Wearbuds

Vielleicht ist es ja gar nicht mal ein so großes Problem, wie uns Aipower in seinem Kickstarter-Projekt Wearbuds weiß machen könnte. True-Wireless-Ohrhörer wie etwa die als Referenz geltenden Airpods verstaut man nach Gebrauch in der Ladeschachtel und diese in der Hosentasche – abends lädt man die Schachtel samt Ohrhörer wieder auf. Gerade Airpods lassen sich im Fall des Falles per "Find My" wunderbar wieder finden, auch andere Hersteller bringen mit ihren Apps Lösungen, um verschlampte oder schlicht aus den Ohren gefallene InEars ohne Kabel wieder aufzuspüren.

Aber nehmen wir einmal an, es gäbe tatsächlich ein Problem und beurteilen die Lösung, die Aipower liefert. Die "Ladeschachtel" hat man gewissermaßen immer umgebunden, denn bei Nichtgebrauch verschwinden die Wearbuds im Gehäuse des Fitnesstrackers, den man wie eine Uhr am Handgelenk trägt. Von dort beziehen die Ohrhörer auch ihre Energie, aufladen kann man das Armband mit einem proprietären Ladegerät, das magnetisch an das Gehäuse koppelt und an der anderen Seite mit USB-A ausgestattet ist.

Uhrenvergleich: Wie schlank und elegant die Apple Watch doch ist. Und so umfassend informativ.

Das Ganze kommt dann recht klobig daher, wer die Apple Watch gewohnt ist oder Fitnesstracker oder Hybriduhren von Fitbit, Withings, Fossil oder Garmin, hat vermutlich schon mal wenig Freude beim Anziehen. Zumal das Silikonarmband – lieferbar in schwarz, weiß und einigen Pastellfarben – sich nur sehr fummlig schließen lässt.

Funktionalität? Noch kaum vorhanden

So weit das, was wir beurteilen können. Über den Rest wollen wir nicht den Mantel des Schweigens werfen, aber darauf hinweisen, dass es sich um ein Vorserienmodell mit Beta-Software handelt. Wenn man aber die Funktionalität und Stabilität der Beta-Fassungen von iOS kennt, muss man leider konstatieren, dass die Aipower Wearbuds kaum über den Alphastatus hinausgekommen sind. Schon beim Einrichten das erste Problem: Die App stürzt beim Versuch ab, Verbindung zum Armband aufzunehmen – würden wir aber für die Konfiguration der Uhrzeit und der Schrittziele dringend benötigen. Ein zweiter Versuch mit einem anderen iPhone bringt uns weiter, nach Installation einer neuen Firmware verbinden sich die Wearbuds auch mit unserem iPhone 7. Zumindest die meiste Zeit. Beim Versuch, die Uhr auf 24-Stunden-Anzeige umzustellen und ihr ein Schrittziel mitzugeben, stürzt die App erneut ab – jedesmal.

Die App: An sich recht übersichtlich und nicht hässlich, aber ständig absturzgefährdet.

Funktioniert dann wenigstens die Uhr für sich? Nein, nicht wirklich. Vor Problemen mit dem Touchscreen im Vorserienmodell hatte man uns noch gewarnt, aber es scheint Prinzip zu sein, dass man, um Funktionen aufzurufen, stark drücken muss und dann erst wischt. Auch der Doppeltipp, um eine Funktion zu starten ist wenig intuitiv. Das Display geht auch nicht beim Armanheben an, wie wir das erwartet haben. Auch das Messen der Herzfrequenz funktioniert bei uns überhaupt nicht. Die grüne LED an der Rückseite der Uhr flackert zwar, die Sensoren messen aber keine, respektive unsinnige Ergebnisse zwischen 0 und 1 bpm. Noch dazu hält der Akku kaum einer Belastung stand. Während unserer Versuche, mit der Uhr überhaupt erst einmal klar zu kommen, war die Batterie schon halb leer gesaugt. Und am Freitag Nachmittag war die Uhr noch voll, über das Wochenende entleerte sich der Akku komplett. Immerhin liefert der Schrittzähler Ergebnisse, auf dem Display der Uhr. An die App überträgt er sie letztlich auch, zusammen mit den Informationen über die gekletterten Stockwerke, immerhin. Beinahe Überflüssig: Der Test mit dem Fahrrad. Was zeichnet das Gerät auf und reicht die halbe Ladung für die eine Stunde Rückweg? Die Antwort: Nichts. Die Uhr startet zwar das Training, stoppt anscheinend aber sofort wieder, die Stoppuhr bleibt bei einer Sekunde stehen. In die App werden keine Daten übergeben, immerhin verliert der Akku kaum Ladung - wie auch?

Sound: Viel Luft nach oben

Wie gesagt: Vorserienmodell, wir sehen uns das zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nochmal an. Der Hersteller versichert uns, dass andere Testgeräte keine Probleme mit dem Pulssensor hatten, das können wir nicht überprüfen. Nutzen wir das Armband eben als bloße Ladeschachtel für die True-Wireless-Kopfhörer. Der Goldstandard dieser Produktkategorie sind aber immer noch die Airpods, also müssen sich die Wearbuds diesem Vergleich stellen, den sie nicht gewinnen können. Die Stöpsel halten zwar gut in den Ohren, wir würden sie auch beim Sport tragen. Die (passive) Abschirmung gegen Außengeräusch ist gut, teilweise zu gut, beim Radln auf öffentlichen Wegen würden wir eher andere (oder besser: gar keine) Kopfhörer tragen. Der Klang ist aber nicht einmal mittelklasse, matter Bass, breiige Mitten, quiekende Höhen – wirklich kein Ohrenschmeichler.

Welche Musik da den Puls der Dame so hoch schlagen lässt? Wir sind vom Sound nicht begeistert.

Fazit

Da Vorserienmodell, entfällt das Testurteil. Bevor wir aber auch nur irgendeine Empfehlung geben könnten, müsste der Hersteller noch viele Mängel beseitigen. Auch die im Konzept und dem daraus folgenden Design.

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