Big Sur - so heißt MacOS 11.

Oft sind es die kleinen Dinge im Alltag, die den Unterschied machen. Die unscheinbaren, fast beiläufigen Details, die uns erst auf den zweiten oder dritten Blick auffallen und dann doch in Stauen versetzen. Ob die Änderungen in MacOS Big Sur zu dieser Art des Wandels gehört, können wir erst beurteilen, wenn wir es benutzen konnten. Sicher ist aber, dass Apple es mal wieder geschafft hat: Es ändert sich wenig – und doch ziemlich viel. Im Rahmen der WWDC, die dieses Jahr rein digital stattfand, hat Apple die neueste Version des Mac-Betriebssystems vorgestellt. Und die wird nicht, wie vermutet, MacOS 10.16 sein, sondern tatsächlich MacOS 11. Das sagte Apple zwar nicht explizit, in einem kurzen Bildausschnitt ist die Bezeichnung aber zu sehen.

Ein kurzer Bildausschnitt während des Streams verrät: MacOS Big Sur ist MacOS 11.

© Apple

MacOS 2.0: Ein Design, wie es nur Apple kann

Die größte und offensichtlichste Änderung in MacOS 11 ist das Design. Apple nennt es selbst das größte Design-Upgrade seit der Einführung von MacOS X und wir können nicht widersprechen. Wer ein iPhone oder ein iPad benutzt, dem wird die Farbwelt und der Stil bekannt vorkommen.

Die neue Benutzeroberfläche sieht aufgeräumter und "leichter" aus.

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Apple hat die komplette Benutzeroberfläche neu angefasst und Details verändert, die alleine keinen großen Unterschied machen, in der Gesamtheit aber eine ganz andere Optik erzeugen. Das beginnt bei dem Kurvenverlauf der Fensterränder, über die Farben und Texturen bis hin zur Menüleiste. Anhand der Bilder in diesem Artikel können sie sich selbst einen Eindruck davon machen. Buttons sind unauffälliger und mehr in die Menüleiste integriert, werden aber deutlicher hervorgehoben, wenn der Nutzer mit der Maus darübergeht.

Die optischen Änderungen sind im einzelnen minimal, erst der Gesamteindruck macht das Ausmaß deutlich.

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Die Menüleiste ist jetzt individuell konfigurierbar und zwar zusammen mit dem neuen Kontrollzentrum. Richtig gehört, ein Kontrollzentrum. Neben der allgemeinen Optik eine weitere Parallele zu iPhone und iPad. Im Kontrollzentrum können die wichtigsten Einstellungen und Befehle gefunden werden, bei besonders häufiger Nutzung können diese dann per Drag-and-Drop in die Menüleiste gezogen werden.

Das Kontrollzentrum hat seinen Weg auf den Mac gefunden.

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Die Mitteilungszentrale wurde ebenfalls überarbeitet, Mitteilungen von derselben App werden jetzt gruppiert angezeigt. Außerdem können Widgets, wie schon in iOS/iPadOS 14, besser angepasst werden. Je nach Bedarf kann die Größe, und damit der angezeigte Inhalt, eingestellt werden. 

Die Mitteilungszentrale ist übersichtlicher und kann individuell angepasst werden.

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Bessere Chatverwaltung und mehr Anpassung für Emojis in der Nachrichten-App

Wie auf dem iPhone und iPad kriegt die Nachrichten-App ein Upgrade. Wichtige Konversationen lassen sich anpinnen und Gruppenchats werden übersichtlicher dargestellt. Der eigene Memoji kann unter MacOS Big Sur erstellt und angepasst werden, das war zuvor nur unter iOS und iPadOS möglich. Dazu kommen einige kleinere Anpassungen wie bessere Auswahl von Fotos in Konservationen und die Auswahl eines Fotos oder Emojis als Gruppenbild.

Wichtige Chats können in Messages angepinnt werden.

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Touren planen in Apple Maps

Apple arbeitet intensiv daran, das Benutzererlebnis in Apple Maps zu verbessern und ein ernst zu nehmender Konkurrent für Google Maps zu werden. In den Vereinigten Staaten funktioniert das schon ziemlich gut, unter anderem mit der Einführung der Street-View-Alternative "Look Around". Viele dieser Services funktionieren aber bislang nur in den USA. Google hat einen Vorteil, denn das Unternehmen sammelt wesentlich mehr Daten als Apple und kann dadurch weltweit ein umfangreiches Angebot zur Verfügung stellen, sei es durch Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu Street View in über 80 Ländern. Ein neues Feature von Apple, das heute vorgestellt wurde, sind Touren und Guides in Maps. Damit können sowohl verifizierte Anbieter als auch Nutzer Listen von Orten oder auch Routen erstellen, die andere Nutzer in der App finden können. Solche Angebote gibt es schon, bislang waren dafür aber eigene Apps vonnöten. 

Apps für iPhone, iPad und iOS gleichzeitig entwickeln

Nicht nur optisch rücken iOS und MacOS zusammen, auch die Entwicklung von Apps soll künftig plattformübergreifend und einfach sein. Apple hat die eigenen Entwicklertools Xcode 12 und vor allem SwiftUI angepasst, um den Entwicklern zu ermöglichen, Apps für iOS, iPadOS und MacOS gleichzeitig zu entwickeln. Dabei spielt der Wechsel der neuen Macs auf ARM-Prozessoren sicher eine große Rolle, da der Chip auf allen drei Geräten ähnlich aufgebaut sein wird. Das erleichtert den Entwicklerung die Programmierung.

Safari, ARM-Macs und mehr

Wenn Sie sich noch für die anderen Neuigkeiten interessieren, die Apple auf der WWDC vorgestellt hat, haben wir hier eine Liste mit den wichtigsten für Sie:

Alle Neuerungen zusammengefasst
iOS 14
iPadOS 14
ARM-Chips für den Mac
WatchOS