Gästelisten

Die Seite "luci-app" kann man auf Anhieb mit der von Luca verwechselt: Die gleiche Schrift und Farbgebung, nur in der Mitte gibt es gleich eine Schaltfläche mit dem Anmeldeformular. Damit wollen die Macher beweisen, das Anmelde-System hinter Luca ist nicht sicher und lässt jeden ohne nötige Verifizierung bei den arglosen Veranstaltern anmelden. In der Redaktion haben dies zwei Kollegen überprüft. Wir bitten an der Stelle um Entschuldigung bei den betroffenen Unternehmen, bei denen wir eincheckten, aber wir mussten zunächst mal überprüfen, ob Luci so funktioniert, wie die Entwickler behaupten.

Es wurde schon im vergangenen Monat bekannt, dass sich jeder überall anmelden kann, sobald der QR-Code zu der Veranstaltung oder zum Betrieb bekannt wird. Die Macher von Luci gehen dabei noch einen Schritt weiter, nach Wahl kann man sich selbst als Einzelperson, vier Pop-Sänger, alle Ministerpräsidenten oder 25 Hans Munstermänner anmelden. Bei der letzteren Variante werden tatsächlich 25 Personen angemeldet. Dies funktioniert aber nur bei QR-Codes, ausgestellt von Veranstaltern, bei privaten Treffen hängt sich das System auf.

Ein Restzweifel bleibt natürlich: Hat uns luci-app wirklich die genannten Personen eingecheckt oder gaukelt die Website flasche Tatsachen vor? Wir haben bei den Veranstaltern nachgefragt, eine Antwort steht noch aus.

Hinter der Luci-Webseite steht ein Kollektiv pen.gg mit den Gründern Johannes Welk, Tilman Miraß. Der letztere hat zuletzt mit seinem Projekt " Mietwatch " über Berliner Mietspreise in der Presse in Erscheinung getreten. Die letzte Kampagne von Peng waren Biontech-Leaks – ein Aufruf an Biontech-Mitarbeiter, Herstellungsanleitungen des Impfstoffs anonym auf einer extra dafür eingerichteten Plattform zu veröffentlichen.