Die neuen Karten jetzt in Deutschland, "look around" erstmal nur in München und Umgebung

Apple stellt nun auch in Deutschland neues Kartenmaterial in Apple Maps zur Verfügung. Der Hersteller verspricht damit schnellere und präzisere Navigation, bessere 3D-Ansichten und umfassendere Ansichten von Straßen, Plätzen und Gebäuden. Zu den in 3D dargestellten Gebäuden gehören unter anderem das Brandenburger Tor in Berlin, die Münchener Frauenkirche und der Kölner Dom.

Alte und neue Ansicht von München und Hamburg (von links nach rechts)

Alt und neu in Berlin und Köln. "Kommerzielle Gebäude", also solche mit Geschäften und Restaurants, sind nun gelb gefärbt.

Das Feature "Umsehen" ("Look Around"), bei dem man auf Straßenniveau die Gegend optisch erkunden kann, kommt jetzt auch nach Deutschland, zunächst an ausgewählten Plätzen in München. Wobei die Auswahl recht großzügig ist, selbst am Stadtrand kann man Naturschutzgebiete erkunden – und sogar im Speckgürtel der Landeshauptstadt das Naherholungsgebiet Olchinger See in der Stadt Olching, schon im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Umschauen am Marienplatz, dem Schloss Nymphenburg, der Aubinger Lohe und dem Olchinger See (von links nach rechts).

AR-Spaziergänge sind darüber hinaus auch in Frankfurt (Main), Hamburg, Berlin und Köln möglich. Die ausgewählten Sehenswürdigkeiten sind in einer für Apple Maps eigens erstellten 3D-Ansicht zu sehen, der Rest der Gebäude ist generisch gerendert. Deutlich sichtbarer sind nun aber Grünflächen und Wasserläufe, die Basis für noch realistischere Darstellung etwa der Vegatation ist mit dem neuen Kartenmaterial gelegt. Für eine bessere Übersichtlichkeit sind Gebäude, die Geschäfte oder Restaurants beherbergen, gelb gefärbt.

Datenschutz und natürliche Sprache bei der Navigation

Apple legt bei seinen Straßenansichten Wert auf Datenschutz, Gesichter und Nummernschilder verpixelt die App automatisch, wer sein Gebäude nicht in "Umsehen" haben will, kann sich bei Apple melden, damit es in den Karten unkenntlich gemacht wird.

Bei der Navigation verspricht Apple "natürliche Sprache", also nicht mehr "nach 200 Metern links abbiegen", sondern "an der nächsten Ampel links abbiegen". Die neuen Karten mit ihren präziseren Ansichten erleichtern es nun auch, auf mehrspurigen Straßen sich richtig einzuordnen. Die neuen Apple Maps sind auf allen Systemen Apples automatisch in der App aktiviert, auf iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und selbstverständlich auch in Car Play, wo die genauere Navigation besonders begrüßt sein dürfte. Im Auto ist auch das Einblenden von Geschwindigkeitsbegrenzungen eine sinnvolle Sache.

Weiterhin fehlen in Deutschland Fahrradrouten, doch sollen die auf neu erhobene Daten die Grundlage dafür legen, dass man Touren bald auch für das Fahrrad in Apple Maps planen kann und nicht auf Google Maps oder spezialisierte Anwendungen zurückgreifen muss.

Verbesserungen gibt es jedoch beim ÖPNV: "Mit iOS 15 können Pendler:innen in Deutschland mit einem Fingertipp auf alle Abfahrten in ihrer Nähe zugreifen und ihre Lieblingsverbindungen oben festpinnen. Karten folgt automatisch der ausgewählten Verbindung und benachrichtigt die Nutzer:innen, wenn sie demnächst aussteigen müssen – und sie können sogar auf der Apple Watch den Überblick behalten", erklärt Apple in seiner Pressemitteilung. Und tatsächlich: Apple Maps kennt in München mittlerweile die U-Bahn.

Mit der U-Bahn an die alte und an die neue Adresse der Macwelt. Wir nutzen aber lieber das Fahrrad. Gut, dass wir den Weg kennen, Apple Maps hilft da noch nicht weiter.

Der Ausbau von Fahrradrouten geht auch in den USA nur zögerlich voran , zuletzt kamen Städte im mittleren Westen und dem Südosten hinzu, mit Fahrradnavigaton in Chicago, Detroit, Columbus, Cleveland und Charleston (South Carolina).

Auf unseren Streifzügen haben wir noch einige interessante Entdeckungen gemacht. Anhand von Wahlplakaten am Straßenrand ist gut zu sehen, wo Apples Fahrzeuge und Rucksackträger im September 2021 ihre Daten für "Look around" erhoben. In einem Vorort Münchens indes entdeckten wir ein Haus, das noch vor seinem Abriss im August 2019 vor die Linse geriet. Anhand dieser Zeitspanne lässt sich abschätzen, dass "Umsehen" nicht so schnell flächendeckend werden kann.