Messenger-Dienste sollen sich in der EU öffnen.

Der "Digital Markets Act", kurz DMA,  soll den digitalen Markt in Europa offener und fairer gestalten, wie Appleinsider berichtet. Sogennante "Gatekeeper", also dominante Unternehmen auf dem Markt, die Kunden mit ihren geschlossenen Systemen ihre Bedingungen aufzwingen können, sollen dazu verpflichtet werden, ihr Angebot offener zu gestalten. Profitieren sollen davon die Verbraucher. Ein ausgemachtes Ziel des neuen Gesetzes: Messaging-Plattformen sollen sich gegenüber kleineren Anbietern öffnen.

Gemeint sind damit wohl in erster Linie Whatsapp, Facebook Messanger und Apples iMessage. Diese Dienste sollen zukünftig mit kleineren Anbietern zusammenarbeiten, um plattformübergreifend Nachrichten, Videos und Dateien zu verschicken sowie Anrufe zu tätigen. Von der Regelung sollen alle Anbieter betroffen sein, die über 45 Millionen monatlich aktive Endanwender und mehr als 10.000 jährliche Firmenkunden vorweisen.

Bei Nichteinhaltung der Regelung drohen Strafen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes, oder bis zu 20 Prozent bei wiederholten Vergehen.

Bedenken gibt es bezüglich der Sicherheit einer solchen Regelung: Wenn zwei Dienste miteinander kommunizieren, gibt es dementsprechend zwei mögliche Angriffspunkte. Doch Andreas Schwab, zuständiger Berichterstatter für diese Regelung im EU-Parlament, ist sich sicher, dass eine sichere Umsetzung möglich ist: "Es wird kommen - gleichzeitig muss es aber auch sicher sein. Wenn die Telekommunikationsbehörden sagen, dass es nicht möglich ist, innerhalb der nächsten neun Monate Ende-zu-Ende-verschlüsselte Gruppenchats anzubieten, dann wird es kommen, sobald es möglich ist, daran besteht kein Zweifel." (gegenüber TechCrunch ),

Der DMA will außerdem eine Regelung einführen, die Nutzern aller Plattformen ermöglicht, selbst auszuwählen, welchen Browser, digitalen Assistenten und welche Suchmaschine sie verwenden möchten.

Wann genau das neue Gesetz in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt. Der Entwurf muss noch vom EU-Parlament und EU-Rat genehmigt werden.