iPod Classic

Ging ja schnell: Laut des CEO des Online-Bezahldienstes Stripe, Patrick Collison , habe ihm Apples früherer Hardwareentwickler Tony Fadell erzählt, dass der iPod von den ersten Plänen im Januar 2001 bis zu seiner Vorstellung im Oktober nur gerade neun Monate brauchte. Fadell hatte in der ersten Januarwoche einen Anruf von Apple bekommen, das auf der Macworld Expo gerade erst iTunes vorgestellt hatte, die aus der Übernahme von SoundJam hervorgegangene Software, die sich als wesentlich für das Projekt eines MP3-Players mit großem Speicher erwiesen hatte.

Apples damaliger Hardwarechef Jon Rubinstein hatte erst kurz davor bei Toshiba eine 1,8-Zoll-Festplatte mit 5 GB Kapazität entdeckt, mit der der Hersteller aber nichts anfangen konnte – bis die Idee für den Musikplayer aufkam. Als Fadell zu Apple stieß, gab es noch kein Design, keine Spezifikationen, kein Team und nicht mal einen Produktnamen für das Gerät, das schließlich iPod heißen sollte. Erst im April habe man einen Vertragsfertiger gefunden und im Mai heuerte der seit April fest angestellte Fadell seinen ersten Mitarbeiter für das Team an.

Die Geschichte klingt fast zu gut, um wahr zu sein, doch nicht unplausibel: Apple war damals ein Nischenhersteller, für die erste Charge von iPods benötigte man wenige hundertausend Geräte und nicht wie heute gleich bis zu hundert Millionen – der Aufbau der Lieferkette nimmt heute schon mehrere Monate bis wenige Jahre in Anspruch. Fadell hat jedoch an der Geschichte schon davor recherchiert und bewiesen, dass ein MP3-Player mit einem großen Speicher theoretisch möglich wäre. Das erste iPhone brauchte dagegen etwa zweieinhalb Jahre vom Projekt- bis zum Verkaufsstart, die dafür notwendige vorhergehende Grundlagenforschung und -entwicklung nicht eingerechnet. Ähnlich lang hat es bei der Apple Watch gedauert.