Polizei warnt vor Kleinanzeigen-Betrug mit Paypal

Eine bereits länger bekannte Betrugsmasche mit Online-Kleinanzeigen, wie sie beispielsweise auf Ebay Kleinanzeigen inseriert werden, hat es auch in das Jahr 2021 geschafft. Die Polizei vermutet , dass Cyberkriminelle darauf setzen, dass jetzt besonders viele Menschen Online-Kleinanzeigen schalten, um beispielsweise ungewollte Weihnachtsgeschenke loszuwerden oder Gegenstände, die beim Entrümpeln über die Feiertage aufgetaucht sind, zu verkaufen. Die Vorgehensweise der Gangster ist aber immer die Gleiche. Kurz zusammengefasst läuft der Betrugsversuch laut dem LKA Niedersachsen folgendermaßen ab:

Ein Interessent meldet sich auf eine Annonce und gibt ernsthaftes Kaufinteresse vor. Um besonders glaubwürdig zu wirken, stellt der  vorgebliche Käufer noch einige Fragen zum inserierten Produkt und bittet vielleicht auch noch um zusätzliche Fotos. Doch dann kommt der entscheidende Dreh, der für den Betrug wichtig ist: Der angebliche Käufer schreibt, dass er die Ware nicht persönlich abholen könne, weil er im Ausland wohne. Er würde deshalb eine Spedition mit der Abholung beauftragen und den Kaufpreis per Paypal vorab bezahlen. Dabei müsse er an die Spedition einen höheren Betrag bezahlen, als es dem Kaufpreis entspräche. Wegen diverser Gebühren oder aus anderen Gründen. In jedem Fall soll der Verkäufer selbst eine Zahlung leisten, zum Beispiel an den Spediteur und/oder über Amazon-Guthaben-Karten. Darauf basiert der Betrug. Erst wenn der Verkäufer diese Zahlung geleistet habe, könne Paypal den angeblich bereits vom Käufer bezahlten Betrag an den Verkäufer ausbezahlen.

Polizei rät: So verkaufen Sie online sicher über Kleinanzeigen

Die vom angeblichen Käufer verwendenden Mailtexte sind mitunter holprig formuliert. Es kann sogar vorkommen, dass in den Mails plötzlich neue Käufernamen genannt werden. Die Polizei vermutet, dass die Betrüger immer wieder den gleichen Mailtext verwenden und dabei vergessen, die Namen auszutauschen.

Die genauen Details der Texte, die von angeblichen Zahlungsdienstleistern, Speditionen und Kaufinteressenten kommen, spielen eigentlich keine Rolle. Entscheidend ist: Sie als Verkäufer sollten nie eine Zahlung leisten und nie irgendwelche angeblich zu viel gezahlten Gebühren oder Ähnliches bezahlen. Denn darauf basiert dieses Betrugsmodell. Sie als Verkäufer bestimmen allein die Zahlungsweise. Ignorieren Sie alle Zahlungsaufforderungen oder gar Drohungen mit rechtlichen Schritten drohen (Polizei, Pfändung, Gericht, Mahnverfahren usw.). Zudem können Sie Anzeige wegen Betrugsversuch bei Ihrer örtlichen Polizei erstatten.

So erkennen Sie diese Betrugsmasche mit Online-Kleinanzeigen

  • Die Täter nutzen in der Regel Textbausteine. Diese sind selten auf ein konkretes Produkt bezogen.

  • Die Täter behaupten einen Sitz/Arbeitsplatz im Ausland und/oder bitten zum Versand dorthin.

  • Die Täter geben vor, aus diesen Gründen das Produkt nicht selber abholen und anschauen zu können.

  • Die Täter sind immer mit dem Produkt zufrieden, geben aber letztendlich den angeblichen Versandweg mittels Schifffahrt oder Reederei (gern EMS) vor.

  • Die Sprache/Wortwahl klingt nach Übersetzungsprogramm, auch wenn ein deutscher Name verwendet wird.

  • Angeblich wurde (mehr) Geld übermittelt, damit der Verkäufer mit der Differenz den Transportdienst vorab bezahlen soll.