iPhone 12, 12 Pro und Homepod Mini

Ein wenig launig hatten wir in der letzten Woche schon über den Ablauf der Keynote "Hi, Speed" geschrieben und hatten in einigen Punkten sogar recht behalten. So war zwar durchaus interessant, was Apple in seiner dritten virtuellen Keynote in Pandemiezeiten zeigte, aber auch, was es nicht auf die Bühne schaffte. Macs mit Apple Silicon sollten ja noch dieses Jahr kommen, auch andere Produkte wie ein neues Apple TV stehen auf dem Plan und vielleicht sogar gänzlich neue, wie die ominösen Airtags. Doch blieb Apple bei zwei Produkten, seinem wichtigstem, dem iPhone und einem unterschätzten wie dem Homepod Mini, der sich zu einem wesentlichen Hub im Smarthome entwickeln könnte. Neue Macs kommen dann später, nach der Keynote ist vor der Keynote, aber da ist ja noch ein paar Wochen hin.

Sprechen wir also nicht mehr über Dinge, die es nicht zu sehen gab, sondern über jene, die Apple tatsächlich zeigte.

Homepod Mini: der Hub im smarten Haushalt

Wie wir erwartet hatten, setzte um viertel vor sieben auf der Apple Homepage die Musik ein – elegische Loungemusik in Fis-Moll – bis sich pünktlich um sieben die Animation in eine virtuelle Kamerafahrt in den nächtlichen Apple Park änderte. Tim Cook erinnerte nur kurz daran, dass man sich auf diese Weise erst vor vier Wochen traf und welch tolle Produkte es im September zu sehen gab, nun leitete er ohne Umschweife gleich zur Präsentation des Homepod Mini weiter, den Apple in einem virtuellen Haushalt im virtuellen Studio zeigte. Denn der kleine Lautsprecher mit dem schlanken Preis und der schlauen Elektronik soll mehr als nur herausragenden Sound – auch in Stereo – in die Wohnzimmer der Kunden bringen, sondern im gesamten Haus ganz Ohr für die Wünsche seiner Bewohner sein. Siri steuert die per HomeKit vernetzten Geräte, Homepods dienen auch als Intercom. Der Preis von 99 Dollar oder 96,50 Euro sollte dazu verlocken, mehr als nur einen Homepod zu kaufen. Mehr Details zum Homepod Mini lesen Sie hier .

Schneller als je zuvor

Alle paar Jahre mache die Technologie einen Sprung, der das iPhone auf ein neues Niveau hebt, eröffnet Tim Cook den Hauptteil. Mit 5G sei das nun wieder der Fall, die neue Generation der Mobilfunktechnik erlaube so schnelle iPhones wie noch nie zuvor. Was das bedeutet, lässt Cook etwa den CEO des Mobilfunkunternehmens Verizon, Hans Vestberg auf der Bühne im Steve Jobs Theater erklären – einem leeren Theater, die Akteure auf der Bühne im gebührenden Abstand. Bis zu 4 Gbps Download seien maximal möglich, über Verizons Breitbandnetz, das etwa auch auf Millimeterwelle setzt. Tatsächliche 5G-Geshwindigkeiten variieren natürlich vom Standort und vor allem vom Land, in dem die Netzinfrastruktur steht, räumt Apple ein, gibt aber einen Einblick in die Entwicklung und in den seit "Antennagate" berühmten Raum, in dem die Ingenieure an den Antennen der Geräte tüfteln, um maximale Ausbeute zu erreichen. 5G wird anders als bei anderen Herstellern nicht einmal teuer, die Preise der Modelle bleiben gegenüber Vorjahr gleich. Und auch den Akku soll die Technologie nicht zu sehr rangehen, 5G schalte sich nur ein, wenn es gebraucht werde und das Netz dafür vorhanden ist. Selbst an der Software der eigenen Apps habe Apple hinsichtlich Energieverbrauch optimiert.

Das iPhone 12 bietet aber weitere Fortschritte, vor allem dank des Chips A14 Bionic mit seinen sechs CPU-Kernen, vier GPU-Kernen und 16 neuronalen soll die Bildverarbeitung noch besser vonstattengehen, an den Kameras ändern sich nur Details. Der Nachtmodus stehe nun aber allen drei Kameras zur Verfügung, der Weitwinkel- und der Ultraweitwinkeloptik auf der Rückseite sowie der Facetimekamera auf der Vorderseite. Selfies jetzt auch noch bei Nacht.

Ein Clou ist MagSafe für das iPhone: Um die Ladespule herum sind Magnete angebracht, welche das sendende Ladegerät in Position bringen und halten, Apple nutzt dies auch für weiteres Zubehör wie Hüllen oder einen Aufsatz für Bankkarten. Selbst ein Ladegerät kommt als Zubehör, das gleichzeitig Apple Watch und iPhone laden kann.

Zum iPhone 12 (ab 799 Dollar) gesellt sich das etwas kleinere iPhone 12 Mini (ab 699 Dollar), das ansonsten die gleiche Funktionalität bietet. Beide Modelle kommen mit Konfigurationen von 128 GB, 256 GB und 512 GB Speicher und in fünf Farben: Schwarz, Weiß, Product Red, Hellgrün und Blau. Mehr Details zu den iPhones 12 lesen Sie hier .

Was für Profis

Bleibt noch das iPhone 12 Pro und Pro Max und vor allem die Frage, was denn die nun von den 12ern unterscheidet. Das Design ist gleich,  OLED-Bildschirme haben sie alle, 5G in allen Frequenzbändern und natürlich den A14 Bionic. Die Unterschiede richten sich an Fotografen und Filmer mit professionellem Anspruch. Die dritte Kamera kommt mit einem 2,5fachen optischen Zoom (Vierfach im Vergleich zum Ultraweitwinkel) und exklusiv für das iPhone 12 pro wird es Apple Pro Raw geben. Filmen kann man auch in 4K HDR bei 60 Frames pro Sekunde, das ist eine Ansage. Wie erwartet, baut Apple auch das Lidar ein, das im Frühjahr bereits im iPad Pro Premiere hatte. Mehr Details zu den iPhone 12 Pro lesen Sie hier .