CPU-Temperatur am Mac überwachen.

Kaum hat der Sommer angefangen – meteorologischer Beginn am 1. Juni, astronomischer am 21. Juni – wird es bei uns aktuell im Jahr 2022 wieder richtig heiß.

Wenn unser Büro eine Klimaanlage hat oder wir im Home-Office im Garten einen schattigen Platz finden: Wunderbar, dann kann man zu den üblichen Zeiten arbeiten. Wenn das nicht der Fall ist: Warum dann nicht einmal mediterrane Arbeitszeiten einlegen, früh morgens und später am Tag, dazwischen eine lange Siesta? In jedem Fall lohnt sich bei der Hitze eine frühe Bürofahrt und eine späte Heimreise, eventuell mit Zwischenstation im Biergarten oder am Badesee. Nicht vergessen: Die Temperaturen hinken dem Sonnenhöchststand hinterher und "Mittagshitze" gibt es nicht. Am heißesten ist es zwischen 17 und 18 Uhr, wenn wir gerade wieder aus der Siesta zurückgekehrt sind. Tipp für Jogger: Besonders kalt ist es kurz nach Sonnenaufgang.

Für unsere Elektronik müssen wir uns andere Methoden überlegen, denn auch Mac, iPad und iPhone können unter der Hitze leiden: Prozessor, Grafik-Chip sowie SSD und internes Netzteil eines Mac verbrauchen Energie und müssen diese in Form von Wärme wieder an die Umgebung abgeben – das gilt sogar für Apples neue Apple-Silicon-Chips. Je höher dort die Temperaturen sind, desto schwieriger wird die Kühlung. Analog gilt das auch für iPad und iPhone. Apple hat alle seine Geräte für den Betrieb bis 35 Grad Umgebungstemperatur ausgelegt – darüber kann es kritisch werden.

Durch die Verwendung von energiesparenden Bauteilen und ausgeklügelter Kühlung sind Überhitzungsprobleme immer seltener geworden. Das eine oder andere Modell kommt aber mit der Hitze schlechter zurecht als andere Geräte und schaltet vorsichtshalber ab. Das traf schon auf das lüfterlose Macbook 12 Zoll zu, ebenso auf das ebenfalls passiv gekühlte neue Macbook Air. Diese Geräte reduzieren zwar automatisch die Leistungsaufnahme des Prozessors, wenn es im Inneren zu heiß wird, doch kann es im Sommer in der Theorie schneller an seine Grenzen geraten als Modelle mit Lüfter. Panik ist aber nicht angebracht, wir haben am heißesten Sommertag des Jahres 2015 das damals neue Macbook voll belastet und bekamen erst im geschlossenen Auto Probleme mit dem Betrieb. Die damaligen Ergebnisse gelten auch noch 2022 .

Warum ein Mac zu heiß wird: Viel Leistung, viel Wärme

Ein Hinweis auf die Wärmeempfindlichkeit der verschiedenen Macs sind die Tests, die wir unter voller Belas­tung durchführen. Vor allem die neuen M1-Geräte schneiden hier hervorragend ab, weit besser als die Vorgänger mit Intel-CPU. Diese machen bei Überhitzung auch durch hohe Lautstärker auf sich aufmerksam. So lässt die Intel-Version des Macbook Pro 16 Zoll unter Vollast beim Rendern oder in aufwendigen 3D-Spielen seine Lüfter mit hoher Geschwindigkeit arbeiten, um die Hitze wieder aus dem Gerät zu bekommen. Dagegen bleibt die M1-Version der neuen Macbook Pro auch unter Volllast kühler und deutlich leiser, auch die neuen M1-iPads erwärmen sich übrigens nur mäßig.

Unserer Erfahrung nach beanspruchen die großen Intel-Macbook Pro mit eigener Grafikkarte die Lüfter in besonderer Weise, vor allem wenn man sie zusätzlich noch an einem externen Monitor betreibt. Manchmal kann es sogar an der Auflösung des externen Monitors liegen. Speziell für dieses Modell gibt es deshalb sogar Apps wie Turbo Boost Switcher, die die Leistung absichtlich verringern . Hingegen sind Modelle wie das Macbook Pro 13-Zoll Intel mit integriertem Grafikkern von Intel genügsamer und müssen weniger Last unter Hitze abführen – auch akustisch ein Vorteil.

Bei Macbook Air mit Intel-CPU sind nicht etwa äußerst leistungsfähige Komponenten die Ursache für einen schnell drehenden und nervigen Lüfter, sondern der begrenzte Raum für Kühlung und mäßige Kühlung. Gerade die schnelleren Macbook-Air-Modelle (Intel) können darum unter Last und hohen Außentemperaturen auch mal ins Schwitzen geraten und müssen die Lüfter hörbar in Aktion setzen. Vor allem bei älteren Macbooks kann außerdem das gleichzeitige intensive Nutzen und Aufladen des Akkus für schnelle Erwärmung sorgen. Was man wissen sollte: Das Metallgehäuse eines Macbook dient der Wärmeableitung. Wird das Gerät warm, ist das noch kein Grund zur Sorge.

Entspannter sieht es bei den Desktop-Rechnern aus. Mit wenigen Ausnahmen gehen die Lüfter der von uns getesteten iMacs und vor allem der Mac Pro und iMac Pro (bereits eingestellt) auch unter Last nicht zu hohen Drehzahlen über. Beschwerden gibt es allenfalls von iMac-Nutzern, die zum Intel-Modell mit i7-CPU und leistungsstarker Grafikkarte gegriffen haben. Bei den bisher von uns getesteten Mac Mini  sind ebenfalls nur die Top-Modelle unter Last hörbar, die schlichteren Modelle, aber auch das M1-Modell können ihren Lüfter auch bei hoher Auslastung bei geringer Drehzahl laufen lassen. Auch der neue Mac Studio ist auf gute Kühlung ausgelegt, hier läuft der Lüfter permanent mit niedriger Drehzahl und Lautstärke und vermeidet Überhitzung zuverlässig.

iPad und iPhone

iPad und iPhone haben keine Lüfter, und können deshalb bei drohender Überhitzung nur bestimmte Prozesse abschalten oder sich ausschalten. Wird es dem Gerät zu heiß, kann es unter anderem das Display abdunkeln oder ausschalten, das Gerät schnell aufheizende Ladevorgänge stoppen und den Mobilfunk-Chip in den Stromsparmodus versetzen. Hilft das nicht, erscheint ein Hinweis, dass sich das Gerät erst abkühlen muss, bis es wieder einsatzfähig ist – das kann übrigens schon nach wenigen Minuten auf sonnigen Südterrassen passieren, schuld ist aber oft weniger die Rechenleistung, als das Sonnenlicht. Man schaltet das Gerät dann ab und wartet am besten im Schatten, bis es sich erholt hat. Testet man ein Beta-System auf iPhone und iPad, kann außerdem ein fehlerhafter Prozess zu hoher Systemlast und starker Erwärmung führen.

Tools für die Überwachung

iStat Menus zeigt im Menü die Temperatur der CPU sowie der anderen Systemkomponenten sowie die Lüftergeschwindigkeit an.

Einige wollen aber mehr über den Status ihres Macs wissen: Möchte man auf einem Mac die Lüftergeschwindigkeit sowie die Temperatur von Prozessor und anderen Systemkomponenten erfahren, gibt es hierfür eine Reihe an Hilfsprogrammen.

Ein kostenloses Programm zur Überwachung der Lüfter und der Temperatur ist Macs Fan Control . Mit diesen Programmen lässt sich auch die Lüftergeschwindigkeit steuern, die normalerweise vom System automatisch geregelt wird. Ein großer Vorteil: Man kann bei hohen Temperaturen die Lüfter etwas schneller laufen lassen, was für bessere Kühlung sorgt. Das ist aber eher etwas für Profis, in der Regel sollte man bei den vorgegebenen Einstellungen von Apple bleiben und Macs Fan Control eher für Kontrollen einsetzen. Stellt man die Lüftergeschwindigkeit auf Maximal, kann man damit nämlich auch gut testen, ob der Lüfter gut funktioniert. Bei allen Geräten kann nämlich ein verschmutzter Lüfter für Probleme bei der Kühlung sorgen. Symptome dafür sind Lüfter, die schon beim normalen Betrieb ständig auf Hochtouren laufen oder laute Geräusche von sich geben. Eine Reinigung, etwa mit Druckluftspray, ist bei Macs leider nicht ganz einfach .

Coconut Battery zeigt die Temperatur des Macbook und iPhone-Akkus an.

Die umfassendsten Informationen erhält man mit der App iStat Menus von Bjango . Das rund fünfzehn Euro teure Programm zeigt über die Menüleiste nicht nur die Temperaturen der einzelnen Systemkomponenten und die Lüftergeschwindigkeit an, sondern auch die Auslastung von Speicher und Prozessor und den Ladezustand der Batterie. Für 29 Euro im Jahr gibt es auch das Systeminfo-Tool Sensei, dass ebenfalls Temperaturdaten und das Lüfter-Tempo anzeigen kann.

Sensei zeigt die aktuelle Temperatur der wichtigsten Komponenten und die Lüfterdrehzahl.

Interessant, falls man einen Mac als Server nutzt: Man kann man mit dem Zusatztool iStat Server auch die Temperatur entfernter Mac abrufen. Der Besitzer eines Intel-Macs kann zudem zum Intel Power Gadget greifen, das Tool zeigt die CPU-Temperatur eines Pre-ARM-Macs an.

Empfehlenswert finden wir auch das kostenlos nutzbare Coconut Battery, das vor allem für die Anzeige der Akkukapazität bekannt ist. Zusätzlich kann es aber ebenfalls die Temperatur des Akkus im Auge behalten – sowohl beim Mac als auch bei einem angeschlossenen iPad und iPhone.