Fitbit Versa Lite im Test: Fitness-Tracker im Smartwatch-Design

Halyna Kubiv |
Vor knapp einem Monat hat Fitbit eine abgespeckte Version seiner Versa vorgestellt. Wir haben das Gerät getestet.
Macwelt

Fitbit Versa Lite

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Seit Fitbit vor fast genau einem Jahr die neue Smartwatch Versa in sein Portfolio aufgenommen hat, konnte der Hersteller den Marktanteilschwund seiner Wearables stoppen und sogar Anteile gewinnen: Seit Ende 2015 bis Q1 2018 hat sich der Marktanteil von Fitbit von 29 Prozent auf 8,7 Prozent reduziert, ab dann ging es jedoch nach oben, bis fast 11 Prozent Anteil. Fitbit Versa hat offenbar eine Nische gefunden und positioniert sich als perfekter Fitness-Tracker für diejenigen, die eine Apple Watch wollen, aber nicht gleich knapp 400 Euro auszugeben gedenken. Nach einem Jahr hat Fitbit Versa noch ein Modell dazu bekommen – eine Lite-Version.

Modell: Fitbit Versa Lite
Preis: 159 Euro
Vorteile: Lange Akkulaufzeiten, schickes Design, hauseigene Armbänder zur Auswahl, Schlaf-Tracking
Nachteile: nicht intuitive Steuerung von Mitteilungen, fehlende Interaktivität

Das Herzstück von Fitbit Versa Lite

Wie von allen Fitnesstrackern von Fitbit gewohnt, ist das eigentliche Glanzstück die App auf dem iPhone oder auf dem Android-Smartphone, die Fitbit-App. Der Hersteller bietet in seinem Download-Zentrum noch Windows- und Mac-Versionen an, offensichtlich wird die Mac-Version nicht mehr gepflegt, die aktuellste Software 2.0.2.7241 stammt aus dem Jahr 2017 – Schade! Diese hatten wir im Alltag nicht so richtig vermisst, denn die iOS-App bietet alles, was ein Freizeitsportler mag: Automatisches Erkennen von Sportarten, unterstützt werden neben den Klassikern wie Laufen oder Radfahren noch Aerobic, Crosstrainer und Schwimmen. Beim Gehen hat uns Versa Lite zuverlässig hingewiesen, dass der Tracker die Aufzeichnung begonnen hat. Schwimmen haben wir eher unfreiwillig ausprobiert: An einem sonnigen Samstagmittag haben wir Fenster geputzt, kurze Zeit danach behauptete die App, wir sind knapp 60 Minuten lang geschwommen. Sei's drum, Hauptsache – Kalorien verbrannt.

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Zu einem richtigen Schwimmtraining darf man übrigens Versa Lite nicht mitnehmen – das Gerät ist nur wasserabweisend, was im Klartext heißt, Versa Lite wird die Dusche am Morgen überstehen, zwanzig Schwimmrunden im Becken – nicht.

Was uns besonders gut gefällt, wie bei jedem Fitbit-Gerät, ist Schlaftracking. Klar, sowohl die Uhr am Handgelenk als auch die App mit ihren Algorithmen schätzen die Schlafqualität nur, für die genaue Nachverfolgung wären wohl Laborbedingungen notwendig. Aber selbst die geschätzte Zusammenfassung von Fitbit ist aufschlussreich: Diese liefern Erkenntnisse zum Selbstbefinden in der Woche oder am gleichen Tag. Wenn man schlecht oder kurz geschlafen hat, braucht man sich nicht zu wundern, dass nichts klappt.

Obwohl Fitbit die Version Lite nennt, verzichtet die Uhr nicht auf die üblichen Photodioden zur Herzfrequenzmessung. Wir haben Versa Lite zusammen mit der Apple Watch der ersten Generation probeweise gleichzeitig getragen. Bei den Stichproben im Ruhezustand sowie beim Sport (Krafttraining und High-Intensity-Training) unterschieden sich die Anzeigen auf den beiden Geräten um ein paar Herzschläge, was nicht dramatisch ist. Die Herzfrequenzanzeigen von den Fitness-Trackern muss man eh als eine Richtlinie und nicht als der Wahrheit letzten Schluss betrachten, denn abseits der unterschiedlichen Photodioden nutzen die Hersteller auch unterschiedliche Algorithmen um den Puls des Nutzers zu ermitteln.

Akkulaufzeit und Ladezeiten

Da Fitbit beim Bildschirm spart und immer noch auf LCD setzt, schlägt sich das voll auf der Akkulaufzeit nieder. Wie vom Hersteller versprochen, laden wir unsere Versa Lite einmal pro Woche, mal an einem Dienstag mal an einem Montag, je nachdem wie intensiv die Nutzung der vergangenen Woche war. Die Ladezeiten sind auch sehr in Ordnung: Von 7 Prozent Ladung auf 99 Prozent Ladung kommt die Uhr in knapp einer Stunde und dreißig Minuten. Schade ist nur, dass sich der Akkuzustand nicht auf dem Standard-Zifferblatt anzeigen lässt, erst tief begraben in den Einstellungen der App kann man sich ein alternatives Zifferblatt aussuchen, das auch die Akkuanzeige anbietet.

Interaktivität

Erst bei den Benachrichtigungen merkt man, dass man keine Apple Watch um hat, sondern eher ein Fitness-Tracker mit einem farbigen Display. Die Mitteilungen lassen sich erst nach ein paar Tagen Nutzung gescheit einstellen, denn die Fitbitt App sammelt zunächst mal alle Infos über eingehende App-Benachrichtigungen des iPhones, erst danach kann man sie freischalten und auf Fitbit Versa darstellen lassen. Eingehende Anrufe kann man noch auf der Uhr annehmen, bei den Textbenachrichtigungen von iMessage, Whatsapp oder Facebook Messenger werden nur der Text und der Absender dargestellt, es gibt keine Shortcuts zum Antworten etc. Eine Vorschau für mitgesandte Bilder gibt es auch nicht.

Fazit

Fitbit Versa Lite ist ein robuster Fitness-Tracker für alle, die auf die ausgefeilten Smartwatch-Funktionen einer Apple Watch oder eines Samsung Gear verzichten können. Gleichzeitig liefert Versa Lite mit den einfachen Benachrichtigungen eine zuverlässige Übersicht aller neuen Mails, Nachrichten und Termine, die gerade auf das iPhone eingegangen sind. So verpasst man nichts Wichtiges. Trotz eines großen Bildschirmes liefert Versa Lite die angekündigte Laufzeit von einer Woche – eine bemerkenswerte Leistung. Wir würden uns noch wünschen, die Auswahl an unterstützten Sportarten des künftigen Fitbit OS würde sich etwas erweitern – die angebotenen sieben Trainingsarten sind doch etwas zu knapp.