Die Deutsche Telekom ist nun autorisierter Apple-Reseller und erweitert ihr für Geschäftskunden konzipiertes Angebot " Apple at Work ". Mit den Neuerungen verspricht der Konzern Mittelständlern unter Berufung auf Ergebnisse einer von Apple bei Forrester in Auftrag gegebenen Studie die "besten Gesamtbetriebskosten für Unternehmen".

Die Studie "The Total Economic Impact Of Mac In Enterprise" bezieht sich allerdings lediglich auf Hard- und Software von Apple. Die Telekom ergänzt die um eigene Services. Dazu gehören Infrastruktur, Unterstützung bei der Entwicklung von Apps sowie die Nutzung und Lizenzierung von Office 365 auf Apple-Geräten. Abgerundet wird das Angebot durch Leasing-Optionen für den Erwerb und mit Apple Care beim Device Lifecycle Management für iPhone, iPad und Mac ab.

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"Mit unseren neuen Services für Mac und als autorisierter Wiederverkäufer bieten wir perfekt abgestimmte Lösungen. Damit helfen wir unseren Kunden, mit Apple-Geräten einfach zu digitalisieren", so Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland. Ihm zufolge reagiert der Konzern damit auf die Nachfrage der Kunden: Deren Mitarbeiter wollten immer häufiger Apple-Geräte am Arbeitsplatz nutzen.

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Mit der neuen Partnerschaft erschließt sich die Telekom neues Kundenpotenzial und wird in diesem Bereich ein schärferer Konkurrent von bisher mit Apple-Produkten tätigen Fachhändlern und Systemhäusern wie Bechtle , Cancom und Gravis , oder auch Flächenmärkten wie Expert, MediaMarkt und Conrad. Dass Apple die Partnerschaft mit der Telekom ausbaut, könnte aber auch daran liegen, dass für den Konzern aus Cupertino das Geschäft nicht mehr ganz so von selbst läuft wie früher.

Dafür gibt es mehrere Anzeichen. So überholte Anfang des Jahres Huawei Apple im insgesamt rückläufigen Smartphone-Markt. Die Auswirkungen des Handelskrieges zwischen den USA und China trafen Huawei zwar, hielten aber nicht lange an und machten zudem auch Apple zu schaffen . An anderer Front setzte sich Microsoft dank seiner neuen, offeneren Strategie in einem Ranking der weltweit wertvollsten Unternehmen wieder vor Apple an Platz eins. Apple reagierte zudem dünnhäutig auf Kritik an den hohen Preisen seiner Smartphones und gab im jahrelangen Streit um die Belieferung von freien Werkstätten mit Ersatzteilen endlich nach.

Grundsätzlich strebt Apple schon länger ins Business-Segment. Es unterhält dazu Partnerschaften mit Cisco, IBM und SAP. Die mit dem Walldorfer Unternemen weitete es erst kürzlich aus. Künftig soll SAP Unternehmen auch dabei unterstützen, Anwendungen zu entwickeln, die Apples Technologien für maschinelles Lernen (CoreML) und Augmented Reality (AR) nutzen.