Taschenkontrollen sind auch bei Apple Store-Mitarbeitern üblich.

Urteil: Das oberste Gericht in Kalifornien hat entschieden, dass die Zeit, die Angestellte von Apple Stores in Schlangen vor der obligatorischen Taschenkontrolle verbringen, Arbeitszeit ist und daher bezahlt werden muss. Apple hat die Kontrollen angeordnet, um zu verhindern, dass die Mitarbeiter gestohlene Produkte von der Arbeit nach Hause schmuggeln, die Wartezeit in den Schlangen vor dem Ausgang kann bis zu 30 Minuten dauern, auch Geräte werden nach illegal aufgenommenen Bildern durchsucht. Bereits im Jahr 2013 hatten Mitarbeiter eine erste Klage erhoben, die zur Sammelklage wurde. Die Klage wurde bereits abgewiesen , da das Urteil eher knapp gefallen ist, haben die Experten spekuliert, dass eine endgültige Entscheidung erst vor dem Obersten Gerichtshof zu erwarten wäre. Dieses hat gestern sein Urteil verkündet . Apple begründet seine Weigerung, die Kontrollen als Arbeitszeit anzusehen damit, dass niemand gezwungen sei, eine Tasche zur Arbeit mitzubringen. Der Arbeitgeber ist der Auffassung, dass er auch imstande sei, Richtlinien für seine Arbeitnehmer zu erfassen, wonach jegliche persönlichen Gegenstände wie private iPhones oder eben Taschen in den Firmenräumen verboten sind.

Das Gericht sieht das anders: Tatsächlich haben die Arbeitnehmer nur wenig Wahl, ob sie eine Tasche mitnehmen müssen oder nicht, darin gehört zumindest ein Personalausweis, ein Geldbeutel und Schlüssel. Dazu hat Apple ja selbst strenge Regeln zur Kleidung der Mitarbeiter in Stores: Bei der Arbeit müssen sie die Firmen-T-Shirts und andere Firmen-Kleidung tragen. Sobald sie außerhalb der Firmengelände sind, dürfen sie die Firmen-Kleidung mit dem Apple-Logo nicht zeigen, heißt, entweder überdecken oder sich umziehen. Recht skurril erfasst das Gericht die Argumentation Apples, dass man eigene iPhones zur Arbeit nicht zu bringen brauche: Überall bewirbt das Unternehmen seine Smartphones als integralen Bestandteil des menschlichen Lebens, selbst Tim Cool wird nicht müde, in Interviews zu betonen, dass man sein Haus ohne iPhone kaum verlassen kann. Für eigene Mitarbeiter setzt das Unternehmen plötzlich andere Maßstäbe.

Das Gericht habe ebenfalls entschieden, dass das Urteil rückwirkend ist, was bedeutet, dass das Unternehmen auch für vergangene Wartezeiten in den Schlangen bezahlen soll. Die Kläger haben in der Ursprungsklage die Unternehmenspraktiken seit knapp 2009 beanstandet. Nun schuldet der Konzern seinen Mitarbeitern Lohnzahlungen in Millionenhöhe.