Apple SIlicon statt Intel-Chips

Windows auf dem Mac via Virtualisierung könnte bald der Vergangenheit angehören respektive auf Intel-Macs beschränkt bleiben. Denn Rosetta 2 übersetzt zwar für Intel-Prozessoren gedachten Code so, dass ihn das Apple Silicon der künftigen ARM-Macs versteht, davon ausgenommen sind aber Virtualisierungen und ebenso Kernel-Extensions .

Linux für ARM ist indes weit verbreitet, wie in einem der Keynote-Videos am Montag zu sehen war. Paralles bringt eine ARM-Version von Desktop, auch VMware hat Fusion für Big Sur für den Juli angekündigt. Microsoft hat auch eine bisher noch wenig verbreitete Windows-10-Version für ARM-Prozessoren im Angebot, diese könnte mittels einer passenden Virtualisierung auf ARM-Macs unter Big Sur und künftigen Versionen des Mac-Betriebssystems durchaus zur Ausführung kommen. Mit Boot Camp dürfte es aber ein Ende haben.

Unsere Meinung: Im Jahr 2006 war die Ausführbarkeit von Windows auf dem Mac durchaus ein Grund, warum Kunden zur Hardware von Apple griffen. Tagsüber Büroarbeiten in Windowssoftware ausführen, abends dann privat mit dem Mac arbeiten. iMac und Macbook Pro waren auf einmal nicht nur die schönsten, sondern auch die schnellsten Windows-PCs geworden, sieht man mal von Spielen mit hoher Grafikanforderungen ab. Wie genau das Apples Käufen geholfen hat, lässt sich aber kaum in Zahlen fassen, in den Jahren 2006ff hat es auch noch ganz andere Halo-Effekte gegeben, die Apple neue Kunden zuführte. Geschadet hat Apple das Thema "Windows auf dem Mac" gewiss nicht.

Die Zeiten haben sich aber geändert, Apple mag zwar ein weit besseres Verhältnis zu Microsoft haben als um die Jahrtausendwende herum, aber Windows braucht der Mac nicht mehr wirklich. Für Apple ist es weit wichtiger und lukrativer, seine eigenen Systeme enger miteinander zu verzahnen, iPad-Apps auf dem Mac sind Cupertino wichtiger als Windows-Anwendungen. Es war an sich 2006 schon ein Nebeneffekt, dass Windows-Software sogar nativ auf dem Mac laufen konnte, jetzt ist ein Nebeneffekt, dass das in Zukunft wohl nicht mehr so einfach geht. Der Grund für den Umstieg war ja jeweils ein anderer: Performance pro Watt. Und jetzt kommt eben noch eine bessere Kontrolle durch Apple hinzu.

Windows 10 für ARM , ehedem als Windows Mobile bekannt, via Parallels Desktop oder Vmware Fusion ist durchaus denkbar, wird aber nicht so locker laufen wie heute Windows über Bootcamp. Aber das braucht Apple nicht mehr.