden. Der Speicher reicht für etwa 20 Minuten Videomaterial (oder mehrere Tausend Fotos), danach müssen Sie das Material auf ihr Smartphone überspielen. Der Transfer ist dafür sehr gut gelöst, besonders wenn Sie ein iPhone besitzen. Denn die Ladehülle der Go kommt mit einem integrierten Lightning-Anschluss, Sie können diese also direkt in ihr iPhone stecken und in der App die Daten auf ihr Smartphone übertragen. Android-Phones verbinden Sie über ein Micro-USB-Kabel. Fotos und Videos lassen sich direkt in der App bearbeiten. Dank der Aufnahme im 1:1-Format können Sie beispielsweise mithilfe von Keyframes Ihr Video rotieren lassen. Außerdem können zahlreiche Einstellungen vornehen, zum Beispiel die Farbtemperatur ändern, Filter anwenden, die Geschwindigkeit verändern, Musik hinzufügen oder auch das Video trimmen.

6. Das kann nur die Go

Auch wenn die Go mit vielen Einschränkungen kommt: Durch ihre Größe und das Gewicht von lediglich 18 Gramm bietet die Go das Maximum an Flexibilität. Durch den starken Magnet an der Rückseite und die zahlreichen mitgelieferten Halterungen können Sie die Kamera fast überall befestigen. Super für das Filmen aus ungewöhnlichen Perspektiven. Die Mobilität und Flexibilität sind eindeutig die Stärke und das beste Argument für die Insta360 Go.

7. Akku

Der Akku der Go inklusive der 2,5 zusätzlichen Ladungen des Ladecase hält laut Hersteller für rund 200 Clips á 20 Sekunden. Das entspricht knapp über einer Stunde Videomaterial. Für solche eine kleine Kamera ein stabiler Wert. Die Ladehülle lässt sich in ca. einer Stunde wieder vollladen, die Go selbst braucht dafür 20 Minuten.