User Tracking

Dass Newsletter-Anbieter ihre Abonnenten nachverfolgen, ist ein offenes Geheimnis in der Branche. Für die meisten Nutzer geht dieses Nachverfolgen oft unbewusst und regelrecht verdeckt vonstatten: Die sogenannten Tracking-Pixel werden mit der Mail mit geschickt und können dem Absender-Server beispielsweise melden, wann die Mail geöffnet wurde, sogar die IP des Nutzers wird in manchen Fällen weitergegeben.

Zwar gibt es die Technologie seit Jahren, doch zu einer Diskussion wurde diese Praxis Anfang 2021, als BBC eine gemeinsame Recherche mit dem Mail-Anbieter Hey veröffentlicht hat . Demnach hat das Tracking in den Newsletter ein pandemisches Ausmaß in den letzten Jahren angenommen, zwei Drittel der empfangenen Mails werten demnach das Verhalten des Empfängers aus. Dabei sind Spam-Mails nicht mal eingerechnet.

Apple gegen Tracking - jetzt auch in Mail

Dagegen will nun Apple vorgehen. In den Einstellungen von iOS 15 und macOS 15 findet sich eine Option "Datenschutz in Mail". Ist der Regler (auf dem iPhone) aktiviert, sorgt das System dafür, dass der Tracking-Pixel in E-Mail getäuscht wird. Die eigentliche IP-Adresse wird versteckt, alle Inhalte, die mit dem elektronischen Brief mitkommen, werden über mehrere Zwischen-Server geladen und erst dann auf das Gerät des Nutzers weitergeleitet, sodass der Standort verschleiert wird. Der Absender der Mail wird nach wie vor einige rudimentäre Parameter wie die Öffnungszeiten oder eine ungefähre Region des Lesers mitbekommen, diese Daten reichen nicht aus, um ein genaues Profil zu erstellen.

Während Cookie-Banner und Einverständnis-Erklärungen auf der Webseiten nerven, bitten sie doch noch eine Wahl für den Nutzer, welche Daten er spendieren will. Das Tracking in E-Mails ist oft unsichtbar und dazu unvermeidbar, will der Nutzer auch Bilder oder Grafiken in der Mail sehen. iOS 15 und macOS 15 setzen dem eine gewisse Grenze.