Apple übernimmt Google-Nachfolger Laserlike

Halyna Kubiv, Peter Müller |
Von Zeit zu Zeit übernimmt Apple kleinere Firmen. Ein Startup soll Siris Websuche verbessern.
Laserlike

Laserlike

Apple hat laut eines Berichts von " The Information " ein weiteres Startup aufgekauft, das sich um maschinelles Lernen – vulgo: künstliche Intelligenz – kümmert und Siri smarter machen soll. Die Übernahme von Laserlike sei bereits Ende letzten Jahres abgeschlossen worden – erst jetzt wurde sie bekannt. Laserlike hatte die gleichnamige App entwickelt, die im Web nach einer Menge von Informationen suchte und sie nach den persönlichen Interessen des Nutzers sortierte und dabei wie durchblätterbare News präsentierte. Gegenüber "The Information" hat Apple die Übernahme bestätigt, aber die Pläne damit nicht weiter ausgeführt. Doch Siris Fähigkeiten, im Web etwas zu finden, waren bisher allenfalls durchschnittlich, hier sollte das Team von Laaserlike auf Dauer für Verbesserungen sorgen können.

Mittlerweile sind alle Informationen von der Webseite von Laserlike verschwunden, doch ein Blog-Beitrag vom August 2018 ist zumindest auf Web Archive dokumentiert und beschreibt genauer, was Laserlike kann. Die Gründer haben eine eigene Suchmaschine entwickelt, die deutlich mehr kann als die aktuell verfügbaren auf dem Mark. Das Hauptziel von Laserlike ist, zu einem bestimmten Thema alle möglichen Aspekte und Meinungen zu liefern, nicht nur ein paar Beiträge von den großen Webportalen. Im Hintergrund arbeitet ein eigener Web-Crawler, der neben dem klassischen Web auch alle möglichen Social Media wie Twitter oder Reddit durchsucht. Die Engine ist so aufgebaut, dass sie sie auch unstrukturierte Daten einordnen kann. Mit zusätzlichen Algorithmen kann die Suchmaschine von Laserlike für den Nutzer Empfehlungen aussprechen, je nachdem, welchen Artikel dieser gerade konsumiert. Um dies zu bewerkstelligen, komprimiert Laserlike den Artikel zu einer Suchanfrage. Anhand dieser Suchanfrage wird das Web durchgeforstet, die Engine kann dazu noch unterscheiden, wie weit entfernt die Empfehlungen von dem eigenen Artikel sind: eine ähnliche News, nur von einem anderen Portal, alternative Sichtweise mit anderen Aspekten oder nur Berichte aus dem gleichen Themenfeld, die mit dem eigentlichen Inhalt nichts zu tun haben.

Wer Firefox nutzt, konnte schon übrigens die Funktionen von Laserlike ausprobieren. Seit August 2018 nutzte Mozilla die neuartige Suchengine, um die Empfehlungen auf der Startseite für jeden Nutzer zu bringen. Die Kooperation fand im Rahmen eines Pilotprojektes statt und ist offenbar jetzt beendet.