Bisher führte bei Actioncams kaum ein Weg am Hersteller Go Pro vorbei. Auch wenn andere Hersteller in Sachen Actioncams aufgeholt haben, ist Go Pro mit seiner Hero 7 immer noch das Maß aller Dinge. Nach der für Vlogger gedachten  DJI Osmo Pocket veröffentlicht der Hersteller nun auch eine Actioncam mit dem Namen Osmo Action.

Gewohntes Design

Das Design der DJI Osmo Action erinnert stark an das des Konkurrenten Go Pro. Allerdings stellt sich hier die Frage: Muss man das Rad neu erfinden? Wir finden ganz klar: Nein. Dank des verbreiteten Formfaktors ist die Actioncam mit dem meisten verfügbaren Zubehör kompatibel. Die Osmo Action hat insgesamt zwei Farbdisplays. Der rückwärtige Touchscreen hat eine Diagonale von knapp 5,7 cm und eine Pixeldichte von 325 ppi. Der frontale Farbmonitor misst 3,5 cm in der der Diagonale, die Pixeldichte beträgt immerhin 300 ppi. Der neben dem Objektiv angebrachte Monitor ist nicht Touch-empfindlich und dient lediglich zur Kontrolle des Bildausschnitts bei Selfie-Aufnahmen. Die Helligkeit der beiden Bildschirme ist mit 750 cd/m² überdurchschnittlich hoch. Das Ablesen ist dadurch auch bei direktem Lichteinfall unproblematisch.

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DJI Osmo

Hersteller

DJI

Preis

370 Euro

Vorzüge

Gute Verarbeitung, hohe Bildqualität

Nachteile

Kein Stativgewinde

Alternative

Go Pro 7

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An der Oberseite des Gehäuses sind zwei Knöpfe angebracht. Linksseitig der Ein-Ausschalter, welcher auch zum Aktivieren des Standby-Modus genutzt wird und rechtsseitig der Knopf zum Starten einer Aufnahme. Der auf der linken Seite des Gehäuses sitzende Knopf mit der Bezeichnung QS dient zur Auswahl der wichtigsten Funktionen, die der Nutzer als solche definieren kann. Das ist sehr praktisch, da man so immer schnellen Zugriff auf seine am häufigsten genutzten Modi und Einstellungen hat. Ein langer Druck auf den QS-Taster schaltet zwischen den beiden Monitoren hin und her. Die Bedienung der Osmo Action ist intuitiv und komfortabel. Die Kombination aus Schnellzugriffstaste und Touchscreen macht die Steuerung angenehm unkompliziert. Des Weiteren lässt sich die Kamera mit der von DJI auf den Markt gebrachten App „Mimo“ bedienen.

Der Micro-SD-Speicherkarteneinschub und die USB-C-Buchse zum Laden des Akkus finden sich ebenfalls auf der linken Seite unterhalb des QS-Knopfes. Sie sind durch eine Klappe geschützt. Um den Akku aus dem Schacht auf der Unterseite zu entfernen, müssen zuvor zwei kleine Sicherungen gelöst werden. Unbeabsichtigtes Auswerfen des Akkus wird hierdurch zuverlässig verhindert. Allerdings sollten nach Einsetzen des neuen Akkus die Sicherungen geprüft werden, ob diese auch tatsächlich verschlossen sind, da die Wasserfestigkeit sonst nicht mehr gegeben ist.

Unterhalb des Objektivs will ein kleiner Kühlkörper Hitzestaus verhindern, wie sie von der Hero 7 Black bekannt sind. In der Praxis funktioniert dies auch sehr gut. Die Abmessungen der Kamera betragen 42 × 65 × 35 mm (h/b/t), ihr Gewicht 124 Gramm. Die Haptik ist gut und die Verarbeitung sehr hochwertig. Die Tasten sind gut erreichbar und haben einen guten Druckpunkt.

Mit Schutzlinse, ohne Stativgewinde

Das Objektiv steht deutlich aus dem Gehäuse hervor und im Gegensatz zur Konkurrenz hat DJI eine wechselbare Schutzlinse verbaut, welche ähnlich wie bei der DJI Mavic Pro 2 einfach aufgeschraubt wird. Zusätzliche Farbfilter oder ND-Filter sind somit schnell und zuverlässig befestigt. Leider bietet die Osmo Action kein im Gehäuse verbautes Stativgewinde. Wer sie nun also befestigen möchte, muss dies über den extra mitgelieferten Rahmen machen.

Die Kamera ist ohne zusätzliches Unterwassergehäuse bis zu einer Tiefe von 11 m wasserdicht. Dies ist für Schnorchelgänge und Sportarten auf dem Wasser mehr als ausreichend. Schäden durch eingedrungenes Wasser sind durch die Garantie nicht abgedeckt. Allerdings gibt es, wie auch schon von den Drohnen bekannt, das DJI Care Refresh Programm (Kosten: 39 €) welches als zusätzlicher Schutz abgeschlossen werden kann und welches auch Wasserschäden beinhaltet.

Die Akkulaufzeit wird laut DJI mit folgenden Werten angegeben:

  • Circa 110 Minuten bei 1080p/30 fps ohne Bildstabilisierung

  • Circa 91 Minuten bei 4K/30 fps mit Bildstabilisierung

  • Circa 64 Minuten bei 4K/60 fps ohne Bildstabilisierung

Diese Werte erweisen sich in unserem Test auch als realistisch. Den Akku wieder aufzuladen dauert etwa 90 Minuten.

Funktionen wissen zu gefallen

Die Osmo Action erinnert nicht nur optisch an den Konkurrenten Go Pro. Auch der Funktionsumfang ist sehr ähnlich. Neben extrem gut stabilisierten 4K-Aufnahmen mit bis zu 60 fps erstellt die Kamera Zeitlupen-, Zeitraffer- und Hyperlapse-Videos.  Für Fotos stehen Serienaufnahmen, Auslöse-Timer und Serienbildfunktion zur Verfügung. Auch eine Sprachsteuerung ist mit an Bord. Die Actioncam hat bei der Aufzeichnung eine maximale Datenrate von 100 Mbit/s und somit mehr als GoPro bei seiner Hero 7 Black (78 Mbit/s).

Ein weiteres Highlight der Osmo ist die Video-Aufnahme in HDR mit einer maximalen Auflösung von 4K. Die Vorteile der HDR-Aufnahmen machen sich vor allem bei Videos mit hohem Hell-Dunkel Kontrast bemerkbar.

Ein Nachteil der Osmo Action ist das fehlende GPS-Modul, welches der Konkurrent Go Pro in seiner Kamera verbaut hat. Wer seine Videos also mit Höhen- und Geschwindigkeitsdaten hinterlegen will, muss dies beispielsweise mit dem Smartphone tracken und im Nachhinein per Hand hinzufügen.

Fazit

Mit der Osmo Action erhöht DJI nun den Druck auf den Konkurrenten Go Pro und es wird interessant was dieser mit seiner Hero 8 plant. Nach der Videoblogger-Kamera Osmo Pocket umfasst das Portfolio neben den Drohnen nun auch eine echte Actioncam. Die Osmo Action ist eine interessante und gelungene Alternative zum bisherigen Platzhirschen GoPro und ist vor allem für professionelle Anwender durch ihren HDR-Modus oder auch für Blogger, durch den zweiten Bildschirm, eine klare Kaufempfehlung. Mit einem Preis von rund 370 € ist sie zudem in der gleichen Preiskategorie wie die Hero 7 Black