Linux auf dem Mac Mini M1

Erste Linux-Unterstützung für die neuen M1-Macs ist eine gute Nachricht. Apples neue Macs mit Apple Silicon-Technologie verkaufen sich zwar ausgezeichnet. Noch immer aber schrecken viele Interessierte vor Apples neuer ARM-Plattform zurück, da sie beruflich mehrere Systeme nutzen müssen. Viele sind aber auch auf Spezialprogramme für Windows oder Linux angewiesen.

Leider hat es Apple den Linux-Entwicklern hier nicht gerade leicht gemacht, so sorgt proprietäre Hardware von Apple für Probleme.

Linux von Corellium

Das erste erfolgreiche Booten von Linux ist vor wenigen Tagen nun den Programmierern von Corellium gelungen . Ein schöner Erfolg für die Entwickler, bei ersten Versuchen vor wenigen Tagen, waren die Ergebnisse noch wenig beeindrucken: Nur einer der acht CPU-Kerne konnte außerdem angesprochen werden und auch USB stand nicht als Schnittstelle zur Verfügung. Wie der Firmengründer Chris Wade jetzt auf Twitter berichtet, gibt es viele Fortschritte und Linux ist nun zumindest auf dem Mac Mini komplett nutzbar und auch die komplette CPU-Leistung steht zur Verfügung. Man kann per USB booten und hat einen vollständigen Ubuntu-Desktop zur Verfügung. Per USB-C kann man außerdem eine Netzwerkverbindung aufbauen, die Daten und eine Anleitung wurden auf Github und der Homepage von Corellium veröffentlicht – in sieben Schritten.

So funktioniert die Installation

Eine Systemdatei wird von Corellium bereitgestellt, die man herunterladen und etwa auf einem USB-Speicherstick installieren kann. Dieser sollte mindestens 16 GB Speicherplatz bieten. Von diesem Medium kann man das Linux-System booten. Weitere Informationen wie die benötigten Terminal-Befehle und Arbeitsschritte sind bei Corellium nachzulesen.

Gut: Beim Booten werden keine Daten auf dem Mac verändert, er startet nach der Nutzung von Linux wie gewohnt mit macOS Big Sur.

Es handelt sich noch um eine frühe Testversion, so funktioniert die Ansteuerung vieler Hardware-Bauteile noch  nicht. So werden bisher nur die USB-C-Schnittstellen unterstützt, nicht USB-A – man braucht für Maus und Tastatur deshalb einen USB-C-auf-A-Adapter. Man muss außerdem Wi-Fi oder Ethernet-Adapter per USB anschließen. Grafikbeschleunigung wird allerdings noch nicht unterstützt, was zu einer lahmen Oberfläche führen sollte. Laut ersten Berichten auf Twitter und Youtube  sollen einige vorinstallierten Programme wie Office und Firefox schon überraschend schnell laufen, wenn auch Unterstützung für Audio und Video noch fehle.

Die Daten wurden bereits auf Github veröffentlicht, Corellium verweist außerdem auf das Projekt Asahi Linux, das an einem ähnlichen Projekt arbeitet. Corellium ist eigentlich im Bereich Cybersecurity tätig und ist für eine eigene iOS-Virtualisierungslösung namens Sandcastle bekannt. Eine Lösung, mit der es ihnen etwa schon gelang Android auf einem iPhone zu nutzen, wie wir im März berichteten .

Das Projekt Asahi Linux, mit dem Corellium über Twitter einige hitzige Diskussionen hatte, arbeitet ebenfalls an einer speziellen Linux-Version, geht dabei einen besser dokumentierten aber langsameren Entwicklungs-Weg.