Inspire HR von FItbit

Dass Inspire HR die Nutzer erst in die Welt der Fitnessgeräte von Fitbit einführen soll, zeigt der Preis: Mit knapp 100 Euro ist der neue Tracker fast das günstigste Produkt im Portfolio des Herstellers (Nur Inspire ohne Herzfrequenzmessung und das Kinder-Armband Ace sind noch billiger). Inspire HR kommt in diesem Jahr als Ersatz für Alta, das Upgrade kann sich jedoch sehen lassen: Das Gerät ist wasserresistent geworden (mit Einschränkungen, aber dazu später mehr). Auch die Benachrichtigungen haben die Entwickler aufgebohrt: Hat die Alta HR bisher nur über Termine im Kalender, eingehende SMS und Anrufe mit einer Vibration informiert, kann man nun auch für bestimmte Apps Mitteilungen einblenden. iMessage und Whatsapp funktionieren ohne Probleme, selbst Youtube hat sich bei uns auf dem Handgelenk gemeldet. Hier schmilzt eigentlich der Unterschied zum nächsten Produkt im Portfolio – dem Charge 3.

Produkt: Inspire HR
Hersteller: Fitbit
Vorteile: Leicht, klein, preisgünstig
Nachteile: Kleiner Bildschirm, wenig interaktive Funktionen
Alternativen: Charge 3
Preis: 89 Euro (bei Amazon)

Design und Ausstattung

Inspire HR ist momentan wohl auch der kleinste Tracker im Fitbit-Portfolio, mit einem Durchmesser von knapp anderthalb Zentimetern ist das Gerät um zwei Zentimeter schmaler als beispielsweise Charge 3. Dafür ist auch das Display des Geräts relativ klein, ja regelrecht winzig. Von den meisten Benachrichtigungen aus den Social Media sind nur die ersten Zeilen und der Absender sichtbar. Die genauen Abmessungen des Displays finden sich nur noch in den Fitbit-Foren : Breite 16,2 mm, Länge 37 mm, Höhe 12,6 mm, die nutzbare Bildschirmfläche ist jedoch noch kleiner. Wir haben eine Fläche von 10 mm mal 16 mm gemessen. Die Standard-Anzeige wie die Uhrzeit oder die Daten eines Training sind noch  ganz gut zu erkennen, bei iMessage & Co muss man bei längeren Inhalten dann raten oder im Bildschirm scrollen.

Auf der unteren Seite des Bildschirms sind die üblichen Photodioden für die Herzfrequenzmessung angebracht. Die Genauigkeit der Messung konnten wir selbst nach fünf Wochen Testen nicht so richtig verifizieren: Wir hatten Inspire HR gleichzeitig mit Fitbit Versa Lite und ab und zu mal mit der Apple Watch getragen. Nur im Ruhezustand war die Pulszahl einigermaßen ähnlich, beim Training konnten sich die Angaben bis zu zwanzig Pulsschlägen unterscheiden. Der Kollege vom Fahrradressort konnte jedoch diese Ergebnisse nicht bestätigen: Bei seinem Training meldete Inspire HR zuverlässig die gleichen Daten wie die Apple Watch oder der Ergometer im Fitnesskeller.

Bedienung

Da wir für den Inspire-Test von der Apple Watch umsteigen, benötigt die Gewöhnung an eine andere Bedienung etwas Zeit. Lustigerweise erlaubt der größere Bildschirm, auch auf den Android-Wear-Watches, deutlich mehr Möglichkeiten für die intuitive Bedienung. Offenbar sind dort die Elemente doch noch den Bedienkonzepten eines Smarphones zu ähnlich, als dass der Nutzer völlig ratlos auf den Bildschirm starrt. Da Inspire HR in seiner interaktiven Möglichkeiten beschränkt ist, kann der Anwender nur horizontal wischen, tippen und die Seitentaste benutzen. Der Wisch auf dem Bildschirm von unten nach oben bringt die Heute-Ansicht mit den getätigten Schritten, verbrannten Kalorien, aktiven Stunden und dem aktuellen Herzschlag. Der Wisch nach unten bringt die wenigen Anwendungen, die direkt auf dem Armband verfügbar ist. Wohl die wichtigste davon ist Training. Zwar hat Inspire HR etwas mehr als drei Trainingsarten, wie das bei seinem Vorgänger Alta HR der Fall war, die Auswahl ist nach wie vor etwas beschränkt: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Laufband, Gewichte und Interval-Training sind verfügbar. Dabei dient ein Tap auf das Display als Eingabe-Taste, die Seitentaste – als Zurück-Taste. Den Akku-Stand auf Inspire HR kann man erfahren, wenn man bei der Einrichtung die sämtliche Einführungsanimation bis zu Ende geschaut hat: Drückt man die Seitentaste etwas länger, erscheinen auf dem Bildschirm drei Angaben: der Akku-Stand, Aktivieren oder Deaktivieren des Displays und Mitteilungen stumm bzw. einschalten.

Akku und Laufzeit

Der Hersteller verspricht für Inspire HR bis zu fünf Tage Akkulaufzeit, auf diese Werte sind wir in etwa bei moderater Nutzung (zwei bis drei Trainings pro Woche) gekommen. Die Aufladung von Null auf hundert Prozent kann bis zu zwei Stunden dauern. Wenn schon die Akkuanzeige auf dem Gerät selbst recht versteckt ist, so schickt Fitbit eine Mail-Benachrichtigung mit der Warnung "Der Akkuladestand von Inspire HR ist niedrig. Lade deinen Akku so schnell wie möglich auf." Super!

Die Frage mit der Wasserdichtigkeit

Wie wir bereits erwähnt haben, gibt es auf der Inspire HR eine Trainingsart Schwimmen, heißt also, damit kann man theoretisch auch seine Schwimmrunden aufzeichnen. Der Hersteller gibt für das Gerät " Wasser resistent bis zu 50 Meter " an, in einer perfekten Welt sollte das Gerät den Prüfdruck einer Wassersäule von 50 Meter aushalten. Rechnet man das in Bar um, kommt man auf einen Wasserdruck von 5 Bar. Die Wasserdichtigkeit der Uhren normiert die DIN-Norm 8310, diese stuft jedoch die Uhren mit 5 Bar Wasserresistenz als höchstens spritzfest ein, selbst Duschen wird damit nicht empfohlen, geschweige denn Schwimmen.

Fazit

Inspire HR ist ein guter Fitnesstracker zu einem durchaus fairen Preis. Seine Grundfunktionen wie Schritte zählen, Kalorien einschätzen und im allgemeinen den Nutzer zu mehr Bewegung antreiben erfüllt Inspire HR sehr gut. Einzig die Herzfrequenzangaben würden wir eher als Schätzung bzw. Richtwert sehen und sich nicht darauf als der Wahrheit letzten Schluss verlassen.