Carbon Copy Cloner 6

Carbon Copy Cloner (CCC) war neben Super Duper das Programm, das viele Anwender nicht nur dafür eingesetzt haben, um die Daten zu sichern, sondern auch, um für den Notfall ein startfähiges System zu haben, von dem sich der Mac starten lässt, wenn der interne Datenträger die Grätsche gemacht hat. Diese Zeiten sind nun bald vorbei, was aber nicht an Carbon Copy Cloner liegt, sondern an den neuen Macs mit Apple Silicon und macOS Big Sur. Denn zum einen lassen sich Macs mit Apple Silicon nicht von einem externen Medium starten, wenn der interne Datenträger komplett ausfällt, denn ein Bereich der SSD wird für jeden Startprozess benötigt, auch beim Start von einem externen Medium. Und zum anderen ist das Kopieren des Systems ab macOS Big Sur sehr schwierig geworden, da es auf einem verschlüsselten Volume liegt und nur mit Apples Hilfsprogramm „APFS-Replikator“ (ASR) kopiert werden kann. Wenn man also das System auf das Backup kopieren möchte, muss man die Option „Assistent für alte startfähige Backups“ verwenden. Man findet sie im Kontextmenü des Ziellaufwerks für das Backup. Carbon Copy Cloner verwendet dann ASR, muss aber das Zielvolume zuerst komplett löschen. Nach einem solchen Backup werden von Carbon Copy Cloner bei jeder weiteren Sicherung nur noch die Daten des Anwenders inklusive der Einstellungen und der vom Benutzer installierten Programme gesichert, das System auf dem Backup-Laufwerk wird nicht mehr aktualisiert. Das kann aber dazu führen, dass das Backup-Laufwerk nach einem System-Update auf dem Mac nicht mehr startfähig ist, weil das System nicht mehr aktuell ist, was bei uns im Test so passiert. Nur unter macOS Catalina auf einem Mac mit Intel-Prozessor (ältere Systemversionen werden von CCC 6 nicht mehr unterstützt) erstellt Carbon Copy Cloner 6 weiterhin mit seinen eigenen Funktionen startfähige Sicherungskopien auf externen Medien und aktualisiert auch jeweils die Systemdaten. Aus diesen Gründen empfiehlt Mark Bombich, der Entwickler von Carbon Copy Cloner, nur noch Standard-Backups ohne System zu erstellen, wenn man macOS Big Sur und/oder einen Mac mit Apple Silicon verwendet.

Carbon Copy Cloner erstellt zwar auf Wunsch noch startfähige Kopien, muss dazu aber das Backup-Medium komplett löschen.

© Thomas Armbrüster

Schneller und mehr Sicherheitsoptionen

Für die Version 6 von Carbon Copy Cloner haben die Entwickler den Kopiermechanismus des Programms neu programmiert inklusive der Unterstützung mehrerer Threads, sodass die Sicherungen schneller erledigt werden als bisher. Zudem ist unter „Erweiterte Einstellungen > Leistung & Analyse“ für einen Backup-Plan die Option „Quick Update verwenden…“ neu hinzugekommen. Aktiviert man diese, verwendet das Programm die API „File System Events“ (FSEvents) von macOS. Diese API führt Buch über die geänderten Daten auf dem Mac, sodass Carbon Copy Cloner nicht mehr zuerst selbst prüft, welche Objekte sich auf dem Mac geändert haben, um diese dann zu kopieren, was schneller geht als bei der normalen Sicherung. Im Fenster der App ändert sich der Button „Starten“ zu „Quick Update“, wenn man diese Option für einen Backup-Plan eingeschaltet hat.

Soll das Backup besonders schnell über die Bühne gehen, wählt man in den Einstellungen „Quick Update verwenden…“.

© Thomas Armbrüster

Eine weitere Neuerung ist die Option „Pause“, um einen Sicherungsvorgang mit einem Klick manuell anzuhalten. Er lässt sich dann später wieder fortsetzen. Bei den Einstellungen unter „Automation“ ist die Möglichkeit hinzugekommen, das Backup dann automatisch starten zu lassen, wenn sich eine bestimmte Datenmenge auf dem Mac geändert hat. Dann springt die Sicherung beispielsweise an, wenn sich mehr als 1 GB der Daten geändert haben, wobei man noch ein Zeitlimit hinzufügen kann, damit die Sicherung nicht zu häufig erfolgt.

Ein Backup kann jetzt automatisch erstellt werden, wenn sich ein bestimmtes Datenvolumen geändert hat.

© Thomas Armbrüster

Unter den erweiterten Einstellungen gibt es im Bereich „Postflight“ die Option „Zusätzliche Überprüfung der kopierten Daten“. Schaltet man sie ein, überprüft Carbon Copy Cloner nach dem Backup nochmals die kopierten Daten, um sicherzustellen, dass diese auch lesbar sind. In der Dokumentation wird diese Prüfung vor allem dann empfohlen, wenn man die Daten anschließend auf einen neuen Mac überträgt oder wenn man plant, nach dem Backup auf dem Mac Daten zu löschen. Ebenfalls neu sind die Funktionen „Vorschau“ und „Vergleichen“, es gibt hierfür Symbole in der Symbolleiste. Bei „Vorschau“ wird das Backup durchgespielt, aber ohne Daten zu kopieren. So lässt sich im Voraus sehen, was dann beim Backup jeweils kopiert wird. Und mit „Vergleichen“ öffnet Carbon Copy Cloner eine neue Ansicht, in der die Daten auf dem Quell- und dem Zielvolume miteinander verglichen werden. Und noch eine weitere, neue Prüffunktion gibt es. Dazu klickt man auf das Quell- oder das Zielvolume eines Backup-Plans und wählt im sich einblendenden Menü „Von diesem Plan kopierte Dateien prüfen“ aus. Dann überprüft das Programm jeweils anhand einer Prüfsumme, ob sich Dateien im Vergleich zur letzten durchgeführten Sicherung verändert haben.

Carbon Copy Cloner kann auch die Daten auf dem Quell- und dem Zielvolume miteinander vergleichen.

© Thomas Armbrüster

Neues Erscheinungsbild

Das Fenster von Carbon Copy Cloner zeigt sich in einem neuen Gewand und unterstützt nun auch das dunkle Erscheinungsbild, wenn dieses in der Systemeinstellung „Allgemein“ aktiviert ist. Die Seitenleiste des Fensters hat jetzt Tabs für die Pläne und die Volumes, und es gibt neue Symbole in der Symbolleiste, unter anderem, um schnell einen Wiederherstellungsplan anzulegen. Über den Button „Backup-Filter“ unten im Fenster blendet man das Fenster mit den Filteroptionen ein, um beispielsweise Daten von der Sicherung auszuschließen.

Die Bedienoberfläche des Programms wurde nicht nur überarbeitet, sondern unterstützt nun auch das dunkle Erscheinungsbild.

© Thomas Armbrüster

Hat man einen Wiederherstellungsplan ausgewählt, für den Carbon Copy Cloner Schnappschüsse auf dem Backup-Volume erstellt hat, blendet der Klick auf „Backup-Filter“ den Schnappschuss-Navigator ein. Dieser unterscheidet sich vom Fenster mit den Filteroptionen durch eine Zeitleiste oben im Fenster. Verschiebt man dort den Regler, blendet sich jeweils der Datenzustand des gewählten Datums ein. Man kann aber auch wie bisher auf das Backup-Volume in der Seitenleiste des Programms klicken und dann rechts im Fenster auf einen der Schnappschüsse einen Doppelklick machen. Dann wird der Schnappschuss schreibgeschützt in einem Finder-Fenster geöffnet und lässt sich durchsuchen, sofern man das Backup-Medium nicht für die Suche mit Spotlight ausgenommen hat. Auch der Verlauf hat neue Optionen spendiert bekommen. Unter „Transaktionen“ listet das Programm auf, welche Daten bei einem Sicherungsdurchgang geändert, neu erstellt oder ersetzt worden sind, und unter „Fehler“ findet man das Fehlerprotokoll.

In den Filtereinstellungen eines Wiederherstellungsplans kann man oben im Fenster über den Regler zwischen den Schnappschüssen navigieren.

© Thomas Armbrüster

Komplett neu ist das Dashboard, das man über das Menüleistensymbol von Carbon Copy Cloner öffnet. Unter „Backup-Pläne“ sind die Pläne aufgelistet. Man kann sie dort manuell starten, pausieren oder stoppen. Der Fortschritt wird jeweils mit einem Symbol angezeigt. Unter „Schnappschussbelegung“ sieht man, wie viel Speicherplatz die Schnappschüsse auf den jeweiligen Volumes einnehmen, wobei Carbon Copy Cloner auch die von Time Machine auf dem Mac erstellten Schnappschüsse berücksichtigt. Unter „Aktivität“ findet man die letzten Sicherungsdurchgänge. Sobald man einen der drei Tabs markiert hat, blendet sich rechts neben dem Namen ein Symbol ein, über das man für jeden Bereich Einstellungen vornehmen kann. Das Dashboard hat auch ein Menü, um unter anderem das Programm zu öffnen, alle Pläne vorübergehend zu deaktivieren oder um nach Updates zu suchen.

Im Dashboard lassen sich die Backups starten, pausieren und stoppen und die letzten Aktivitäten anzeigen.

© Thomas Armbrüster

Fazit

Carbon Copy Cloner 6 wartet unter anderem mit neuen Sicherheitsfunktionen und einer schnelleren Arbeitsgeschwindigkeit auf. Startfähige Kopien auf externen Laufwerken sind aber Geschichte, sofern man Macs mit Apple Silicon und/oder dem aktuellen Betriebssystem verwendet. Im Vergleich zu Time Machine gibt es mehr Optionen und Einstellmöglichkeiten, die Bedienung ist dadurch aber auch aufwendiger. Das Programm empfiehlt sich insbesondere für Anwender, die besonders auf sichere Backups angewiesen sind und zum Beispiel sowohl Time Machine als auch Carbon Copy Cloner verwenden. Dann hat man zwei unterschiedliche Sicherungskopien, und wenn ein Programm Probleme macht, kann man noch auf das Backup des anderen zurückgreifen.