Welches Smartphone hat 2020 die beste Kamera? Diese Frage lässt sich objektiv gar nicht so leicht beantworten. Wenn Sie sich selbst einen Eindruck von der Bildqualität der einzelnen Smartphones machen möchten, empfehlen wir unseren Smartphone-Kameravergleich in Video-Form. In der Videobeschreibung finden Sie auch einen Download-Link zu den Originalfotos.

Mittlerweile sind die Kameras nämlich alle so gut, dass es am Ende auf minimale Unterschiede, Software-Features und natürlich auch auf den eigenen Geschmack ankommt. Während unser letzter Smartphone-Kameravergleichstest gezeigt hat, dass es 2019 keinen klaren Gewinner gibt, haben wir in diesem Jahr einen Gewinner ermitteln können.

Um den Titel "Beste Smartphone Kamera 2020" kämpfen bei uns das iPhone 11 Pro (Test) , Huawei P40 Pro (Hands-On) , Samsung Galaxy S20 Ultra (Hands-On) , Xiaomi Mi 10 Pro , OnePlus 8 Pro (Test) und das Oppo Find X2 Pro .

Wenn Sie das Video gesehen haben, wissen Sie, dass uns das Samsung Galaxy S20 Ultra am ehesten überzeugt hat. In diesem Artikel wollen wir jedoch weniger auf die Kamera-Qualität eingehen, die Sie im Video umfassend beurteilen können, sondern vielmehr auf die einzelnen Software-Features, die die Hersteller den Kameras zur Seite stellen. Diese sind zwar ziemlich umfangreich, doch nicht unbedingt für jeden Nutzer interessant und sollten - falls die Kamera für Sie ein Kaufkriterium ist - unbedingt berücksichtigt werden.


iPhone 11 Pro: Ein solider Allrounder mit Schwächen

Das iPhone 11 Pro kommt nun mit Ultra-Weitwinkelkamera und Nachtmodus.

© Apple

iPhone 11 Pro Kamera Specs

  • 12 Megapixel Dreifach-Kamera mit Ultraweitwinkel‑, Weitwinkel‑ und Teleobjektiv

  • Ultraweitwinkel: ƒ/2.4 Blende und 120° Sichtfeld

  • Weitwinkel: ƒ/1.8 Blende

  • Teleobjektiv: ƒ/2.0 Blende

  • 2x optisches Einzoomen, 2x optisches Auszoomen, bis zu 10x digitaler Zoom

  • Porträtmodus mit fortschrittlichem Bokeh und Tiefen‑Kontrolle

  • 12 MP TrueDepth Kamera

Die Kamera vom iPhone 11 Pro wirkt auf den ersten Blick (und vor allem im Vergleich mit den anderen Smartphones aus diesem Vergleichstest) recht langweilig. Apple stattet das iPhone mit keinem Feature aus, das man in ähnlicher Form nicht auch bei Samsung, Huawei und Co finden würde. Mit dem Ultraweitwinkel-Objektiv hat Apple letztes Jahr nicht nur endlich mit der Konkurrenz gleichgezogen, sondern dabei auch gleich mal gezeigt, was so ein Weitwinkelobjektiv wirklich drauf haben kann: Mit einem Sichtfeld von 120 Grad ist kein Motiv zu groß, um es nicht einfangen zu können. Die anderen Hersteller spendieren ihren Smartphones teils nicht so ein großes Sichtfeld, vermeiden damit aber auch das Verkrümmungsproblem, welches beim iPhone unter Umständen auftreten kann.

Ein Kompromiss: Mehr Bildausschnitt bedeutet eine stärkere Linien-Verkrümmung (s. rote Kennzeichnung)

Der Portrait-Modus funktioniert. Er könnte aber deutlich besser sein, wie man beim Samsung Galaxy S20 Ultra sieht. Beim Freistellen der Person vom Hintergrund passieren noch sehr häufig Fehler - das bekommt die Konkurrenz schon deutlich besser hin. Mal schauen, ob Apple der nächsten iPhone-Generation den beim iPad Pro neu eingeführten LiDAR-Scanner spendiert, dann könnten diese ärgerlichen Freistellungsfehler schon bald Geschichte sein. Nachdem man ein Portrait geschossen hat, kann der Nutzer die Blende zwischen f. 1,4 und f. 16 einstellen. Je kleiner der Wert, desto stärker die Tiefenunschärfe.

Portrait: iPhone 11 Pro (Links) vs. Samsung Galaxy S20 Ultra (rechts)

Darüber hinaus bietet Apple sechs verschiedene Studio-Effekte an: Natürliches Licht, Studiolicht, Konturenlicht, Bühnenlicht, Bühnenlicht Mono und High-Key-Licht Mono. Von diesen sechs Effekten sind jedoch nur zwei wirklich zu gebrauchen: Studiolicht, welches die gesamte Person leicht aufhellt, sowie Konturenlicht, welches die Konturen verstärkt und somit dem Bild mehr Tiefe verleiht. Der Rest ist eher eine nette Spielerei, zumal die Effekt meist nicht natürlich aussehen.

iPhone Studio-Effekte im Vergleich: Bühnenlicht-Mono und High-Key-Licht Mono

Großer Kritikpunkt beim iPhone 11 Pro ist der Zoom. Mit einem 10x digitalen Zoom kommt man nicht wirklich weit. Auch wenn es kein Feature ist, welches man im Alltag häufig braucht, wäre es doch nett, wenn man die Möglichkeit hätte, weit entfernte Motive nah einzufangen. Da muss Apple auf jeden Fall noch nachbessern. Einen Pro-Modus, bei dem man sämtliche Einstellungen (wie etwa Verschlusszeit, Blende, ISO-Werte, Weißabgleich usw.) manuell bestimmen kann, sucht man auf dem iPhone ebenfalls vergebens. Wenn Sie darauf Wert legen, müssen Sie entweder auf eine Drittanbieter-App zurückgreifen oder Sie sind mit einem Smartphone der Konkurrenz besser bedient.

Weitere Features beim iPhone 11 Pro:

  • Live-Fotos (mit zusätzlichen Optionen wie Endlosschleife, Abpraller und Langzeitbelichtung)

  • Nacht-Modus mit max. 30 Sekunden Belichtungszeit

  • Panorama-Fotos im Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel und 2x optischem Zoom

  • Standard-Bildbearbeitungsmöglichkeiten (Begradigung, Helligkeit, Kontrast usw.)

  • HDR-Fotos

Huawei P40 Pro: Das Smartphone mit dem Blick für's Schöne

Huawei betitelt das P40 Pro als "neues Fotowunder"

© Huawei

Huawei P40 Pro Kamera Specs

  • Quad-Cam

  • 50 MP Ultra-Vision

  • 40 MP Ultra-Weitwinkel

  • 12 MP Periskope-Tele

  • ToF-Kamera

  • 32 MP Dual-Front

Das Huawei P40 Pro hat derart viele Features in petto, dass man gar nicht weiß, wo genau man anfangen soll. Öffnet man die Kamera-App, kann man zwischen verschiedenen Foto-Modi auswählen:

  • Blende : Hier können Sie manuell Blendenwerte zwischen f.0,95 und f.16 einstellen

  • Nachtmodus : ISO-Wert sowie Verschlusszeit können hier zusätzlich manuell eingestellt werden

  • Porträt : Hier lassen sich Beauty-Effekte sowie Bokeh-Effekte aktivieren

  • Foto : für den schnellen Schnappschuss geeignet

  • Pro : Hier können Sie alles selbst einstellen: RAW-Fotos, ISO, Verschlusszeit, Belichtungskorrektur, Fokus, WB

  • Mehr : Hier finden Sie 12 verschiedene Foto- und Videofunktionen, darunter Panorama, Monochrom, HDR, Sticker, Dokumente, hohe Auflösung mit 50 MP uvm.

Wenn Sie ein Foto geschossen haben und es hinterher bearbeiten möchten, finden Sie beim Huawei P40 Pro diverse Möglichkeiten:

  • Spiegelungen entfernen

  • Aufhellen

  • Gerade ausrichten

  • Dokumentbereich definieren

  • Anpassen: Passen Sie hier Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Schärfe, Highlights, Schatten und Farbe an

  • Mehr: Beauty, Etikett, Kritzeln, Mosaik, Sticker, Unschärfe, Farbakzente

Sie merken schon: Wenn Sie möchten, können Sie wirklich alles einstellen. Wir möchten hierbei lediglich auf den Beauty-Modus genauer eingehen.

Das Huawei bietet diverse Beauty-Einstellungen für Portraits.

Dieser bietet nämlich Effekte, die man sonst vielleicht eher von Profi-Programmen wie Photoshop oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen kennt. Auf einer Skala von 1 bis 10 können Sie verschiedene Effekte unterschiedlich stark anwenden, wie etwa einen Weichzeichner. Sie können den Haut-Teint kontrollieren, so dass es ausschaut, als kämen Sie gerade frisch aus dem Solarium. Im Menü-Punkt "Form" können Sie Licht und Schatten zu Ihrem Vorteil nutzen und Ihre Gesichtszüge besser zum Vorschein bringen und falls Sie irgendwelche Schönheitsmakel haben sollten, können Sie auch diese mit einem Wisch auf der Skala einstellen. Sie können die Gesichtsform verändern, aber Achtung: Hier heißt es "Weniger ist mehr". Wer es mit den Effekten übertreibt, sieht schnell wie eine Puppe aus. Darüber hinaus ist es möglich, Blitzflecken zu entfernen, die Augen aufzuhellen und zu vergrößern, Augenringe zu entfernen und die Zähne weiß strahlen zu lassen.

Das P40 Pro bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten. Anfänger auf dem Fotografie-Gebiet könnten leicht überfordert werden. Wer ein aufgeräumtes Kamera-Menü bevorzugt und all diese Optionen gar nicht benötigt, fährt definitiv besser mit einem iPhone 11 Pro. Für alle anderen sind solche Features natürlich ein "Nice-to-have".


Galaxy S20 Ultra: Der Alleskönner

Das Samsung Galaxy S20 Ultra ist unser diesjähriger Testsieger.

© Samsung

Samsung Galaxy S20 Ultra Kamera Specs

  • Mehrfachkamera mit 108MP, 12MP, 48MP und VGA

  • 10x hybrid-optischer Zoom

  • 100x digitaler Zoom

  • Mehrfachkamera Blenden mit f.1,0

  • Frontkamera 40 MP

Ja, das Samsung Galaxy S20 Ultra hat uns im Kameravergleichstest am ehesten überzeugt. Jedoch sei gesagt: Dieses Gerät ist nicht für jeden geeignet. Das hat weniger mit der Kamera zu tun, sondern vielmehr mit der Gerätegröße. Mit stolzen 6,9 Zoll ist das S20 Ultra nämlich das größte aller von uns getesteten Smartphones und passt nicht unbedingt in jede Hosentasche. Diesen Kompromiss muss man schon eingehen, denn dafür bekommt man nämlich auch die beste Technik, die Samsung derzeit in seinen Smartphones anbietet.

Die Kamera-App beim S20 Ultra ist deutlich aufgeräumter als beim Huawei P40 Pro. Über dem digitalen Auslöser befinden sich lediglich vier Kamera-Menüs: Single-Take, Foto, Video und Mehr. Unter letzterem können Sie weitere Modi auswählen, wie etwa einen Pro-Modus, Panorama, einen Essen-Modus mit radialer Unschärfe, einen Nacht-Modus, Live-Fokus für Portrait-Aufnahmen uvm.

Ein besonders Feature ist natürlich der Zoom, den sogenannten Space Zoom. Der ist so besonders, dass sich Samsung dazu entschieden hat, diesen in das Kamera-Modul auf der Geräterückseite zu gravieren. Ein 100-facher Zoom ist ein nettes Feature, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass dieses nicht häufig zum Einsatz kommen wird. Die Bilder werden bei einem solch starken Zoom nicht unbedingt schön. Trotzdem ist es ein cooles Feature, vor allem wenn man sich bewusst macht, dass es sich dabei um ein Smartphone handelt und nicht um eine professionelle DSLR mit Zoom-Objektiv.

Zoom im Vergleich: Galaxy S20 Ultra vs. iPhone 11 Pro

Ein weiteres Highlight ist der sogenannte Single-Take. Dieser Modus ähnelt dem Live-Foto-Feature von Apple. "Tippe auf die Single Take-Funktion", erklärt Samsung, "dann hält dein Smartphone den Augenblick automatisch in verschiedenen Bildern fest. Im Single Take-Modus machst du Weitwinkelaufnahmen und Nahaufnahmen und zeichnest Videos auf."

Single Take erstellt maximal 14 Fotos und Videos, wobei das Smarpthone dabei zehn Fotos und vier Videos drei bis zehn Sekunden nach dem Aufnahmezeitpunkt aufnimmt. In der Galerie kann man sich die Ergebnisse anschauen und noch weiter bearbeiten:

Single-Take auf dem Samsung Galaxy S20 Ultra

© Samsung
  1. AI-Perfekter Moment

  2. Ultraweitwinkelaufnahme

  3. AI-Filter

  4. Intelligenter Zuschnitt

  5. Original

  6. Schnellvorlauf

  7. Bounce (Bumerang-Effekt) 

Ein weiteres Highlight beim Samsung Galaxy S20 Ultra ist die 108MP-Auflösung, die im 3:4-Format aktiviert werden kann. Darüber hinaus stehen die Formate 16:9, 1:1 und "Full" zur Verfügung. Bei letzterem handelt es sich um ein Bildschirm füllendes Foto.

Besondere Erwähnung verdient zu guter Letzt der Portrait-Modus, der unserer Meinung nach von allen getesteten Smartphones am besten funktioniert hat. Zudem gibt es zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten: So kann man etwa den Grad der Unschärfe einstellen, die Bokeh-Größe sowie dessen Form (Herzen, Sterne, Schneeflocken, Schmetterlinge uvw.) oder Dreh- und Zoom-Effekte.

Die Bokeh-Form kann in der Nachbearbeitung angepasst werden.

Samsung bietet darüber hinaus auch eine Beauty-Funktion an, die mit ihren Effekten jedoch nicht ganz so stark übertreibt wie Huawei und unserer Meinung nach ein natürliches Ergebnis liefert. Wem Portrait-Aufnahmen besonders wichtig sind, der wird das Samsung Galaxy S20-Ultra lieben.


Xiaomi Mi 10 Pro: Alles, was man braucht

Das Xiaomi Mi 10 Pro startet bei 999 Euro.

© Xiaomi

Xiaomi Mi 10 Pro Kamera Specs

  • Quadro-Cam mit

  • 108MP

  • 8MP

  • 12MP

  • 20MP

Die Kamera des Xiaomi Mi 10 Pro hat alles, was man von einem Smartphone im Jahr 2020 erwartet: eine Ultra-Weitwinkel-, Weitwinkel- und Telekamera und jede Menge Technik-Schnickschnack, mit dem man herumspielen kann. Im Vergleich zum Samsung Galaxy S20 Ultra ist das Kamera-Menü vom Mi 10 Pro etwas unübersichtlicher. Alle Kamera-Modi finden sich oberhalb des digitalen Auslösers und können durch hin- und herwischen erreicht werden.

Im Pro-Modus können Sie die gängigen Einstellungen vornehmen, jedoch nehmen diese einen recht großen Teil des Bildschirms ein, sodass am Ende im Pro-Modus nur etwa die Hälfte des Displays als Bildvorschau dient. Erst wenn die Einstellungen wieder ausgeblendet werden, wird der Bildausschnitt größer. In der Praxis erwies sich diese Handhabung als etwas umständlich, jedoch gewöhnt man sich recht schnell daran. 

Foto-Einsteiger werden mit Xiaomis Pro-Kamera-Modus bestens zurecht kommen: Wer mit den Fachbegriffen und einzelnen Funktionen nichts anzufangen weiß, bekommt über ein kleines Informations-Symbol am oberen linken Rand alle notwendigen Informationen zu Belichtungsmessmodi, Schärfe-Peeking, Belichtungsüberprüfung, RAW-Format, Weißabgleich, Schärfe, Verschlusszeit Belichtungskorrektur oder ISO-Empfindlichkeit.


OnePlus 8 Pro: Da geht noch mehr

Beim OnePlus 8 Pro gibt es Verbesserungsbedarf

© OnePlus

OnePlus 8 Pro Kamera Specs

  • Sensor: Sony IMX689

  • 48 MP Weitwinkel mit f.1,78

  • 8 MP Teleobjektiv (f.2,44)

  • 48 MP Ultraweitwinkel-Objektiv mit 120 Grad Blickwinkel

  • 3x Hybrid Zoom

  • 30 x digitaler Zoom

  • 16 MP Frontkamera

Das OnePlus 8 Pro ist in unserem Vergleichstest in bestimmten Kategorien teilweise negativ aufgefallen. Nicht etwa wegen mangelnder Bildschärfe, Freistellungsfehler im Portrait-Modus, Bildrauschen oder dergleichen. Vielmehr haben besonders Portrait-Aufnahmen einen Grünstich. Dies wäre nicht besonders schlimm, wenn OnePlus die Option bieten würde, dies in der Bildbearbeitung später wieder beheben zu können. Jedoch sind gerade die Bearbeitungs-Optionen im Vergleich zu den anderen getesteten Smartphones eher mau. 

Das OnePlus 8 Pro (rechts) weist einen starken Grünstich auf. Zum Vergleich: Links das Portrait vom iPhone 11 Pro.

Hat man ein Foto geschossen und möchte dieses im Nachhinein noch verbessern, hat man sämtliche Standard-Funktionen, die heutzutage vom Nutzer einfach vorausgesetzt werden. Heißt: man kann das Bild zuschneiden, drehen und an den Reglern für Belichtung, Kontrast, Sättigung, Wärme, Glanzlichter und Schatten hin- und her schieben, bis einem das Ergebnis gefällt. Darüber hinaus gibt es eine Filter-Funktion mit 16 verschiedenen Filtern.

Als einzig weitere Möglichkeit, die Bilder zu bearbeiten, ist die Option "Markierung". Hier kann man mit einem Pinsel malen, Gesichter oder andere Motive mit einem "Mosaik"-Effekt unkenntlich machen, Texte, Rechtecke und Pfeile in verschiedenen Größen und Farben anordnen.

Darüber hinaus hat man leider keine Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Optionen-Vielfalt beim Huawei, Xiaomi und Samsung sucht man beim Huawei vergebens. Schießt man ein Portrait, kann man auf ein kleines Kopf-Emoji tippen. Über den Nutzen dieser Funktion können wir nur spekulieren, da das Smartphone selbst keine Informationen darüber heraus gibt. Auf der offiziellen Webseite gibt OnePlus an, dass das Smartphone über eine "Gesichtsretusche"-Option verfügt. Ob es sich bei dem geheimnisvollen Symbol um dieses Feature handelt? Wir konnten jedoch keinen nennenswerten Unterschied feststellen.

12 MP & 48 MP Kamera

Fotografiert man im ganz normalen Foto-Modus, kann man auswählen, ob man mit der 12 MP oder der 48 MP Kamera Fotos aufnehmen möchte. Die empfohlene 12 MP Kamera bietet laut OnePlus einen besseren Dynamik-Umfang und ist daher standardmäßig aktiviert. Die 48 MP Kamera bietet eine höhere Auflösung und nimmt Details in gut beleuchteten Szenen auf. Wir hätten uns gewünscht, dass das OnePlus 8 Pro automatisch erkennt, wann welche Auflösung am meisten Sinn ergibt. In der Praxis denkt man nämlich nicht allzu häufig an die zwei verschiedenen Optionen und verschenkt somit die Möglichkeit, bessere Bilder aufzunehmen.

Echt super: Supermakro

Der Supermakro-Modus beim OnePlus 8 Pro beeindruckt.

Nach so viel Kritik möchten wir gegen Ende auch nicht die Super-Features verschweigen. Der Supermakro-Modus vom OnePlus 8 Pro ist nämlich wirklich super - wenn man denn weiß, wie man ihn aktiviert. Zunächst funktioniert dieser nur mit der 12 MP-Kamera, falls die 48MP-Linse aktiviert sein sollte, kann man das Supermakro-Modus-Symbol (Blume) gar nicht erst aktivieren. Alternativ kann man Supermakro-Aufnahmen auch über das Ultra-Weitwinkelkamera-Feature aufnehmen. Doch auch dafür muss die 12 MP-Kamera aktiviert sein. Trotz dieses Super-Features finden wir aber: OnePlus sollte beim nächsten Smartphone nachlegen und mehr Features liefert. Da geht noch mehr!


Oppo Find X2 Pro: Auffällig unauffällig

Das Oppo Find X2 Pro: Auffällig unauffällig

© Oppo

Oppo Find X2 Pro Kamera Specs

  • 48 MP Weitwinkel mit f. 1,7

  • Sony IMX 689 Sensor

  • 48 MP Ultraweitwinkelkamera mit 120 Grad Blickwinkel

  • 13 MP Teleobjektiv

  • 10x Hybrid Zoom

  • 60x digitaler Zoom

Ein Blick auf die technischen Details des Oppo Find X2 Pro zeigt gewisse Ähnlichkeiten zum OnePlus 8 Pro - und trotzdem könnten die beiden Smartphones nicht unterschiedlicher sein. Dies fängt schon in der Menü-Führung an. Das Menü vom Oppo Find X2 ist deutlich aufgeräumter. Während beim OnePlus 8 Pro insgesamt 8 Kamera-Features oberhalb des Auslösers angezeigt werden, sind es beim Find X2 Pro lediglich 5: Nacht, Video, Foto, Portrait und Mehr.

Insgesamt fällt das Oppp Find X2 Pro in unserem großen Smartphone Kameravergleichstest nicht besonders auf. Es ist so gut, dass man in den meisten Kategorien nicht wirklich auf das Find X2 Pro achtet, weil es andere Smartphones gibt, die deutlich schlechter oder eben noch einen Tick besser sind. Es ist eben auffällig unauffällig.

Während wir beim OnePlus 8 Pro die geringe Feature-Auswahl kritisieren, haben wir genau das Gegenteil beim Oppo Find X2 Pro. Dieses kommt mit:

  • HDR-Feature

  • RAW-Fotos

  • AI-Option für schönere Farben

  • 14 Filtern

  • AI-Portrait-Erkennung

  • Bokeh-Anzeige in Prozent

  • Diverse Bearbeitungsmöglichkeiten

Auch hier möchten wir nochmal besonderes Augenmerk auf die Schönheits-Optionen legen. Unser Eindruck ist, dass im Vergleich zu Huawei und Xiaomi das Oppo Find X2 Pro die natürlichsten Ergebnisse liefert. Wer möchte, kann selbstverständlich auch hier mit den Effekten übertreiben. Wer aber nach dem Motto "Weniger ist mehr" vorgeht, bekommt mit dem Oppo Find X2 ein Smartphone mit tollen Bearbeitungsmöglichkeiten.

Beauty-Effekt mit nur einem Klick: Das Oppo Find X2 Pro überzeugt mit natürlicheren Ergebnissen.

Etwas schade ist, dass man keinen Einblick über die Blende bekommt. Weder im Portrait-Modus, in dem man die Bokeh-Stärke lediglich auf einer Skala von 1 bis 100 einstellen kann, noch im Pro-Modus bekommt der Nutzer nähere Informationen zur Blende. Dafür muss man in die Foto-Galerie gehen, dort findet man unter Details weitere Informationen zu den Aufnahmen, darunter auch die Blende.


Fazit

Welches Smartphone hat 2020 die beste Kamera? Wie bereits zu Beginn gesagt: Diese Frage lässt sich objektiv gar nicht so leicht beantworten. Keines der getesteten Smartphones ist wirklich schlecht, jedes Gerät hat seine Stärken und Schwächen. Wie dieser Artikel zeigt, kommen die sechs Smartphones mit unterschiedlich viel Features daher. Jetzt liegt es an Ihnen zu entscheiden, worauf Sie bei einer Smartphone-Kamera heutzutage Wert legen.

Uns hat das Samsung Galaxy S20 Ultra am ehesten überzeugt, da es wirklich beeindruckende Bilder liefert, besonders in den Test-Kategorien Zoom und Portrait. Darüber hinaus stellt Samsung den Nutzern eine große Palette an Bearbeitungs-Tools zur Verfügung. Zum Schluss betonen wir aber gerne noch einmal: Die getesteten Smartphones sind für jeden Hobby-Fotografen geeignet, der mit dem Smartphone bei jeder Gelegenheit schnell einen Schnappschuss machen möchte. Diejenigen Nutzer, die ihrer Kamera etwas mehr abverlangen wollen, sollten berücksichtigen, welche Features die höchste Priorität haben - und somit den persönlichen Sieger auswählen.