Die Kunstaktion "Spot´s Rampage" sorgt für Unmut beim Hersteller Boston Dynamics

Das Künstler-Kollektiv MSCHF hat eine Aktion für Mittwoch angekündigt, bei der jeder Internet-Nutzer die Möglichkeit erhält, über sein Smartphone den Roboter-Hund Spot im Wert von 75.000 US-Dollar von Boston Dynamics zu steuern. Dabei wird Spot eine Paintball-Waffe auf den Rücken geschnallt und der Spieler kann auf Objekte in einer Kunstgalerie schießen.

Los geht´s am Mittwochabend um 19 Uhr deutscher Zeit auf der Website Spotsrampage.com . Alle zwei Minuten wird per Zufallsprinzip ein anderer Spieler die Steuerung von Spot übernehmen dürfen. Die gesamte Aktion wird per Live-Stream im Web übertragen.

Die schräge Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Das Kollektiv will damit aufmerksam machen, dass derartige fortgeschrittene Roboter missbraucht werden könnten, indem sie mit Waffen ausgestattet werden. Bei der Aktion gäbe es keine Gewinner, sondern nur einen Verlierer, wie MSCHF erklärt:

"Die menschliche Rasse, wenn ferngesteuerte Kriegshunde alltäglich werden. Wenn diese Kriegshunde zum festen Bestandteil des Militärs und der militarisierten Polizei werden, werden wir alle eine neue Bedeutung der Angst kennenlernen: einen Unterdrücker, der den Abzug betätigen kann, ohne selbst physisch anwesend sein zu müssen."

Spot-Hersteller Boston Dynamics will Aktion stoppen

Dass dem Roboter-Hund Spot eine (Paintball-)Waffe auf dem Rücken befestigt wird, gefällt dem Hersteller Boston Dynamics, der Spot für um die 75.000 US-Dollar verkauft, überhaupt nicht. Per Tweet äußerte das Unternehmen auch bereits scharfe Kritik an der geplanten Aktion. Die von der "Künstler-Gruppe" geplante Aktion verstoße gegen die Nutzungsbedinungen für Spot. Außerdem erklärt der Hersteller in dem Tweet:

"Um es klar zu sagen: Wir verurteilen die Darstellung unserer Technologie in einer Weise, die Gewalt, Schaden oder Einschüchterung fördert. Unsere Mission ist es, erstaunlich fähige Roboter zu entwickeln und zu liefern, die die Gesellschaft inspirieren, begeistern und positiv beeinflussen."

In dem Zusammenhang betont Boston Dynamics auch, dass bei jedem Kauf der Käufer daraufhin überprüft werde, wofür er den Roboter einsetzen wird. Jeder Käufer stimme auch zu, dass der Roboter nicht für einen Zweck genutzt werden dürfe, der gegen die Nutzungsbestimmungen verstößt oder um Menschen oder Tiere einzuschüchtern oder zu verletzen. Abschließend erklärt Boston Dynamics:

"Provokative Kunst kann helfen, einen nützlichen Dialog über die Rolle der Technologie in unserem täglichen Leben voranzutreiben. Diese Kunst stellt Spot jedoch grundlegend falsch dar und wie er zum Nutzen unseres täglichen Lebens eingesetzt wird."

Zwei Spot geschenkt, wenn die Aktion nicht durchgeführt wird

Laut MSCHF habe Boston Dynamics bereits versucht, die geplante Aktion zu stoppen. "Wir haben ihnen davon erzählt und sie haben es gehasst", so MSCHF. Es sei dem Kollektiv sogar angeboten worden, zwei zusätzliche Spot-Roboterhunde kostenlos zu erhalten, wenn sie die Aktion nicht durchführen.

US-Medien berichten, dass Boston Dynamics als letztes Mittel gegen die Aktion auch die Möglichkeit habe, Spot aus der Ferne einfach abzuschalten. Sie könnte dann am Mittwochabend (deutscher Zeit) dann nicht durchgeführt werden. Dagegen will MSCHF aber bereits geeignete Maßnahmen ergriffen haben.