Stage Manager auf dem iPad

Bloomberg berichtet darüber, dass Apple einige Änderungen im Terminkalender seiner Betriebssysteme vorgenommen hat. Anders als in vergangenen Jahren werde iPadOS 16 nicht gleichzeitig mit iOS 16 veröffentlicht. iOS 16 liege weiterhin im Plan und soll den Berichten der Quellen zufolge zusammen mit dem iPhone 14 oder kurz danach für alle Nutzer und Nutzerinnen ausgerollt werden. Das iPadOS 16 hingegen muss mindestens noch einen Monat bis Oktober warten, zitiert der Bericht "Menschen, die sich mit Materie auskennen". 

iPadOS 16 später – das sind die Gründe

Es gibt demnach mehrere Gründe für diese Verzögerung: Apple will sich in der gewonnenen Zeit mehr auf die Multitasking-Funktionen beim iPad konzentrieren. Auf der WWDC 2022 hat vor allem Stage Manager für Begeisterung gesorgt . Die Beta-Tester monieren jedoch viele Bugs, verwirrende Nutzerführung und beschränkte Kompatibilität mit den meisten iPads. Die gestaffelte Veröffentlichung der beiden mobilen Betriebssysteme würde ebenfalls Ressourcen bei Apple freisetzen, die in den letzten Schliff von iOS 16 investiert werden könnten. watchOS 9 wird gleichzeitig mit iOS 16 erscheinen, die beiden Systeme kann Apple aber nur schwer voneinander koppeln, wird doch wohl die nächste Generation von Apple Watch bereits mit watchOS 9 ausgeliefert, wenn sie zusammen mit dem iPhone 14 vorgestellt wird. 

Aus der Verzögerung von iPadOS 16 lassen sich einige Schlüsse ziehen: Zum Beispiel, dass im Oktober noch eine Keynote steigen könnte, mit neuen Macs und iPads. Die Veröffentlichung von macOS Ventura und iPadOS 16 würde perfekt ins Konzept passen. iPadOS emanzipiert sich zunehmend von iOS und rückt dem Mac näher, eine etwas verzögerte Entwicklung, die die Hardware-Ausstattung vor allem der iPads Pro widerspiegelt. 

Apple hat in vergangenen Jahren immer wieder mit verzögerten iOS-Veröffentlichungen gekämpft, hatte sich aber immer wieder durchgemogelt. Zwar erschien das iOS 13 im Jahr 2019 rechtzeitig Ende September 2019, wirklich nutzbar war erst iOS 13.1 , mit einer langen Liste an Bug-Berichtigungen – das Update kam eine Woche nach iOS 13. Auch bei iOS 14, dem System, das unter Lockdown-Bedingungen entwickelt werden musste, hatte Apple die Beta-Periode um fast zwei Wochen verkürzt, sodass die Version noch rechtzeitig im September veröffentlicht werden konnte. Hätte die iOS 14 Beta wie andere iOS-Upgrades die üblichen 100 bis 110 Tage gedauert, wäre sie nicht vor Oktober 2020 erscheinen