Vor allem für iPads ist Stage Manager eine wichtige Neuerung

Nutzer eines iPads beklagen sich schon seit Jahren, dass auf dem iPad die Arbeit mit mehreren Apps und Fenstern durch den üblichen Vollbildmodus erschwert wird. Die Arbeit in einer einzelnen App ist zwar problemlos möglich, benötigt man aber mehrere Apps wie Word, Mail und Safari, ist das Wechseln etwas umständlich. Mancher vermisst da schnell ein übliches Desktop-Betriebssystem mit Mehrfenster-Ansicht. Mit der neuen Funktion Stage Manager hat Apple nun unter iPad OS 16 erstmals eine adäquate Lösung vorgestellt – die Apple bei der Präsentation seltsamerweise zuerst unter macOS präsentierte. Der neue Arbeitsmodus soll nämlich offenbar nicht nur unter iPad OS benutzt werden, auch für Ventura soll er Vorteile bringen.

So funktioniert Stage Manager

Auf der linken Seite schwebt eine Mini-Übersicht offener Apps, per Anklicken wechselt man zwischen den Apps. Das Hauptfenster der ausgewählten App wird dann zentral angezeigt und man kann wie gewohnt an einem Dokument oder Projekt arbeiten. Per Anklicken wechselt man zwischen den offenen Fenstern eines Programms, diese werden als Stapel sortiert.

Dabei können auch mehrere Apps gleichzeitig geöffnet sein, die Fenster sind frei skalierbar und können für einen Workflow frei kombiniert werden. Will man etwa gleichzeitig mit Safari und Numbers arbeiten, kann man diese Apps per Drag-and-drop als Set arrangieren – und auch speichern. Das Prinzip erinnert an macOS-Funktionen wie Mission Control und Spaces, soll diese aber auf dem Mac nicht ersetzen, sondern ergänzen. Interessant: Die Apps werden in der Seitenleiste aktiviert, man wird also auch über neue Mails und Nachrichten informiert.

Stage View ist für Mac und iPad gedacht

Ideal für das iPad

Unter macOS ist Stage Manager eine Alternative zu bestehenden Display Managern, unter iPad OS erscheint das neue System noch weit wertvoller. Arbeitet man am iPad, nutzt man schließlich fast immer eine Vollbildansicht. Erst bei Aktivierung von Stage Manager können Fenster skaliert und mit überlappenden Fenstern genutzt werden. So bleibt auch das Dock weiter sichtbar und man kann schneller und einfacher zwischen mehreren Apps wechseln. Was bei der Keynote allerdings nicht erwähnt wird und wohl erst die Praxis zeigen wird: Auf dem kleinen iPad-Bildschirm hat man bei mehreren offenen Apps schnell ein Platzproblem. So wurde die Funktion wohl nicht zufällig zusammen mit besserer Unterstützung externer Displays vorgestellt. Man kann nämlich erstmals Displays als Erweiterung des iPad-Bildschirms nutzen. Laut Craig Federighi können dann bis zu acht Apps gleichzeitig geöffnet haben – verteilt auf iPad-Bildschirm und externem Bildschirm. Wir sind deshalb gespannt, wie sich die neue Funktion beim ersten Ausprobieren bewährt. Ebenfalls interessant: Split View soll das neue System nicht ersetzen. So empfiehlt Apple speziell für Split View eine neue Display Skalierung, die eine individuelle Skalierung von Apps ermöglichen soll.

(Update vom 07.06)

Leider ist Stage Manager nur für iPads mit M1-CPU verfügbar , wie eine Fußnote auf Apples Webseite jetzt zeigt. Dazu gehören das aktuelle iPad Air und die iPad Pro 12,9 ab der fünften Generation und das iPad Pro 11-Zoll ab der dritten Generation. Auch die Unterstützung von externen Monitoren als Bildschirmerweiterung ist somit auf diese Modelle beschränkt.