Was erwartet uns in iOS 15?

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu und während viele Geschehnisse keinen Grund zur Freude lieferten, kamen zumindest Apple-Fans im Jahr 2020 voll auf ihre Kosten. In vier digitalen Keynotes stellte Apple zahlreiche neue Produkte vor, darunter wegweisende Innovationen wie den ersten Mac mit Apple Silicon, dem M1-Chip, der auf ARM basiert – und natürlich neue iPhones. Aber wer sich mit Apple beschäftigt, weiß, dass die Hardware immer nur eine Seite der Medaille ist – und Software die andere. Allen voran iOS, das bekannteste und meisten verbreitete Betriebssystem Apples. Nächstes Jahr kommt iOS 15 – das dürfte sicher sein. Lesen Sie hier alles, was wir darüber wissen (oder vermuten).

Release

iOS 15 wird aller Voraussicht nach im September 2021 erscheinen. Alles andere wäre eine Überraschung, denn bei Apple hat sich seit Jahren eine Routine entwickelt. Vorstellung der neuen Betriebssysteme auf der WWDC im Frühsommer, Release dann gemeinsam mit den jeweiligen neuen Produkten. Im Fall des iPhones ist das (mit wenigen Ausnahmen) im September.

Diese iPhones unterstützen iOS 15

Besitzer älterer iPhone-Modelle haben sich gefreut, als klar wurde, dass iOS 14 von allen Geräten unterstützt wird, auf denen auch der Vorgänger läuft. Glaubt man aber aktuellen Gerüchten, ist damit im nächsten Jahr Schluss . Denn laut diesen wird iOS 15 das Support-Ende für einige iPhones einläuten. Die ältesten unterstützten Geräte sind aktuell das iPhone SE (1. Generation) und das iPhone 6S (Plus), die allesamt mit dem A9-Chip laufen und ab dem nächsten Jahr möglicherweise nicht mehr mit Updates versorgt werden.

iOS 15 wird das iPhone SE (1. Generation) wohl nicht mehr unterstützen, ebenso wie das iPhone 6S (Plus)

© Shutterstock.com/Hadrian

Trotzdem bleibt noch eine lange Liste mit unterstützten Geräten:

  • iPhone 12 Pro Max

  • iPhone 12 Pro

  • iPhone 12

  • iPhone 12 Mini

  • iPhone 11 Pro

  • iPhone 11 Pro Max

  • iPhone 11

  • iPhone XR

  • iPhone SE (2020)

  • iPhone XS

  • iPhone XS Max

  • iPhone X

  • iPhone 8

  • iPhone 8 Plus

  • iPhone 7

  • iPhone 7 Plus

iOS 14 hat noch einiges zu bieten

Bevor wir jetzt aber einen Schritt weiter gehen und auf die Features blicken, die wir von iOS 15 erwarten (und erhoffen), blicken wir nochmal auf die aktuelle Version und die Neuerungen, die Apple in diesem Jahr vorgestellt hat. Obwohl iOS 14 schon eine ganze Reihe an Neuerungen auf das iPhone gebracht hat, ist das Ende noch nicht erreicht.

Nehmen wir zum Beispiel App-Clips: Ein neues Feature, dass bei all den großen Änderungen an der iOS-Benutzeroberfläche etwas untergegangen ist. Mit App-Clips wird es möglich, Dienste im öffentlichen Raum zu nutzen, ohne die jeweilige App herunterladen zu müssen. Ein Beispiel: Sie möchten ihren Heimweg mit einem Leih-Fahrrad ihres örtlichen ÖPNV-Anbieters antreten. Sie suchen also eine Radstation, wählen ein Rad in der passenden Größe aus und möchten dieses nun ausleihen. In den meisten Fällen müssen Sie erstmal die passende App herunterladen, ein Benutzerkonto anlegen, sich möglicherweise noch verifizieren und können dann (endlich) das Fahrrad ausleihen.

Mit App Clips können Sie viele Dienste einfacher nutzen - sofern die Funktion unterstützt wird.

© Apple

Mit App-Clips soll dieser Vorgang vereinfacht und beschleunigt werden. Statt eine eigene App herunterzuladen, scannen Sie einfach den App-Clip, eine Art QR-Code, und landen direkt beim Leihvorgang. Ihre Daten inklusive der Zahlungsmethode sind bereits bei Apple hinterlegt, also können Sie sofort loslegen. Ein hervorragendes Feature, das bislang noch kaum verbreitet ist. Wir hoffen, dass sich das im nächsten Jahr ändert.

App-Clips ist nur ein Beispiel für eine Reihe an Features, die mit iOS 14 eingeführt wurden, aber noch nicht in der Breite umgesetzt sind. Ein anderes ist das iPhone als Autoschlüssel, BMW ist einer der ersten Autohersteller, der mitzieht. Wie Sie sehen, gibt es einige praktische Funktionen, die Apple bereits mit iOS 14 eingeführt hat und die, einmal im "Mainstream" angekommen, Ihr Leben sicher einfacher machen werden.

Diese Features erwarten wir in iOS 15

Genug von dem, was wir bereits wissen, wenden wir uns unserer Lieblingsbeschäftigung zu: Spekulieren, was uns noch erwarten könnte. Denn obwohl die Gerüchteküche schon jetzt heftig brodelt, gibt es kaum gesicherte Informationen über die Neuerungen in iOS 15. Nichtsdestotrotz haben Experten schon einige Ideen (oder Hoffnungen), was iOS 15 Neues bringt.

Mehr Auswahl bei den Standard-Apps

Den Anfang hat iOS 14 schon gemacht: Sie können erstmals Ihren Standard-Browser und Ihr Standard-Mail-Programm selbst einstellen. Im nächsten Jahr geht Apple hoffentlich noch einen Schritt weiter und gibt dem Nutzer noch mehr Werkzeuge zur Personalisierung an die Hand. Kandidaten dafür wären beispielsweise die Nachrichten- und die Kalender-App.

Präsentationen mit Facetime

Die besonderen Umstände in diesem Jahr haben uns dazu gezwungen, die Art, wie wir arbeiten, vollständig zu überdenken. Immer mehr Arbeitsbereich werden in heimische Büro verlegt und dadurch ändert sich auch die Art, wie wir kommunizieren. Große Profiteure sind Videokonferenz-Programme wie Zoom oder Microsoft Teams. Gleichzeitig hat diese Art des Arbeitens Schwächen in Apples Facetime offenbart. Bis heute gibt es keinen Präsentations-Modus, mit dem Sie beispielsweise Ihren Bildschirminhalt mit den Teilnehmern des Anrufs teilen können. Dass Apple überhaupt so lange braucht, um diese Funktionalität zu implementieren, ist verwunderlich. Wir hoffen, dass sich das spätestens mit iOS 15 ändert. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass bis dahin die Notwendigkeit dafür deutlich gesunken ist.

Widgets auf dem Sperrbildschirm

iOS 14 hat Widgets auf das iPhone gebracht – iPhone-Besitzer verfielen in Jubelstürme, während Android-Nutzer den Hype mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nahmen. Tatsächlich ist dieses Feature eigentlich ein alter Hut, außerhalb von iOS jedenfalls. Dass Apple sich letztendlich doch dafür entschieden hat, Widgets auf das iPhone zu bringen, könnte als ein kleines Eingeständnis gesehen werden, war dieser Schritt doch eigentlich lang überfällig. Trotzdem muss man sagen, dass die Art, wie Widgets auf dem iPhone funktionieren und sich in das restliche Betriebssystem einfügen, hervorragend umgesetzt ist. Inzwischen ist es kaum vorstellbar, dass es mal eine (sehr lange) Zeit ohne Widgets gab. Doch geht Apple auch den nächsten Schritt?

Widgets und eine App-Bibliothek: iOS 14 hat das iPhone vielseitiger gemacht - und dabei auf klassische Android-Features zurückgegriffen.

© Apple

Unter Android können Sie Widgets nicht nur Ihrem Startbildschirm, sondern auch Ihrem Sperrbildschirm hinzufügen. Wahnsinnig praktisch, denn so können Sie zum Beispiel ihre Termine oder das Wetter überprüfen, ohne das Gerät entsperren zu müssen. Ist das ein Feature, das uns Apple im nächsten Jahr liefern wird? Vielleicht – oder auch nicht.

Apple legt nicht nur großen Wert auf die Funktionalität der eigenen Produkte, sondern auch auf deren Ästhetik und Wiedererkennungswert. Das iPhone hat sich auch deshalb zu einem derart ikonischen Produkt entwickelt, weil Sie es sofort als iPhone erkennen. Die aufgeräumte Oberfläche und klare Design-Sprache lassen das iPhone unter den stark individualisierbaren, aber teils auch unübersichtlichen Android-Geräten hervorstechen. Je mehr Features Apple von Android übernimmt, so praktisch sie auch sein mögen, desto mehr nimmt man sich dieses Alleinstellungsmerkmal.

Siri auch offline

Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit der iPhones, vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz, gehen viel Experten davon aus, dass der Sprachassistent Siri in naher Zukunft auch ohne Internetverbindung zumindest grundlegende Funktionalitäten bieten wird. Diese könnten einfache Aufgaben wie das Stellen von Weckern, Erstellen von Erinnerungen oder das Tätigen von Anrufen sein.

AR-Funktionen in der Karten-App

Eine Funktion, die wir schon aus Googles Karten-Dienst Google Maps kennen, könnte schon bald seinen Weg auf das iPhone finden. Das legen Patentanmeldungen Apples nah. Dabei wird die Position per GPS ermittelt und die Umgebung über die Kamera des Gerätes analysiert. In diese Umgebung werden auf dem Gerätebildschirm Navigationshinweise in die Umgebung eingefügt, zum Beispiel Pfeile in die jeweilige Richtung.

Noch mehr Datenschutz

Schließlich wird Apple auch im kommenden Jahr weiter daran arbeiten, den Schutz der Nutzerdaten zu verbessern. Bald werden Sie im App Store zu jeder App Angaben finden, welche persönlichen Daten genutzt und an den Anbieter weitergeleitet werden. Der Safari-Browser wurde ebenfalls mit Mechanismen ausgestattet, die Websites daran hindern, ihre Bewegungen im Netz zu tracken. Ein Albtraum für die Werbeindustrie, ein Segen für all jene, die gerne wissen, was mit Ihren Daten geschieht. Wir gehen davon aus, dass Apple auch im kommenden Jahr den Datenschutz einen hohen Stellenwert beimessen wird und bei der Entwicklung neuer Funktionen berücksichtigen wird.

Mehr dazu, was wir von Apple im kommenden Jahr erwarten, finden Sie in den weiteren Ausblicken auf 2021:

iPhone 13: Features, Design, Preis – das kommt 2021

Mac-Trends 2021 – Die Super-Macs kommen

macOS 12 – für Apple Silicon weiter optimiert

iPad und iPadOS: Das plant Apple für 2021

Apple Watch 2021: Mehr Gesundheit, weniger Internet

Apple Services: So geht es 2021 weiter – Apple TV+, News+, Fitness+, Apple Card