Windows-App auf dem ARM-Mac?

Eines der größten Probleme der neuen ARM-Macs ist die fehlende Unterstützung von Windows: Bootcamp wird nicht mehr unterstützt, auch Virtualisierungslösungen wie Parallels und Fusion sind noch nicht kompatibel. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, Windows-Programme auf den Mac zu bringen. Eine interessante Lösung könnte für manche Anwender das Programm Crossover von Codeweavers bieten, erst vor knapp einem Monat ist die neue Version 20 erschienen.

Eine ARM-Version gibt es noch nicht, wie jetzt CEO und Gründer Jeremy White im Firmenblog vermutet, soll die neue Lösung aber unter Rosetta 2 funktionieren. Rosetta 2 ermöglicht unter Apple Silicon die Nutzung von Crossover und somit auch die von Crossover unterstützten Windows-Apps. Die gerade erschienene neue Version Crossover 20.0.1 sollte laut White problemlos auf den neuen Macs laufen, der Firmengründer verspricht zudem, die Software laufend zu verbessern. Ab 40 Dollar kostet die Software, eine Windows-Lizenz ist zudem nicht erforderlich.

Technische Hintergründe

Crossover basiert auf dem Open-Source-Projekt Wine und geht einen völlig anderen Weg als Parallels und Vmware: Damit ein Windows-Programm auf einem Linux- oder Mac-Rechner laufen kann, werden nur die dafür benötigten Komponenten eines Windows-Betriebssystems nachgebildet – nicht ein komplettes System. Vor allem bei einfacheren Programmen funktioniert dies oft recht gut, auch viele ältere PC-Spiele kann man damit zum Laufen bringen. Eine Kompatibilitätsliste listet alle Programme auf, die mit Crossover kompatibel sein sollen. Einige davon laufen laut einem Bewertungssystem sehr zuverlässig, dazu gehören Steam oder Word 2007. Meist werden alte Programme besser unterstützt, etwa Excel und Project 2007 besser als Excel 2016 oder Project 2016. Die Installation ist nach unseren Erfahrungen aber nicht ganz einfach und die Performance begrenzt. Für die Portierung von Programmen, etwa von Spielen, bietet die Firma außerdem einen kostenpflichtigen Service.