iPad Mini

Mit seinen Mini-Modellen hatte Apple zuletzt durchwachsenen Erfolg. Das iPhone 12 Mini gilt fast schon als Flop, der Mac Mini ist auffallend oft mit Rabatt zu haben, der Homepod Mini dagegen ein Top-Erfolg. Jetzt scheint Apple an einer neuen Version des kleinsten iPads zu arbeiten. Aus den Verkaufslisten ist das iPad mittlerweile verschwunden, es hat aber noch viele treue Fans, die es sehr lange nutzen. Wie erste Prototypen vermuten lassen, könnte Apple ein unverändertes Modell mit aktueller CPU vorstellen – und weiterhin einem 7,9-Zoll-Display und Touch-ID. Neben dem modernen iPad Air und dem günstigen iPad 10,2 wirkt dies auf den ersten Blick überraschend.

Wir sind deshalb gespannt, wie Apple das neue Model überarbeitet hat, angeblich gibt es nur wenig Änderungen. Optisch sieht es ähnlich aus, hat aber angeblich ein dickeres Gehäuse – was auf ein günstigeres Display hinweist.

Dabei fragen sich viele, ob ein iPad Mini überhaupt noch sinnvoll ist? Ist doch das aktuelle iPhone 12 Pro Max mit 6,7-Zoll-Display fast schon so groß wie das iPad Mini und bietet den überlegenen Funktionsumfang. Und warum nicht einfach das günstigere iPad 10,2 wählen?

Warum nicht lieber ein iPhone Pro Max?

Bevor wir auf den Preis eingehen: Die Stärken des iPad Mini erkennt man, wenn man die Displayabmessungen von iPad Mini und iPhone Pro Max in der Praxis vergleicht. Das iPhone Pro Max bietet ein großes 6,7-Zoll-Display, das dank OLED-Technologie einen erstklassigen Bildeindruck bietet. Das 7,9-Zoll-Display des Mini mit alter LCD-Technik scheint da veraltet und kaum größer zu sein. Beide Displays bieten aber eine vergleichbare Bildqualität und der größte Unterschied ist das unterschiedliche Bildformat. Das iPad Mini nutzt wie alle iPads ein 4:3-Format, das etwa beim Lesen von PDFs oder Artikeln ideal ist. Beim iPhone Pro Max setzt Apple dagegen auf ein sehr lang gezogenes Spezialformat von 9:19,5. Dieses Format ist toll für mobile Nutzung und das Scrollen durch Twitter und Instagram, aber bei Aufgaben wie Bildbearbeitung oder dem Lesen von PDFs nicht immer sinnvoll nutzbar.

Nicht zu vergessen: Ein iPhone Pro Max kostet ab 1249 Euro, ein iPad Mini aktuell 449 Euro – das ist etwa ein Drittel! Kauft man sich stattdessen ein iPad Mini und ein iPhone SE, bleibt also noch genug Geld für eine Apple Watch übrig....

Was auffällt, und Apples Festhalten am Mini erklären könnte: Zwischen iPad 10,2 und iPad Air gibt es in Apples-iPad-Angebot eine Lücke: Das iPad 10,2 kostet ab 379 Euro, das iPad Air 649 Euro – mit 449 Euro passt das iPad Mini gut in diesen freien Preisbereich.

Warum nicht lieber das iPad 10,2?

Warum nicht einfach das gerade aktualisierte iPad 10,2 wählen, wird sich mancher fragen? Hier gibt es einen simplen Grund: Das iPad Mini wiegt mit 300 Gramm fast 200 Gramm weniger als das Standard-iPad. Man kann ein Mini dadurch wirklich sehr lange komfortabel in einer Hand halten und Webseiten oder Magazine lesen – das wissen nicht nur ältere Menschen mit geschwächten Gelenken zu schätzen.

Nicht zuletzt ist das Mini ein sehr edles Gerät, das sich vom Standard-iPad durch sein dünnes Gehäuse und einige Top-Funktionen abgrenzt. So hat aktuell schon das Basismodell 64 GB statt 32 GB und einige Funktionen der Pro-Modelle: Das Display unterstützt den erweiterten P3-Farbraum und ist vollständig laminiert – also flach und reflektiert nicht. (Hier könnte Apple allerdings zukünftig den Rotstift ansetzen.)

Das iPad Mini füllt eine Lücke zwischen dem Einstiegs-iPad und dem teuren Air.

Stärken und Schwächen

Die Stärke des Mini liegt wohl vor allem im Darstellen von Inhalten, weniger in der Produktion. Es unterstützt zwar den Apple Pencil und ist sicher als Notizbuch hervorragend geeignet. Im tagelangen Arbeitseinsatz mit einer Tastatur hat es aber viel von einer Notlösung. Bei einer Tastatur muss man außerdem zu Produkten Dritthersteller greifen, von Apple gibt es kein Angebot (außer man nutzt es mit Apples Magic Keyboard ).  Will man sein iPad als Notebook-Ersatz verwenden und viele Texte schreiben oder Tabellen bearbeiten, dann ist das Mini vielleicht die zweite Wahl. Auch als Schüler-iPad eignen sich vermutlich die größeren Modelle besser.

Bei der Nutzung als Notebook ist das Mini weniger ideal.

Warum kein neues Design?

Es ist noch nicht völlig sicher, ob das kommende Mini nicht doch ein neues Design erhält. Eigentlich hatten wir ein Update des Display-Designs erwartet, etwa wie beim iPad Air ein randloses Display und die Abkehr von Touch-ID. Aber warum auch etwas reparieren, was noch intakt ist? Und um einen niedrigen Preis bzw. hohe Profitabilität zu gewährleisten, ist der alte Formfaktor gut tauglich. Ergonomisch hat ein breiter Rahmen schließlich bei der Bedienung Vorteile (weniger Fehleingaben) und der simple Home-Button ist einfach bedienbar. Der einzige Grund, aus dem wir aktuell das iPad Mini nicht empfehlen würden, ist der etwas angejahrte A12-Prozessor, der schon im iPhone XR steckte. Auch das iPad 10,2 bekam zwar bisher noch keinen schnelleren Rechenkern, aber für ein Edel-iPad wird da langsam ein Update fällig, etwa ein A14-Chip.