Food Porn zuverflässig erkannt

Im Gegensatz zum Finder ist zusätzlich eine Sortierung nach Inhalt und Farbe möglich. Diese visuelle Anordnung von Bildern hilft, Fotos schneller nach Zugehörigkeit und Ähnlichkeit zu finden und auch Dubletten aufzuspüren.

Recht flotte Suchergebnisse

Wir probieren das kostenlose Tool der Entwickler Klaus Jung und Kai Barthel aus der Forschungsgruppe Visual Computing an der HTW Berlin direkt aus und sind beeindruckt, wie schnell auch auf unserem Mac Mini (2018) Bilder Inklusive Unterordner (optional) analysiert und gelistet werden, zum Teil mit Beständen von über 20.000 Stück, auch online wie auf Dropbox, Google oder One Drive. Die zugänglichen Verzeichnisse zeigt Picarrange in der linken Programmleiste an.

Dann sieht man die Fotos entsprechend angeordnet, etwa nach Inhalten wie Pflanzen, Essen, nach Gebäuden oder menschlichen Gruppierungen. Ähnliche Farben stechen ebenso wie Formen hervor.

Recht beeindruckend, wie die App Bilder nach Farbe und Motiv sortiert. Hier wird Food Porn zuverlässig erkannt und gleich gelöscht.

© Thomas Hartmann

Unterschiedliche Anordnungen, weitere Funktionen

Aber auch ”klassisch” nach Erstellungsdatum, Änderungsdatum, Dateinamen oder Dateigröße lassen sich die Bilder anzeigen. Quicklook per Leertaste wird zwar nicht unterstützt, aber mit Doppelklick auf ein Foto lässt sich dieses vergrößert darstellen und mit den Pfeiltasten weiter blättern. Auch die Option, ein Bild in Apples Vorschau zu öffnen oder es direkt zu löschen, ist enthalten. Wovon wir bei einigen längst vergessenen, aber völlig überflüssigen Bildern auch gleich Gebrauch machen. Diese werden zunächst in den Papierkorb des Macs gelegt, sodass man das nicht sofort bereuen muss. Auch Videos zeigt das Tool an und spielt sie ab.

Nicht anzeigen konnte Picarrange 2.0 in unserem Test Formate wie PICT oder WMF, GIF nur eingeschränkt.

Ruft man einen bereits gescannten Ordner oder ein Laufwerk mit Bildern erneut auf, werden diese nunmehr zügig dargestellt, die Suche beschränkt sich auf neue Einträge.

Leider kein ”Fotos”

Eine starke Einschränkung ist, dass Picarrange 2.0 die im Pictures-Ordner abgelegte Fotos-Library nicht einbeziehen kann, dort dürften viele Mac-User ihre meisten Fotos gespeichert haben. Vielleicht kommt das mit einem späteren Update.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Picarrange 2.0 ist kostenlos im Mac App Store erhältlich, vorausgesetzt wird macOS 10.15 oder später. Das Programm ist erfrischend klein, lediglich 9,8 MB sind zu laden. Unterstützt werden Englisch und Deutsch.

Ausführlich stellen die Entwickler Konzept und Funktionen auf einer eigenen Homepage vor. Und ein 45-sekündiges Video auf Youtube gibt einen kurzen Eindruck des Tools.

Fazit und Empfehlung

Zwar kann Picarrange 2.0.2 nicht alles, wie man auch an Rückmeldungen von Usern im Mac App Store sieht. Aber beeindruckend sind die Funktionen, wie wir sie beschrieben haben, auf jeden Fall. Und das kostenlos und ohne Werbung. Unser Eindruck: Man erhält sehr schnell eine Vorstellung von zusammengehörigen wie von inzwischen überflüssigen Fotos, auch Dubletten, auf der Festplatte oder dem Laufwerk, und man erinnert sich durch die Suchergebnisse an Filme oder Fotos, von denen man längst vergessen hat, dass man sie besitzt. Allein das ist einen Scan der eigenen Bilderordner wert. Wenn auch noch Unterstützung für ”Fotos” dazu kommt, wäre das noch mal ein riesiger Zusatznutzen für viele User.